Stadion am Fliesenwerk, 17. März 2018, Endstand 0:2

 

Der wilde, wilde Osten fängt gleich hinter Gudow an. ;) Naja, diese an Truck Stop angelehnten Zeilen sind sicher nicht ganz falsch, wobei Mecklenburg-Vorpommern immer nur bedingt Ostdeutschland ist. Zwar war das Bundesland ein Teil der DDR, andererseits wird man bei der Begrüßung „Moin“ auch nach 12 Uhr nicht fragend angeschaut. Das spricht eindeutig für Norddeutschland - alles ist halt relativ.

 

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Das gilt im übrigen auch für die Temperaturen. Während drei Kieler, die sich am Vorabend den Ar... abgefroren haben und froh sind, dem blizzard-artigen Schneesturm entkommen zu sein, freut sich der Stadionsprecher über jeden Besucher, der bei „arktischem“ Wind den Weg zum Verbandsligakick gefunden hat. Zugegeben, im Wind ist es etwas schattig, wo diesem allerdings entkommen werden kann, ist es fast schon frühlingshaft.

 

Am Eingang werden faire 4 Euro gelöhnt, gratis dazu gibt es die Information, dass es sich beim Gästetrainer quasi um einen Prominenten handelt. Übungsleiter beim Greifswalder FC ist mit Roland Kroos nämlich der Vater von Felix und Toni Kroos, die beide in der Hanse- und Universitätsstadt das fußballerische Einmaleins erlernten. Ganz so große Söhne im fußballerischen Bereich hat Boizenburg nicht zu bieten. Mit Rainer Kaube (in den 1970ern Stamm-Libero bei Hansa Rostock) und Hans Tauchert aber doch zwei nicht ganz unbekannte Namen. Letzterer war in der Saison 1948/49 neben dem Hamburger SV für elf Spieltage auch noch Trainer bei Ligakonkurrent Holstein Kiel in der Oberliga Nord, so dass es zu dem Kuriosum kam, dass im April 1948 Tauchert bei einem Spiel Trainer beider gegnerischer Mannschaften war. Ein prominenterer Name aus neuerer Zeit, der mit dem Verein in Verbindung gebracht werden kann, ist der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Torsten Koop.

 

Als Erfolge für den Verein, der 1948 unter dem Namen BSG Keramik Boizenburg gegründet und 1951 zunächst in BSG Chemie und dann 1954 in BSG Aufbau umbenannt wurde, können immerhin zwei Aufstiege in die zweitklassige DDR-Liga verbucht werden. Trägerbetrieb neben der Elbewerft war das ortsansässige Fliesenwerk (die Stadt trägt auch den Beinamen „Fliesenstadt“), das in direkter Nachbarschaft zum Stadion liegt und zudem Namensgeber ist. Direkt hinter einem der Tore wurde früher sogar der dafür notwendige Rohstoff abgebaut.

 

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Carrow Road, 6. März 2018, Endstand 0:0

 

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“I can’t read, I can’t write, but I can drive a tractor/I’m a Norwich City-fan and I’m a fucking wanker.”

 

Dass dieses “Bauern”-Klischee bereits kurz vor der Endstation in Norwich mit Vorbeifahrt an einem grün-gelben Landmaschinenhändler tatsächlich bestätigt werden konnte, sorgte für große Erheiterung bei der vierköpfigen Zugbesatzung. Knapp zwei Stunden benötigte der Zug von London und nach dem Einchecken im Hotel wurde zunächst das Zentrum der ca. 140.000 Einwohner zählenden Stadt erkundet. Und das ist tatsächlich einigermaßen sehenswert. So kann man gut am River Wensum spazieren gehen, die mittelalterliche Altstadt auf sich wirken lassen oder es sich in einem der Pubs gemütlich machen.

 

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Selhurst Park, 5. März 2018, Endstand: 2:3

 

Heute sollte es endlich zum zweiten Kick der Tour gehen. Über Jonesy, einen britischen Lad, den wir auf unserer letzten Tour kennengelernt hatten, bekamen wir Karten für diesen kracher. Die in etwa 45€ waren gut investiertes Geld. Für mich hieß es back to the roots, da der Selhurst Park mein allererster Ground in England war, den ich je gesehen habe. Am 18. September 2001 war es mit einem gewissen Herrn T. zusammen. Damals gab es ein 5:0 fürs Heimteam.
Heute sollten auch fünf Tore fallen, dazu später mehr.

