Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder auf den Weg gemacht um Holstein ins Trainingslager zu begleiten. Erste Fotos könnt Ihr ja bereits unter www.facebook.com/Calcio.Culinaria sehen.

 

Bevor die Mannschaft aber am heutigen Abend angekommen ist, haben wir noch mal das Hotel gecheckt. Ihr könnt uns dabei begleiten:

 

20. Dezember 2014, Ostseestadion / DKB-Arena, Endstand 0:4

 

Wir sind es ja gewohnt nach 200 Kilometern, bzw. 2 Stunden unsere erste Pause der Tour zu machen. Umso angenehmer war es, dass wir im letzten Spiel des Jahres 2014 nach dieser Distanz schon am Ziel waren. Die Verkehrsnachrichten meldeten laufend Glätteunfälle aufgrund von Hagel und überfrierender Nässe. Offenbar hatten wir aber Glück und konnten den vorweihnachtlichen Wetterkapriolen irgendwie ausweichen. Und spätestens in Mecklenburg-Vorpommern waren die Bedingungen nahezu einwandfrei. Etwas Aufregung dagegen bei den Zugfahrern - wie erwartet verlief die Durchfahrt von Lübeck nicht ganz vorfallsfrei. Zum Glück sind uns keine Personenschäden bekannt. Und alle 800 reisewilligen Kieler haben ihren Weg nach Rostock gefunden.

 

tor

 

Der FC Hansa hatte indes noch nicht den richtigen Weg gefunden. Bisher verlief die Saison für die Hansestädter eher enttäuschend. Neben der unverändert klammen Finanzlage - Marteria, seines Zeichens glühender Hansa-Fan, hat bereits zum Solispiel im März 2015 aufgerufen - ist auch die sportliche Situation alles andere als bequem. Die Ausgangslage: die Greifen stehen auf einem Abstiegsplatz, die Störche haben sich in einer eher sorgenfreien Zone eingenistet. Als Kieler war man in seiner Prognose dennoch verhalten. Schließlich wußten wir nicht, wie gut Holstein die Heimniederlage vom vergangenen Samstag verkraftet hatte. Auf der anderen Seite gab es trotz der bisher sehr unglücklichen Saison noch einen Restoptimismus. Nicht zuletzt wegen eines besonderen Zuschauers. Um fleißig die Werbetrommel für das Soli-Spiel, in dem zur Sicherung der Lizenz bis Januar insgesamt 15.000 Karten verkauft werden sollen, zu rühren, war Marteria heute persönlich zu Gast.

 

marteria

 

Und, wie der Stadionsprecher es als gutes Omen wertete, hatte der FCH noch nie verloren, wenn der ehemalige U17-Kicker Rostocks beim Ligaspiel anwesend war.

 

kiel

 

hierwacheich

 

Bereits vor Anpfiff war klar: Die 7.900 Zuschauer würden ein kampfbetontes Spiel auf einem durchweichten Acker sehen. Phasenweise war die Partie auch wirklich nicht schön anzusehen. Aber schnell war klar, wer das Heft in der Hand hielt.

13. Dezember 2014, Enstand 0:2

 

Letztes Heimspiel 2014! Der Freitag vor dem Samstag ließ wettertechnisch schon einmal einiges erwarten, Regen, starker Wind, am Himmel dominierte die Farbe schwarz. Beim Blick aus dem Fenster am Samstag hatte sich das Bild gewandelt. Mit 5 Grad und doch blauen Himmel sollte ein vernünftiger Abschluss des Heimspieljahres gelingen. Bei Holstein fehlte heute Manuel Hartmann, er fiel mit einem Magen-Darm-Virus aus.  An seiner Stelle spielte heute Patrick Auracher zum zweiten Mal von Anfang an für die Kieler Störche.

