25. November 2017, Endstand 0:0

 

Schleswig-Holstein gegen Bayern – Episode 2! Nach dem denkwürdigen Last-Minute-Punktgewinn in Nürnberg beim langjährigen Erstligisten wartete mit dem letztjährigen Erstligisten FC Ingolstadt 04 das nächste Brett auf die Störche. Zwar hatten die Ingolstädter einige Schwergewichte nach dem Abstieg verloren, Leckie ging nach Berlin, Groß nach Brighton, aber in der Audi-Stadt ist eben immer noch genug Knete vorhanden, um in der zweiten Liga einen Kutschke, Matip oder Lezcano zu halten. Aber auch einige Ex-Kieler tummelten sich im FCI-Kader, Hauke Wahl und Max Christiansen, der als gebürtiger Flensburger auch mal im Störche-NLZ kickte, schafften es auch beide direkt in die Startelf. Ausgeruht genug dürften sie auf jeden Fall gewesen sein. Schließlich gönnte sich der FCI einen eigenen Flug von Ingolstadt nach Holtenau und brauchte damit keine 90 Minuten in den Norden.

 

Nebel 1

 

Nebel 2

 

Nebel 3

 

Nebel 4

 

In diesem Norden war zum ersten Mal in dieser Saison so richtig der Winter eingekehrt. Dicker Nebel lag über dem Holstein Stadion und verdeckte auch die Flutlichtmasten, die es nicht richtig schafften, den Sky-Zuschauern ein perfektes Premium-Bild des Zweitligatopspiels zu liefern. Dazu noch 5 Grad Außentemperatur und man hatte das Gefühl, die Hinserie sei bald vorüber. Aber nein, drei Spiele blieben noch nach dem Aufeinandertreffen mit Ingolstadt, um die sehr gute Punkteausbeute weiter auszubauen. Im Stadionheft gab sich in der Steckbriefrubrik Steven Lewerenz die Ehre, der, wenn er eine Frucht wäre, sich als Erdbeere sehen würde, denn diese sei genauso süß wie er. Kingsley Schindler lobte er als sein kleines „Schokobaby“, die Laune innerhalb der Truppe ist also bestens. Kurz vor dem Anpfiff spielte die Stadionregie auch noch „Englische Wochen“ von Erik Cohen ein. „Abwehrrecken im Unterhaus, die Kurve schneidert Legenden draus.“

 

Block

 

Gäste

 

SPiel

 

Mal schauen, wie sich Holsteins Defensive gegen die Offensive der Gäste schlagen würde. Markus Anfang gab heute David Kinsombi eine neue Chance, Peitz blieb auf der Bank. Holstein kam ziemlich gut rein ins Spitzenspiel, nach drei Zeigerumdrehungen drosch Lewerenz den Ball in Richtung Gästekasten, aber weit vorbei. Da wäre etwas mehr möglich gewesen. Kronholm durfte danach auch aktiv werden, danach waren wieder seine Vorderleute dran. Marvin Ducksch, der sonst seine Probleme mit Matip und Wahl hatte, verfehlte das Tor nach Volleyabschluss nur knapp. Die Schanzer bissen sich in der Folge aber wieder in die Partie und kam zu gefährlichen Abschlüssen. Auch Hauke Wahl, mittlerweile mit drei Saisontreffern zum Torjäger mutiert, versuchte sein Glück aus der Distanz und Kronholm musste mächtig etwas investieren, um den Flatterball zu entschärfen. Kurz vor der Pause wurde die KSV wieder etwas aktiver. Drexler ging kurz vor dem Seitenwechsel im Strafraum zu Boden, aber das war etwas zu billig für Bundesliga-Schiedsrichter Harm Osmers, sodass seine Pfeife stumm blieb.

Denkedrans 1

 

Denkedrans 2

 

Denkedrans 3

 

Denkedrans 4

 

Ein kleines Highlight folgte in der Halbzeitpause, denn die geschätzten Herren von den Denkedrans stellten live ihre neue Vereinshymne auf dem Rasen vor. Die Arbeit hat sich gelohnt, ein schönes Stück Musik ist entstanden, der deutlich mehr gefällt als viele anderen Vereinslieder in Deutschland. Das sah auch die Westtribüne so und feierte die Jungs nach ihrem kurzen Gig gebührlich. In der zweiten Hälfte tat sich die KSV schwer gegen die besser werdenden Ingolstädter. Irgendwie fehlte immer wieder der letzte Pass, der Platz war tief und verursachte so manche Ungenauigkeit auf beiden Seiten. Optisch hatten die Gäste ein Übergewicht, aber Holstein hielt gut dagegen und konnte den Ball vom Tor weghalten, auch keine der unzähligen Ecken der Ingolstädter versprühte große Gefahr für die Störche. Allerdings hätte Hauke Wahl seinem Ex-Verein noch einmal richtig wehtun können, doch sein Kopfball nach einem Freistoß war zu schwach, um es über die Linie zu schaffen. So blieb es am Ende beim torlosen Unentschieden gegen einen Gegner, der phasenweise zeigte, zu was er noch im Stande sein wird.

 

Stadion

 

Panorama

 

Fazit aus den beiden Topspielen? Sicherlich die Erkenntnis, dass das Holstein-Kollektiv auch gegen richtig starke Teams bestehen kann. And the best is yet to come: Nächste Woche wird die Gästekurve nicht nur von respektablen 200 Ingolstädtern gefüllt werden, sondern von der zehnfachen Anzahl an Düsseldorfern, die sich das absolute Spitzenspiel nicht entgehen lassen werden. Wenn das nicht der größte Knaller nach Ben Hur wird... .

 

Endstand

 

Alle Bilder in der Galerie.

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