 

Salvatore trennte sich von unserer Gruppe da er Palace ebenfalls schon hatte.
Da der Kick seiner Wahl mich aber nicht reizte, hatte ich mich für Palace zum zweiten entschieden und sollte es auch nicht bereuen... 🙂 Vor Ort angekommen, raus aus der Bahn begrüßt einen zu allererst die Ticket Mafia, die heute sehr verstärkt unterwegs war und dann mit dem Cherry Tree auch gleich der erste Pub.

 

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Nach einem Pint ging es dann aber schon weiter, und nach einem kleinen kulturellen Abstecher zum "Former Home of Sir Arthur Conan Doyle" sahen wir die Schönheit des Selhurst Park auch schon am Ende der Straße erstrahlen.
Flutlichtspiele haben immer wieder was besonderes, vor allem wenn es sich um britische Stadien in Wohngebieten handelt.

 

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Noch eine runde um den Block gedreht, einen recht guten Cheeseburger in der Fanzone gegessen (leider gab es weit und breit keine Buden) und dann rein in den Arthur Wait Stand. Unsere Plätze waren recht weit hinten, dafür mit Blick auf die Holmesdale Fanatics, eine der wenigen Ultra Gruppierungen auf der Insel.
Die Jungs gaben gut Gas und hielten sich dabei auch an den Rest des Stadions.
Schon zum Einlaufen der Teams wurde es laut, da fast alle mit sangen. Zu unserer leichten Überraschung standen bei uns auch alle, was uns aber sehr erfreute.

 

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Vicarage Road, 3. März 2018, Endstand 1:0

 

London, Anfang März  Während es einen Teil der Kieler Reisegruppe mit Luton Town nach Cambridge zieht, geht es für die anderen zu deren Rivalen aus Watford...

 

Aufgrund der plötzlichen Anwesenheit Frau Holles ging im United Kingdom nichts mehr, bzw nicht mehr viel... Was zur Folge hatte das ich auch im zweiten Anlauf kein Glück bei Brentford hatte. Stattdessen zog es Svenni und mich dann am Samstag nach Watford raus. Knappe 60 Minuten waren wir von unserer Unterkunft aus on Tour, dank einiger Sperrungen im Tube Netz mit einigen Umstiegen, was aber alles in allem in London ( und Großraum) ja nicht so problematisch ist.

 

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Nach knappen 20 weiteren Minuten per pedes erreichte man die Vicarage Road, die heimische Festung des Elton John Favourites Watford FC. Die Tickets gegen den heutigen Gegner, das Kellerkind West Bromwich Albion, bestellte man zur Sicherheit vor Antritt der Fahrt und konnte sie bequem am Matchday Collection Point einsacken. Hunderte freiwillige Helfer waren vormittags angerückt und hatten Wege und Terraces vom lästigen weiß befreit.

 

Man hatte noch etwas Zeit, so besuchte man noch den örtlichen Bookie und trank 2 schnelle Pints leckeren John Smiths im Red Lion, genau gegenüber des Grounds. Im Ground angekommen erstmal der Pie Test und der Peppered Steak Pie wußte tatsächlich zu überzeugen.

 

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Nebenbei noch ein kleiner Schnack mit den Damen hinterm Tresen, die sofort bemerkten das wir nicht so ganz das britische Kauderwelsch sprechen. Das Spiel begann mit einer netten Choreo auf Heimseite, das war es dann aber auch vom Heimanhang. Den Ton gaben die akut Abstiegsbedrohten Jungs aus Birmingham an. Lautstark nicht über volle 90, aber doch sehr oft und voller Hingabe an das Team.

 

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Grosvenor Vale, 5. März 2018, Endstand 1:0

 

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Während es den Rest meiner Reisegruppe zu Crystal Palace vs. ManU gen Süden zog, sollte es für mich nach Ruislip im Nordwesten Greater Londons gehen. Hier war mit Wealdstone FC vs. Wellington United ein Spiel der sechstklassigen National League South angesetzt.

 

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Der 1899 gegründete Club wechselte mehrmals seine Spielstätte und ist seit nunmehr 10 Jahren in Ruislip ansässig. Vinnie Jones begann bei den “Stones” seine Karriere und mit dem “Wealdstone Raider” hat es auch ein Anhänger zur (Internet-)Legende gebracht.

 

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Im Social Club konnte sich vor dem einsetzenden Regen in Sicherheit gebracht und Bier zu humanen Preisen erworben werden. Neben dem Schreiber hatten sich drei ältere Semester aus den neuen Bundesländern und auch zwei jüngere Krrrauts unter das Volk gemischt. Kurz vor Anpfiff bequemte man sich dann endlich mal ins innere des kleinen Stadions.

 

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