28. Oktober 2017, Stadion Böllenfalltor, Endstand 1:1

 

Bei den Broilers heißt es "Düsseldorf - Köln, Köln - Düsseldorf - Köln" - bei uns Kiel - Mainz, Mainz - Kiel, Kiel - Darmstadt, Darmstadt - Kiel. Berufsbedingt musste unsere Besatzung rund 48 Stunden in Kiel verbringen, bevor es zurück über A7 und A5 wieder ins Rhein-Main-Gebiet ging. 2.500 Kilometer in einer Woche für die KSV - eine gute Vorbereitung für kommende Europacup-Spiele (Mailand hin und zurück ist nicht weiter, auch Budapest liegt ähnlich "dicht").

 

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Doch bevor es ins Nachtlager in Darmstadt ging, wurde im rund 130 Kilometer entfernten Alsfeld eine ausgiebige Pause eingelegt. Der Magen musste gefüllt werden und da uns der Sinn weder nach dem kulinarischen Raststätten-Einheitsbrei oder Fast Food stand, wurde der kleine Ort, mit der hübschen, historischen Fachwerkaltstadt erobert. Ein Blick in die Suchmaschine führte uns in die Gaststätte "Zur Gemütlichkeit". Und hier war Name Programm. Uriges Ambiente, lokales Bier, die zweite Halbzeit in des Rhein-Main-Derbys und dazu ein halbes Hähnchen und den "Alsfelder Käs'" - ein Hackbraten in einer deftigen, dunklen Soße aus Bier und jeder Menge Zwiebeln. Viel mehr hatte die Karte auch nicht zu bieten - muss aber auch nicht. Hätte man nicht noch etwas mehr als eine Stunde Fahrt auf dem Zettel gehabt, man wäre gerne hier versackt.

 

gemütlich

 

Für die Mannschaft ging es nach dem Pokalaus, dass zwar schade war, aber auch angesichts der guten Leistung über 120 Minuten, verschmerzbar ist, nicht zurück. Die Zeit zwischen Pokal und Liga wurde in Leimen überbrückt. Am Böllenfalltor trafen sich dann alle wieder.

 

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Mit Darmstadt gegen Kiel traten auch die Mannschaft mit den meisten Heimtoren gegen die Mannschaft mit den meisten Auswärtstoren gegeneinander an. Nicht wenige erwarteten ein Torspektakel. Doch hatten die Darmstädter aufgrund ihres Erstrundenaus' im Pokal eben kein Spiel unter der Woche absolviert. Schon gar nicht über die volle Distanz inklusive Verlängerung. Ob es also wirklich ein Torfestival werden würde, war vorm Spiel offen. Trotz Bundesliga-Vita, Trainer Thorsten Frings und Namen wie Altintop, Weltmeister Großkreutz oder Sobiech gab es keinen Grund für Ehrfurcht vorm Gegner.

 

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Aber die Gastgeber begannen stark. Das Spiel keine fünf Minuten alt, als der Ball schon im Kieler Tor landete. Ausgerechnet der Fußballgott musste sich dem Torschützen, der Kenny anschließend aus kurzer Distanz keine Chance ließ, geschlagen geben. Die Lilien waren auch im weiteren Spielverlauf zunächst die gefährlichere Mannschaft. Eine der besten Chancen auf Kieler Seite war ein Schuss aus zweiter Reihe von Patrick Herrmann. Ein in der 15. Minute reklamiertes Handspiel des Gegners im Strafraum wurde von Schiedsrichter Brand nicht als solches gesehen. Die Darmstädter Offensive dagegen, machte mächtig Alarm im Kieler Strafraum. Insgesamt hatten die Gastgeber bisher mehr vom Spiel. In der 33. Minute foulte der gelb vorbelastete Altintop Steven Lewerenz. Auf Seiten der Kieler war man sich einig - das musste Gelbrot sein (in den TV-Bildern kann man die Linie des Schiedsrichters dann übrigens eher nachvollziehen). 

