27. Juli 2019, Endstand 1:1

 

Das war er also, der Saisonauftakt. Letzte Saison war dieser für zwar deutlich fulminanter von statten gegangen, aber wer sich an die erste Zweitligasaison der Kieler Neuzeit erinnert, weiß, dass ein Unentschieden gegen Sandhausen kein schlechtes Omen für den Verlauf der Spielzeit sein muss.

 

Mast

 

Bei schönstem Kieler Sommerwetter steife Brise und strahlender Sonnenschein, versammelten sich insgesamt 10.103 Zuschauer im Holstein-Stadion. Gerade am gestrigen Freitag trafen heiße News hinsichtlich des Neubaus ein. So kann man sich 2024 auf eine neue, moderne Arena freuen. Soll natürlich nicht heißen, dass unser kleines Flickwerk keinen Charme versprüht, aber angesichts der geforderten Auflagen, nunmal erforderlich. Hoffen wir mal, dass sich auch jemand findet, der sie baut. ;) Dabei kann auch gleich eine „Hasenklappe“ eingebaut werden, um verirrten Langohren den Weg aus dem Stadion zu erleichtern. Die Westtribüne startete mit einem die gesamte Breite umfassenden blau-weiß-rotem Meer aus Fahnen, aufblasbaren Folienstäben, Flitter-Glitter und Wurfrollen.

 

HaseKSVSVS

 

 

Choreo

 

Einlauf

 

Die Verletzung von Jannik Dehm, die aller Wahrscheinlich nach bis zur Wintervorbereitung außer Gefecht setzen wird, wog schwer. Zwar hatte die KSV mit Todorovic zwar einen vielversprechenden Ersatz ins Nest geholt, dennoch war ihm die knappe Vorbereitungszeit anzumerken. Auch für ihn sich eine schwierige Situation. Umso unglücklicher, dass der frühe Treffer für die Gäste nach vier Minuten durch einen missglückten Klärungsversuch der Leihgabe aus Salzburg resultierte. Insgesamt schien zuweilen noch die Bindung zum Team zu fehlen. Ein Umstand, den eine weitere Trainingswoche hoffentlich beheben wird.

 

Mühling

 

Bereits wenige Minuten nach dem Treffer wurde klar, dass die Führung der Sandhäuser eher ein glücklicher Zufall gewesen ist. Das von Trainer André Schubert aus alten und neuen Spielern geformte Team funktionierte offensiv hervorragend. Schnell, trickreich und mutig stürmten Lee und seine beiden Flügel Serra und Neuzugang Iyoha. Besonder ein Alutreffer von Serra in der 8. Minute stach ins Auge. Die zuvor ausgeführte Ecke könnte so in jedem Lehrbuch stehen. Etwas, dass man aufgrund von Walters Liebe zu kurzen Ecken, zuletzt bei Holstein vermisst hatte. Nach gut einer Viertelstunde zog sich die Gastmannschaft deutlich zurück und versuchte, das Kieler Offensivspiel in den Griff zu bekommen. Alleine die noch fehlende Präzision im Abschluss verhinderte den Ausgleich. Die Kieler Verteidigung ließ allerdings noch deutlich zu oft zu wünschen übrig. Das Wort „Hühnerhaufen“ fiel auf der Tribüne – zuweilen traf das gut auf die Unordnung im eigenen Strafraum zu. Einzig die seelenruhig an der Torauslinie und im Strafraum pickende Taube schien konzentriert und ließ sich auch nicht nur wenige Zentimeter an ihr vorbei rauschende Stollenschuhe aus der Ruhe bringen.

 

Taube

 

Trotz der Unsicherheiten bekamen die Störche die erste Hälfte ohne weiteren Gegentreffer zu Ende. Wohl auch, weil die Offensivbemühungen des SVS nicht konsequent genug waren. Zu Beginn von Halbzeit zwei waren es zunächst wieder die Gäste aus Sandhausen, die die erste Minuten für sich einnahmen. Bereits nach zwei Minuten drohte ein Treffer durch Diekmeier. Reimann konnte den gefährlichen Ball jedoch noch übers Tor umleiten. In der 52. Minute durfte das Kieler Publikum jubeln. Nach einem starken Angriff über links trug sich die 1,91 m große Düsseldorf-Leihgabe in die Torschützenliste der KSV ein. Im Verlauf der zweiten Hälfte trat der Kieler Angriff zunehmend selbstbewusst auf. Ein ums andere Mal lag den Zuschauern der Torjubel schon auf den Lippen, doch der Ball wollte einfach nicht im Netz landen. Schrecksekunde in der 69. Minuten – Serra blieb nach einem Zweikampf liegen und hielt sich die Schulter. Doch nach kurzer Behandlung ging es für ihn zunächst weiter, nach knapp 9 Minuten musste er jedoch ausgewechselt werden und der aus Zwickau verpflichtete Lauberbach sprang für ihn ein. Hoffen wir mal, dass es bei Jann iSerra nichts Ernsthaftes ist und wünschen wir ihm eine schnelle Genesung.

 

Iohya

 

Jubel Dehm

 

Spielstand

 

Dem SVS war im weiteren Verlauf anzusehen, dass ihnen nicht mehr viel einfiel. Die Zahl der Fouls nahm deutlich zu. Binnen 24 Minuten hagelte es vier gelbe Karten für die Gäste. Am Ende geht das Unentschieden vollkommen in Ordnung. Holstein mit Schwächen in der Defensive und fehlender Präzision im Abschluss, Sandhausen, die nach hinten heraus etwas weniger spritzig wirkten, konnten einen Kieler Fehler zu Beginn der Partie clever nutzen. Dementsprechend konnte das Publikum das Stadion gut gelaunt verlassen und sich auf einen sommerlichen Sonnabendabend freuen.

Am kommenden Wochenende steht dann das erste Auswärtsspiel an. Da gibt es dann ein Wiedersehen mit dem Fußballgott himself, denn es geht nach Südhessen zum SV Darmstadt 98.

Alle Bilder in der Galerie.

 
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