21. Oktober 2017, Endstand 2:1

 

Arminia Bielefeld – das war für das Umfeld des noch relativ jungen Drittligisten Holstein Kiel in der Saison 14/15 schon die große weite Fußballwelt. Lange Jahre in der Bundesliga, die Bielefelder Alm gehört doch zu den bundesweit bekannten Stadien, mit dem jeder doch irgendetwas verbindet. Nebenbei kloppte sich Holstein vor 30 Monaten noch mit den Arminen um die Aufstiegsplätze in der 3. Liga. Das Auswärtsspiel in Ostwestfalen gehört mit dem Ausgleich kurz vor Schluss durch Breitkreuz sicherlich zu den großen Highlights in den Erinnerungen der fast 2.000 mitgereisten Kielern.

 

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Wie sich die Zeiten doch ändern, denn am 11. Spieltag der 2. Bundesliga stand doch tatsächlich wieder eine Begegnung zwischen Kiel und Bielefeld an und nicht wenige große Medienanstalten würden die aufgrund der Tabellensituation wohl wieder als „Topspiel“ bezeichnen. Das sahen auch viele der mitgereisten Arminia-Fans so, ca. 1.800 Fans hatten sich auf dem Weg an die Förde gemacht und brannten sich auch gleich in das Gedächtnis des restlichen Stadions ein. Vor dem Anpfiff zog eine gute Menge blauer Rauch und dazugehörige Raketen durch das Stadion.

 

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Auf dem Platz bekamen die Kieler Anhänger ein paar Veränderungen in der Startelf zu sehen. Trainer Markus Anfang zollte der bevorstehenden englischen Woche Tribut oder hatte sich die Gäste in der Analyse ausgeguckt, denn statt Seydel, Herrmann und Lewerenz bekamen gegen Bielefeld Schindler, Heidinger und Weilandt die Chance von Beginn an ihr Können zu zeigen. Außerdem freute sich Bernd Schippmann über die erste Nominierung im Zweitligakader, Lukas Kruse war krank. Bei den Gästen stand mit Sören Brandy sogar ein Ex-Storch im Kader, genaue Eindrücke von seinen Leistungen dürften aber nur noch die wenigsten im Kopf haben.

 

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Die in gegnerischen Stadion doch recht starken Gäste setzten Holstein von Anfang an unter Druck und liefen die Viererkette permanent an. Außerdem wurde die Partie doch recht hart geführt, bereits nach wenigen Minuten sah Dominic Peitz nach einem Foul an Klos den gelben Karton. Schiedsrichter Reichel hatte auch in der Folge einige Aktionen abzupfeifen, hatte aber auch nicht immer das richtige Händchen bei der Bewertungen von Zweikämpfen und persönlichen Strafen. Oft waren beiden Teams aber im Spielaufbau zu ungenau, der letzte Pass kam nicht an oder prallte an irgendeinem Bein der Defensive ab. Daraus resultierte dann auch der deutliche Mangel an Torchancen. Nach einer Viertelstunde flog dann einmal eine Arminia-Flanke durch den Strafraum, verfehlte das Ziel um einen Meter. Nach einigen verletzungsbedingten Unterbrechungen musste sich Kenneth Kronholm nach etwas über eine halbe Stunde zum ersten Mal so richtig strecken, doch der Versuch von Kerschbaumer flog am Ende einen Meter über die Latte.

 

Und die KSV? Die hatte kurze Zeit später auch den ersten gefährlichen Abschluss, doch wie Kerschbaumer verfehlte Marvin Ducksch die Führung knapp. Drei Minuten vor der Pause folgte dann die beste Gelegenheit der Partie: Heidinger konnte den Ball Richtung Elfmeterpunkt flanken, fand dort Regisseur Dominick Drexler, der Ortega im Tor zu einer Glanzparade zwang. Kurz vor Reichels Pausenpfiff hatte Goalgetter Ducksch per Freistoß die Führung auf dem Fuß, aber etwas zu ungenau.

 

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Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die beiden Teams etwas wacher und aktiver. Bielefeld hatte nun etwas Übergewicht, Zu oft konnten sich die Ostwestfalen durch das Zentrum kombinieren, Holstein fand keinen richtigen Zugriff auf das Spiel der Gäste. Dann konnten Voglsammer und Klos auch fast nutzen, aber Kronholm zeigte sein Können. Nach 64 Minuten war für Weilandt der Tag beendet, ihn ersetzte Lewerenz. Für das, wann dann folgte, wurde wohl die Phrase „Ein Ruck ging durch die Mannschaft“ erfunden. Denn der gerade gekommene Lewerenz legte Sekunden später das Spielgerät auf Ducksch ab, der den Ball mit seinem ganzen Selbstvertrauen in die Maschen zur Führung hämmert!

 

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Doch damit nicht genug, wenige Minuten später tauschten die beiden dann die Rollen, Ducksch drang von rechts in den Strafraum ein und spielte auf den blank stehenden Lewerenz, 2:0!

 

Die KSV überließ den Gästen wieder die Spielgestaltung und stand hinten sicher, sodass die Arminen offensiv nicht mehr viel bewegen konnten. Und ohne Czichos' Eigentor etwa fünf Minuten vor dem Ende hätten die Zuschauer auch nicht mehr wirklich zittern müssen.

 

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So langsam kann man es nicht mehr richtig überschauen, wo diese Saison noch hinführen könnte, wenn selbst solche Spiele am Ende mit einem Dreier für die KSV enden. Da passt es doch ganz gut, die eigene Form nun am Dienstag gegen einen Erstligisten zu testen. Knapp 500 Karten für den Gästeblock wurden bereits verkauft, es ist Zeit für einen ersten legendären Pokalabend auf des Gegners Platz!

 

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