 

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Doch der Schiedsrichter ließ Milde walten und so bekam Lilientrainer Thorsten Frings die Chance, Altintop auszuwechseln, bevor es zu spät war. Gleichzeitig übernahmen die Störche nach und nach das Ruder und rissen das Spiel an sich. In der 42. Minute vollendete Drexler dann, was sich schon angedeutet hatte.

 

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einszueins

 

Nach einer etwas verunglückten Vorlage von Kingsley Schindler konnte er den Ball trotzdem verwertbar am Darmstädter Keeper hinein ins Tor legen. Der Ausgleich war, wenn auch hart erarbeitet, voll verdient. Kurz vor Schluss hatten Lewerenz und Ducksch sogar beide noch die Chance auf die Führung, blieben aber glücklos.

 

OPEL Arena, 24. Oktober 2017, Endstand 3:2 n.V.

 

20. Dezember 2011: Der Regionalligist Holstein Kiel schlägt, nachdem die damaligen Zweitligisten FC Energie Cottbus und MSV Duisburg schon dran glauben mussten in der 3. Runde des DFB-Pokal den Erstligisten Mainz 05 und ernteten zu recht den Beinamen "Pokalsschreck". Fünf Jahre später zählt die KSV selber zu diesen Zweitligisten, konnte in der ersten Runde Ligakonkurrenten Eintracht Braunschweig eliminieren und durfte dieses Mal bereits in Runde 2 gegen Mainz antreten. Mit einem weiteren Unterschied zu damalsd: Der Ligazugehörigkeit zum Dank landete Holstein im Profitopf und bekam ein Auswärtsspiel zugelost. Also hieß es auf einem Dienstag ab ins rund 630 Kilometer entfernte Rhein-Main-Gebiet.

 

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Dass ein Teil der CCK-Reisegruppe zeitig am Dienstagmorgen aufbrach, war noch einem ganz besonderen Abstecher geschuldet. Wir waren mal wieder in kulinarischer Mission unterwegs. Unser Ziel? Das YUGO 45 in Offenbach. Wenn die Stadt, die sich so liebevoll an Frankfurt schmiegt, eine Sache zu bieten hat, dann ist eine Vielzahl von Imbissen mit Balkanspezialitäten. Und ein ganz besonderer ist eben jener Laden im Zentrum Offenbachs. Die Speisekarte ist übersichtlich. Neben Cevapcici und Hacksteak stehen nur wenige weitere Gerichte, allesamt fleischlastig, zur Auswahl. Da wir aber genau wegen dieser beiden Spezialitäten im Yugo eingekehrt waren, landeten diese zusammen mit hausgemachten, gegrilltem Brot, Ajvar und Kajmak, einer schweren butterartigen Käsecreme, wie uns erklärt wurde, auf dem Teller. Ein Gedicht. Dafür lohnt ein Abstecher nach Offenbach.

 

Noch ein kurzer Besuch bei unserer Airbnb-Gastgeberin im Hessischen Mainz-Kastel um den Schlüssel abzuholen und das "Feierabend"-Bier kalt zu stellen (einen ganz herzlichen Dank nochmal!) und schon quälten wir uns durch den Berufsverkehr über den Rhein, durch das Rheinland-Pfälzische Mainz bis zur OPEL Arena (oder ehemalige Coface Arena - pro traditionelle Stadionnamen ;) ).

