24. September 2016, Endstand 3:0

 

Der 1. FSV Mainz 05 kann von sich behaupten, eine der besten Jugendabteilungen des Landes zu haben. Nicht nur, dass die Jugendtrainer des öfteren in die Bundesliga aufrücken und dort ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen, die „Zweite“ spielt mittlerweile das dritte Jahr im Haifischbecken 3. Liga.

 

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Wie es um deren Qualität bestellt ist, durfte die KSV im Heimspiel letzte Saison erleben, als beim 0:4 einfach gar nichts stimmte - ein Auftakt für eine am Ende durchwachsene Saison. Diese Spielzeit ging es nicht ganz so gut für die jungen Wilden aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz los. Vor dem Spiel an der Förde stand der vorletzte Tabellenplatz. Holstein grüßte von Platz 9. Auch da war noch Luft nach oben. Trainer Markus Anfang musste weiter auf Patrick Kohlmann verzichten, für ihn spielte wiederum Arne Sicker. Tim Siedschlag meldete sich krank, Bieler wollte seine Chance nutzen.

 

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Nur etwas über 4.000 Zuschauer wollten sich Anfangs zweites Heimspiel angucken. Eine schwache Resonanz, wenn man bedenkt, dass vor acht Tagen noch 6.800 Zuschauern mit den Störchen gegen Osnabrück mitfieberten. Und die erste Halbzeit zeigte leider auch, dass die Daheimgebliebenen zumindest für den ersten Durchgang die richtige Entscheidung getroffenen hatten. Denn die KSV präsentierte sich hier in keiner Form wie beim Auftritt in Duisburg. Keine Durchschlagskraft nach vorne, viel zu viele Fehlpässe und irgendwie hatte man auch das Gefühl, dass die Frische im Kopf fehlte. Vor allem reihten sich die Fehlpässe viel zu oft im Aufbauspiel aneinander. Regelmäßig konnte Mainz die Außenspieler in den Fokus spielen und Kronholm wurde das ein oder andere Mal geprüft - von Holstein kam nichts. Die gefährlichste Aktion konnte noch Patrick Herrmann verbuchen, dessen verunglückte Flanke knapp am Tor vorbei segelte.

 

Zur Halbzeit gab es Pfiffe von den Rängen. Keine schöne Situation, aber so darf man zu Hause nicht auftreten, wenn man den Anspruch hat, im oberen Drittel zu landen und nach dem Osnabrück-Spiel den Zuschauern wieder ein gutes Gefühl im Holstein-Stadion zu geben. Wolfgang Schwenke wollte im Gespräch für den Liveticker nicht viel sagen und zog es vor, über das schöne Wetter zu sprechen. Kinder, die zum ersten Mal im Stadion waren, brachen ob der ersten Halbzeit sogar in Tränen aus. Das Halbzeitgespräch sollte dann auch zu einer Sternstunde werden, als York Lange den Gast nach einem Ergebnistipp fragte. Dieser zögerte und zog sich anschließend, nachdem Lange bemerkte, doch jetzt nichts falsches zu sagen, mit einem „dann sage ich lieber garnichts“ aus der Affäre.

 

Wedaustadion/Schauinsland-Reisen-Arena, 20. September 2016, Endstand 0:0

 

„Was müffelt hier denn so?“ - „Die Emscher“. Wenn solche Gespräche entstehen, dann ist man wohl wieder im Pott gelandet. Durch die zahlreichen begeisternden Länderspiele darf auch die dritte Liga einige Male unter der Woche ran und Holstein hatte das Los MSV Duisburg gezogen. Fast 500 Kilometer auf einem Dienstag – eine Tour. Aber wer in den letzten Jahren an einem Wochentag nach Regensburg oder Dresden fährt (und dort gewinnt), dem macht der Pott natürlich nichts aus, erst recht mit Emscherkurve77 aus den Boxen.

 

Am späten Vormittag wurde in der Fördestadt der Motor gestartet und ab ging die wilde Fahrt. Außer lediglich einer befahrbaren Elbtunnelspur stellte die Fahrt aber keine Hindernisse dar und über Bremen und Münster ging es erst einmal nach Marl, wo einen der sympathische Duisburger nebst Hundewelpen bereits erwartete und die lange Fahrt mit Kaffee und Kuchen vergessen machte. Das war super, noch einmal vielen Dank!

