14. März 2017, Endstand 2:0

 

Kiel gegen Duisburg – dieses Duell gab es in den deutschen Profiligen lange nicht, in den letzten Jahren waren diese Spiele aber immer einen Ausflug auf den Fußballplatz wert. Nicht der Sieg im DFB-Pokal, auch die Auftritte von Holstein in der Liga wie z. B. in der Hinrunde, als man beim 0:0 im Pott den drei Punkten sogar etwas näher war als der MSV. Insgesamt stechen die Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften spielerisch immer aus dem eher grauen durchschnittlichen Drittligaspiel heraus.

 

flutlicht

 

Alles sprach für einen milden Fußballabend, leider erlebten die Duisburger Gäste bestes norddeutsches Frühlingswetter (= einen stetigen Nieselregen) im Kieler Gästeblock. Wirklich gut durfte die Stimmung vor dem Anpfiff auf beiden Seiten auch nicht gewesen sein. Der MSV grüßte zwar immer noch von der Tabellenspitze, hatte aber seit drei Spielen kein Tor mehr geschossen. Holstein zeigte immer wieder vernünftige Leistungen, verlor das Spiel in Osnabrück aber aufgrund einer wirklich schlechten ersten Halbzeit.

 

In der Innenverteidigung agierte Schmidt wieder zusammen mit Czichos, davor der ebenfalls zurück gekehrte Peitz und Alexander Bieler. Bei den Duisburgern war der Kader bekanntermaßen gespickt mit für Drittligaverhältnissen großen Namen -  wer einen Onuegbo auf der Bank lässt, der hat Qualität im Kader. Auch Fabian Schnellhardt streifte sich das Zebratrikot über, den haben die Holstein-Fans noch in bester Erinnerung. Der gebürtig Thüringer offensichtlich auch, im Interview mit dfb.de blickte er sehr positiv auf seine Kieler Zeit zurück.

 

west

 

gaeste

 

Flutlichtspiel bedeutet in Kiel auch immer, dass die Leute, die am Wochenende anderes zu tun haben, auch einmal den Weg ins Holstein-Stadion finden. Insgesamt über 5700 Anhänger passierten die Kontrollen, darunter auch etwa 250 aus dem Pott, die mit viel Material in der Luft der Witterung trotzten, ordentliche Zahl und Auftritt.

 

Bei einem Blick ins Stadionheft erwartete den Zuschauern eine nette Überraschung, neben den bekannten Rubriken gab es die ersten beiden Teile des Patrick Herrmann Starschnitts! Noch ein Grund sich auch die nächsten Heimspiele zu geben und sich ein Arm oder Bein des Verteidigers zu sichern. Ein Must-Have für jeden Fußballgott-Schrein.

 

Nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Storks gingen beide Teams sofort engagiert zur Sache. Spielerisch sah das auch ganz ansehnlich aus, beide Mannschaften haben eben auch Spieler im Kader, mit dem diese Ausrichtung möglich ist. Nach 12 Minuten kam die Kugel nach einem Ballverlust zu Kingsley Schindler, der sah Bieler am zweiten Pfosten, welcher den Ball Ducksch maßgenau auf den Fuß servierte. Das ließ sich der Ex-Dortmunder nicht nehmen und vollendete zum 1:0. Gute Balleroberung, schnörkellos vorgetragener Angriff, top!

 

Die Duisburger zeigten aber ebenso ihre ganze Klasse und setzten Kiel früh unter Druck. In vielen Situationen schaffte es die KSV aber dennoch, sich spielerisch aus der Umklammerung zu befreien. Die Duisburger blieben dennoch hochgefährlich, zunächst musste sich Kronholm nach einem sich senkenden Fernschuss von Dausch wider Erwarten doch noch mächtig strecken. Kurze Zeit später hämmerte Brandtstetter den Ball auf den Kieler Kasten – Aluminium! Die Duisburger hatten mehr Ballbesitz als die KSV, konnten aber auf den temporären Abwehrriegel der Holsteiner keine wirklichen Antworten finden.  Zwar bleibt Duisburg schon die bestbesetzte Mannschaft der Liga - zu was die Mannschaft fähig ist, ließ sich heute allenfalls erahnen.

 

fußballgott

 

Nach der Pause wurde es schnell wieder gefährlich für die Holstein-Defensive, aber Brandstetters Versuch ging glücklicherweise am Tor vorbei. Nach einer Stunde nahm Markus Anfang Marvin Ducksch runter und brachte Hoheneder – auch eine Mannschaft wie Holstein kann hinten dicht machen. Das klappte in der Folge auch ganz vernünftig, Holstein stand zwar ungewohnt tief, aber auch sicher.

 

 

Zwanzig Minuten vor Schluss ging schon ein Raunen durch das Publikum: Leihspieler Christoph Lenz hatte eine Ecke holsteintypisch etwa hüfthoch auf den ersten Pfosten getreten - nur war da kein Körperteil, der den Ball hätte aufhalten können. Direkt verwandelt! Ein kurioses Tor, Holstein 2, MSV 0!

 

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Duisburg wollte zwar noch den Anschluss erzwingen, wirklich gefährlich wurde es aber nicht mehr. Vor allem mussten die Meidericher noch aufpassen, ein Verhindern von Kieler Kontern nicht mit einer Ampelkarte zu bezahlen.
Die Stimmung gestaltete sich auf den Rängen mittlerweile prächtig, dieses Jahr kann man eben auch in Kiel bleiben, um die Störche siegen zu sehen.

 

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Das bedeutet aber nicht, dass nicht auswärts gefahren werden darf: Bereits am Sonnabend warten die kleinen Mainzer am Bruchweg auf die KSV. Immerhin konnte die Reserve der 05er in Magdeburg gewinnen. Eine komplett defensive Spielweise wird man beim Abstiegskandidaten nicht vorfinden, sodass hoffentlich ein paar Räume für die Anfang-Elf entstehen.

 

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