29. April 2017, Continental Arena Regensburg, Endstand 0:3


Sonnabendmorgen. Der Sonderzug mit rund 1 1/2 Stunden Verspätung unterwegs, auf den Autobahnen Richtung Süden dutzende Autos mit KSV Fans und rund um Regensburg die bereits freitags angereisten am Erwachen. Und jeder einzelne konnte vermutlich nicht leugnen, dass die Fieberkurve langsam am steigen war.
Die Informationslage, was die korrigierte Ankunft des Sonderzuges anging, war zunächst unklar. 12:17 Uhr? 13:17 Uhr? Um sicher zu gehen, machte sich unsere Besatzung rechtzeitig auf den Weg zum Bahnhof. Allerdings nicht, ohne nochmal an der alten Wirkungsstätte des Jahn an der Prüfeninger Straße vorbei zu schauen. Sehr viel zu sehen gab es hier allerdings nicht mehr. Überreste der ganz alten Kurve, die bei unserem letzten Besuch noch von einer Stahlrohrkonstruktion bebaut war und die alte Anzeigetafel. Anonsten ragten nur Berge von Schutt empor. Schade um ein weiteres Stück Fußballgeschichte.

 

DSC 3811

 

DSC 3817

 

DSC 3827

 

Am Bahnhof angekommen, schaffte ein nettes Gespräch mit einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn Klarheit: 12:45 Uhr, Gleis 1.Tatsächlich rollte der Zug gegen 13 Uhr ein. Kieler Fangesänge erklangen und ein Meer von Blau flutete den Bahnsteig. Die Laune prächtig. Bis auf die Verspätung, die auch einen Verzicht auf den ursprünglich geplanten Fußmarsch bedeutete, hatte alles wunderbar geklappt. Es gab keine Zeit zu verlieren, also ging es zügig in Richtung der modernen Continental Arena. Aus Regensburger Sicht war es damals natürlich bitter, dass der 2015 auf der "grünen Wiese" errichtete, zweitligataugliche Neubau ausgerechnet dann fertiggestellt wurde, als der Jahn in die Regionalliga abstieg. Die 15.224 Zuschauer fassende Arena war heute mit 11.089 Aufstiegswilligen gefüllt, davon gut 700 in Blau gekleidete aus Kiel. Die Athmosphäre war der Begegnung angemessen. Bereits vor dem Spiel summte und brummte es rund um das Stadion. Die Parkplätze brechend voll, Menschen ohne Karte waren auf der Suche nach der Vorverkaufsstelle für die einzig verbliebenen zwei Blöcke auf der Nordtribüne. Das Gegenstück, die Südtribüne, war natürlich brechend voll. Haupt- und Gegentribüne ebenfall fast bis auf den letzten Platz belegt. Bei Anpfiff herrschte auf beiden Seiten beste Stimmung und auf dem Rasen ging es direkt zur Sache.

 

Panorama

 

 

Den ersten Grund zu jubeln hatte der Gästeblock bereits nach nur acht Minuten. Marvin Duksch mit einer einem wunderbarenAbleger auf Schindler, der schloß ab und der Ball wurde von einem Regensburger Spieler noch unhaltbar abgefälscht. Kaum ein Halten im Gästeblock.

 

Jubel

 

Fahne

 

Im Laufe der ersten Halbzeit konnte das Publikum eine hochklassige Drittligapartie verfolgen. Der Jahn, wie Holstein Kiel ließen zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran, dass sie zu Recht um den Aufstieg mitspielen. Das setzte sich auch in Hälfte zwei fort. Auf allen Positionen hellwach und hochengagiert kam Holstein aus der Pause. Aber auch der Jahn versuchte mit allen Mitteln den Ausgleich zu erzwingen. Doch die Störche-Abwehr stand wie ein Bollwerk. Während auf dem Rasen um jeden Zentimeter gekämpft wurde, zeigte das Publikum, Heim wie Auswärts, dass es zweitligareif ist. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Gastgeber auch hätten ausgleichen können, erhöhte allerdings Kiel. Diesmal war es Schindler, der den Ball in der 69. Minute erstklassig annahm und weiterleitete. Duksch mit einer nahezu perfekten Annahme und einem großartigen Heber ins linke Netz des Regensburger Kastens.

 

Duksch

 

Jubel2

 

Jubel 3

 

Janzer

 

Es folgte eine echte Stimmungsexplosion im Gästeblock. Die Anhänger des SSV Jahn kurz geschockt. Doch weder Team noch Fans steckten auf, doch fanden keine Mittel, einem Anschlusstreffer näher zu kommen. Stattdessen waren es die Gäste, die sich ein drittes Mal durchsetzten. Janzer war keine Minute auf dem Platz, schnappte sich den Ball umkurvte zwei Regensburger und schob zum 3:0 ein. Der Gästeblock am Ausrasten - es wurde bis Abpfiff nur noch gesungen, gefeiert, getanz, gejubelt.

 

uzftf

 

iuguzg

 

erhdjt

 

Und da Magdeburg nicht über ein Unentschieden im Derby in Halle hinaus kam, Osnabrück ebenso nicht in Lotte, haben wir uns sogar ein Minipolster von zwei Punkten geschaffen. Und auch Duisburg patzte. Die Spitze nur noch drei Punkte entfernt. Aber ganz ehrlich, die Spitze überlassen wir gerne dem MSV und laufen nach den letzten drei Spieltagen gerne auf Platz zwei ein.

 

Am kommenden Samstag geht es weiter mit dem Ostseeduell gegen den FC Hansa Rostock. Rechtzeitiges Erscheinen wird empfohlen, denn es ist davon auszugehen, dass es voll wird. Dann heisst es vor großer Kulisse beste Stimmung schaffen und alles für den Aufstieg geben.

 

Alle Bilder in der Galerie.