 

neitzel

 

kegel

 

Trotz des relativ nahen Gastspiels der 1. Mannschaft des BVB im Berliner Olympiastadion fanden sich heute gut 150 schwarz-gelbe im Gästeblock ein, die aktive Szene, welche auch bei günstigen Spielen das Drittligateam unterstützt, natürlich nicht an Bord. Insgesamt waren heute knapp 5000 Zuschauer auf dem Holstein-Platz und die sahen zunächst eine KSV, die das Geschehen in den ersten Minuten des Spiels unter Kontrolle hatte, wirklich gefährlich wurde es vor dem Kasten von Torwart Almerovic aber selten.

 

heidi

 

Die Amateure des BVB machten es hier in der ersten Zeit nicht schlecht, die Räume waren eng, viel Platz ließ man der KSV nicht. Richtig warm wurde es auch den Rängen, hatte man sich nicht Punsch besorgt, nicht wirklich, Holsteins Hereingaben pflückte Dortmunds Torwart meist mühelos herunter. Bei den Gästen bemerkte man die gute Spielanlage schon von der ersten Spielminute an, allerdings strahlte das Team aus dem Ruhrpott eben überhaupt keine Gefahr vor dem Tor der Kieler Störche aus. Dann aber die 37. Spielminute, Dortmund im Vorwärtsgang, verschob das Spiel nach links, Kefkir mit viel Platz und traf aus 20 Metern zum 0:1, Kenneth Kronholm ohne Chance.

Nikolaustag 2014, Alpenbauer Sportpark Unterhaching, Endstand 1:1
 
Zwei Auswärtsspiele hintereinander sind an sich schon hart. Nachdem uns die Liga am vergangenen Wochenende ins südlich von Stuttgart gelegene Reutlingen geführt hatte, ging es dieses Mal in den Süden Münchens.
 
glocken
 
Also die beiden weitesten Touren der Saison innerhalb einer Woche. In Zahlen ausgedrückt: Hin und zurück 3.360 Kilometer.
 
Im Gegensatz zum letzten Wochenende verlief die Fahrt verhältnismäßig störungsfrei. Lediglich eine Vollsperrung bremste uns kurzfristig aus. Glücklicherweise konnten wir recht zügig die Autobahn verlassen und verloren auf dem Umweg über die Landstraße gerade mal 15 Minuten. 
 
Bevor es in Richtung Stadion ging, wurde natürlich ganz Calcio Culinara - like nochmal der nächste Edeka in Freising, dem Ort des Nachtlagers, aufgesucht. Die obligatorische Auswahl an regionalem Bier und Wurstwaren wurden an Bord gebunkert. Außerdem durften wir am heutigen Tag am Promostand Marzipan und Nougat verkosten. Die Dame empfohl uns, uns den Namen des Herstellers zu merken - Niederegger. Hoffentlich können wir uns das einprägen. 
 
Angekommen in Unterhaching konnte man bereits so einige Kieler im Stadionumfeld sichten.
 
Ein von Sponsoren bezahlter Bus, dessen Besatzung von der Fanbetreuung ausgewählt wurde, erreichte Unterhaching erst im Laufe der zweiten Halbzeit. 
 
 
 
So zählten wir bei Anpfiff in Gästeblock und auf Tribüne gut 150 Kieler, die es sich da bequem gemacht hatten. Angesichts von Entfernung und Jahreszeit ging das aber absolut in Ordnung. Lediglich der Kieler Support litt etwas unter dem nasskalten Wetter - zwischenzeitlich setzt sogar etwas Schneefall ein - und nicht zuletzt unter der Führung des Gastgebers. Einige Male schallte aber doch der eine oder andere Kieler Gesang ganz gut durch den Sportpark. Auch wenn kein Alkohol im Gästeblock ausgeschenkt wurde, konnte die Spielvereinigung mit einer hervorragenden Versorgung punkten. Neben den üblichen Softgetränken und alkoholfreiem Bier, gab es Fruchtpunsch und Kakao zum Finger warm halten. Satt essen konnten sich die Störche-Anhänger an Leberkas', Bratwurstschnecke im Brötchen und Krapfen - wir kennen sie als Berliner. Einige ganz Harte versuchten sogar trotz Temperaturen nahe des Gefrierpunktes die Eisvorräte im Gästeblock zu vernichten. Leider jedoch ohne Erfolg.
 