 

Um das ganze Prematchprogramm noch abzurunden hatte man erst noch den Landschaftspark Duisburg-Nord angestrebt, eine riesiges stillgelegtes Industriegebiet zum Erkunden. Das passte aber irgendwie nicht mehr so richtig in den Zeitplan, so konnte man die Industriekultur mit dem runden Leder finden und steuerte kurzerhand das Schwelgernstadion an. Heute wird hier nur noch American Football gespielt, aber trotzdem ist es ein sehenswertes Schmuckstück der Fußballkultur im Pott.

 

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Riesiges Rund, dahinter die Hüttenwerk, absolut beeindruckend. „Vonne Maloche auffe Asche“, hier passte das absolut auch räumlich, raus aus der Zeche, rauf auf den Platz! Das Schwelgernstadion bzw. das Gelände wurde einst von August Thyssen an die Stadt Hamborn übergeben, wo dann 1925 auch das Stadion eröffnet wurde. Zeitweise spielte hier Hamborn 07 - gegen Schalke 1947 kamen einst sogar über 33.000 Zuschauer. Ein geschichtsträchtiger Ort, der heute wie bereits erwähnt leider nicht mehr für Fußball genutzt wird. Trotzdem kurz inne halten, das Ganze auf sich wirken lassen, mit den Gedanken in den 1950ern. Was muss das genial gewesen sein.

 

Was fehlt aber noch in Duisburg? Currywurst! Da war man natürlich vorher nicht untätig und hatte sich dank der Tipps der eingeborenen Bevölkerung für den „City-Grill“ entschieden. Die zahlreichen Aufkleber verrieten bereits, dass hier auch gerne mal die MSV-Szene einkehrte und sich die Fritten einverleibte. Dat kann ja nicht schlecht sein! Der einzige Tisch am Ort war auch gleich unser und fünf Minuten später standen fünf Mischmasch-Schalen vor uns: Pommes, Currywurst, Curryfrkadelle! Gerne!

 

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Das hatte es gebraucht, so richtig was deftiges hatte von uns noch keiner was im Magen. Der Imbiss kann empfohlen werden, vor Drittligaspielen absolut zu gebrauchen.

 

Denn ein paar Minuten später stand das Wedau-Stadion zum dritten Mal vor zu Drittligazeiten vor dem Holsteiner Auswärtsfahrer.

 

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Zur Erinnerung: Im März 2014 sorgte Fabi Wetter für einen verdienten 1:1-Ausgleich, im letzten Jahr gab es diese 1:3-Niederlage, die Holstein letztendlich den Weg in die Relegation ebnete - dieses Mal durfte sich Markus Anfang ein zweites Mal in der Fremde beweisen. Etwas über 11.000 wollten sich die Neuauflage des letztjährigen Aufstiegsspiel des MSV nicht entgehen lassen, davon auch etwa 120 aus Kiel, schon ein kleiner Unterschied zum letzten Auftritt in der Pottmetropole. Was aber natürlich nicht wirklich verwunderte.

 

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Für den gesperrten Hoheneder begann Peitz zum ersten Mal von Anfang an in der dritten Liga für die Störche. Kohlmann wurde von Sicker ersetzt. Auf der anderen Seite spielte Fabian Schnellhardt von Beginn an, blieb aber bis auf ein paar gute Pässe eher unauffällig.

 

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16. September 2016, Endstand 0:1

 

Es hätte so schön werden können. Die drei schönsten Dinge, die mit „F“ anfangen: Freitag, Fußball, Flutlicht. Und dann auch noch gegen den VfL Osnabrück, der mit Marc Heider den ehemaligen Kieler Publikumsliebling im Gepäck hatte. Und tatsächlich war es zwischenzeitlich sehr stimmungsvoll im Holstein-Stadion. Besonders die Trainer - Verabschiedungs- bzw. Begrüßungschoreo stellte ein Highlight schon vor Anpfiff dar. Zumindest in der ersten Hälfte tröstete das über die sehr ausgeglichene Partie, die zu dem Zeitpunkt noch arm an echte Höhenpunkten war.

 

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Über weite Teile neutralisierten sich die beiden Teams gegenseitig und kreierten bei der Heimpremiere des neuen Kieler Trainergespanns nur wenig Chancen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es auf der Westtribüne dann einen „feurigen“ Weckruf - sah gut aus, aber Raketen und Böller sind nicht gut.

