Ein früherer CCK-Beitrag von Malta findet sich hier. Damals wurden die drei meistgenutzten Stadien der Insel gekreuzt, deren Besuch bei meinem Aufenthalt auf der Insel terminlich leider nicht möglich war. Stattdessen wird das direkt nördlich vom Nationalstadion gelegene MFA Centenary Stadium besucht, um einer Erstrundenpartie der FA Trophy, dem hiesigen Pokalwettbewerb, beizuwohnen. Strukturiert ist diese ähnlich wie das große britische Vorbild, d.h. Teams höherer Ligen steigen erst später in den Wettbewerb ein.

 

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Freunde exotischer Vereine sind mit diesem Wettbewerb jedenfalls gut bedient: die Clubs von Gozo, einer zum Staat Malta zugehörigen Insel, die unter dem Dach der Maltese Football Association (MFA) ihre eigenen zwei Ligen ausspielen, nehmen hier ebenfalls teil.

 

Der gastgebende Għajnsielem F.C. ist siebenmaliger Gozo-Meister und der älteste noch bestehende Verein auf der Insel. Die Gäste vom Kirkop United FC spielen in der Maltese Third Division, also der untersten der 4 maltesischen Ligen.

 

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Man kann sich das Niveau bei dieser recht unterklassigen Ansetzung also schon in etwa vorstellen – und: man wird auch nicht gerade positiv überrascht. Knapp 50 Zuschauer finden sich auf der einzigen Tribüne des Kunstrasenplatzes ein (Fassungsvermögen ~2.000 Zuschauer), um Zeuge eines recht grottigen, aber dennoch irgendwie denkwürdigen Spiels zu werden.

Promontor utcai Stadion, 01. Oktober 2017, Endstand 0:3

 

Das Schöne an einem Städtetrip mit der Liebsten in eine Großstadt ist, dass man hier meistens genügend Auswahl an Spielen hat, und sich dann mal zu einem verdrücken kann, dessen Terminierung für möglichst wenig Verstimmungen sorgt. So geht es am langen Wochenende zum Tag der Deutschen Einheit, das in Budapest verbracht wird auch nicht zu einem der großen Vereine wie Ferencvaros, Honved oder Ujpest, sondern in den Budapester Südwesten zum Zweitligisten Budafoki MTE.

 

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Großartige Erfolge hat der 1912 gegründete Club nicht vorzuweisen, in der Vorsaison gelang immerhin der Sprung in die 2. Liga. Dort muss man sich wenig überraschend nach unten orientieren: Budafoki steht im Tabellenkeller und empfängt an diesem Spieltag den Tabellenzweiten aus Kiszvárda.
Mit Tram und Bus geht es zum 4000 Zuschauer fassenden Promoter utcai Stadion. Der Ground überzeugt sofort: eine gepflegte Anlage mit einer netten Sitzplatztribüne. Einzig die Laufbahn trübt den Gesamteindruck etwas. Naja, das und die übelst trashige Vereinshymne im 90er Jahre-Eurodance-Style....

 

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Bei strahlendem Sonnenschein finden 500 Zuschauer ihren Weg hierher, wobei sich der Supportkern auf der Tribüne auf Höhe der Mittelinie einfindet. Die Gästefans sind am Ende derselben Tribüne untergebracht, getrennt sind die Lager nur durch ein paar Bauzäune und Flatterband.

 

Stadion am Zoo, 14. Oktober 2017, Endstand 2:0

 

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„Großstadt im Grünen“, „Wiege der Industrialisierung Deutschlands“ oder auch das „San Francisco Deutschland“ - all das sind Attribute, die Wuppertal zugeordnet werden. Dabei ist die Stadt im Bergischen Land noch nicht einmal 100 Jahre alt, da sie erst 1929 durch den Zusammenschluss der Städte Barmen und Elberfeld, so wie Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel entstand. Noch älter ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt, welches sie in einer Reihe mit Brockway, Ogdenville und North Haverbrook erscheinen lässt. Wohl niemand denkt bei dem Begriff „Schwebebahn“ nicht an Wuppertal und umgekehrt. Alleine, um einmal mitgefahren zu sein, lohnt der Ausflug an die Wupper.

 

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Wobei auch das Stadion am Zoo alleine durchaus seine Reise wert ist. Offiziell passen auf die Tribünen 28.300 Zuschauer, davon dürfen aus Sicherheitsgründen aber maximal 25.300 genutzt werden (im oberen Bereich der Gegengerade wird ein wenig Lost-Ground-Feeling erzeugt). Schmuckstück ist die in den 1990ern noch einsturzgefährdete, dann aber sehr gelungen renovierte Haupttribüne, die zur Wupper hin gelegen ist und 5000 Sitzern ein Dach über dem Kopf bietet.

 

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Einst zählte das Stadion am Zoo zu den größten im Westen der Republik und war weltberühmt für seine Radrennbahn, auf der etliche Rekorde erzielt wurden. Diese existiert aber schon lange nicht mehr, in den ehemaligen Kurven befinden sich inzwischen Stehränge. Aufgrund von finanziellen Komplikationen kam es während der Umbauten immer wieder zu Verzögerungen.

