16. September 2016, Endstand 0:1

 

Es hätte so schön werden können. Die drei schönsten Dinge, die mit „F“ anfangen: Freitag, Fußball, Flutlicht. Und dann auch noch gegen den VfL Osnabrück, der mit Marc Heider den ehemaligen Kieler Publikumsliebling im Gepäck hatte. Und tatsächlich war es zwischenzeitlich sehr stimmungsvoll im Holstein-Stadion. Besonders die Trainer - Verabschiedungs- bzw. Begrüßungschoreo stellte ein Highlight schon vor Anpfiff dar. Zumindest in der ersten Hälfte tröstete das über die sehr ausgeglichene Partie, die zu dem Zeitpunkt noch arm an echte Höhenpunkten war.

 

Flutlicht

 

Choreo 1

 

Choreo 2

 

gäste

 

heidi

 

Über weite Teile neutralisierten sich die beiden Teams gegenseitig und kreierten bei der Heimpremiere des neuen Kieler Trainergespanns nur wenig Chancen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es auf der Westtribüne dann einen „feurigen“ Weckruf - sah gut aus, aber Raketen und Böller sind nicht gut.

 

Pyro

 

pyro2

 

11. September 2016, Benteler-Arena Paderborn, Endstand: 1:3

 

Pa Pa Paderborn - dort hab ich mein Herz verlorn'

(Abstürzende Brieftauben, 1993)

 

...im Gegenzug dafür aber nicht viel bekommen. Denn tatsächlich konnten die Störche bisher noch nie bei den Ostwestfalen gewinnen. Zeit also, das zu ändern. Doch erstmal galt es für die knapp 350 Kieler, die Distanz von rund 380 Kilometern zu überbrücken. Denn die, die sich mit dem Auto auf den Weg gemacht hatten, mussten auf ein Teilstück der A7 bei Hamburg verzichten. Die war nämlich gesperrt. Die Alternativroute über A21 und A1 war an diesem Sonntagmorgen allerdings frei, so dass pünktliches Ankommen kein Problem darstellen sollte.

 

Für die CCK-Besatzung reichte es sogar noch für einen entspannten Abstecher zum Hermann-Löns-Stadion, der alten Spielstätte des SCP. Bis Ende der Saison 2007 / 2008 trugen die Ostwestfalen hier ihre Heimspiele aus. Zuletzt, als man bereits im bezahlten Fußball unterwegs war, nur mit Ausnahmegenehmigung. Größte Besonderheit des  in den 1950er Jahren erbauten Stadions ist mit Sicherheit die Hochspannungsleitung, die sich einmal Quer über das Gelände erstreckt. Einzigartig im deutschen Profifußball.

 

HERMANN LOENS

 

Nach zweijährigem Stillstand auf der Baustelle der heutigen Heimstätte, Anwohner hatten 2005 gegen die Baugenehmigung geklagt, konnte die Arena im Juli 2008 eröffnet werden. Auch wenn das 15.000 Zuschauer fassende Stadion mit dem weitläufigen Außengelände sich von außen kaum von einer Blechbüchse unterscheidet, so macht das Innere nicht den schlechtesten Eindruck, wenn man es zum Beispiel mit der Brita Arena vergleicht.

 

arena

 

 

panorama

 

Immerhin: Die geschlossenen Rückwände wirken sich positiv auf die Akustik aus und durch die hochgesetzten Tribünen befindet sich im "Erdgeschoss" die Versorgung in Form von Getränke- und Wurstbuden. Auf den ersten Blick etwas seltsam wirkt die hoch angesetzte Dachkonstruktion. Diese bietet allerdings eine Ausbaureserve von 5.000 Zuschauerplätzen. Ob sich der Bedarf an einer weiteren Ausbaustufe in naher Zukunft ergibt, ist allerdings eher fraglich. Waren es in der Bundesligasaison 2014/2015 im Schnitt noch 14.268 Zuschauer, so bleibt nach zwei Abstiegen nur die blanke Ernüchterung. 4.776 Zuschauer im Schnitt - 5.726 gegen Kiel. 

