Auf dem Weg nach Chemnitz geht es vorbei an ein einen kleinen Ort, in dem der eine oder andere Holstein-Fan schon gewesen ist. Allerdings war damals eine kleine „Sehenswürdigkeit“ des Ortes noch unbekannt gewesen. Denn in Meuselwitz gibt es nicht nur die heute noch bespielte Bluechip Arena (ehemals Glaserkuppe Zipsendorf oder Ernst-Grube-Stadion), sondern auch noch das Helmut-Just-Stadion, wo einst die durchaus DDR-weit bekannte BSG Motor Meuselwitz kickte. Ehemals fasste das Rund bis zu 12.000 Zuschauer. „Ehemals“ stimmt hier wirklich sehr, denn aufgrund des Kohleabbaus in der Region kam es immer wieder zu Bodenabsenkungen, weshalb die Spielstätte 1993 verlassen wurde. Nach 23 Jahren hat sich die Natur vieles zurückerobert, aber halt nicht alles.

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Glasgow hat „The old firm“, Porto Alegre das „GreNal“ und Belgrad „das ewige Derby“ - die großen Feiertage des Fußballs finden unter direkten Nachbarn statt. Ein besonderes Duell dieser Art findet auch unweit des Nord-Ostsee-Kanals in Dithmarschen statt. Ein Landstrich im Südwesten Schleswig-Holsteins, der als Europas größtes geschlossenes Kohlanbaugebiet bekannt ist, und dafür dass die Bauern der Region am 17. Februar 1500 das zahlenmäßig weit überlegene Heer des dänischen Königs Johann I. und seines Bruders Herzog Friedrich von Holstein besiegen konnten. Ein Ereignis, das bis heute identitätsstiftend für die Menschen zwischen Eider, Elbe und Nordsee ist.

 

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Dort, im Schatten der Brunsbütteler Hochbrücke, liegt auf einem langgezogenen Erdstreifen die Gemeinde Averlak - mit nur 2 m üNHN nur sehr knapp über dem Meeresspiegel, was dem Dorf auch seinen Namen gab (Aver de Lake = „über dem Wasser“). Bei knapp 600 Einwohnern ist es schon keine Selbstverständlichkeit mehr, dass es überhaupt noch einen Sportverein am Ort gibt. In Averlak gibt es sogar zwei. Los ging es 1959 mit dem FC Averlak, gegründet laut Homepage von einer „handvoll sportbegeisteter Leute“. Der Verein entwickelte sich hervorragend, doch kam es in den 1980ern zu internen Streitigkeiten.

 

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Vom FCA spaltete sich 1986 der SV Blau-Weiß ab und startete zunächst in der Kreisklasse E. Inzwischen spielen beide Vereine zusammen in der Kreisklasse A. Und als wären zwei Mannschaften aus demselben 600-Einwohner-Ort nicht schon genug, gibt es von jedem Verein auch noch eine „Zweite“, die zusammen in der Kreisklasse D spielen. Ein wenig profitiert das Dorf dabei auch davon, dass im benachbarten Brunsbüttel, was den Fußball betrifft, vereinstechnisch eher eine Monokultur herrscht.

 

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Zwei Sportplätze gibt es entlang der 3 Kilometer langen Hauptstraße zwar nicht, abseits des Grüns ist aber alles in rot-weiß und blau-weiß getrennt. Das Vereinsheim des SVs hat sich dabei von einer kleinen zu einer inzwischen recht stattlichen Gartenhütte entwickelt. Bei der räumlichen Dichte sind die Derbys selbstverständlich eine besondere Angelegenheit. Auch wenn diese aufgrund der Sperrung des heimischen Platz auf dem benachbarten Sportplatz in Dingerdonn ausgetragen werden.

 

Wieder einmal ein auf und neben dem Feld unterhaltsamer unterhaltsamer Sonntagnachmittag beim Amateurfußball. Nachdem es am letzten Wochenende nach Schellhorn ging, hieß das Ziel diesmal Lehmkuhlen. Dort empfing der TSV Lepahn die Zweite des Raisdorfer TSV.

 

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Ein entspannter Sonntagnachmittag in der Kreisklasse A Plön. Der Platz der 1949 gegründeten Schellhorner Gilde liegt fast schon idyllisch am Lanker See. Einziger Wehrmutstropfen beim ansonsten unterhaltsamen 2:2: Vereinsheim zu, keine Wurst, kein Kaffee.

 

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Leimbachstadion, 21. Oktober 2016, Endstand 1:5

 

„Was ist besser als Verlieren? - Siegen!“ Um das WWW (Wehen-Wiesbaden-Wochenende) ein wenig aufzuhübschen, entschieden sich zwei Kieler schon mal am Freitag den Ritt in Richtung Süd-Westen zu starten.

 

Größere Staus gibt es auf der Strecke zum Glück keine, dafür viele kleine :/ Hier zehn Minuten, da eine Viertelstunde, bringt überhaupt keinen Spaß. Dank früher Abfahrtzeit bleibt aber noch genug Reserve, um entspannt zu bleiben. Nach dem Kamener Kreuz ist dann auch der letzte Stau überstanden und über die A46 und quer durchs Sauerland (mein Herz das schlägt fürs Sauerland). Kurz vor der Abfahrt Richtung Lüdenscheid entschließt man sich zu einem Abstecher in eben jene Stadt. Grund hierfür ist, wie sollte es denn auch anders sein, Fußball. Rot-Weiß Lüdenscheid gehört nämlich zu den Vereinen, mit den sich die KSV während der Zweitliga-Jahre duellieren durfte. Ehemalige Heimspielstätte der inzwischen nur noch in der achtklassigen Bezirksliga Westfalen kickenden Lüdenscheider ist das 1972 eröffnete Stadion Nattenberg.

 

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Inzwischen ist die Anlage rückgebaut, in den Kurven und auf der Gegengerade sind die Stufen einem Graswall gewichen, wodurch inzwischen statt 17.000 nur noch knapp über 7.000 Zuschauer zugelassen sind. Flutlichter und Panorama sind aber immer noch da, weshalb der Umweg lohnt (besonders auch weil ein Jugendtrainer für die anwesenden Kieler gerne mal aufschließt) und – obwohl man selbst nicht dabei war – nostalgische Gefühle hervorruft.

 

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Dann wieder auf die Autobahn und entspannte zwei Stunden vor dem Anpfiff ist die Unterkunft erreicht – als Kieler ganz stilecht wird natürlich im Hotel „Zum Storch“ eingecheckt. Nach kurzer Besichtigung des Zimmers geht es dann aber zügig weiter in Richtung Leimbachstadion. Nur 15 Minuten später wird der Wagen knapp 10 Meter vom Haupteingang entfernt geparkt und es geht hinein ins Vergnügen.

 

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Nach der langen Fahrt schweifen die Blicke allerdings zunächst einmal Richtung Verpflegung (ausführlicher Test hier), ehe die Augen das Stadion an sich begutachten. Der 1957 mit einem Spiel gegen den FV Hombruch 09 eröffnete Bau besteht ganz klassisch aus einer überdachten Haupttribüne (1975 eröffnet) mit 2.108 überdachten Sitzplätzen und unüberdachten Traversen in den Kurven und der Gegengerade. 19.400 Zuschauer ist die Gesamtkapazität des Stadions, in dem in der Saison 2004/05 Zweitligafußball zu sehen war. Der namensgebende Leimbach verläuft übrigens immer noch in Rohren unter dem Stadion.

 

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