13. August 2016, Südstadion, Endstand 1:0
 
Die Verkehrslage rund um Köln ist ja immer so eine Glückssache. So wirkte die Nachricht, dass die A1-Rheinbrücke, DER Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg nach Köln, für das Wochenende gesperrt sein soll, wie eine Hiobsbotschaft. Doch Google-sei-Dank boten sich ausreichend stressfreie Alternativen. Frühes Aufstehen ermöglichte darüber hinaus ein störungsfreies Passieren des Elbtunnels.
 
SSK
 
Schon zum dritten Mal ging es in die Kölner Südstadt. Hier gibt es Drittliga-Fußball in R(h)einkultur. Tradition, Fans und Umfeld eigentlich zu sympathisch um in der Regionalliga zu versauern. Aber auch nicht genug um den wirklich großen Wurf zu machen. Außerdem dreckiger, ehrlicher Fußball und mit Uwe Koschinat ein Trainer, der für Beständigkeit steht. Bereits seit 2010 geht er mit den Fortunen durch Dick und Dünn. Und ist damit dienstältester Drittliga-Trainer. Direkt hinter ihm Karsten Neitzel.
 
Letzterer kann mit der bisherigen Ausbeute, vier Punkte aus drei Spielen, nur bedingt zufrieden sein. Allerdings muss ein holpriger Start nicht unbedingt heißen, dass eine Saison bereits nach den ersten drei Spieltagen abgehakt werden muss. Trotzdem wollte man in Köln selbstverständlich ein gutes Spiel abliefern und drei Punkte mit auf die Heimreise nehmen.
 
Hierbei wollte man sich gerade wo der Gegner Fortuna Köln heißt, nicht auf die Gunst der Glücksgöttin verlassen. Apropos... die Leitung der Partie übernahm seit Langem mal wieder Bibiana Steinhaus. In der Dritten Liga hat uns das allerdings wenig Fortüne gebracht. Bisher konnte in der aktuellen Spielklasse kein Sieg unter ihrer Leitung eingefahren werden.
 
Lewe1
 
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Und obwohl beide Mannschaften vor den 1874 Zuschauern auf Augenhöhe starteten und keiner von beiden zunächst ein Chancenplus vorweisen konnten, ging die Fortuna in der 21. Minute in Führung. In der Folge hatte Lewerenz zwei mal den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte in der 29. und 36. Minute jedoch daran, seine nicht ausreichend präzisen Abschlüsse im Tor unterbringen.
 
Bis zur Halbzeitpause verlor das Spiel zunehmend an Fahrt. So war man fast schon froh, als die Schiedsrichterin zum Pausentee pfiff. Dieser fiel allerdings ziemlich teuer aus. Zumindest, wenn man sich im Zuschauerbereich aufhielt. Alkoholfreie Getränke, die bei den sommerlichen Temperaturen im Rheinland durchaus begehrenswert waren, schlugen mit vier Euro zu Buche. Zwar bekam man dafür auch einen halben Liter, aber günstig ist wirklich anders.
 
Siggi
 
Die zweite Hälfte war keine zehn Minuten alt, da setzte es den nächsten Dämpfer für das gut 170 Köpfe zählende Kieler Publikum. Nach einer Ecke aufs gegnerische Tor bleibt Sigurbjörnsson liegen und muss nach kurzer Behandlungspause mit Unterstützung das Feld verlassen. Das Sprunggelenk wurde in Mitleidenschaft gezogen. Für ihn kam der wieder fitte Dominik Schmidt aufs Feld. Desweiteren kamen in der zweite Hälfte Siedschlag für Schindler und Sané für Nyarko. Sané hatte bereits mit der ersten Ballberührung eine Chance auf den Ausgleich, wurde aber durch eine gegnerische Grätsche am Abschluss gehindert. Vier Minuten nach seiner Einwechslung kassierte er nach Einhaken bei seinem Gegner die Gelbe und nochmal sechs Minuten durfte er schon wieder unter die Dusche, nachdem er sich für ein taktisches Foul am ehemaligen Kieler Maik Kegel die Gelb-Rote einhandelte.
 
Kenny

9. August 2016, Endstand 3:1

 

When you walk through the storm,
hold your head up high and don't be afraid of the dark,
at the end of the storm theres a golden sky...

 

panorama

 

Sportfreunde Lotte – gerne wurde in den letzten Wochen erzählt, diesen Ort kenne man doch nur vom Autobahnkreuz südlich von Osnabrück. Dabei dürfte seit einigen Jahren auch nicht im Amateurfußball belesenen Fußballfans dieser Name schon das ein oder andere Mal unter die Augen gekommen sein. Die kleine Stadt im äußersten Norden von NRW spielte lange eine sehr gute Rolle in der starken Regionalliga West, scheiterte zunächst an RB Leipzig in den Aufstiegsspielen, lies letzte Saison dann neben Essen, Aachen und Viktoria Köln die ganze Liga hinter sich und zeigte danach Waldhof Mannheim die Grenzen auf. Und gegen diese Mannschaft durften dann unsere Störche zum allerersten Mal ran.

