Victoriasportplatz zu Hamburg, 26. Mai 1912, Endresultat 1:0

 

"Auf zum freien Ringen

auf den grünen Plan

und mit frohem Singen

ziehen wir heran..."

 

 

So schallte es mir aus der Ferne entgegen, als ich von der Platanenallee in den Lockstedter Steindamm einbog. Dort auf dem Platz des Sportclubs Victoria, wo im Viertelfinale der Endrunde bereits die Berliner Preußen niedergerungen wurden, galt es an diesem Tage im Schlussspiel um den begehrten Meistertitel des deutschen Fußballbundes zu bestehen.

 

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Wie bereits zwei Jahre zuvor im Weidenpescher Park in Cöln waren die Karlsruher der turmhohe Favorit auf den Sieg. Allerdings hatte sich Holstein-Kiel seitdem wesentlich verbessert gezeigt und wollte nicht mit einer neuerlichen Niederlage vom Platze gehen. Durch die geringe Entfernung zwischen Kiel und dem heutigen Endspielort sollte "meine" FV Holstein-Kiel zudem mit mehreren hundert Schlachtenbummlern auf den Tribünen ein Heimspiel haben.

 

Rabotnicki Skopje - dass einige Kieler zur Zeit auch diesem mazedonischen Verein die Daumen drücken, dürfte für andere etwas seltsam und sonderbar erscheinen. Doch es gibt eine Verbindung zwischen dem Verein der Hauptstadt der ehemaligen jugoslawischen Republik und der Landeshauptstadt - Stephan Vujcic (obere Reihe - dritter von links).

 

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Den zog es nach dem Umbruch vor einem Jahr auf den Balkan, wo er mit seinem neuen Verein den vierten Platz in der Liga erreichte und damit die Qualifikation für die Europa League. Nach Siegen gegen JK Trans Narva (Estland), AC Juvenes/Dogana (San Marino) und einem 2:0 und 1:2 gegen Anorthosis Famagusta FC (Zypern) stehen jetzt die Play-Offs an. Zeit für Calcio Culinaria nach einem ereignisreichen Jahr mal wieder bei bei Vule nachzufragen.

 

Im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft siegt Holstein Kiel gegen den Karlsruher FV vor 10.000 Zuschauern in Hamburg 1:0.

 

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99 Jahre Deutsche Meisterschaft :) Und nächstes Jahr feiern wir 100 Jahre an der Hoheluft.

 

In über 100 Pflichtspielen (Liga plus Pokal) für die Kieler Störche erarbeitete sich Peter Schyrba in der Abwehr den Ruf als "Mister Zuverlässig" und war mit seiner Erfahrung eine der Stützen in der 3.-Liga-Aufstiegsmannschaft. Nach dem Abstieg im letzten Jahr trennten sich die Wege von Verein und Spieler und Schyrba zog es in die Hansestadt Rostock. Insofern nicht ganz überraschend, da auf der Kogge gerade Trainerfreund Peter Volllmann angeheuert hatte und ein neues Team formieren musste. Trotzdem ist Peter Schyrba weiter privat mit der Stadt an der Förde eng verbunden und gab Calcio Culinaria ein kleines Winterpausen-Interview zum Thema Hansa, Holstein und aktuelle Schalmode.

 

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Keineswegs am Boden

(Bild mit freundlicher Genehmigung von Peter Schyrba)

 

 

Rostock, Lübeck, Haddeby - während die neuen Vereine der meisten ehemaligen Holsteinspieler in überschaubarer Distanz von der alten Heimat liegen, fällt der FK Rabotnicki aus der mazedonischen Hauptstadt Skopje sicher etwas aus dem Rahmen. Rabotnicki, zu deutsch "Arbeiter" wurde 1937 als Eisenbahnerclub gegründet und bekommt heutzutage in der einheimischen Presse gerne den Beinamen "die Romantischen".

 

rabotnicki

 

Zu jugoslawischen Zeiten konnte es der Klub nie in die höchste Spielklasse schaffen, und auch im eigenständigen Mazedonien gelang es erst 2001 nach der Übernahme durch den Kometal-Konzern in höhere Tabellenregionen vorzudringen und nachfolgend zu einem der erfolgreichsten Vereine des Landes zu werden. In den Jahren 2005 und 2006 holte Rabotnicki den Meistertitel, 2009 folgte der Pokal , zudem konnte man in der Champions League Qualifikation 2005 nach Siegen gegen F91 Dudelange und Debreceni VSC bis in die dritte Runde vorrücken.