18. Februar 2017, Endstand 5:1

 

Ein bisschen fühlte es sich so an, als wäre es die Premiere nach der Winterpause. Tatsächlich war das Heimspiel an diesem Sonnabend aber nur das erste Spiel nach dem ausgefallenen Lotte-Spiel. Das dadurch entstandene freie Wochenende hatte der KSV-Fan gezwungenermaßen vor allem damit verbracht, die Konkurrenz zu beobachten, die netterweise nicht wirklich davon gezogen war. Nun war es aber wieder Zeit, selbst in den Ring zu steigen. Auf dem heimischen Geläuf erwarteten die Störche die Kölner Fortuna. An das Hinspiel in der Südstadt denkt wohl keiner mehr wirklich gerne zurück. Die 0:1-Niederlage, die Trainer Karsten Neitzel am Ende den Job kostete, wurde damals von Saliou Sané gekrönt, der es innerhalb von sechs Minuten schaffte, sich die Ampelkarte bei Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus abzuholen. Eine der auffälligsten Aktionen des Stürmers in dieser Saison – und so wurde Sané, auch aufgrund einiger Disziplinlosigkeiten, einige Wochen später auch aus dem Kader gestrichen.

 

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Beziehungsweise zunächst kurz in die Tage zuvor, denn da vermeldeten die Trainingsbeobachter einige besorgniserregende Neuigkeiten. Neben der bisherigen Holstein-Lazarett-Gruppe fielen zwischenwöchentlich auch noch Manuel Janzer (vor allem in der ersten Hälfte im Heimspiel gegen Aalen mit einer respektabel guten Leistung) und der Fußballgott persönlich auszufallen (klar, dass nur Viren und kein Gegenspieler Patrick Herrmann umhauen kann). Da wurde sich im Stadion schon umso mehr gefreut, als beide bei der Mannschaftsaufstellung über die LED-Wand flimmerten. Herrmi ist natürlich die konstante Bank hinten rechts, aber auch auch Janzer überzeugte in den letzten Wochen immer mehr. Bei der Kölner Fortuna fällt Ex-Storch Maik Kegel schon länger mit einem Kreuzbandriss aus, Kusi Kwame spielt als Außenverteidiger aber immer einen ganz soliden Stiefel, das hätte man in Kiel auch nicht gedacht. Neben den bekannten Jungs auf dem Rasen gab es auch auf der Tribüne einiges zu sehen. In Schleswig-Holstein ist bekanntlich doppelter Wahlkampf angesagt und Ministerpräsident Albig hatte sich SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz eingeladen, heute feinen Drittligafußball zu sehen. Beide verfolgten das Spiel mit KSV-Schal, Schulz kam in der Halbzeit sogar noch bei York Lange zu Wort.

 

Herrmi

 

Martin Schulz

 

Die Traversen füllten sich nur langsam, am Ende wollten keine 4000 Zuschauer das Aufeinandertreffen sehen. Schon recht bitter, aber ein Blick auf die Tabelle zeigt eben nur den 10. Platz und das ist es, was für viele offensichtlich zählt. Die anwesenden Kieler wurde aber einiges geboten, Martin Schulz tippte in der Halbzeit sogar optimistisch einen 4:1 Sieg.Trainer Uwe Koschinat und seine Kölner zogen ihr bekanntes Spiel auf. Aus einer sicheren Defensive wurde der Gegner früh angelaufen und attackiert. Das gelang auch ganz gut, Holstein schaffte es zwar ein ums andere Mal nach vorne, richtig gefährlich wurde es aber nicht. Die Fortuna ließ den Ball auch ganz gut zirkulieren, die erste halbe Stunde brachte ein ganz vernünftiges Drittligaspiel mit zwei engagierten Teams. Markus Anfang war aber doch nicht ganz zufrieden, er rief immer wieder Kommandos auf das Feld und dirigierte seine Störche mit zahlreichen Handbewegungen.

4. Februar 2017, Endstand: 2:2

 

„Nein, danke. Mir ist der Appetit vergangen. Wenn du so ein Spiel nicht gewinnst, was willst du dann noch machen?“, so die Kurzanalyse eines stadtbekannten Holstein-Expertens einer Kieler Zeitung. Und dabei war das angebotene Nackensteak durchaus ein kleines Highlight.

 

nacken

 

Zwei Stunden zuvor wies noch wenig darauf hin, dass es nach Abpfiff fast der einzige Grund zur Freude sein sollte.

