6. Februar 2019, Endstand 0:1

 

Puh... wie soll man anfangen? Am Besten mit der schlechten Nachricht zuerst. Holstein hat den Einzug ins Viertelfinale nicht geschafft. Ein Umstand, den man vor Anpfiff akzeptiert hätte. Zumindest unter der Einschränkung, dass man sich wenigsten gut verkaufen solle. Damit wären wir schon beim nächsten Punkt: Gut verkauft hat Holstein sich auch.

 

Schließlich war die Erwartungshaltung auch ein wenig gestiegen, da am Vorabend mit Heidenheim und dem HSV zwei Zeitligisten den jeweils Ligahöheren aus dem Wettbewerb geschossen haben. Dazu hat Werder Bremen den Aspiranten auf den Meistertitel Borussia Dortmund die Chancen auf das Double zunichte gemacht. Warum also nicht ebenfalls für eine kleine Überraschung sorgen und nach 2011, als Holstein noch viertklassig war, ein zweites Mal ins Viertelfinale einziehen?

 

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Ein magischer Abend ist es immerhin geworden. Meterweise glänzende Folie zieren die Banden. Dazu bei Einlauf der Mannschaften rote und blaue Folien in Publikum, auf der Westtribüne wie auch im Gästeblock, der ebenfalls eine kleine Choreo zeigt, pyrotechnische Untermalung. Weiteres Highlight: Die geschlossene Osttribüne. Auch wenn es nur ein Provisorium für das Provisorium ist – es steigert das „Stadionfeeling“ immens. Wir sind gespannt, wie das echte Provisorium aussehen wird.

 

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Gespannt geht es auch in die Partie. Das Spiel gegen Regensburg, das relativ souverän gewonnen werden konnte, im Rücken, treten die Störche von Beginn an selbstbewusst auf. Und damit können die Gäste überhaupt nicht umgehen. Bereits nach wenigen Minuten wird deutlich, dass die Partie weitestgehend auf Augenhöhe stattfindet. Völlig unbeeindruckt vom Gegner lässt Holstein eine Angriffswelle nach der anderen auf das Augsburger Tor prasseln. Der Unterhaltungsfaktor für das Kieler Publikum entsprechend groß. Nur ins Tor will der vermaledeite Ball einfach nicht. Die Chancenverwertung lässt einen sich die Haare raufen. Und trotzdem macht das Spiel richtig Spaß. Beschwingt legt sich vermutlich die Mehrheit der Heimanhängerschaft fest: In Halbzeit zwei klingelt es im Augsburger Kasten. Das Ding lassen wir uns nicht nehmen.

 

Und tatsächlich geht es nach der Pause ähnlich weiter. Leider aber auch in Sachen Chancenverwertung. So souverän Holstein den Angriff der Fuggerstädter auch im Griff hat, das Pech im Abschluss lässt sich einfach nicht überwinden. Obwohl der Optimismus zunehmend bröckelt, bleibt die Stimmung im geschlossenen Rund nicht zu wünschen übrig. Immer wieder branden von allen vier Seiten „Holstein Kiel“ - Rufe auf. Der Wille im Publikum, den Ball über die verdammte Linie zu brüllen, liegt im Unermeßlichen. Doch selten hat sich eine alte Fußballweisheit so bewahrheitet, wie an diesem Tag: „Machst du vorne die Dinger nicht, kassierst du sie irgendwann.“

 

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In der 85. Minute landet der Ball endlich im Netz – aber im falschen. Das Augsburger Publikum jubelt mit einer Mischung aus Erleichterung und Überraschung. Der Rest der rund 11.200 (endlich mal wieder fünfstellig, Provisorium sei Dank) Zuschauer scheinen für eine Sekunde nicht zu glauben, was da passiert ist. Dann ein tiefer, enttäuschter Seufzer. Menschen, die mit der Hand oder dem Fuß gegen die Bande hauen, Entsetzen im Gesicht. Kein schöner Anblick. Doch es wird weiter unterstützt und angefeuert. Doch je weniger Zeit bleibt, umso resignierter die Gesichter.

 

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Nach Abpfiff scheinen sich trotzdem viele relativ schnell damit abzufinden. Hier und da wird sich noch geärgert. Aber seien wir mal ehrlich: Das Spiel war spannend, unterhaltsam und hat Spaß gemacht. Dass die Störche am Ende verdient unverdient verlieren (Danke an dieser Stelle an den Urheber dieser knappen und sehr treffenden Zusammenfassung!) ist zwar irgendwie bitter. Doch dank des insgesamt hochklassigen Fußballs, den wir in diesem Achtelfinale im Holstein-Stadion sehen durften, können wir uns auf den Rest der Saison freuen. Und eins steht ebenfalls fest: Auch im nächsten Jahr werden wir (und das weiterhin ganz ohne Qualifikation über den SHFV-Pokal) mit großer Sicherheit wieder Pokal spielen. Also neue Chance auf Berlin.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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