9. März 2019, Stadion am Böllenfalltor, Endstand 3:2

 

„Kiel sieht rot“ – diese Werbekampagne, die seit einigen Wochen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt von Plakaten prangt, fasst das Heimergebnis vom vergangenen Wochenende gut zusammen. Holstein ohne Zugriff verhilft Union Berlin dazu, einen Abstand zwischen Kiel und der Bundeshauptstadt zu schaffen.

 

So galt es im Vorfeld der Partie in Südhessen „Mund abputzen und weitermachen“. Immerhin wurde das Spiel mal auf einem Samstag angesetzt, so dass die rund 630 Kilometer keine unüberwindbare Hürde darstellten. Dementsprechend versammelten sich gut 300 Unterstützer der Störche im Gästeblock. Im Gegensatz zum heimischen Stadion konnten hier auch die großen Schwenker ausgepackt und in den Wind gestellt werden, der über die Baustelle Böllenfalltor pfiff.

 

tunnel

 

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Den Nostalgikern unter uns blutete bei dem Anblick das Herz. Von der einst so hohen und steilen Betongegengerade stand nur noch der Bruchteil, in dem die Gäste untergebracht waren. Der Rest nur noch ein braungelber Sandhaufen. Der Profifußball fordert nunmal seine Opfer. Als Kieler ist einem das sehr bewusst. Immerhin flatterte unter der Woche die Baugenehmigung für das Langzeitprovisorium bei der Holstein ins Haus. Hier ist man guter Hoffnung, bereits am 6. April gegen den FC St. Pauli 15.000 Zuschauer begrüßen zu können.

 

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Bereits beim Aufwärmen gab es ein Wiedersehen mit Patrick Herrmann. Der im Winter zu den Lilien gewechselte Fußballgott stand nach seiner Verletzungspause erstmal wieder im Kader von Holsteins Gegner. Es schaut immer noch komisch aus.

1. März 2019, Endstand: 0:2

 

Die Vorfreude auf Heimspiele ist ja schon irgendwie immer da. Aber es gibt so Spiele, da fiebert der Fan ganz besonders drauf hin. Die Konstellation an diesem Freitagabend gab alles dafür her, richtig heiß auf die Begegnung zu sein. Flutlicht, ausverkauftes Haus, Spitzenspiel – das alles hielt der 24. Spieltag für die Kieler Anhängerschaft bereit. Darüber hinaus wurde dank der sangesfreudigen Reisegruppe aus Berlin auch eine großartige Stimmung erwartet. Von der sportlichen Perspektive – ein Sieg würde die KSV mindestens für eine Nacht auf den Relegationsplatz befördern - mal ganz abgesehen. Wer als Holsteinfan da keine Vorfreude empfand, dem ist auch nicht zu helfen. Vor dem Fest wurde es allerdings nochmal andächtig. Zu Ehren des letzte Woche an Krebs verstorbenen Holstein-Fans Björn fand ein Trauermarsch statt, vor Anpfiff wurde eine Schweigeminute abgehalten.

 

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Dementsprechend war die Stimmung heimseitig anfangs noch etwas gedämpft. Auch die Gäste aus der Bundeshauptstadt brauchten etwas, um warm zu werden. Auf dem frisch verlegten Rasen hingegen ging es direkt zur Sache. Die KSV mit dem ersten angriff noch in der ersten Minute, Union mit der passenden Antwort. Es sah zunächst danach aus, dass es das erwartete hochklassige Spiel werden könnte. Doch bereits nach wenigen Minuten schienen die Störche in ihrem Vorwärtsdrang ins Stocken zu geraten. Die Eisernen klar zweikampfstärker und defensiv ein Bollwerk. Holstein hingegen defensiv mit Unsicherheiten. Das wurde in der 27. Minute bestraft. Felix Kroos trofft zum verdienten 1:0 für die Gäste. So ein richtiger Weckruf für die KSV war das Tor allerdings nicht. Zwar schien sich das Spiel gegen Ende der ersten Hälfte etwas zugunsten der Kieler zu stabilisieren, so richtig Fahrt nahm es allerdings nicht auf. Zu stabil stand die gegnerische Defensive.

