Willy-Sachs-Stadion, 6. März 2018, Endstand 1:1

 

Der folgende Hoppingbericht entstand unter freundlicher Mithilfe der United States Air Force. Da die Räumung eines Weltkriegsblindgängers in Firmennähe und die damit verbundene Evakuierung im 500m-Radius dem Schreiber einen freien Nachmittag bescherte, werden nun doch ein paar Zeilen aufs virtuelle Papier gebracht. Ursprünglich war das gar nicht geplant, da das Willy-Sachs-Stadion ja CCK-seitig kein Neuland mehr ist, siehe hier und hier . Auch bei mir stand das Willy-Sachs-Stadion schon länger recht weit oben auf der ToDo-Liste. Wurde im Vorfeld noch mehrfach überprüft, ob das Spiel schon abgesagt wäre – der Tieftemperaturphase fiel so z.B. auch das für den vorigen Freitagabend angesetzte Heimspiel der Schweinfurter zum Opfer – schien für das Heimspiel gegen Bayern II aber alles glattzugehen. Die Wettervorschau vom Sonntag prognostizierte für den Dienstagabend sogar schon beinahe frühlingshafte 7-8°. Also Celsius...Passend dazu machte ich mich nach der Arbeit von Fürth aus bei Schneefall auf den Weg :/

 

In Schweinfurt angekommen, war das Thermometer immerhin leicht im Plusbereich. Die 2km Fußweg zum Stadion bestätigten die Eindrücke der Vorschreiber: Schweinfurt ist wirklich alles andere als hübsch, tatsächlich die erste fränkische Mittelstadt, der ich das Prädikat „echt hässlich“ verleihen würde. Das gleicht das Willy-Sachs-Stadion aber mehr als aus: ein wunderschöner Oldschoolground. Durchgängige, moosbewachsene Stehtraversen auf einem Erdwall, Bäume links und rechts des Fußwegs oberhalb der Stehränge und vier herrliche, leicht schräg in den Ground hereinragende Flutlichtmasten.

 

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Mussten beim Derby gegen die Würzburger Kickers 2013 noch 10€ für den Eintritt berappt werden, so ist man heute für 9€ mit von der Partie. Ein durchaus fairer Preis. Darüber hinaus gibt es zum heutigen Spiel noch eine Aktion, die Schülern und Studenten zum symbolischen Preis von 1€ Zutritt gewährt. Mir gefällt das, allerdings hat es den beabsichtigten Effekt wohl nicht erzielt. Es finden sich um die 1500 Zuschauer ein, davon ca. 200 Bajuwaren im Gästeblock.

 

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Eigentlich doch eher wenig, wenn man zusätzlich bedenkt, dass die Partie Fünfter gegen Zweiter im Vorfeld zum Spitzenspiel erklärt wurde. Na gut, als Neutraler sagt der Blick auf die Tabelle und hier vor allem auf die Punktzahlen, dass „Verfolgerduell“ sicher eine treffendere Titulierung gewesen wäre. Echte Aufstiegschancen haben die „Schnüdel“ mit 11 Punkten Rückstand auf 1860 nämlich nicht mehr. Vor Anpfiff noch schnell die Gastro abgecheckt: zweierlei Sorten Brät werden auf den Grill geworfen. Klassische Bratwurst und eine rote Rindswurst. Die Wahl fällt auf letztere. Das kurze Fazit: geschmacklich top und preislich für 2,50€ inkl. Brötchen okay stört doch nur die etwas zähe Pelle den Genuss.

 

Hermann-Neuberger-Stadion, 10. Februar 2017, Endstand 3:2

 

Die Ansetzung des Lauternspiels auf den Freitagabend bot die Gelegenheit, am Samstag noch irgendwo ein Spielchen mitzunehmen. Die Wahl fiel dann auf eine Heimpartie des FC Saarbrücken. Prinzipiell wär auch ein Doppler mit Metz locker machbar gewesen, aber dank einer guten Zugverbindung zurück nach Nürnberg wurde es dann doch nur dieses Match. Schon verrückt, vor gar nicht langer Zeit durften wir noch mit dem Traditionsverein aus der saarländischen Landeshauptstadt die Klingen kreuzen, heute trennen Holstein und den FCS zwei Ligen. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga 2014 scheiterte man direkt in der Folgesaison als Zweiter in der Aufstiegsrelegation an den Würzburger Kickers. Nach den Plätzen 7 und 3 in den darauffolgende Tendenz wieder zwar klar nach oben. Vor diesem Spieltag führt man die Regionalliga Südwest souverän mit 13 Punkten Vorsprung an. Dass das aber am Ende nicht viel wert sein muss, weiß man in der Südwest im Allgemeinen sehr gut, zogen doch beide Vertreter in den letzten Jahren immer – mal mehr, mal weniger dramatisch – den Kürzeren.