 

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Da noch reichlich Zeit bis Anpfiff war und die Podcastcrew, mit der wir verabredeten waren, nicht an den Laden kam (der Parkplatzshuttle weigerte sich, nur zwei Autobesatzungen zur acht Kilometer entfernten Arena zu fahren), gönnte sich unsereins noch einen Pre-Match Snack, in Form eines Sloppy Joes (Bolognese in Hot Dog Brötchen) und eine großzügige Tüte Süßkartoffelfritten (leider kalt). Zugegeben, die Brisanz des heutigen Abends war gering, bis gar nicht vorhanden. So standen im Verpflegungsbereich vor der Haupttribüne Kieler und Mainzer einträchtig nebeneinander, tranken Bier und fachsimpelten. Echte Pokalathmosphäre kam nur schwer auf. Nur rund 8.500 Karten wurden im Vorfeld verkauft. Das Interesse an dem heutigen Spiel schien aus Mainzer Sicht nicht besonders groß. Vermutlich auch, weil das anstehende Derby gegen die Eintracht seine Schatten voraus warf. So lautete die Devise - Mainz auswärts nach allen Kräften zu einem Heimspiel zu machen.

 

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Zahlenmäßig wurden es am Ende 10.441 Zuschauer, davon 762 aus Kiel. Im Holstein-Stadion wären es vielleicht ein paar mehr geworden. Nichtsdestotrotz ist Holstein im DFB-Pokal auswärts ein echtes Erlebnis. Zumal das Spiel einen großen Teil dazu beigetragen hat. Dass die Begegnung gegen den zwölften der Bundesliga auch für eine derzeit top aufgelegte, Kieler Mannschaft kein Spaziergang würde, war im Vorfeld den meisten klar. So verwunderte es auch nicht, dass Mainz in den ersten 20 Minuten etwas mehr vom Spiel hatte. Doch für den Kieler zu dem Zeitpunkt kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Holstein konnte spielerisch durchaus mithalten und erlaubte sich so gut wie keine Fehler. So war es auch mehr ein einfch guter Spielzug, als eine Nachlässigkeit Kiels, die zur Führung der Gastgeber führte. Und obwohl Mainz durch das Tor beflügelt schien, ließ sich Holstein nicht lumpen und erspielte sich ebenfalls die eine oder andere Chance. Besonders Ducksch ackterte unermüdlich, blieb am Ende des Abends jedoch glücklos. Bis zur Halbzeit war einziges Highlight noch ein Wechsel beim 1. FSV. Torhüter René Adler musste verletzt das Feld verlassen. Für ihn Robin Zentner, der ja bekanntlich 27 Spiele lang das Kieler Tor gehütet hat.

21. Oktober 2017, Endstand 2:1

 

Arminia Bielefeld – das war für das Umfeld des noch relativ jungen Drittligisten Holstein Kiel in der Saison 14/15 schon die große weite Fußballwelt. Lange Jahre in der Bundesliga, die Bielefelder Alm gehört doch zu den bundesweit bekannten Stadien, mit dem jeder doch irgendetwas verbindet. Nebenbei kloppte sich Holstein vor 30 Monaten noch mit den Arminen um die Aufstiegsplätze in der 3. Liga. Das Auswärtsspiel in Ostwestfalen gehört mit dem Ausgleich kurz vor Schluss durch Breitkreuz sicherlich zu den großen Highlights in den Erinnerungen der fast 2.000 mitgereisten Kielern.

 

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Wie sich die Zeiten doch ändern, denn am 11. Spieltag der 2. Bundesliga stand doch tatsächlich wieder eine Begegnung zwischen Kiel und Bielefeld an und nicht wenige große Medienanstalten würden die aufgrund der Tabellensituation wohl wieder als „Topspiel“ bezeichnen. Das sahen auch viele der mitgereisten Arminia-Fans so, ca. 1.800 Fans hatten sich auf dem Weg an die Förde gemacht und brannten sich auch gleich in das Gedächtnis des restlichen Stadions ein. Vor dem Anpfiff zog eine gute Menge blauer Rauch und dazugehörige Raketen durch das Stadion.