 

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Ruhrstadion, 23. Februar 2019, Endstand 1:3

 

Bochum ist Kult. Keine Diskussion. Seien es die Pottoriginale, die leider inzwischen in Rente gegangenen Unikate Pommes-Horst und seine Gisela oder die Pinkelrinnen, die aussehen und riechen, als wären es noch immer die, die beim Bau des Stadions errichtet wurden (und sie sind es vermutlich auch). Plus die Distanz ist relativ entspannt für Kieler Verhältnisse. Trotzdem geht es für einen Teil von CCK früh auf die Autobahn, einfach ein wenig Zeitpuffer haben für eventuelle Exkursionen durch die Pott-Kultur, sie es, was den Ballsport oder den Bergbau betrifft. Eine kaputte Bus-Frontscheibe führt dann allerdings zu einem kurzen Umweg über Quickborn, wo dann einige Bagaluten eingesammelt werden. Denn zu diesem Zeitpunkt steht es nicht wirklich fest, ob und wann der Bus weiterfahren kann. Mit voller Besatzung geht es dann weiter Richtung Westen. Trotz allem immer noch mit guter Zeitreserve, weshalb es dann doch noch zu einem „Hot Spot“ geht, der den Pott bestens repräsentiert: Den Profi-Grill in Wattenscheid. Hier hat CCK schon mehrfach gestoppt und kann von daher eine Empfehlung aussprechen. Denn auch dieses Mal mundet Currywurst & Pommes, begleitet von einem lecker Fiege.

 

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Im Stadion hagelt es allerdings erst einmal Kritik: „Wir haben in Bochum auch gute Imbisse.“ Denn auch wenn Wattenscheid inzwischen offiziell ein Bochumer Stadtteil ist, mag man sich nicht so wirklich. Als Geste der Versöhnung wird dann noch die „Echte“ von Dönninghaus verspeist, also die Currywurst der Herbert Grönemeyer einst ein musikalisches Denkmal setzte (haben wir schon letztes Mal erwähnt, wurde uns aber auch dieses Mal erzählt).

 

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Die Soße hat gut Wums, der Kreislauf ist wach, also kann es mit dem Hauptevent losgehen. Der Blick auf die Tabelle hat, was die Vorzeichen betrifft, eher wenig Aussagekraft. Denn auch wenn der VfL nur einen Platz hinter der KSV steht, spricht der Trend eine andere Sprache. Bis auf einen Sieg gegen Duisburg läuft bei Bochum seit der Winterpause überhaupt nicht mehr. Holstein hingegen hat lediglich nach Ansicht der Lübecker Nachrichten eine Krise. Einzig ein paar mehr Tore stehen auf der Wunschliste der Störche und ihrer Fans. Auffällig ist auch die Körpersprache der beiden Trainer, Dutt und Walter.

 

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Nach seiner Gelbsperre für das Heimspiel gegen Fürth am vergangenen Wochenende kehrte Alexander Mühling wieder zurück in die Startelf. Auch Okugawas Muskelfaserriss ist wieder ausgeheilt und so nahmen Kammerbauer und Evina zunächst wieder auf der Bank Platz.

 

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Die elf Störche auf dem Feld gaben vor 13.398 Zuschauern gleich von Beginn an Gas. Mühling und Serra prüften Bochums Keeper Riemann, der zunächst allerdings noch Sieger blieb. Die Offensivbemühungen der Hausherren blieben eher ungefährlich, zunächst gelang Holstein aber auch kein Treffer. Dann nach einer halben Stunde setzte Alexander Mühling kurz hinter der Mittellinie zu einem Sprint mit Ball an, dem Dominik Baumgartner nicht folgen konnte. Abschluss flach ins lange, rechte Eck – war wunderschön anzuschauen. Nur zwei Minuten danach konnte Serra dann per Strafstoß auf 2:0 erhöhen, Lee war zuvor im Strafraum gefoult worden. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient, denn gegen das Holsteiner Offensivspiel fand Bochum überhaupt kein Mittel. Die Chance, das Ergebnis noch hochzuschrauben, vergab zunächst Atakan Karazor mit einem Lattenschuss. Kurz vor der Halbzeit konnte Masaya Okugawa dann nach einem Serra-Schuss zum 3:0 abstauben. Damit durfte Okugawa sich endlich auch in die Liste der blau-weiß-roten Torschützen eintragen.