 

Heimauftakt 2017, die Temperaturen im erträglichen Bereich und nach der zweiten Halbzeit Frankfurt durchaus die berechtigte Hoffnung, dass es diesmal vielleicht für drei Punkte reicht. Personell galt es im Spiel gegen die Elf von Peter Vollmann den gelb-rot-gesperrten Kingsley Schindler zu ersetzen, für ihn rückte Manuel Janzer in die Startelf. Zudem kehrte auch Innenverteidiger Dominik Schmidt nach seiner Sperre zurück in die Innenverteidigung. Ehe es auf dem Feld zur Sache gehen sollte, wurde noch Jockel offiziell verabschiedet - besser spät als nie. 

 

jockel

 

Holstein legte richtig gut los, druckvoll und fokussiert. Und bereits nach nur fünf Minuten stand es 1:0 für Blau-Weiß-Rot. Mathias Fetsch war noch am Aalener Keeper gescheitert, den Abpraller verwertete Janzer per spektakulärem Seitfallzieher. Befreiender Jubel über den ersten Treffer 2017, allerdings auch ein bisschen Sorge, dass dieser etwas früh gefallen sein könnte.

 

janzer

 

doppelhalter

 

Diese Sorge wich mit zunehmender Spieldauer, da Holstein absolut dominant war, und nach einer halben Stunde in Person von Steven Lewerenz nachlegte. Vorbereitung wieder von Mathias Fetsch, der an der Mittellinie Ex-Storch Robert Müller den Ball abgeluchst hatte. Bis zur Halbzeit kein Grund zur Sorge – es hätte so schön sein können.

 

28. Januar 2017, Stadion am Bornheimer Hang/Frankfurter Volksbank Stadion, Endstand 0:0

 

Im Jahr 881 fielen die Wikinger im Rheinland ein und wüteten im Großraum Aachen, um das Jahr 1000 landeten sie auf dem nordamerikanischen Kontinent und nannten das entdeckte Fleckchen Erde Vinland.

 

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graf

 

In der jüngeren Vergangenheit ist es ruhig um das metliebende Völkchen geworden. Bis zum Jahr 2017. Mit dem Ziel, reiche Beute in Form von drei Punkten zu machen, zogen rund 250 Nordmänner nach Hessen. Es fand ein erbitterter Kampf auf dem Schlachtfeld in Francorum vadus statt.

 

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Bereits früh zeigten sich die Hessen als hartnäckiger Gegner und sie leisteten größten Widerstand. Statt eleganten Finten und platzierten Hieben, wurde mit gröbsten Einsatz gerungen. Noch bevor die erste Hälfte des Gefechtes vorbei war, gab es bereits einen ersten Verlust zu beklagen.

 

rot

 

Ausgerechnet der König (Kingsley Schindler) fiel dem gnadenlosen Schiedsgericht zum Opfer und musste das Schlachtfeld verlassen. Doch die Nordmänner versuchten sich von der Unterzahl nicht beeindrucken zu lassen, formierten sich neu und setzten ihren Kampf auch in der zweiten Hälfte unbeirrt fort. Lange Zeit hing es an der hintersten Verteidigungslinie, dem wackeren Schlussmann, der aus dem fernen Vinland importiert wurde (Kenneth Kronholm), dass die Hessen keinen wichtigen Schlag gegen das eigene Lager erzielen konnten.

 

drexler

 

Nach einer Pause in der Schlacht mit Apfelwein und Wurst vom Rind packten Teile des Gefolges einiges an Zauberwerk aus, um die nordischen Fußballgötter zu beschwören. Blau-weiß-rotes Feuer erleuchtete den Himmel um den Helden den Weg zu weisen.

 

pyro

 

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ERDGAS Sportpark, 17. Dezember 2016, Endstand 0:0

 

Der HFC ist in der jüngeren Vergangenheit zu einer festen Größe im Spielplan der Störche geworden. Insgesamt hat es die Kieler bereits sechs Mal an die Saale geführt. Drei Mal in der Regionalliga und drei Mal in der Dritten Liga. Und die Bilanz dabei ist höchst ausgeglichen. Aus sechs Auswärtsspielen gab es zwei Niederlagen, zwei Unentschieden und zwei Siege. Und auch die Heim- und Auswärtsbilanz könnte nicht ausgewogener sein: vier - vier - vier.

 

Ebenfalls ein fester Bestandteil der Touren zu den Saalestädtern ist ein Zwischenstopp im Elbe Parks an der A2 bei Magdeburg geworden. Denn hier gibt es beste Wurstwaren aus Sachsen-Anhalt. Und natürlich wurde diese auch am letzten Spieltag des Jahres mit an Bord genommen.