 

choreo

 

gästeblock

 

Weniger entspannt war die Anreise übrigens für die Zugfahrer. In Hamburg kassierten sie eine dicke Verspätung und stießen erst in der 10. Minute im Gästeblock dazu. Die erfreulichere Nachricht vor Spielbeginn war, dass Dominic Peitz ausgerechnet an seinem Geburtstag und nur 20 km von seinem Geburtsort entfernt erstmals im Pflichtspielkader stand. Zunächst nahm er allerdings auf der Bank platz. Auch das neue Trainergespann, Markus Anfang und Co Tom Cichon, feierten ihr Debüt.

 

Anfang

 

maskottchen

 

Auf dem Rasen begann die gleiche Elf, wie im Heimspiel gegen Zwickau. Eine Abtastphase wurde sich gespart. Nur drei Minuten nach Anpfiff gab es die erste Ecke und nach sechs Minuten die erste gelbe Karte für Kiel. An Einsatz mangelte es von Anfang an nicht. Überhaupt gestaltete sich die Partie in der ersten Hälfte spannend und unterhaltsam. Und als dann auch der Kieler Block vollzählig war und dem Support der Gastgeber etwas entgegenzusetzen hatten, schwappte bei strahlendem Sonnenschein (Zitat Siedo: "Tropisch") beste Stimmung von Gästeseite durchs Stadion.

 

27. August 2016, Endstand: 3:0

 

Das Jahr 1912 – in Stockholm finden die V. Olympischen Spiele der Neuzeit statt, im Nordatlantik sinkt das seinerzeit größte Schiff nach einer Kollision mit einem Eisberg und der Kieler FV wird zwölf Jahre nach seiner Gründung Deutscher Meister.

 

Soweit war man in Planitz damals noch nicht. Im heutigen Zwickauer Stadtteil, in dem auch Bond-Bösewicht Gert Fröbe das Licht der Welt erblickt hat, wird der Vorgänger des heutigen FSV Zwickau gerade erst gegründet. Gemeinsam mit Vereinen wie dem Dresdner SC, dem Vogtländischen FC Plauen oder VfB Leipzig spielte man von 1933 bis 1945 in der Gauliga Sachsen und konnte 1942 den dortigen Titel erringen und scheiterte in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erst im Viertelfinale gegen den First Vienna FC.

 

Wie allen Vereinen ereilte dem Planitzer SC das Schicksal der Vereinsauflösung in der Sowjetischen Besatzungszone. Es folgte die Neugründung als SG Planitz und ab 1948 der Betrieb als Betriebssportgemeinschaft. Zunächst als ZSG Horch, dann als BSG Motor. Es folgte die erfolgreichste Zeit mit einem Meistertitel und drei Pokalsiegen. 1968 bis zur Auflösung der DDR firmierten die Zwickauer unter BSG Sachsenring. Obwohl 1990 die Zeit des FSV Zwickau begann, halten die Fans die BSG Sachsenring bis heute in Ehren. Davon vier Jahre in der 2. Bundesliga. Es folgte der tief Fall bis runter in die Landesliga.

 

Elf Jahre später kehrte man zurück auf die deutschlandweite Fußballbühne. Und da steht natürlich auch eien Reise an die Förde an, die von Red Kaos und co clevererweise auf einen der drei Sommertage gelegt wird.

 

gaeste

 

heim

 

Für die KSV ist es das erste Liga-Spiel nach der Freistellung von "Kalle", wobei im Umfeld noch nicht wirklich etwas über einen zukünftigen Trainer zu hören ist. Gespräche würden laufen, Namen gibt es nicht. Trotzdem ist es natürlich das Hauptdiskussionsthema vor dem Spiel. Auf der Bank nehmen zunächst einmal Ole Werner und Hannes Drews Platz, die als Interims-Duo schon beim Pokalspiel in Weiche dort saßen. 