 

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11. September 2016, Benteler-Arena Paderborn, Endstand: 1:3

 

Pa Pa Paderborn - dort hab ich mein Herz verlorn'

(Abstürzende Brieftauben, 1993)

 

...im Gegenzug dafür aber nicht viel bekommen. Denn tatsächlich konnten die Störche bisher noch nie bei den Ostwestfalen gewinnen. Zeit also, das zu ändern. Doch erstmal galt es für die knapp 350 Kieler, die Distanz von rund 380 Kilometern zu überbrücken. Denn die, die sich mit dem Auto auf den Weg gemacht hatten, mussten auf ein Teilstück der A7 bei Hamburg verzichten. Die war nämlich gesperrt. Die Alternativroute über A21 und A1 war an diesem Sonntagmorgen allerdings frei, so dass pünktliches Ankommen kein Problem darstellen sollte.

 

Für die CCK-Besatzung reichte es sogar noch für einen entspannten Abstecher zum Hermann-Löns-Stadion, der alten Spielstätte des SCP. Bis Ende der Saison 2007 / 2008 trugen die Ostwestfalen hier ihre Heimspiele aus. Zuletzt, als man bereits im bezahlten Fußball unterwegs war, nur mit Ausnahmegenehmigung. Größte Besonderheit des  in den 1950er Jahren erbauten Stadions ist mit Sicherheit die Hochspannungsleitung, die sich einmal Quer über das Gelände erstreckt. Einzigartig im deutschen Profifußball.

 

HERMANN LOENS

 

Nach zweijährigem Stillstand auf der Baustelle der heutigen Heimstätte, Anwohner hatten 2005 gegen die Baugenehmigung geklagt, konnte die Arena im Juli 2008 eröffnet werden. Auch wenn das 15.000 Zuschauer fassende Stadion mit dem weitläufigen Außengelände sich von außen kaum von einer Blechbüchse unterscheidet, so macht das Innere nicht den schlechtesten Eindruck, wenn man es zum Beispiel mit der Brita Arena vergleicht.

 

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Immerhin: Die geschlossenen Rückwände wirken sich positiv auf die Akustik aus und durch die hochgesetzten Tribünen befindet sich im "Erdgeschoss" die Versorgung in Form von Getränke- und Wurstbuden. Auf den ersten Blick etwas seltsam wirkt die hoch angesetzte Dachkonstruktion. Diese bietet allerdings eine Ausbaureserve von 5.000 Zuschauerplätzen. Ob sich der Bedarf an einer weiteren Ausbaustufe in naher Zukunft ergibt, ist allerdings eher fraglich. Waren es in der Bundesligasaison 2014/2015 im Schnitt noch 14.268 Zuschauer, so bleibt nach zwei Abstiegen nur die blanke Ernüchterung. 4.776 Zuschauer im Schnitt - 5.726 gegen Kiel. 

 

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Weniger entspannt war die Anreise übrigens für die Zugfahrer. In Hamburg kassierten sie eine dicke Verspätung und stießen erst in der 10. Minute im Gästeblock dazu. Die erfreulichere Nachricht vor Spielbeginn war, dass Dominic Peitz ausgerechnet an seinem Geburtstag und nur 20 km von seinem Geburtsort entfernt erstmals im Pflichtspielkader stand. Zunächst nahm er allerdings auf der Bank platz. Auch das neue Trainergespann, Markus Anfang und Co Tom Cichon, feierten ihr Debüt.

 

Anfang

 

maskottchen

 

Auf dem Rasen begann die gleiche Elf, wie im Heimspiel gegen Zwickau. Eine Abtastphase wurde sich gespart. Nur drei Minuten nach Anpfiff gab es die erste Ecke und nach sechs Minuten die erste gelbe Karte für Kiel. An Einsatz mangelte es von Anfang an nicht. Überhaupt gestaltete sich die Partie in der ersten Hälfte spannend und unterhaltsam. Und als dann auch der Kieler Block vollzählig war und dem Support der Gastgeber etwas entgegenzusetzen hatten, schwappte bei strahlendem Sonnenschein (Zitat Siedo: "Tropisch") beste Stimmung von Gästeseite durchs Stadion.