 

Essen

 

Halles Einfallstraßen kennt man nun wirklich schon zu genüge und böse Zungen, unter anderem der Blog „Hölle/Saale“, behaupten, Halle hätte wirklich nur unvorteilhafte Seiten. Dabei hat die Stadt auch einige nette Seiten, wie eben jeder Ort. Ein Autofahrer vor uns nahm das ganze mit Humor und verzierte sein Kennzeichen mit dem Halter „Woanders ist auch scheiße.“ Weltklasse Teil und wir hatten gleich ein klein wenig mehr Sympathie für die Bewohner der Saale-Stadt.

 

Nach der überflüssigen Heimniederlage gegen die SG Sonnenhof Großaspach sollten eine Woche vor Weihnachten nochmal drei Punkte her. Denn besagte Baden-Württemberger holten im Freitagsspiel einen Sieg und sind somit an der KSV, die vor dem Spiel auf Platz auf Platz acht gastierten, vorbeigezogen. Bitter, wenn man bedenkt, dass bei einem Sieg am vergangenen Samstag Platz zwei drin gewesen wäre. Aber immerhin winkt bei einem Sieg und optimalen Verlauf des Spieltages Platz vier und somit eine Überwinterung in Schlagdistanz zur Spitzengruppe. Doch man soll das Fell des Bären nicht verkaufen, bevor er nicht erlegt ist. Heißt in diesem Fall: erstmal Halle schlagen.

 

Nach den Ausfällen von Hoheneder (Verletzung) und Schmidt (Rotsperre) war ein Umbau der Startelf nötig. Die Innenverteidigung wurde heute durch Czichos und Sigurbjörnsson übernommen. Der nach der Sperre wieder zurückgekehrte Drexler ersetzte Siedschlag und statt Lewerenz begann Salem. U23-Kicker Philipp Spohn feierte sein Debüt auf der Bank.

 

Vor Anpfiff, der sich wegen der Übertragung im Rahmend der MDR-Konferenz um fünf Minuten verzögerte, wurde noch der Hallenser Publikumsliebling Timo Furuholm verabschiedet.

 

Bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen sahen die insgesamt 8.103 Zuschauer von Beginn an eine leidenschaftliche Partie. Bereits im Vorfeld wurde die Zeigefreudigkeit des angesetzten Unparteiischen diskutiert. Und tatsächlich hagelte es im Verlauf des immer temperamentvoller werdenden Spiels jede Menge Karten. Am Ende standen vier Gelbe für Kiel und zwei Gelbe sowie einmal Gelb-Rot für die Gastgeber im Spielberichtsbogen.

 

Fankurve

 

Milad

 

kkjhb

 

Das Spiel ist schnell zusammengefasst. Kiels neu formierte Defensive machte ihren Job gut und unterband nahezu jeglichen Offensivdrang des HFC. Nach vorne zeigte sich das ewig triste Bild, das nur einmal in Rostock durchbrochen wurde: viele Chancen, keine Tore. Die Gastgeber, die ab der 63. Minute in Unterzahl spielten, fanden zunehmend weniger statt. Die Begegnung war von vielen kleinen und großen Fouls geprägt, ein flüssiges Spiel war kaum noch vorhanden. Etwas trübt dabei Holsteins Leistung in Überzahl, warum man zwanzig Minuten vor dem Ende mit einem Mann mehr nur noch hohe Bälle an die Strafraumkante spielt, wurde nicht so ganz klar. Die ersten 65 Minuten hatte die KSV das Problem HFC-Defensive deutlich effektiver gelöst. Trotzdem blieb Halle teilweise offensiv, der HFC steckte nicht auf und versuchte trotz Unterzahl einen Dreier einzufahren. Auch die Störche wollten sich nicht mit einem Punkt zufrieden geben.

 

Der HFC schaffte es wie Holstein letzte Woche noch einmal ein wenig aktiver zu werden, es blieb aber bei der torlosen Punkteteilung. Die KSV überwintert somit auf dem sechsten Tabellenplatz, in der Nachbetrachtung hätten es noch einige mehr sein können. Wichtig bleibt aber, dass die KSV in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen bleibt, schließlich schafft es Holstein immer wieder, in der Rückrunde noch eine Schippe drauf zu packen.

 

Flutlicht

 

Die Saison geht weiter. Für einen der wichtigsten Männer im Team, Michael Grahl, geht dagegen eine Ära zu Ende. Nach zehntausenden Kilometern die er für die KSV abgerissen hat, beendet Micha seine Karriere am Steuer des Holstein-Mannschaftsbus. Danke, Micha!