 

Wie würde die Mannschaft wohl die Diskussionen im Umfeld verkraftet haben - diese Frage interessiert an diesem Sonnabend übrigens nur eine eher enttäuschende Kulisse von 4.137 Zuschauern. Wenn man davon noch das Auswärtsvolk abzieht, ist das wirklich nicht doll. Vielleicht lag es ja aber auch eher an der Alternative "Strand/Park/Grillen" und vielleicht warten ja doch noch einige Kieler auf den "großen Namen".

 

In den ersten 25 Minuten kommen sicher einigen Anwesenden erste Überlegungen, sich doch noch spontan für die Alternative zu entscheiden. Das Geschehen auf dem Rasen ist eher so mittel, Holstein findet nicht wirklich ins Spiel und der Ball wird zum Unmut der Zuschauer meistens hin und her geschoben. Harte Kost, die sich in Kombination mit den Temperaturen natürlich auch auf die Stimmung im Holstein-Stadion auswirkt.

 

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jubel10

 

Dann plötzlich steht Mathias Fetsch völlig unbewacht in der Mitte des 16ers, Drexlers Flanke kommt perfekt, eine Drehung, ein Schuss - 1:0! Etwas unerwartet, aber das ist den meisten egal. Denn die Führung tut den Störchen merklich gut. Plötzlich läuft der Ball deutlich besser und Lewerenz' und Schindlers Vorstöße und Flanken bringen immer wieder Gefahr im gegnerischen Strafraum.

 

lewe

 

Die Halbzeitpause ändert nichts daran, nur fünf Minuten nach dem Seitenwechsel ist Drexler nur durch ein Foul zu stoppen, da dieses im Strafraum verübt wird, zeigt der Schiedsrichter auf den Punkt. Nach konspirativer Sitzung mit Kapitän Czichos knallt Tim Siedschlag den Strafstoß in die Maschen. Das Spiel beginnt so richtig Spaß zu machen.

20.August.2016, Manfred-Werner-Stadion, Endstand 0:2

 

Auswärts in Flensburg – nach einer englischen Auswärtswoche mit insgesamt über 2500 gefahrenen Kilometern nach Aalen und Köln war es ein wahrer Segen, einmal nach nur einer Stunde aus dem Auto zu steigen. Andererseits auch die erste Auswärtsfahrt ohne Kalle Neitzel - ein komisches Gefühl nach drei Jahren, wo der Coach auch Hunderte Kilometer entfernt für eine Konstante bei Holstein stand.

 

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Bei Holstein fanden sich nun Ole Werner und Hannes Drews, seit Jahren erfolgreich im NLZ der KSV, auf der Bank wieder. Beide Teams hatten mit massiven Verletzungsproblemen zu kämpfen. Bei Weiche fehlten z.B. Christian Jürgensen und Marc Böhnke (insgesamt liefen die Flensburger mit sieben Ex-Kielern in der Startelf auf), bei Holstein neben den üblichen Verdächtigen auch die komplette Außenverteidigung mit Herrmann (für ihn Schindler) und Kohlmann (für ihn Czichos).

 

Fahne

 

Von den etwas über 1000 Zuschauern im Manfred-Werner-Stadion kam gut 1/3 aus Kiel und das waren auch schon die einzigen, die mal etwas Atmosphäre aufs Parkett legten. Die Partie begann recht verfahren, wirkliche Torchancen konnte sich keine der beiden Mannschaften erspielen. Auch weil der Platz doch recht uneben war. Aber die Flensburger machten ihre Defensivarbeit nicht so schlecht, sodass Drexler und Fetsch nicht richtig in den Tritt kamen. Es dauerte bis kurz vor Pausenpfiff, da kam Siedschlag, fand Lewerenz, der bediente Fetsch am Sechzehner und drin war das Leder! Auch mal nicht verkehrt, so eine Halbzeit mit einer Führung abzuschließen, Holstein effektiv!