 

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Auf dem Platz bekamen die Kieler Anhänger ein paar Veränderungen in der Startelf zu sehen. Trainer Markus Anfang zollte der bevorstehenden englischen Woche Tribut oder hatte sich die Gäste in der Analyse ausgeguckt, denn statt Seydel, Herrmann und Lewerenz bekamen gegen Bielefeld Schindler, Heidinger und Weilandt die Chance von Beginn an ihr Können zu zeigen. Außerdem freute sich Bernd Schippmann über die erste Nominierung im Zweitligakader, Lukas Kruse war krank. Bei den Gästen stand mit Sören Brandy sogar ein Ex-Storch im Kader, genaue Eindrücke von seinen Leistungen dürften aber nur noch die wenigsten im Kopf haben.

 

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Die in gegnerischen Stadion doch recht starken Gäste setzten Holstein von Anfang an unter Druck und liefen die Viererkette permanent an. Außerdem wurde die Partie doch recht hart geführt, bereits nach wenigen Minuten sah Dominic Peitz nach einem Foul an Klos den gelben Karton. Schiedsrichter Reichel hatte auch in der Folge einige Aktionen abzupfeifen, hatte aber auch nicht immer das richtige Händchen bei der Bewertungen von Zweikämpfen und persönlichen Strafen. Oft waren beiden Teams aber im Spielaufbau zu ungenau, der letzte Pass kam nicht an oder prallte an irgendeinem Bein der Defensive ab. Daraus resultierte dann auch der deutliche Mangel an Torchancen. Nach einer Viertelstunde flog dann einmal eine Arminia-Flanke durch den Strafraum, verfehlte das Ziel um einen Meter. Nach einigen verletzungsbedingten Unterbrechungen musste sich Kenneth Kronholm nach etwas über eine halbe Stunde zum ersten Mal so richtig strecken, doch der Versuch von Kerschbaumer flog am Ende einen Meter über die Latte.

 

Und die KSV? Die hatte kurze Zeit später auch den ersten gefährlichen Abschluss, doch wie Kerschbaumer verfehlte Marvin Ducksch die Führung knapp. Drei Minuten vor der Pause folgte dann die beste Gelegenheit der Partie: Heidinger konnte den Ball Richtung Elfmeterpunkt flanken, fand dort Regisseur Dominick Drexler, der Ortega im Tor zu einer Glanzparade zwang. Kurz vor Reichels Pausenpfiff hatte Goalgetter Ducksch per Freistoß die Führung auf dem Fuß, aber etwas zu ungenau.

 

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Albstadion/Voith-Arena, 15. Oktober 2017, Endstand 3:5

 

Vor rund 15 Millionen Jahren wurde Heidenheim nur knapp von einem im Durchmesser circa 3,8 Kilometer großen Meteoriten verfehlt. So spielt hier im Jahre 2017 die 2. Bundesliga.

 

Prolog:

 

