25. April 2017, Stadion an der Lohmühle, Endstand 0:2

 

Angesichts der extrem positiven Situation in der Liga fiel das Rauschen im Vorfeld des Landesderbys vielleicht etwas geringer als gewohnt aus. Nicht wenige blickten mit deutlich mehr Spannung auf das Spiel in Regensburg.  Die Meinungen über das Spiel, besonders über die Wunschaufstellung, waren geteilt. Die einen forderten den Derbysieg - unter jeder Bedingung. Andere wiederum machten sich in erster Linie Sorgen um die Gesundheit der Störche. Und das natürlich zu Recht. Trotz allem galt, es die Mannschaft nach allen Kräften zu unterstützen.

 

Einlauf

 

Panorama

 

Wer große Zuschauermassen erwartete, wurde jedoch enttäuscht. Aufgrund von im Vorfeld erteilten Hausverboten hatten sich die Ultràs in Lübeck zum Boykott entschlossen. Die Pappelkurve entsprechend dürftig gefüllt. Schade, denn man hätte sich nach so langer Zeit mal wieder über eine echte Derbykulisse gefreut. Am Ende sollten es insgesamt nur 2.715 Zuschauer werden. Immerhin hatten sich die rund 400 Kieler redlich Mühe gegeben, eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Fast durchgängig wurde die Mannschaft unterstützt.

 

Capo

 

Gegenüber der Liga gab es natürlich einige Veränderungen. So hütete Robin Zentner den Kasten. Außerdem durften Tim Siedschlag, Niklas Hoheneder und Manuel Janzer an der Lohmühle von Anfang an ran. Spielerisch zeichnete sich schnell ab, dass die Gäste die überlegenere Mannschaft war. Technisch und auch auch in Sachen Geschwindigkeit konnte Holstein glänzen. Doch auch der VfB ließ von Anfang an keine Zweifel daran, die Hausherrschaft mit Einsatz und Leidenschaft verteidigen zu wollen. Die erste Chance ging an die Gastgeber. Aber auch das erste Foul. Bereits nach fünf Minuten bekam Dominic Peitz zu spüren, was Derby in Schleswig-Holstein heißt. Und wenn er es nicht vorher schon gewesen ist, spätestens jetzt war er in der richtigen Stimmung. Im Laufe des Spiels avancierte er zu einem der Meistgefoulten, steckte Tritte und Bodychecks ein und mischte überall mit, wo es brannte. Am Ende des Spiels konnte man froh sein, dass Schiri Malte Göttsch nicht so in Geberlaune war, was die Karten anging.

 

Peitz

 

Insgesamt hielt das Spiel im Gegensatz zur bereits erwähnten Atmosphäre, was es versprochen hatte. Auf dem Rasen wurde um jeden Zentimeter gerupft und gekämpft. Was Lübeck spielerisch fehlte, versuchten sie über andere Wege wett zu machen. Doch Holstein spielte in Halbzeit eins seinen Stiefel ganz souverän runter. Bis kurz vorm Pausenpfiff fehlten lediglich die Tore. In der 39. Minute erlöste Fetsch dann das Kieler Publikum und Peitz legte nach einer Bieler-Ecke in der 44. Minute nochmal nach. Großer Jubel in blau-weiß-rot, die Stimmung in der Pause war entsprechend gut.

 

Jubel

 

Gerangel

 

Die ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte ließ Holstein ein wenig mehr zu und so erkämpfte sich der VfB einige kleinere Chancen, von denen jedoch keine wirklich zwingend war. Highlight gegen Ende des Spiels war ein kleines Gerangel zwischen Holsteins Co Tom Cichon und Lübecks Trainer Landerl, als sie infolge einer Schiedsrichterentscheidung aneinander gerieten. Das immer größer werdende Knäuel, in dem Spieler und Verantwortliche beider Mannschaften mitmischten musste zunächst vom Unparteiischen beruhigt werden. Unter Anderem damit, dass die beiden Streithähne des Innenraums verwiesen wurden. Einfluss auf das Ergebnis nahm dieser Vorfall allerdings nicht mehr. In der dritten Minute der Nachspielzeit folgte der Schlusspfiff.

 

Siedo

 

Bleibt zu hoffen, dass „unsere“ Jungs, allen voran Mathias Fetsch, am kommenden Samstag für den nächsten, wichtigen Auswärtssieg fit sind. Bis dahin heißt es: Derbysieger, Bitches!!!

 

Alle Bilder in der Galerie.