 

Klamme Kassen – wie bei vielen anderen Traditionsvereinen auch beim WSV, der drei Jahre in der Bundesliga (von 1972 bis 1975) spielte und auf eine Teilnahme am UEFA-Pokal 1973/74 (Erstrunden-Aus gegen Ruch Chorzów) zurückblicken kann, ein leidiges Thema. Die finanzielle Schieflage führte 2013 zur Zahlungsunfähigkeit und zum Absturz in die Fünftklassigkeit. Auf die „große Zeit" folgten in den 1970ern immerhin noch fünf Jahre in der 2. Bundesliga Nord. Danach blieb man, von einem kurzen Intermezzo in der 2. Bundesliga Anfang der 1990er abgesehen, drittklassig. Zur Jahrtausendwende stieg Wuppertal sogar bis in die vierte Liga ab, dies hatte aber weniger sportliche Gründe. Der Verein hatte vergessen Beiträge für die Berufsgenossenschaft zu leisten. Trotz vehementer Versuche sollte die Rückkehr in die 2. Bundesliga bis heute nicht gelingen, immerhin durfte sich der Verein aber zu den Gründungsmitgliedern der 3. Liga zählen. Doch brachte auch dies dem WSV kein Glück und man stieg weiter ab in die Regionalliga. Die Schuld an dieser Misere wurde von Fans unter anderem dem langjährigen Präsidenten Friedhelm Runge gegeben, der auch gleichzeitig der Geschäftsführer des Hauptsponsors war und zusätzlich Geld aus seinem Privatvermögen investierte. Mit seinem Rücktritt im Winter 2013 fehlte dem Verein von Stadion am Zoo nachfolgend ein Hauptsponsor, weshalb man im Sommer des gleichen Jahres Insolvenz beantragen musste.

 

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SMR-Arena, 19.08.2017, Endstand 2:3

 

Da zwei Offenbacher Hopper noch Mitfahrer suchten, bot sich die Chance mit Buchbach mal einen der abgelegeneren Grounds der Regio Bayern zu kreuzen. Unterwegs wurde bei Regensburg noch ein kurzer Zwischenstopp bei der Gedenkstätte Walhalla eingelegt. Sehr imposant, und der Kulturanteil des Trips war damit auch erfolgreich abgehakt.

 

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Weiter ging es dann zum Spielort, wo man trotz später Ankunftszeit noch einen Parkplatz direkt vorm Haupteingang ergattern konnte. Obwohl Buchbach ein Nest mit 3000 Einwohnern und die Bezeichnung Arena womöglich etwas hochtrabend ist, ein schmuckes kleines Stadion ist es allemal. Eine sehr gepflegte Anlage mit teilweise überdachter Haupttribüne und Traversen auf der Gegengeraden. An der Hintertorseite am Eingang empfangen einen direkt das Vereinsheim sowie Stände mit Speis und Trank. Und da kann Buchbach wirklich punkten: neben verschiedenen Würsten (die von den Mitfahrern ebenfalls gut bewertet wurden) wurde „Sau vom Grill“ angeboten. 

 

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Dazu wurden Krautsalat, Kartoffelsalat und Brötchen gereicht – nicht wahlweise, sondern all das. Das war die 9€ mal komplett wert, sowohl geschmacklich als auch von der Menge her. Essen top, Wetter top, jetzt fehlte nur noch ein ordentlicher Kick. Der gastgebende TSV ist in den letzten zwei Jahrzehnten von den untersten Spielklassen über die Bayernliga schließlich 2012 bis in die Regionalliga Bayern marschiert. Seitdem hält sich der Verein dort und ist vor dem heutigen Spieltag Tabellenzweiter. Die Gäste aus Garching belegen Rang sieben, man kann also durchaus von einem Spitzenspiel reden, dem heute 760 Zuschauer beiwohnen.

 

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Stadion am Kreuzsteinweg, 1. September 2017, Endstand 1:1

 

Manchmal braucht man eben Glück bei der Spielauswahl. Die Wahl fiel ursprünglich hauptsächlich aufgrund der guten Erreichbarkeit direkt nach der Arbeit auf diese Freitagabendpartie. Dann stellt sich heraus, dass dies ein Nachbarschaftsduell mit Derbycharakter ist, liegen die jeweiligen Sportplätze doch nur knapp über einen Kilometer auseinander. Dass an just diesem Wochenende ebenfalls noch die Poppenreuther Kärwa (Kärwa = Kirchweih = Volksfest) stattfindet, mutet zunächst wie sehr großer Zufall an. Vermutlich erklärt es aber eben genau diese Ansetzung, der Verband berücksichtigt offenbar gerne diesbezügliche Vereinswünsche.

 

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So verwundert es auch nicht, dass dieses Duell schon vor Beginn als das Spiel des Jahres angepriesen wird. Immerhin, es sind auch beinahe 500 Zuschauer (die Zahl kam uns ein wenig zu hoch vor, wurde aber so durchgesagt) hierher gepilgert – für die Kreisliga auf jeden Fall beachtlich. Im Vorfeld wird die besondere Kulisse genutzt, um einige verdiente Vereinsmitglieder zu ehren. Eine schöne Idee, denn einen solch würdigen Rahmen wird man in den Niederungen des Amateurfußballs sicher nicht jedes Wochenende vorfinden. Beide Teams sind zwar geographisch nahe beieinander, tabellarisch aber weitestmöglich entfernt. Hier spielt der Erste aus Poppenreuth mit 10 Punkten aus vier Spielen gegen den Letzten Germania, der bisher nur ein Pünktchen vorweisen kann. Ohne diese Ausgangslage wäre das Match gedanklich eventuell unter „ein Spiel wie jedes andere auch“ abgeheftet worden. So aber bleiben 90 Minuten,
an die man sich gerne erinnert. Die ersten 45 Minuten agieren de facto nur die Gastgeber und das Geschehen spielt sich großteils in der Hälfte der Germania ab – allein, die Murmel will nicht über die Linie. Ein ums andere Mal ist es auch der überragende Gästekeeper, der noch irgendein Körperteil zwischen Ball und Tor bringt.

 

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