 

Die erste Fahrt ohne Micha bestreitet die KSV dann am 28.01. nächsten Jahres in Frankfurt beim dort beheimaten FSV.

 

Alle Bilder gibt es in der Galerie.

10. Dezember 2016, Endstand 1:2

 

Klammheimlich mauserte sich die SG Sonnenhof Großaspach in den letzten Jahren zu einem etablierten Drittligisten. Einen der Verantwortlichen des Vereins spülte die erfolgreiche letzte Saison sogar schon in die 2. Liga. Nach dem schlechten Saisonstart von Arminia Bielefeld dürfte Aspachs Ex-Trainer Rehm aber nicht mehr so schnell im deutschen Unterhaus arbeiten. Mit Oliver Zapel folgte ein in Schleswig-Holstein bekannter Name auf der Trainerbank, der seit seinem Wechsel erstmals wieder nach Schleswig-Holstein zurückkehrte. Regelmäßige NLZ-Besucher erinnern sich sicherlich noch an einige polarisierende Auftritte bei Spielen seines einstigen Vereins, des SV Eichede bei der U23 der Kieler Störche.

 

Marlon

 

 

Auch ein verdienter Ex-Holsteiner besuchte zum ersten Mal mit seinem neuen Team die alte Wirkungsstätte. Da ließ es sich der Verein nicht nehmen und verabschiedete Marlon Krause vor dem Einlaufen der Mannschaften. Schöne Geste! Doch damit nicht genug der Ehrungen: Spieler kommen, Spieler gehen, nur Tim Siedschlag bleibt bestehen! Bummelig 300 Spiele hat der echte Holsteiner Jung nun schon für blau-weiß-rot bestritten. Danke Siedo! Der nächste Einsatz kam bereits gegen die SGS hinzu, denn außer dem notwendigen Wechsel von Drexler zu Fetsch, veränderte Coach Markus Anfang die Startformation aus Rostock nicht. Und den Willen aus dem Spiel um die Vorherrschaft an der Ostsee brachten die Störche auch gleich auf den heimischen Platz. Klare Orientierung nach vorne, Sonnenhof Großaspach wusste in den ersten Minuten gar nicht, welcher Ostseesturm ihnen entgegen blies. Nach vier Minuten hätte es schon 1:0 für Kiel stehen müssen. Doch der frei auf das Tor zu laufende Schindler hob den Ball zwar über Aspachs Keeper hinweg, nur leider einen halben Meter neben den Pfosten. Ein paar Minuten später knallte der Ex-Hoffenheimer eine Flanke in den Fünfer, Aspachs Keeper Broll blieb zu zögerlich und Steven Lewerenz verpasste ganz knapp mit dem Kopf.

 

jubel

 

Dann aber wieder Kingsley Schindler. Holsteins Neuzugang spielte wohl seine besten zehn Minuten im Störchedress bisher und zog nach einem kurzen Blick nach oben einfach ab, 20 Meter Torentfernung, 1:0 für Kiel! Großer Jubel auf den mit 4300 Zuschauern einmal mehr zu wenig besetzten Tribünen. Die Gäste befreiten sich in der Folge ein wenig aus der Drucksituation, Lorch probierte es nach 20 Minuten aus dem Durcheinander im Strafraum, der Schuss aber zu schwach, um Kronholm in Verlegenheit zu bringen. Holstein behielt aber die Kontrolle in der Partie. Eine halbe Stunde war bereits vorüber, da spielte Herrmann einen Pass zu Fetsch, doch aus fünf Metern schaffte es der Stürmer leider nicht zum Torerfolg. Wenn die mangelnde Chancenverwertung einen positiven Effekt hatte, dann wohl das Umstimmen einiger Fans im Umfeld, die einen Ersatz für Sané und den im Moment formschwachen Harder nach den letzten Spielen nicht mehr wirklich für nötig hielten. Fetsch bot ansonsten übrigens eine ganz gut Leistung, machte viele Bälle fest und schraubte sich mehrmals hoch, um lange Bälle gekonnt Richtung Sechzehner zu verlängern.

In der Folge gab es einige interne Konflikte im Block 501. die Stimmung ebbte spürbar ab und auch die Mannschaft lies sich anscheinend von der Situation ein wenig anstecken. Der Block J und Teile des Blockes 501 äußerten daraufhin lautstark ihren Unmut. Der Block J wohl in einer Lautstärke, in welcher wir uns den Support des eigenen Teams häufiger wünschen würden. Zu allem Überfluss fand sich Aspachs Jüllich wenig später alleine am zweiten Pfosten wieder und markierte den Ausgleich, ganz zur Freude der rund 15 mitgereisten Fans der SG.