25. Mai 2017, Holstein-Stadion, Endstand 2:4

 

So manch einer fragte sich noch nach dem Sinn der Veranstaltung, standen doch beide Gegner bereits als Teilnehmer der ersten DFB-Pokalrunde fest. Doch der Henkelpott musste noch seinen diesjährigen Besitzer finden. Vor magerer Kulisse – nicht einmal 3.000 Zuschauer hatten sich heute ins Stadion verirrt – ging die KSV mit einem frühen Doppelschlag in Führung. Danach verflachte die Partie extremst und SV Eichede nutzte die Chance von Holsteins verfrühter Sommerpause und glich noch vor der Pause aus. In der zweiten Hälften stellte das Kieler Team jedoch schnell wieder den alten Abstand her. Relativ unaufgeregt pitscherte Holstein das Ding dann nach Hause. Im Anschluss Siegerehrung, Glitterkanone, Pokal in die Luft gereckt, Jubel.

 

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Insgesamt gingen heute fünf Pokale an die KSV. Neben den Frauen und den Herren, gewannen auch die U19 und U17 sowie die U17 der Frauen. Läuft bei Holstein.

 

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25. Mai 2017, Holstein-Stadion, Endstand 0:7

 

Finale tohuus hieß es auch für die Frauen der KSV. Und diese durften im Vorprogramm der Männer im Stadion ran. Nach anfänglich torlose 62 Minuten drehten die Kielerinnen auf und schossen Tore fast im Minutentakt. Sieben Stück in nicht einmal einer halben Stunde. Ein verdienter Pokalsieg.

 

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20. Mai 2017, Endstand 3:0

 

Herzlichen Glückwunsch an den MSV Duisburg! Auch wenn es am Ende für Holstein nicht mehr für den Meistertitel in der 3. Liga reichte, war das Spiel trotzdem der perfekte Abschluss für eine Saison in der Großes erreicht wurde. Steven Lewerenz, Marvin Ducksch (muss bleiben!) und Patrick Kohlmann in seinem letzten Spiel für die Störche sorgten bei bestem Sonnenwetter für einen perfekten Auftakt zu einer Party, die auf den Rängen begann, sich auf das Feld ergoss und auf dem Rathausplatz bis spät weiterging.

 

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Alle Bilder von der Aufstiegsparty auf dem Rathausplatz hier.

„Es ist schön, dass Holstein heute nicht nur im Vorprogramm des THW ist. Dieser Moment gehört nur uns.“ - Dieses Zitat einer der Feiernden fasst die Party auf dem Rathausplatz perfekt zusammen.

 

Nach dem 3:0, Public Viewing und Autokorso, der sich auch auf der Leinwand immer weiter dem Ziel näherte, gab es kein Halten mehr, als die Mannschaft das Ziel erreicht hatte. Helden – mit denen bis in die Nacht gesungen, getanzt und gefeiert wurde. Dominick Drexler stahl den Moderatoren York Lange und Volker Marczynkowski die Show und animierte Mannschaft und Publikum zu Höchstleistungen. Krönender Abschluss des Abends: Der Countdown durch die letzten 36 Jahre Holstein Kiel, vom Abstieg bis zur Rückkehr in Liga 2, der dann noch von einem beeindruckenden Feuerwerk samt Lasershow getoppt wurde. Gänsehaut pur.

 

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Emotionaler Hang-Over. Inzwischen ist es schon mehr als 24 Stunden her, seitdem die Partie in Großaspach abgepfiffen wurde. 1:0. Holstein ist aufgestiegen. Holstein ist in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Ein Ereignis, das in jedem Jahr zwei bis drei Vereinen zu teil wird. Ist es deshalb etwas normales? Auf gar keinen Fall! Und auch auf gar keinen Fall für Holstein, Holstein-Fans – und bestimmt nicht für mich.

 

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Ich bin 1999 nach Kiel gezogen, genauer gesagt in die Wik. An einem sonnigen Sonnabend zogen einige Leute mit blau-weiß-roten Schals an meinem Fenster vorbei. Zu Holstein Kiel, das wusste ich, weshalb ich mich einfach anschloss. Das Holstein-Stadion war damals baufällig, ohne heile Toiletten und mit Büschen, die aus dem maroden Beton wuchsen. Auch war der Fußball, der geboten wurde, nicht das größte Highlight. Trotzdem ließ mich der Verein nicht mehr los.