 

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17. Februar 2019, Endstand: 2:2

 

Ohne Frage, an diesem Sonntagmorgen machte der Weg ins Stadion nochmal ein bisschen mehr Spaß. Der Himmel blau, links und rechts am Straßenrand zeigten sich die ersten Frühblüher und die Sonne strahlte mit größter Kraft. Fußball im Frühling ist doch irgendwie angenehmer. Weniger angenehm war im Vorfeld die Personalsituation. Nachdem schon mit dem langfristigen Ausfall von Kinsombi ein wichtiger Stammspieler fehlt, musste nun auch Kingsley Schindler ins Lazarett. Und auch Mittelfeldmotor Alexander Mühling konnte an diesem Spieltag nicht ins Geschehen eingreifen. Nach der fünften gelben Karte musste er das Spiel gegen die Kleeblätter von der Tribüne aus verfolgen.

 

Doch Coach Tim Walter machte bereits am Freitag klar, dass ihm diese Situation kein Kopfzerbrechen verursacht. Schließlich habe man sehr viel Qualität im Kader und er zweifelte nicht daran, dass die Jungs die sonst auf der Bank sitzen ihren Job ebenso gut, wie ihre Kollegen machen würden.

 

 

 

Einen guten Job machten zunächst aber auch erst einmal die rund 200 mitgereisten Fans aus Fürth, die bereits vor Anpfiff für gute Stimmung sorgten. Mit einem grün-weißen Fahnenmeer, einem Schiffsbug und farblich abgestimmtem Rauch empfingen die Fürther Ihre Mannschaft auf dem Rasen. Apropos Rasen – der war noch nicht so ganz im Frühling angekommen, was auch Coach Tim Walter sauer aufstieß.

 

Die erste Halbzeit ist relativ einfach zusammenzufassen. Insgesamt sehr ausgeglichen ohne spektakuläre Szenen. Holstein durchaus mit einzwei Chancen, allerdings ohne, dass eine davon wirklich zwingend war. Fürth zuweilen ein bisschen harmlos, aber mit starker Abwehr. Fast konnte befürchtet werden, dass es die zweite Hälfte so weiter geht und am Ende ein torloses Remis stehen würde. Doch weit gefehlt. Nach nur wenigen Minuten war es Dehm, der mit einer Grätsche Fürths Redondo von den Beinen holte. Ausgerechnet im Strafraum. Den völlig zurecht gegebenen Elfmeter verwandelte Green souverän.

 

 

 

10. Februar 2018, MDCC-Arena, Endstand 1:1

Das Spiel in Magdeburg läutet das Ende der englischen „Burg“-Woche ein. Nach dem sehr bitter verlorenem DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Augsburg am vergangenen Mittwoch, liegt der Fokus wieder auf der Liga. Auch wenn die Kieler Ambitionen weniger auf Platz drei zielen, so ist dieser Im Vorfeld der Begegnung noch drin. Dazu müsste allerdings ein 4:0 her. Im Grunde genommen reicht es auch, einfach nicht den Anschluss zum Spitzenfeld zu verlieren, um sich relativ früh des Klassenerhaltes sicher sein zu können.

 

Schild

 

Die Umstände wollen, dass ein Teil der CCK-Reisegruppe im heimatlichen Schleswig-Holstein Dienst schieben muss. So reist der nicht mit dem Bus anreisende Teil kurzerhand einen Tag eher an, lässt es sich noch ein bisschen gut gehen und erkundet das Magdeburger Nachtleben. Tatsächlich lässt sich feststellen, dass Magdeburg durchaus einzwei nette Ecken aufzuweisen hat. Aufgrund der Lage an der Elbe beim nächsten Mal aber bitte im Frühjahr oder Sommer, liebe Spieltagsplaner. Verwundert hat nur der kleine Gruß auf dem Kissen des Magdeburger Hotels.

 

Halloren

 

Würzfleisch

 

Typ mit Schwert

 

Cocktails

 

Kleber

 
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