 

Jubel

13. August 2016, Südstadion, Endstand 1:0
 
Die Verkehrslage rund um Köln ist ja immer so eine Glückssache. So wirkte die Nachricht, dass die A1-Rheinbrücke, DER Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg nach Köln, für das Wochenende gesperrt sein soll, wie eine Hiobsbotschaft. Doch Google-sei-Dank boten sich ausreichend stressfreie Alternativen. Frühes Aufstehen ermöglichte darüber hinaus ein störungsfreies Passieren des Elbtunnels.
 
SSK
 
Schon zum dritten Mal ging es in die Kölner Südstadt. Hier gibt es Drittliga-Fußball in R(h)einkultur. Tradition, Fans und Umfeld eigentlich zu sympathisch um in der Regionalliga zu versauern. Aber auch nicht genug um den wirklich großen Wurf zu machen. Außerdem dreckiger, ehrlicher Fußball und mit Uwe Koschinat ein Trainer, der für Beständigkeit steht. Bereits seit 2010 geht er mit den Fortunen durch Dick und Dünn. Und ist damit dienstältester Drittliga-Trainer. Direkt hinter ihm Karsten Neitzel.
 
Letzterer kann mit der bisherigen Ausbeute, vier Punkte aus drei Spielen, nur bedingt zufrieden sein. Allerdings muss ein holpriger Start nicht unbedingt heißen, dass eine Saison bereits nach den ersten drei Spieltagen abgehakt werden muss. Trotzdem wollte man in Köln selbstverständlich ein gutes Spiel abliefern und drei Punkte mit auf die Heimreise nehmen.
 
Hierbei wollte man sich gerade wo der Gegner Fortuna Köln heißt, nicht auf die Gunst der Glücksgöttin verlassen. Apropos... die Leitung der Partie übernahm seit Langem mal wieder Bibiana Steinhaus. In der Dritten Liga hat uns das allerdings wenig Fortüne gebracht. Bisher konnte in der aktuellen Spielklasse kein Sieg unter ihrer Leitung eingefahren werden.
 
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Lewe
 
Und obwohl beide Mannschaften vor den 1874 Zuschauern auf Augenhöhe starteten und keiner von beiden zunächst ein Chancenplus vorweisen konnten, ging die Fortuna in der 21. Minute in Führung. In der Folge hatte Lewerenz zwei mal den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte in der 29. und 36. Minute jedoch daran, seine nicht ausreichend präzisen Abschlüsse im Tor unterbringen.
 
Bis zur Halbzeitpause verlor das Spiel zunehmend an Fahrt. So war man fast schon froh, als die Schiedsrichterin zum Pausentee pfiff. Dieser fiel allerdings ziemlich teuer aus. Zumindest, wenn man sich im Zuschauerbereich aufhielt. Alkoholfreie Getränke, die bei den sommerlichen Temperaturen im Rheinland durchaus begehrenswert waren, schlugen mit vier Euro zu Buche. Zwar bekam man dafür auch einen halben Liter, aber günstig ist wirklich anders.
 
Siggi
 
Die zweite Hälfte war keine zehn Minuten alt, da setzte es den nächsten Dämpfer für das gut 170 Köpfe zählende Kieler Publikum. Nach einer Ecke aufs gegnerische Tor bleibt Sigurbjörnsson liegen und muss nach kurzer Behandlungspause mit Unterstützung das Feld verlassen. Das Sprunggelenk wurde in Mitleidenschaft gezogen. Für ihn kam der wieder fitte Dominik Schmidt aufs Feld. Desweiteren kamen in der zweite Hälfte Siedschlag für Schindler und Sané für Nyarko. Sané hatte bereits mit der ersten Ballberührung eine Chance auf den Ausgleich, wurde aber durch eine gegnerische Grätsche am Abschluss gehindert. Vier Minuten nach seiner Einwechslung kassierte er nach Einhaken bei seinem Gegner die Gelbe und nochmal sechs Minuten durfte er schon wieder unter die Dusche, nachdem er sich für ein taktisches Foul am ehemaligen Kieler Maik Kegel die Gelb-Rote einhandelte.
 
Kenny