 

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Aufgrund des langwierigen Umbaus des heimischen Ludwigsparks trägt der FCS seine Heimspiele von 2016 an bis voraussichtlich 2019 im benachbarten Völklingen. Völklingen ist eine alte Bergbau- und Stahlstadt: dementsprechend „hübsch“ gestaltet sich der Fußweg vom Bahnhof zum Stadion auch. Bis auf das Alte Rathaus gibt es eher weniger Hingucker, dafür wird man direkt von der Völklinger Hütte empfangen und Schornsteine prägen das gesamte Stadtbild.
Nach zwei km ist das Hermann-Neuberger-Stadion des aktuellen Ligakonkurrenten SV Röchling erreicht.

 

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Von den ca. 8400 Plätzen sind lediglich 600 überdachte Sitzplätze auf der kleinen Tribüne, der Rest sind offene Steher. Diese befinden sich links und rechts der Tribüne. Die Stehblöcke enden jeweils in den Kurven, neben dem Gästeblock läuft die Kurve als grasbewachsener Wall weiter, der zur gegenüberliegenden Eckfahne hin schließlich sanft ausläuft. Der Ground atmet noch durch und durch den Geist vergangener Jahrzehnte: Laufbahn, freistehende Imbissbuden und ein schönes Dixiland ;)

 

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Die Heimspielstätte des VfR Kaiserslautern ist nicht nur aufgrund der 1925 errichteten Holztribüne ein wahres fußball-historisches Kleinod - und liegt nur wenige 100 Meter vom Fritz-Walter-Stadion entfernt. Wer also sowieso in der Pfalz ist, sollte auch auf dem Erbsenberg vorbeischauen.

 

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Grau, nasskalt, ungemütlich – die kalte Jahreszeit an der Küste ist selten das, was man sich im Allgemeinen unter Winterromantik vorstellt. Um dem Anflug von Depressionen vorzubeugen, tut es da gut, die heimischen Gefilde in Richtung Süden zu verlassen. Die Wahl der Destination wird dabei vereinfacht, wenn das eigene Team das Wintertrainingslager am Mittelmeer aufschlägt.

 

Nachdem es Holstein vor einiger Zeit noch an die türkische Riviera zog, ist inzwischen Spanien zum Ziel der Störche geworden. Der Ort La Manga dürfte einigen Holstein-Fans noch bekannt sein, fand hier doch vor zehn Jahren das „legendäre“ Testspiel gegen Jerez Industrial CF statt, bei dem der Gegner eher an ein Kneipenteam erinnerte und erst 15 Minuten nach geplantem Anpfiff zu elft war.

 

Für die Mannschaft ging es schon zu Beginn der Woche los, für die Touristen am Donnerstag hinterher. Neben der Verbindung eines irischen Billigfliegers war mit TAP auch die Route über Lissabon eine Option. Vorteil hierbei die Ankunftszeit, die nicht mitten in der Nacht lag und die Aussicht auf die „Blädderteichdinger mit Pudding“ (O-Ton eines Hamburgers an Bord des Flugzeugs). Und natürlich sind die Pastéis de Nata definitiv den Umweg wert.

 

Pasteis

 

Prop

 

Propeller

 

Weiter geht es mit Propellermaschine nach Alicante und von da aus per Mietwagen in Richtung Mar Menor. Das „kleinere Meer“ ist eine Salzwasser-Lagune in der Region Murcia, die das salzhaltigste Binnengewässer Europas ist und von der Nehrung „La Manga“ vom Mittelmeer abgetrennt wird. Auch wenn das Gebiet natürlich an vielen Ecken sehr touristisch geprägt ist, gibt es immer noch den einen oder anderen authentischen Fleck Spanien zu entdecken. Bis auf die ganzen Serrano-Schinken, die im Supermarkt hängen, ist davon nach Sonnenuntergang aber zunächst noch nicht viel zu sehen. Dafür entschädigt der Blick am nächsten Morgen aus dem Hotelzimmer - „Hallo Mittelmeer, hier sind wir!“

 

Sonnenaufgang Tag 2

 

Testspielfreitag

 

Es ist nicht nur die Sonne, welche die Laune steigen lässt, es ist die ganze Natur mit Hibiskusblüten, Zitrusfrüchten, usw. Nach ausgiebigem Frühstück (das im Hotel sehr „englisch“ daher kommt, allerdings mit kleinen Chorizowürstchen – sehr lecker, aber eine Herausforderung an den Verdauungstrakt) geht es zum Trainingsplatz des La Manga Clubs, wo die Störche bereits fleißig schwitzen. Die intensive Vorbereitung auf die Rückrunde ist in vollem Gange – und auch Fotografen zeigen vollen Einsatz. ;) 

