Rudolf-Harbig-Stadion, 9. Dezember 2018, Endstand: 0:2

 

Fußballfans tendieren ja manchmal zu einer Früher-war-alles-besser-Mentalität. Das stimmt allerdings nicht immer. Könnt ihr euch noch an diese mega-hässlichen Clownshüte mit Schellen erinnern, die Anfang der 2000er in den Stadien etabliert werden sollten? Ein Trend der sich zum Glück nicht durchgesetzt hat. Auch warne die Spiele inklusive Stimmung nicht besser. So lag auf der KSV früher zumindest gefühlt ein „Ost-Fluch“. Spiele in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen liefen selten gut. Ein gutes Beispiel dafür war auch das schlimme 0:3 am 12. September 2009 im fast fertigen Neubau des Rudolf-Harbig-Stadion.

 

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Neun Jahre später ist schon einiges Wasser die Elbe heruntergeflossen und inzwischen dürfen sich die Störche in der Favoritenposition fühlen. Zum einen, weil die Dynamos Holstein inzwischen liegen (letzte Saison gab es ein 4:0 auswärts und ein 3:0 zuhause), zum anderen weil das Team von Tim Walter derzeit einen Lauf hat und zuletzt in Duisburg zudem die Chancen konsequent nutzte und mit 4:0 gleich mal was fürs Torverhältnis getan hat. Eine kalte Dusche gab es trotzdem schon vor Anpfiff. Beim Aufwärmen verletzte sich Janni Serra am Knie und fiel aus der Startelf. Für ihn rückte Mathias Honsak nach.

 

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Doch für Sorgenfalten blieb nicht viel Zeit. Der erste richtige Holstein-Angriff saß bereits: Flanke Kinsombi, Kopfball Mühling, 1:0. Da hatte der Dresdner Keeper den Strafraum freundlicherweise dem Kieler Mittelfeldmann überlassen. Nach dem zweiten Angriff der Kieler stand es dann schon 2:0. Lee war noch am Keeper gescheitert, doch Honsak konnte erfolgreich abstauben. Auf Heimseite war danach bis zur Halbzeit irgendwie komplett die Luft raus, auch auf dem Rängen war es für Dresdner Verhältnisse vergleichsweise ruhig.

 

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Sky-Moderator Uli Potofski, der sich ein wenig zum Glücksbringer für Holstein entwickelt, bezweifelte in der Halbzeit, dass sich Kiel den Sieg noch nehmen lassen würde – und er sollte recht behalten. Zwar kam Dresden motiviert aus der Kabine, doch konnte weder aus Ballbesitz noch aus Ecken etwas machen. Und dann haut Kronholm auch gerne nochmal eine Parade raus, die einen alles Risiko im Aufbauspiel vergessen lassen. Das norddeutsche Wetter machte das Spiel nicht besser – mit zunehmender Dauer färbte sich der Dynamo-Walzer zunehmend blau-weiß-rot ein.

 

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Nach dem Schlusspfiff stand der nächste Zu-Null-Sieg gegen die SGD, und in dieser Saison das siebte Spiel ohne Niederlage in Folge. Schöner Abschluss für das Auswärtsjahr 2018, das etliche Highlights und viele Tore zu bieten hatte. Bevor es allerdings in die wohlverdiente Winterpause geht, stehen noch das Heimspiel gegen Bielefeld am Freitag und das Nord-Duell mit dem HSV am 23. Dezember an. Wenn der Platz da wäre, hätte das Spiel sicher das Potenzial, den „ewigen“ Zuschauerrekord vom Karfreitag 1951 zu brechen. Damals fanden 30000 Zuschauer in der Festung an der Förde Platz. Karten dafür wurden wohl eher nicht zu horrenden Preisen auf ebay gehandelt. Zumindest das war früher besser.

 

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