 

vollelotte

 

freibier

 

sflwappen

 

Unter der Woche hatten bekannte Printmedien schon einmal Druck auf den Kessel gebracht und die Trainerdiskussion aufkommen lassen. Ob das zu dem Zeitpunkt sein muss, sei einmal dahingestellt. Fakt war natürlich, dass gerne der erste Dreier auf dem Konto landen sollten. Rafael Czichos erhielt vom DFB nach seinem harten Einsteigen in Aalen zwei Spiele Pause, dafür durfte Sigurbjörnsson das erste Mal von Beginn ran, der drei Tage zuvor im Süden schon eine ordentliche Leistung bot. Trainer Karsten Neitzel musste zudem weiter auf den angeschlagenen Bieler verzichten, die Doppelspitze mit Fetsch und dem Startelfdebüt von Tammo Harder war aber schon etwas überraschend.

 

 

west

 

sigi

 

Es sollte aber nicht viele Minuten dauern, bis sich die Entscheidung auf der Anzeigetafel sehen lassen konnte: 200 Sekunden gespielt, Flanke Kohlmann, der Neu-Kieler Harder steht da, wo er stehen muss und 1:0 für die KSV! Erstes Ligaspiel, erster Ballkontakt, erstes Tor! Ob es das schon einmal in Holsteins Geschichte gab?

 

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Egal, die Führung zum frühen Zeitpunkt tat dem Gesundheitszustand der etwas über 5.300 Zuschauer sichtlich gut. Die KSV zeigte sich danach bemüht, Ruhe und Präzision ins Spiel zu bringen, was aber nur stellenweise gelang. Kleine Ungenauigkeiten verhinderten wieder und wieder den geordneten Spielaufbau. Die Gäste zeigten sich da etwas eingespielter, ließen den Ball im wieder gut durch die eigenen Reihen laufen und fanden die Lücke. Bis 20 Meter vor dem Tor sah das auch ganz gefällig aus, die Viererkette der Störche fand aber glücklicherweise immer wieder Mittel, die Gäste aus dem Westen nicht zu gefährlich werden zu lassen.

Städtisches Waldstadion Aalen/Scholz Arena, 6. August 2016, Endstand 1:0

 

Aalen - eine der weitesten Touren der Saison und das gleich am zweiten Spieltag. CCK reiste aus aller Herren Himmelsrichtungen an (quasi mit einer Week of Football startete man gemeinsam beim Kreispokalspiel des 1. FC Kiel gegen Rot-Schwarz Kiel – trennte sich dann allerdings in die Reisegruppe Nord TSV Friedrichsberg-Busdorf → SönderjyskE → FC Nöttingen → Aalen und Reisegruppe Süd Maribor → Innsbruck → Aalen). Den ersten Auswärtsauftritt wollte man sich nicht entgehen lassen und so fand man sich am Sonnabend gegen Mittag in dem beschaulichen Reichsstädtchen ein, das neben seinem Fußballverein, auch für seine römischen Wurzeln, „Charly“ Steeb (die älteren Leser werden ihn noch kennen) und Bergbau bekannt ist, weshalb zur neuen Saison ein Schachteingang aus Pappe am Spielertunnel klebt. Zudem läuft beim Einlaufen das Steigerlied – also ein wenig Grubenfeeling auf der Ostalb. Schalke, Aue,...ihr könnte einpacken :D

 

Grubeneingang

 

KalleundPeter

 

Der VfR Aalen hatte einen weiteren personellen Aderlass zu verkraften. Besonders der Abgang von Drexler an die Förderung und Neumann nach Würzburg dürfte den klammen Verein schmerzen. Aber die dritte Liga ist eben die dritte Liga - und kein Gegner ist auf die leichte Schulter zu nehmen und gerade Peter Vollmann versteht es doch, auch mit eher kleinen Mittel eine schlagkräftige Truppe auf das Grün zu schicken. Nebenbei hatten die Aalener das erste Spiel in Wiesbaden gewonnen und dementsprechend selbstbewusst trat das Team aus Baden-Württemberg auch auf. Bei Kiel musste bereits im zweiten Saisonspiel mit Narek Abrahamyan ein Akteur aus der U23 hochgezogen werden. Aus der Startelf gegen den FSV Frankfurt hatte sich Alexander Bieler mit Magen-Darm-Infekt abgemeldet.

 

Sali

 

Drexler

 

Gegen Ende der ersten Halbzeit lautete das Fazit: Kampfbetontes, enges Spiel mit wenigen Räumen und nur geringem technischen Anspruch. Das Aalener Spiel hatte ganz klar den Vollmann'schen Stempel aufgedrückt bekommen. Die insgesamt 4.021 Zuschauer bekamen viele Zweikämpfe und wenig Abschlüssen zu sehen. Und auch das Kieler Spiel passte sich dem Bild an. Echte Chancen? Fehlanzeige. Die erste gute Möglichkeit der ersten Hälfte hatte der VfR in der 12. Minute, als Kronholm weit vorm Tor stehend den Ball ausgerechnet vor die Füße von Aalens Wegkamp köpfte, der den Ball nur knapp vorbei am Tor, an den Außenpfosten lenkte.

