6. Mai 2017, Endstand 2:1

 

Spannender könnte das Saisonfinale nicht sein. Drei Spieltage vor Schluss konnten – zumindest rein rechnerisch – noch acht Mannschaft aufsteigen. So langsam musste sich doch die Spreu vom Weizen trennen. Obwohl aus der Spitzengruppe um Duisburg, Magdeburg Regensburg und Osnabrück nur die Kieler am letzten Spieltag die volle Punktzahl eingesackt hatten, waren die Abstände nicht wirklich größer geworden. Freitags legten nun die Regensburger mit einem 4:1 in Erfurt vor. So saßen den Kieler nicht mehr nur die Magdeburger sondern auch der Jahn wieder im Nacken. Erfahrungsgemäß macht man sich vor Spielen gegen die Hanseaten oft mehr Sorgen, als man am Ende hätte machen müssen. Diesmal schwang aber jede Menge Optimismus über den Vorplatz. Immerhin hatte Holstein bereits eine großartige Serie hingelegt. Und diese sollte an diesem Spieltag nicht brechen. Dessen war man sich sicher.

 

Choreo 1

 

Choreo 2

 

Gäste 1

 

Zuschauerzahl

 

Polis

 

Nebengeräusche verursachte im Vorfeld natürlich mal wieder die Kartenlage. Mit am Ende 9.912 Zuschauern, davon rund 2.300 aus Mecklenburg-Vorpommern sowie einer Handvoll dänischer Ordnungshüter, war das Holstein-Stadion am Ende ausverkauft. Vor einer Kulisse, die sich über 90 Minuten mit leider etwas ausbaufähiger Atmosphäre (CCK's Gast aus Nordengland analysierte, dass die Tore einfach zu früh gefallen sind) präsentierte, gab es erst einmal die Geburtstagschoreo der Supside zu sehen. Was die Jungs in den letzten Wochen geleistet haben (Sonderzug, Geburtstagsparty, Choreo), verdient schon einigen Respekt.

 

Elfer

 

Jubel 1

 

Jubel 2

 

Jubel 3

 

Jubel 4

 

Jubel 5

 

Obwohl es für die Gäste sportlich um nichts mehr ging, hatten sich die Rostocker viel vorgenommen. Doch bereits nach drei Minuten gab es den ersten Dämpfer. Nachdem Marvin Ducksch kaum, dass der erste Vorstoß in Richtung Rostocker Tor gestartet wurde, auch schon direkt im Strafraum zu Fall gebracht wurde, zeigte Schiri Marco Fritz auf den Punkt. Diese Gelegenheit ließ sich der King nicht nehmen. Souverän netzte Schindler zur Führung. In der Folge dominierten die Gastgeber die Partie weitestgehend, ohne das ganz große Feuerwerk abzubrennen. Die frühe Führung hatte den FCH offenbar arg aus dem Tritt gebracht. Nach 36 gespielten Minuten leistete sich deren Defensive eine folgenschwere Schwäche und ließ zu, dass Kingsley Schindler mit einem sehenswerten Treffer – Latte – Rasen – Tor – auf 2:0 erhöhte.

 

Capo

 

29. April 2017, Continental Arena Regensburg, Endstand 0:3


Sonnabendmorgen. Der Sonderzug mit rund 1 1/2 Stunden Verspätung unterwegs, auf den Autobahnen Richtung Süden dutzende Autos mit KSV Fans und rund um Regensburg die bereits freitags angereisten am Erwachen. Und jeder einzelne konnte vermutlich nicht leugnen, dass die Fieberkurve langsam am steigen war.
Die Informationslage, was die korrigierte Ankunft des Sonderzuges anging, war zunächst unklar. 12:17 Uhr? 13:17 Uhr? Um sicher zu gehen, machte sich unsere Besatzung rechtzeitig auf den Weg zum Bahnhof. Allerdings nicht, ohne nochmal an der alten Wirkungsstätte des Jahn an der Prüfeninger Straße vorbei zu schauen. Sehr viel zu sehen gab es hier allerdings nicht mehr. Überreste der ganz alten Kurve, die bei unserem letzten Besuch noch von einer Stahlrohrkonstruktion bebaut war und die alte Anzeigetafel. Anonsten ragten nur Berge von Schutt empor. Schade um ein weiteres Stück Fußballgeschichte.