 

Als ich im Winter mit meinem ersten Holstein-Schal in die Uni fuhr, fragte mich mein Prof ernsthaft: "Holstein Kiel? Die gibt es noch?" Wohlgemerkt Luftlinie 500 m vom Holstein-Stadion entfernt, dem Ort, der zu meinem zweiten Wohnzimmer geworden war. Selbstverstänlich war ich 2002 beim DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC dabei. 4:1 im Elfmeterschießen. Was für ein Tag! Plötzlich erntete ich kein Mitleid mehr, wenn es in den Gesprächen um Holstein ging. Eine Freundin fragte sogar, ob ich sie zur nächsten Runde mitnehmen würde. Zum Spiel gegen Bochum war es arschkalt, der Wind fegte durch das damals noch offene Rund. Trotz der Niederlage hatten einige Menschen an der Förde ihre Liebe zu Holstein (wieder)entdeckt. Natürlich nicht in den Dimensionen, die einige Jahre später folgen sollten.

 

Es kamen Jahre mit Heimspielen vor kleiner und großer Kulisse, es gab Auswärtsfahrten, bei denen wir mit 13 Leuten im Nieselregen standen. Fühlte es sich schlecht an? Klar! Fühlte es sich falsch an? Auf gar keinen Fall. Ab 2006 war, wenn immer es zu Holstein ging, zudem noch die Frau an meiner Seite, die ich vier Jahre später heiraten sollte. Drittes Date: Landesderby. Zusammen gab es große Momente, wie der erste Aufstieg in die 3. Liga und die wunderbare Pokalsaison 2011/12. Es gab Ärgernisse, wie Falko Götz, es gab erfüllende Abende mit Kalle Neitzel, der mir wie kein anderer zuvor seine Philosophie vom Fußball erklärte. Und es gab Tragödien. München. Bittere Tränen. "Immer, wenn es bei Holstein um etwas geht, wird man als Fan mit Enttäuschung konfrontiert", so das Klischee, das sich anscheinend immer wieder bewahrheitete. Ich selbst kämpfte immer dagegen an, daran zu glauben. Nein, irgendwas musste da doch irgendwann kommen. Der große Moment. Die Hoffnung trieb mich immer an, ungezählte Kilometer wurden abgespult. Es ist absoluter Quatsch zu glauben, dass Fußball nur irgendein Sport ist. Und genauso falsch ist es zu glauben, dass Holstein irgendein Verein ist.

 

Zur Mitte dieser Saison hatten sich viele Fans schon mit einer „Mittelfeldsaison“ abgefunden. Vielen fehlte zu häufig die Konstanz, um wirklich daran zu glauben, dass es Zeit für etwas großes werden sollte. Besonders nach dem Osnabrück-Spiel war die Stimmung bei den meisten im Keller. Solche Niederlagen schmerzen im mehrfachen Sinn. Zum einen fällt es häufig schwer, die Zuversicht trotz schlechter Spiele zu behalten. Zum anderen versucht man die Mannschaft zu verteidigen. Und zum dritten hofft man, dass die eigenen Hoffnungen nicht irgendwann doch ganz schwer enttäuscht werden.

 

Das kostet manchmal sehr viel Nerven. Und manchmal muss auch ein Tal der Tränen durchschritten werden (danke an alle, die mich begleiten), um das, was am Sonnabend in Großaspach passiert ist, schätzen zu wissen. Es war nicht einfach nur ein Sieg, es war nicht einfach nur irgendein Aufstieg. Es war eine Belohnung für ganz viele Menschen. Wenn man sie aufzählt, wird man immer jemanden vergessen. Nicht vergessen möchte ich Roland Reime, der es mehr als verdient hätte, diesen Moment mitzuerleben. Erinnern möchte ich an alle Architekten des Erfolgs – Thorsten Gutzeit, Jan Sandmann, Karsten Neitzel, Markus Anfang, Tom Cichon, Uwe Stöver, Ralf Becker, Wolfgang Schwenke und jeden, natürlich auch die Herren Lüthje und Langness, der seinen Teil dazu beigetragen hat, dass dieser Erfolg möglich wurde. Und ganz besonders bedanken möchte ich mich bei den Spielern, die verstanden haben, dass Holstein für so viele Menschen eben doch der Lebenssinn ist.

 

bus

 

„Ich freue mich für dich. Ich habe gesehen, was Holstein dir bedeutet. Also ist das heute auch ein bisschen für dich.“ Diese Worte von Dominic Peitz fand ich einfach nur ganz großartig. Und sind typisch Holstein. Dafür liebe ich diesen Verein.

 

Ich war dabei. Ich bin dabei. Ich werde immer dabei bleiben.

 

Aufstieg 2017! Alle Bilder in der Galerie.