Bevor es an die Brenz, den das Tal durchfließenden Fluss, ging, schlug die CCK-Reisegruppe ihr Nachtlager im gut eine Stunde nördlich gelegenen Rothenburg ob der Tauber auf. Eine wunderschöne, mittelalterliche Stadt, die bei Touristen aus aller Welt, aber besonders denen aus dem asiatischen Raum, beliebt ist. Zurecht, denn die Liste der Baudenkmäler in Rothenburg umfasst einen eigenen Artikel bei Wikipedia. Eines der berühmtesten Denkmäler ist sicher die bis heute erhaltene Stadtmauer, die sich einmal rund um den historischen Stadtkern zieht. Zu unserem Glück konnten wir ein Zimmer im Hotel Schwarzer Adler beziehen, welches wir wirklich nur empfehlen können. Trotz zum Teil altbackener Einrichtung sind solche Dinge wie Matratzen und Dusche auf gutem Standard und spätestens im Frühstücksraum stellt man fest, dass hier mit sehr viel Liebe gearbeitet wurde. Die liebenswürdige Gastgeberin setzt dem Ganzen noch die Sahnehaube auf. Apropos Sahne, die gab es auch zum Nachtisch im Gasthof "Zur Höll". Fragt man in Rothenburg nach einer Empfehlung fürs Abendbrot, ist die Aussage, zur Hölle zu gehen, ein durchaus gut gemeinter Rat. Denn hier in einem der ältesten Häuser Rothenburgs wird man mit Gastfreundschaft geradezu überschüttet. Obwohl die Frage nach der EC-Kartenzahlung verneint wurde, wurden wir hinein gebeten. Zunächst verhandelten wir über die Menge des abzuwaschenden Geschirrs. Letzten Endes wurde uns angeboten, einfach am nächsten Morgen im nahe gelegenen Hotel, welches über ein Kartenzahlungsgerät verfügt, zu bezahlen. Da ein Geldautomat fußläufig erreichbar war, haben wir trotz dieses Vertrauensvorschusses nicht von dem Angebot Gebrauch gemacht. Doch nicht nur Herzlichkeit und Gastfreundschaft hat diesen Abend zu einem echten Highlight gemacht. Ob Bauernente mit Rotkraut und Klößen (die Beilagen konnten frisch aus der Küche nachgeordert werden) oder Brotzeitteller mit Obazda - die bayerisch-fränkische Küche kann andernorts kaum besser geboten werden. Weiter gen Süden ging es beim Nachtisch. Unser Gastgeber kam gebürtig aus Tirol und hat seinem Küchenchef beigebracht, wie ein richtiger Kaiserschmarrn gemacht wird. Zwei kleine Kugeln Eis, eingemachte Blaubeeren und ein Kleck Sahne dazu und der Abend war perfekt. Wir mussten uns geradezu zwingen, unseren Weg zurück zur Unterkunft anzutreten, so wohl fühlten wir uns. Und auch die Abreise aus der Stadt selber erzeugte Wehmut. Hatten wir doch eigentlich viel zu wenig von ihr gesehen.

 

Brotzeit

 

Zur Höll

 

Schwarzer Adler

 

1. Akt:

 

Aber wir waren ja wegen des Fußballs in den Süden gekommen. Und Süden war auch das Stichwort. Angesichts des Wetters und der Temperaturen hatten wir kurz das Gefühl, die Alpen überquert zu haben und an der Riviera gelandet zu sein. Strahlender Sonnenschein und über 20°, in der Sonne noch deutlich mehr, brachten den Sommer kurz zurück. Und das nach der zweiten Länderspielpause der Saison. Die hatte der Kieler Fan eigentlich so gar nicht gebraucht, weil sie aus norddeutscher Sicht hauptsächlich die Unterbrechung des hervorragenden Laufs bedeutete. Und nicht aus dem Rhythmus zu kommen hatte Holstein gegen die Zweite des SV Werder Bremen getestet. Eine Empfehlung gab dabei mit zwei Toren Aaron Seydel ab, der dafür gleich mal in die Startaufstellung rückte. Kingsley Schindler blieb dafür erstmal auf der Bank.

 

Heidenheim

 

Seydel

 

Paule

 

Die erste Chance des Spiels hatte Marvin Ducksch, dieser konnte seine Abschlusskriese zu Beginn aber noch nicht überwinden. Wie aus dem nichts kam kurz danach die Führung für Heidenheim, der ja manchmal auch gerne als FC Schnatterer bezeichnet wird. Und es war eben dieser Marc Schnatterer, der aus 20 Metern einfach mal abzog und dem Ball eine so unglaubliche Flugbahn verpasste, dass Kenneth Kronholm nur noch hinterherschauen konnte. Holstein bliebt dran scheiterte aber immer wieder an der Defensive der Gäste, die nach der Führung recht kompakt stand. In der 40. Minute bediente dann Alexander Mühling den in der Mitte gestarteten Ducksch, der zum verdienten Ausgleich vollendete. Drei Minuten später dann sogar noch die Kieler Führung, wieder Ducksch, diesmal per Strafstoß. Der FCH war zudem bis Spielende in Unterzahl, Wittek war für die Notbremse vom Platz geflogen.