 

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Am Bahnhof angekommen, schaffte ein nettes Gespräch mit einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn Klarheit: 12:45 Uhr, Gleis 1.Tatsächlich rollte der Zug gegen 13 Uhr ein. Kieler Fangesänge erklangen und ein Meer von Blau flutete den Bahnsteig. Die Laune prächtig. Bis auf die Verspätung, die auch einen Verzicht auf den ursprünglich geplanten Fußmarsch bedeutete, hatte alles wunderbar geklappt. Es gab keine Zeit zu verlieren, also ging es zügig in Richtung der modernen Continental Arena. Aus Regensburger Sicht war es damals natürlich bitter, dass der 2015 auf der "grünen Wiese" errichtete, zweitligataugliche Neubau ausgerechnet dann fertiggestellt wurde, als der Jahn in die Regionalliga abstieg. Die 15.224 Zuschauer fassende Arena war heute mit 11.089 Aufstiegswilligen gefüllt, davon gut 700 in Blau gekleidete aus Kiel. Die Athmosphäre war der Begegnung angemessen. Bereits vor dem Spiel summte und brummte es rund um das Stadion. Die Parkplätze brechend voll, Menschen ohne Karte waren auf der Suche nach der Vorverkaufsstelle für die einzig verbliebenen zwei Blöcke auf der Nordtribüne. Das Gegenstück, die Südtribüne, war natürlich brechend voll. Haupt- und Gegentribüne ebenfall fast bis auf den letzten Platz belegt. Bei Anpfiff herrschte auf beiden Seiten beste Stimmung und auf dem Rasen ging es direkt zur Sache.

 

Panorama

 

 

25. April 2017, Stadion an der Lohmühle, Endstand 0:2

 

Angesichts der extrem positiven Situation in der Liga fiel das Rauschen im Vorfeld des Landesderbys vielleicht etwas geringer als gewohnt aus. Nicht wenige blickten mit deutlich mehr Spannung auf das Spiel in Regensburg.  Die Meinungen über das Spiel, besonders über die Wunschaufstellung, waren geteilt. Die einen forderten den Derbysieg - unter jeder Bedingung. Andere wiederum machten sich in erster Linie Sorgen um die Gesundheit der Störche. Und das natürlich zu Recht. Trotz allem galt, es die Mannschaft nach allen Kräften zu unterstützen.

 

Einlauf

 

Panorama

 

Wer große Zuschauermassen erwartete, wurde jedoch enttäuscht. Aufgrund von im Vorfeld erteilten Hausverboten hatten sich die Ultràs in Lübeck zum Boykott entschlossen. Die Pappelkurve entsprechend dürftig gefüllt. Schade, denn man hätte sich nach so langer Zeit mal wieder über eine echte Derbykulisse gefreut. Am Ende sollten es insgesamt nur 2.715 Zuschauer werden. Immerhin hatten sich die rund 400 Kieler redlich Mühe gegeben, eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Fast durchgängig wurde die Mannschaft unterstützt.

 

Capo

 

Gegenüber der Liga gab es natürlich einige Veränderungen. So hütete Robin Zentner den Kasten. Außerdem durften Tim Siedschlag, Niklas Hoheneder und Manuel Janzer an der Lohmühle von Anfang an ran. Spielerisch zeichnete sich schnell ab, dass die Gäste die überlegenere Mannschaft war. Technisch und auch auch in Sachen Geschwindigkeit konnte Holstein glänzen. Doch auch der VfB ließ von Anfang an keine Zweifel daran, die Hausherrschaft mit Einsatz und Leidenschaft verteidigen zu wollen. Die erste Chance ging an die Gastgeber. Aber auch das erste Foul. Bereits nach fünf Minuten bekam Dominic Peitz zu spüren, was Derby in Schleswig-Holstein heißt. Und wenn er es nicht vorher schon gewesen ist, spätestens jetzt war er in der richtigen Stimmung. Im Laufe des Spiels avancierte er zu einem der Meistgefoulten, steckte Tritte und Bodychecks ein und mischte überall mit, wo es brannte. Am Ende des Spiels konnte man froh sein, dass Schiri Malte Göttsch nicht so in Geberlaune war, was die Karten anging.

 

Peitz

22. April 2017, Endstand 2:0

 

Der Chemnitzer FC hatte diese Saison viel vor. Mit Spielern wie Mast, Jopek und dem exquisiten Offensivduo Frahn und Fink kann man schon einmal den Anspruch haben, ganz oben mitzuspielen. Allerdings braucht es dafür auch gewisse Summen und da hakte es beim CFC in der jüngeren Vergangenheit ganz gewaltig. Zuletzt wurde bekannt, dass der Personaletat um 400.000€ überzogen wurde. Die Stimmung in Chemnitz ist demnach nicht die beste. Nebenbei kommt noch das nicht zufriedenstellende Abschneiden im Ligaalltag hinzu. Zwar hatten die Sachsen immer wieder Möglichkeiten, oben mitzumischen, so recht klappen wollte es nie. Vor dem Spiel war daher klar, dass der CFC mit einer Niederlage das Aufstiegsrennen verlassen würde. Während Holstein mit voller Kapelle das Spiel angehen konnte, mussten die Himmelblauen ihre Defensive neu formieren. Außerdem verausgabte das Team sich noch am vergangenen Mittwoch beim Pokal-Fight über 120 Minuten gegen den FSV Zwickau, die Beine waren dementsprechend schwer.