 
 
 
tribüne
 
Die gute Verpflegung abseits des einheitliche Arenafraß erinnerte mehr an einen sympathischen Kreisligisten mit großer Auswahl, als an ein ehemaliges Mitglied des deutschen Fußballoberhauses. Aus dieser Zeit, Saison 1999/2000 und 2001/2002, finden sich mit Chance sogar noch Aufkleber in den sanitären Anlagen. Denn im Gegensatz zu manch anderen Stadien, kämpft hier keiner den sinnlosen Kampf gegen Kleber auf Klo. Wie bei einer Litfaßsäule, braucht man an einigen Stellen wohl nur lange genug kratzen, bis man Spuren der glorreichen Zeit findet.

29. November 2014, Stadion an der Kreuzeiche, Endstand 0:0

 

Während es in der ultraorientierten Szene "Von Stadionverboten lassen wir uns nicht aufhalten!" heisst, steht unsere Fahrt mehr unter dem Motto "Von platten Reifen und kaputten Turboladern lassen wir uns nicht aufhalten!".

 

Gut drei Stunden vor Abfahrt steht das Transportmittel der Wahl quasi nur noch auf drei Füßen da. Also wird kurzerhand die Werkstatt des Vertrauens mit einem Eilauftrag betraut. Was sich anfangs noch wie eine kleine Katastrophe anfühlt, stellt sich am Ende als Glücksfall heraus. Nicht nur einer, sondern alle vier Reifen haben die Verschleißgrenze nach 60.000 Kilometer Dauerbelastung überschritten. Es wird sogar noch bescheinigt, das uns die Reifen schon lange um die Ohren hätten fliegen können. Glück gehabt. Als Konsequenz geht es dann mit vier nagelneuen und frisch aufgezogenen Gummis gen Süden. Weit kommen wir allerdings nicht. Kurz vor der Landesgrenze zu Hessen, also unmittelbar am Fuß der Kasseler Berge drosselt der Motor ab. Mehr als 90 km/h werden nicht mehr erreicht. Dazu die heutzutage übliche Warnlampendisko im Cockpit.

 

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Also nächsten Rastplatz angsteuert und Mobilitätssevice von Volkswagen kontaktiert. Eine Stunde später die Diagnose durch den herbeigeeilten Notdienstmechaniker: Defekt am Turbolader, die Reise für den Golf ist hier beendet. Aber VW wäre ja nicht VW, wenn die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten der Marke nicht einen Gegenwert hätten. Auf der Ladefläche des Notdiensttransporters steht ein Passat Kombi. Ganze drei Tage dürfen wir den für lau fahren. Reicht um die Tour in Richtung Nachtlager mit gut 1 1/2 Stunden Verspätung fortzusetzen. Genug Aufregung für ein Wochenende. Auch wenn die Nacht deutlich zu kurz ist, am Frühstückstisch macht sich erste Vorfreude breit. Da im Degerloch noch fleißig gewerkelt wird, weichen die Kickers für ihre Heimspiele, die sich aufgrund der Anfahrt mit Mannschaftsbus aus Stuttgart aber vermutlich auch wie Auswärtsspiele anfühlen, ins Reutlinger Stadion an der Kreuzeiche aus.

 

bus

 

Der SSV Reutlingen ist in der Oberliga deutlich entfernt von einer erneuten Begegnung mit Kiel. Zuletzt traf man 1965 in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga aufeinander. Also beste Gelegenheit, sich dieses ehemalige Zweitligastadion mal aus Nähe anzusehen. Auf jeden Fall einen Besuch wert. Während Kurve und Gegengerade an das alte Holstein-Rund erinnern, ist die leicht geschwungene, offene Haupttribüne von 2003 aufgrund ihrer Größe das herausstechendste Merkmal des Reutlinger Stadions.

 

kreuzeiche

 

haupttribüne

 

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Dort hat es sich auch der Supportblock der Kickers gemütlich gemacht - die Kieler befinden sich in der Kurve und können sich trotz etwas enttäuschender Anzahl an Auswärtsfahrern immer mal wieder bemerkbar machen.