 

27. August 2016, Endstand: 3:0

 

Das Jahr 1912 – in Stockholm finden die V. Olympischen Spiele der Neuzeit statt, im Nordatlantik sinkt das seinerzeit größte Schiff nach einer Kollision mit einem Eisberg und der Kieler FV wird zwölf Jahre nach seiner Gründung Deutscher Meister.

 

Soweit war man in Planitz damals noch nicht. Im heutigen Zwickauer Stadtteil, in dem auch Bond-Bösewicht Gert Fröbe das Licht der Welt erblickt hat, wird der Vorgänger des heutigen FSV Zwickau gerade erst gegründet. Gemeinsam mit Vereinen wie dem Dresdner SC, dem Vogtländischen FC Plauen oder VfB Leipzig spielte man von 1933 bis 1945 in der Gauliga Sachsen und konnte 1942 den dortigen Titel erringen und scheiterte in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erst im Viertelfinale gegen den First Vienna FC.

 

Wie allen Vereinen ereilte dem Planitzer SC das Schicksal der Vereinsauflösung in der Sowjetischen Besatzungszone. Es folgte die Neugründung als SG Planitz und ab 1948 der Betrieb als Betriebssportgemeinschaft. Zunächst als ZSG Horch, dann als BSG Motor. Es folgte die erfolgreichste Zeit mit einem Meistertitel und drei Pokalsiegen. 1968 bis zur Auflösung der DDR firmierten die Zwickauer unter BSG Sachsenring. Obwohl 1990 die Zeit des FSV Zwickau begann, halten die Fans die BSG Sachsenring bis heute in Ehren. Davon vier Jahre in der 2. Bundesliga. Es folgte der tief Fall bis runter in die Landesliga.

 

Elf Jahre später kehrte man zurück auf die deutschlandweite Fußballbühne. Und da steht natürlich auch eien Reise an die Förde an, die von Red Kaos und co clevererweise auf einen der drei Sommertage gelegt wird.

 

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Für die KSV ist es das erste Liga-Spiel nach der Freistellung von "Kalle", wobei im Umfeld noch nicht wirklich etwas über einen zukünftigen Trainer zu hören ist. Gespräche würden laufen, Namen gibt es nicht. Trotzdem ist es natürlich das Hauptdiskussionsthema vor dem Spiel. Auf der Bank nehmen zunächst einmal Ole Werner und Hannes Drews Platz, die als Interims-Duo schon beim Pokalspiel in Weiche dort saßen. 

 

Wie würde die Mannschaft wohl die Diskussionen im Umfeld verkraftet haben - diese Frage interessiert an diesem Sonnabend übrigens nur eine eher enttäuschende Kulisse von 4.137 Zuschauern. Wenn man davon noch das Auswärtsvolk abzieht, ist das wirklich nicht doll. Vielleicht lag es ja aber auch eher an der Alternative "Strand/Park/Grillen" und vielleicht warten ja doch noch einige Kieler auf den "großen Namen".

 

In den ersten 25 Minuten kommen sicher einigen Anwesenden erste Überlegungen, sich doch noch spontan für die Alternative zu entscheiden. Das Geschehen auf dem Rasen ist eher so mittel, Holstein findet nicht wirklich ins Spiel und der Ball wird zum Unmut der Zuschauer meistens hin und her geschoben. Harte Kost, die sich in Kombination mit den Temperaturen natürlich auch auf die Stimmung im Holstein-Stadion auswirkt.

 

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Dann plötzlich steht Mathias Fetsch völlig unbewacht in der Mitte des 16ers, Drexlers Flanke kommt perfekt, eine Drehung, ein Schuss - 1:0! Etwas unerwartet, aber das ist den meisten egal. Denn die Führung tut den Störchen merklich gut. Plötzlich läuft der Ball deutlich besser und Lewerenz' und Schindlers Vorstöße und Flanken bringen immer wieder Gefahr im gegnerischen Strafraum.

 

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Die Halbzeitpause ändert nichts daran, nur fünf Minuten nach dem Seitenwechsel ist Drexler nur durch ein Foul zu stoppen, da dieses im Strafraum verübt wird, zeigt der Schiedsrichter auf den Punkt. Nach konspirativer Sitzung mit Kapitän Czichos knallt Tim Siedschlag den Strafstoß in die Maschen. Das Spiel beginnt so richtig Spaß zu machen.