 

Frühstück

 

Sonne Tag 2

 

Hibiskus

 

Butschies 

 

 

Für den Nachmittag steht ein Test an – Kieler SV Holstein gegen die VV St. Truiden. Inzwischen haben sich für den Kick gegen den belgischen Erstligisten weitere bekannte Gesichter aus Kiel und Fußballprominenz auf der Tribüne eingefunden, dazu noch eine Gruppe Fans des Gegners. Auf dem kleinen Ground, der immerhin über einigen Ausbau und Flutlicht verfügt, wird auch der La Manga Cup ausgetragen, bei dem vor allem Teams aus Skandinavien und Osteuropa, wie Rosenborg, der FC Nordsjælland, CSKA Moskau oder Shakhtar Donetsk in der Vorbereitung um den Titel kämpfen (und wahrscheinlich einen übertriebenen Pokal).

 

LaManga Club

 

Kapitano

 

Kopsball

 

Miro

 

Weilandt

 

Anfang

 

Panorama La Manga

 

Stade de la Meinau, 16. Dezember 2017, Endstand 2:1

 

Strasbourg – diese Stadt und ihren Verein hatte man als fleißiger Auswärtsfahrer, der schon unzählige Male die Autobahn über Frankfurt in den Südwesten der Republik befahren hatte, schon lange auf der Agenda. Die KSV musste allerdings erst in die zweite Liga aufsteigen, damit sich diese Möglichkeit endlich ergab. Was für Auswärtsfans ein Graus ist, stellte sich für die Kieler Reisegruppe als Glücksfall heraus: Anstoß am Samstag um 20:00 Uhr. So ging es nicht mitten in der Nacht Richtung Süden, sondern noch zu einer ganz akzeptablen Zeit. Bis auf einen kleinen Umweg kurz vor der Mainmetropole verging die Zeit wie im Fluge, sodass man erstmals die Brücke zwischen der deutschen Grenzstadt Kehl und Strasbourg überqueren konnte. Die Stadt des EU-Parlaments boomt offensichtlich: Neubau an Neubau reihte sich am Rande der Straße in die Innenstadt aneinander. Inwieweit dies aufgrund der großzügigen Diäten der Abgeordneten des Parlaments passiert, blieb unklar. Die Preise waren allerdings deutlich niedriger als in deutschen Ballungsräumen, wenn also jemand Eigentum erwerben möchte, nur zu, in Strasbourg ist genug vorhanden.

 

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Strasbourg zu Weihnachten bedeutet aber auch volle Straßen und keine Parkplätze. Doch die Reiseleitung wusste schon vor dem Trip Rat, sodass zunächst ein Parkplatz gegenüber des Stade de la Meinau angesteuert wurde. Da haben sich die Tourismusexperten der Stadt wirklich ein sinnvolles System ausgedacht. Ein Tagesticket für den Parkplatz inklusive ÖPNV-Nutzung für die Autoinsassen gibt’s für etwas über vier Euro. Top! Mit der Tram ging es innerhalb von fünf Minuten in die Innenstadt. Die Stadt wirbt selbst mit dem Slogan „Capitale de Noël“ und das schienen diverse Franzosen, Schweizer und Deutsche auch zu beherzigen: Die Straßen waren brechend voll. Am Rande der Altstadt kontrollierte die Polizei mit Schleusen jeden Besucher des Weihnachtsmarkts, wenigstens eine Maßnahme für das Sicherheitsgefühl der Leute, denn wirklich effektiv stellten sich die Beamten dabei nicht an.
Die Altstadt ist wirklich einen Besuch wert: Viel Fachwerk, kleine Gassen und Geschäfte sind auch außerhalb der Weihnachtszeit einen Besuch wert - und vielleicht sogar zu empfehlen. Schließlich war die ganze Region in der Stadt, sodass es doch sehr eng wurde. Auf den obligatorischen Flammkuchen und heiße Maronen konnte dennoch nicht verzichtet werden.

 

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Zurück am Stadion hatte der fleißige Grillmeister seinen Stand fertig aufgebaut, sodass sich die Reisegruppe sogleich noch eine Merguez gönnte. Auch am Stadion hatte sich der Verein etwas ausgedacht und einen kleinen Weihnachtsmarkt organisiert. Schon zwei Stunden vor Anpfiff waren schon viele Fans auf dem Stadiongelände. Zufälligerweise hat auch Racing Strasbourg einen Storch als Maskottchen und so war man den Verein auch gleich irgendwie verfallen. Dies beruht jedoch nicht auf einer Farbkombination der Spielkleidung, der Storch ist schlicht das Wappentier des Elsasses und eines der beliebtesten Symbole der Gegend.

 

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