 

Rote Karte

 

Kallae und Sandy

 

30. Juli 2016, Endstand 1:1

 

Beim Aufstehen dachte man noch: „Naja, eigentlich hast du ja trotz Sommerpause ziemlich häufig Holstein gesehen. Von daher ist das heute nicht besonderes.“ Aber je näher die Zeit Richtung Anpfiff vorrückte, desto mehr steigerte sich die Aufregung. Die wurde dann auch nicht von Regenschauern gebremst, die zwei Stunden vor dem Anpfiff Kiels Straßen in kleine Bäche verwandelten. Und dann stand man wieder im Stadion, sah die Spieler, traf seine Freunde und war einfach glücklich, dass es wieder losgeht. Start in die neue Saison – was sie am Ende bringen wird, ist noch nicht klar. Aber die Hoffnung, dass es besser wird, als in der letzten Spielzeit ist durchaus berechtigt. Die Störche haben noch einmal ordentlich am Kader gefeilt und Drexler und Co haben in den Testspielen erahnen lassen, was sie drauf haben. Der Ausfall von Dominic Peitz ist ärgerlich, aber immerhin ist ja kein Saisonaus, wovon es im Vorjahr ja gleich drei gab.

 

Kalle

 

Bieler

 

Block501

 

Das Spiel begann vielversprechend. Statt eines ersten Abtastens, starteten beide Teams in die Saison, als hätte es nie eine Sommerpause gegeben. Die Gäste aus Frankfurt, die das erste mal das Kieler Grün betraten, lagen von Beginn sehr viel Gift in die Partie. Über die gesamten 90 Minuten versuchte der Zweitligaabsteiger spielerische Defizite durch Einsatz und Kampf wettzumachen. Das Übergewicht hatten aber die Störche. Und das konnten sie über die gesamte Partie halten. Eine Schrecksekunde gab es allerdings schon nach 10 Minuten. Milad Salem, der sein Startelfdebüt feierte, fasste sich an den Oberschenkel. In der 16. Minute war das Spiel für ihn vorbei. Eine Diagnose steht noch aus, hoffen wir, dass es nichts Schlimmes ist.

 

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Milad

 

Positive Überraschung des Spiels war definitiv Saliou Sané. Nicht nur, dass er in der 31. Minute die Störche mit einem sensationellen Hackentor in Führung brachte, er machte bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute ein sehr überzeugendes Spiel. Nichtsdestotrotz blieb die Chancenverwertung ein echter Wermutstropfen. Insbesondere der von Lewerenz verschossene Elfmeter - der Ball kam halbhoch genau in die Arme des Frankfurter Keepers ärgerte. Auch die Dreifachchance in der 59. Minute sorgte für Raunen auf den Rängen. Erst setzte sich Sané nach einem gegnerischen Fehlpass durch und knallte den Ball aus kurzer Distanz aufs Tor, doch der Frankfurter Keeperlenkt den Ball geistesgegenwärtig an die Latte. Drexler versuchte den Abpraller im Tor unterzubringen, das wurde jedoch durch die Frankfurter Abwehr verhindert. Dann bekam Janzer das Leder, behauptete sich gegen zwei Blau-Schwarze, zielte allerdings wenige Zentimeter neben das Tor.

15. Juli 2016, Städtisches Stadion an der Geerstraße, Endstand 1:5

 

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison wurde souverän, allerdings ohne größere Höhpunkte hinter sich gebracht. Im Achtelfinale des SHFV-Lotto-Pokals trafen die Störche den Schleswig-Holstein-Ligisten VfR Neumünster. Auch wenn die Chancenverwertung noch immer Defizite aufweist, so kann man sich über eine Ausbeute von immerhin fünf Toren freuen. Vielleicht hat auch der lange Rasen, der den Ball regelmäßig ausgebremst hat dazu beigetragen, dass das Ergebnis nicht noch deutlicher ausgefallen ist. Vor 866 Zuschauern zeigten die Gastgeber, die einen äußerst eingeschworenen Kader vorweisen konnten, zwar ein engagiertes und kampfbetontes Ziel. Der Gegentreffer jedoch resultierte aus einer Kieler Unachtsamkeit. Ansonsten blieben die Veilchen weitestgehend harmlos.

 

Team

 

Blümchen

 

Tor

 

Auf Holstein wartet nun im Viertelfinale der Regionalligist ETSV Weiche Flensburg, der sich bereits am Mittwoch gegen den TSV Schilksee durchgesetzt hatte.

 

Tore: 0:1 Sané (11.), 0:2 Sané (40.), 1:2 Bilgen (52.), 1:3 Siedschlag (69.), 1:4 Czichos (75.), 1:5 Bieler (82.)

 

Alle Bilder wie immer in der Galerie.