 

Marvin 1

 

Marvin 2

 

Marvin 3

 

Jubel 1

30. September 2017, Endstand 3:0

 

Nur noch 21 Punkte bis zum Klassenerhalt. Mal im Ernst, wer hätte das vor Beginn der Saison gedacht? Nach neun Spieltagen hat die KSV 19 Punkte auf dem Konto und führt die Trefferliste mit 21 Toren an. Dazu stellt Holstein mit Ducksch und Drexler gleich zwei zweite Plätze in der Torschützenliste. Aus den Störchen sind quasi Raubvögel geworden und statt in den Süden zu ziehen, kreisen sie lieber um die Tabellenspitze herum.

 

Raubvogel

 

Und das hat rein gar nichts mit Glück zu tun. Denn wer sich die Spiele der Störche anschaut, der stellt schnell fest: an der Förde ist ein vollwertiges Zweitligateam zusammen gewachsen.

 

Herrmi

 

Mit sechs Punkten aus drei Spielen wurde die Englische Woche durchaus erfolgreich absolviert und nachdem das Unternehmen zu Hause ohne Gegentor gegen den FC St. Pauli eher suboptimal verlief, sollte gegen den Kultklub aus dem tiefen Westen, dem VfL Bochum, ein zweiter Anlauf gestartet werden. Nachdem van den Bergh in Duisburg ein solides Debüt gegeben hat, durfte er auch an diesem Spieltag von Beginn an ran. Herrmann hatte seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen und war ebenfalls wieder von Anfang an dabei.

 

Jubel 1

 

Löchersuche

 

Die ersten 20 Minuten waren weitestgehend ausgeglichen, wie schon in den vergangenen Spielen gab es kaum eine Abtastphase und die Gäste gingen direkt mutig nach vorne. Doch der VfL Bochum hatte die wichtigste Regel des Kreisliga-Fußballs vergessen: Rückpässe immer neben das Tor platzieren. Schindler flankte in der 22. Minute in Richtung Lewerenz, der kam jedoch einen Schritt zu spät und der Ball landete vor den Füßen von Bochums Danilo. Und genau dieser erinnerte sich in dem Moment nicht an die vorgenannte Regel, schob den Ball zurück in Richtung des eigenen Schlussmanns. Doch statt sich den Ball wie geplant auf den richtigen Fuß zu legen, legte sich Riemann ein Ei ins eigene Nest. Es dauerte eine Zehntelsekunde, bis das Kieler Publikum fassen konnte, was da gerade passiert war. Doch dann war der Jubel groß. Auftrag für Gerd Jahn übrigens bis zum nächsten Heimspiel: den ominösen Erdhügel, der Riemanns Ehre angekratzt hat, suchen. ;)

 

Natürlich hinterließ dieser kuriose, wie bittere Gegentreffer seine Spuren und obwohl die Bochumer versuchten, ihr Spiel neu aufzubauen, schien nun der Wurm drin zu sein. Holstein dominierte die Partie über weite Strecken und es war kaum verwunderlich, dass in der 42. Minute nach einer Ecke von Lewerenz und einer Verlängerung von Peitz, Czichos auf 2:0 erhöhte.

 

Jubel 2

 

eingetragener Verein

 

Auch die zweite Hälfte brachte keine Veränderung zugunsten der Gäste. Das Kieler Team dominierte die Bochumer fast nach Belieben. Und während sich die Fans im Gästeblock zweitligatauglich zeigten und sich nochmals klar von der geplanten Ausgliederung der Fußballabteilung distanzierten, gab sich die namhaft besetzte Mannschaft, z.B. mit dem gebürtigen Kieler und ehemaligen Nationalspieler Sidney Sam, eher wie eine überforderte Amateurmannschaft.