 

West

 

Rafa

 

Bei Holstein freute man sich über das Heim-Comeback von Manuel Janzer, der schon am vergangenen Wochenende in Erfurt kurz zum Zuge kam. Beim Chemnitzer FC nahm Frahn zunächst auf der Bank platz. Seine Chemnitzer waren in den ersten 120 Sekunden gleich das bestimmende Team, das war es dann auch mit der sächsischen Herrlichkeit, es spielte nur noch die KSV. Nach elf Minuten schickte der gute Peitz Ducksch auf die Reise, der Ex-Dortmunder benutze die Pike und traf den Innenpfosten. Nicht das erste Pech in Sachen Chancenverwertung diese Saison. Überhaupt scheint die KSV diese Saison das Glück nicht gepachtet zu haben. Kein abgefälschter Ball findet den Weg ins Tor, wo in Magdeburg mal ein Elfmeter hilft, bleibt in Kiel die Pfeife stumm.

 

Drexler1

 

West2

 

Die KSV ließ sich davon aber nicht beirren, kurze Zeit später donnerte Drexler den Ball auf den mit der Faust abwehrenden Kunz, Sekunden später war der Keeper auch gegen Lewerenz zur Stelle. Holstein machte jetzt ordentlich Druck und spielte schnörkellos in die Spitze zu oft aber blies Bundesliga-Schiri Harm Osmers in seine Pfeife aufgrund einer Abseitsstellung. Aber auch ohne störenden Pfiff wollte das Tor nicht so recht fallen, auch nicht, als nach einer halben Stunde Lewerenz den im Zentrum postierten Schindler fand. Der Ex-Hoffenheimer traf aber nur das Außennetz. Vor dem Seitenwechsel sprangen keine klaren Aktionen mehr für die KSV heraus, nur Ducksch deutete noch zweimal zaghaft an, warum er nach Kiel geholt wurde. Nach der ersten echten Gelegenheit per Freistoß für den Gast bat Osmers dann in die Kabinen.

15. April 2017, Steigerwaldstadion, Endstand 1:1

 

Bekanntlich ist der RWE nunmehr seit der Gründung der eingleisigen 3. Liga fester Bestandteil eben dieser. Dadurch und auch durch die Zeit in der Regionalliga kommt die KSV auf inzwischen 13 Aufeinandertreffen mit den Thüringern. Ein erstes Bauchgefühl vermittelt einigen Fans vielleicht eine eher negative Bilanz gegen die Rot-Weißen. Tatsächlich ist diese jedoch recht ausgeglichen. Besonders auf dem eigenem Platz konnte Holsteins Gastgeber des 33. Spieltages bisher nur 5 Punkte aus drei Spielen holen. Die Störche hingegen haben schon 9 Punkte, der letzte Sieg wurde mit einem 3:1 im Dezember 2015 in Erfurt gefeiert, nach Kiel entführt.

 

Auch die Ausgangslage vorm Spiel, RWE auf Platz 16 akut abstiegsgefährdet und Holstein auf Platz zwei akut aufstiegsgefährdet, sprach für die Mannschaft in blau. Trotz allem ging es natürlich nicht völlig unbedarft nach Erfurt. Die Gastgeber würden es den Kielern in ihrem Stadionneubau nicht leicht machen, das war vorm Spiel klar.

 

Begegnung

 

Am Steigerwaldstadion, man kann sagen mit Ausnahme der alten Haupttribüne eine kleine Version des Nürnberger Stadions, fiel auf, dass die markanten Flutlichter dem Neubau nicht zum Opfer gefallen sind. Ähnlich wie seinerzeit in Rostock hat man dem modernisierten Stadion somit ein Stück ostigen Charme gelassen. Daumen hoch dafür. Ansonsten wird das Stadionerlebnis noch immer von der Laufbahn getrübt. Und auch sonst, so gefällig der Neubau auf den ersten Blick erscheint, bei genauerem Hinsehen erkennt man viele bekannte Elemente. Am Ende doch nur ein Stadionneubau wie jeder andere. Es bleibt zu hoffen, dass, wenn denn in Kiel die Bagger anrollen, unsere Heimat etwas mehr Identität bekommt.

 

Stadion

 

Stadion Pan

 

Die Kulisse im Rund, das etwas mehr als 18.500 Zuschauer fasst, war an diesem Tag recht enttäuschend. Insgesamt hatten sich nur 4.422 Zuschauer ins Steigerwaldstadion verlaufen. Vermutlich eine Mischung aus dem Tabellenstand der Erfurter und den Osterfeiertagen. Aber auch aus Kiel waren nicht mehr als rund 200 Unterstützer angereist. Diese machten durchgehend eine für die Zahl vernünftige Stimmung und konnten sich hin und wieder auch gegen den Heimsupport, den man allerdings auch schon deutlich stimmungsvoller erlebt hat, durchsetzen.

 

Peitz

 

Zweikampf