14. April 2019, Audi-Sportpark, Ergebnis: 1:1


Auswärtsspiele in Bayern sind eigentlich eine feine Sache. In jeder noch so kleinen Stadt gibt es eine sehenswerte Altstadt und mindestens eine urige Gastwirtschaft mit Bier und lecker Essen. Nachteil ist, dass es von Kiel halt doch arschweit weg und Ingolstadt auf einem Sonntag kein Geschenk ist. Deshalb empfiehlt sich auf jeden Fall, schon einen Tag vorher anzureisen, um den Reisestress etwas zu entzerren. Zudem sich dadurch die Möglichkeit ergibt, im Osten, Süden oder benachbarten Ausland noch den einen oder anderen Kick mitzunehmen. Eine Kieler Reisegruppe entschied sich für Neumarkt in der Oberpfalz. Netter kleiner Ground mit anständiger Verpflegung – ein Bericht folgt noch.

 

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Löwenzahn

 

Essen

 

Die Restkilometer nach Ingolstadt waren schnell geschafft und nach kurzer Erholung im Wortspielhöllen-Hotel („Roomreich“) ging es ab Richtung Innenstadt und ins Gasthaus. Die deftigen Speisen dienten als Grundlage für das ein oder andere Bier. Kochen und Brauen können die Bayern einfach.

 

flutlicht

 

Am nächsten Morgen wurde noch ein bisschen Groundspotting betrieben. Auf der Bezirkssportanlage Mitte ist der MTV 1881 Ingolstadt zuhause, dessen Profiabteilung 2004 mit dem ESV Ingolstadt zum FC Ingolstadt fusionierte. In der Saison 1979/80 spielten beide Vereine allerdings noch für sich selbst, aber beide in der 2. Bundesliga Süd. Inklusive Derbys im besuchten Stadion und auf dem Platz des ESV, auf dem Holstein in der ersten Drittligasaison zu Gast war.

 

Stadion

 

2019 droht Ingolstadt gar keinen Zweitligisten mehr zu haben. Die „Schanzer“ sind akut abstiegsbedroht und verschleißen fleißig Trainer. Mit Thomas Oral wurde als vierter Trainer in dieser Spielzeit sogar ein alter Bekannter zum FCI zurück geholt, die Reaktionen zur Begrüßung des neuen/alten Übungsleiters sind allerdings mehr als durchwachsen. Insgesamt scheinen viele FCI-Fans schon mit dem Abstieg abgefunden zu haben – auch wenn rechnerisch noch alles möglich ist.

 

Zuschauerzahl

 

Gästeblock

 

Für Holstein ist der Relegationsplatz noch immer ein völlig realistisches Ziel, allerdings musste Tim Walter einiges umstellen. Dominik Reimann ersetzte den angeschlagenen Kenneth Kronholm im Tor, Arne Sicker und Dominik Schmidt rückten für die gesperrten Johannes van den Bergh und Stefan Thesker in die Startelf. Trotzdem legt Holstein gut los, konnte aber kaum gute Torchancen verzeichnen. Ingolstadt konzentrierte sich zunächst aufs Verteidigen, wartete ab und nutzte nach 13 Minuten die erste Chance. Ein langer Ball auf Stefan Kutschke, der quer legte auf Dario Lezcano, der den Ball dann aus kurzer Distanz einschob.

 

Der Rückstand wirkte sich spürbar auf das Spiel der Störche aus, die allerdings noch eine Riesenchance durch Jae Sung Lee hatten. Den Schuss des Koreaners konnte der Ingolstädter Verteidiger Marcel Gaus aber noch von der Linie kratzen. Kurz danach hatte Holstein dann Glück, dass nicht das 2:0 fiel. Auch wenn spielerisch viel Luft nach oben war, ließ der Halbzeitstand alles offen.

 

Jubel

 

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Der Pausentee wurde dann wohl recht lauf serviert – und er zeigte Wirkung. In Minute 53 flankte Arne Sicker in den Strafraum, wo Atakan Karazor per Kopf zum Ausgleich vollenden konnte.Leider nicht der Auftakt zu einem Offensiv-Feuerwerk, bis auf wenige Chancen blieben beide Teams zu harmlos für das. Was für sie auf dem Spiel stand. So blieb es dann auch beim gerechten 1:1, das für die Hausherren bis auf den Achtungserfolg zu wenig ist – was es für die KSV bedeutet, wird sich am Ende der Saison zeigen. Für den Moment war Tim Walter auf jeden Fall mächtig angesäuert.

 

Walter

 

Von den mitgereisten 350 Kieler Schlachtenbummlern (Köln war irgendwie mehr ;) )gab es trotzdem aufmunternden Applaus. Quasi ein akustischer Schulterklopfer, für den sich die Mannschaft im Verfolgerduell gegen Paderborn am Ostersonnabend gerne revanchieren darf.

Alle Bilder in der Galerie.

 
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