Mestalla, 7. Mai 2017, Endstand: 4:1

 

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Neue realpreisige Flugverbindungen ab HH? Nach Valencia? Gerne! So konnte ich endlich das Mestalla kreuzen und Madame etwas in der Sonne braten. Sangria, Cerveza und Tapas sind wir eh nicht abgeneigt.

 

Die Altstadt ist, wie in den meisten bisher besuchten spanischen Städten, sehr sehenswert. Viele Kneipen und Restaurants laden zum verweilen ein und die in Valencia obligatorische Paella darf natürlich nicht fehlen.

 

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Auch zu empfehlen ist ein Besuch des Mercat Central/Mercado Central. So eine riesige Auswahl an frischen Lebensmitteln sieht man nicht sehr oft und für kleines Geld kann man sich z. B. einen Vitaminkick in Form eines frisch gepressten Saftes gönnen.

 

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Im Jardín del Turia, der in einem trockengelegten Flußbett auf ca. 9 km angelegt wurde, findet der Großstädter Erholungs- und Sportmöglichkeiten und an dessen Ende die Ciudad de las Artes y las Ciencias - eine Aneinanderreihung futuristischer Gebäude, die verschiedene Kultureinrichtungen enthalten.

 

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Ein kleines Highlight war unser Besuch der Stierkampfarena Plaza de Toros, die 1859 fertiggestellt wurde und über 10.000 Zuschauern Platz bietet. Tiere mussten übrigens nicht sterben, da wir uns “WWE live” - also Wrestling - anschauten. Mit Randy Orton kannte ich zumindest einen der Protagonisten vom Namen her. Aber auch die anderen Wrestler boten eine gute Show. Ist schon klar, dass die Kämpfe abgesprochen sind. Vor den Sprüngen und Würfen habe ich als ausgewiesener Antisportler dennoch meinen Respekt. Auch das Publikum zog gut mit und so wurde entweder laut gejubelt oder gebuht.

28. April 2017, Stadion Grüne Au, Endstand 2:4

 

Auswärtsspiel in Regensburg – nicht nur, um etwas stressfreier unterwegs zu sein, begibt sich eine kleine Kieler Reisegruppe bereits am Freitagvormittag auf den Weg in Richtung Süddeutschland. Die Route über Hannover – Magdeburg – Halle/Leipzig führt weitestgehend über flaches Terrain, wodurch man sich trotz gefahrener Kilometer, nicht wirklich weit weg von der Kieler Heimat fühlt. Kurz vor dem Ziel dann die Abfahrt nach Plauen – nostalgische Gefühle an die alte Regionalliga (wohlgemerkt „Nord“!) kommen hoch. Nur 30 Kilometer weiter merkt man aber doch, dass der eigene Kulturkreis verlassen wurde. Im Radio sind nicht Trump, Erdogan oder sonstwer das bestimmende Thema, sondern das Aufstellen von Maibäumen, bzw. das Stehlen derselben. Man ist in Bayern angekommen. Wobei, was heißt hier Bayern? Böser Fehler – natürlich Franken!

 

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Wobei es uns „Preissn“ auch nicht leicht gemacht wird, schließlich trägt der Verein, der das Ziel des Abends ist, den Namen des Freistaats. Wobei dies zu Gründungszeiten noch anders aussah: Die heutige Spielvereinigung Bayern Hof entstand 2005 durch den Zusammenschluss der SpVgg Hof und des FC Bayern Hof. Der FC wurde 1910 als „Ballspielclub Hof“ gegründet, benannte sich ein Jahr später aber in Britannia Hof um. 1914 und diverse Anschlüsse anderer Vereine später war es mit der „Liebe“ zu Großbritannien auch schon wieder vorbei und aus Britannia wurde Bayern. Die ersten Jahre vor Kriegsausbruch sorgte man im Süden Deutschlands mit einigen Erfolgen, unter Anderem Siege über den FC Nürnberg, für Aufmerksamkeit. In der Zeit, als die Gauligen höchste Spielklasse waren, kämpfte man lange um Zugehörigkeit. Doch als der sportliche Erfolg endlich geschafft war, wurde der Spielbetrieb 1944 eingestellt.

In der Nachkriegszeit etablierte man sich in der Oberliga. Erst mit der Einführung der neuen eingleisigen Bundesliga 1963 ging es für die Bayern wieder runter. Die folgenden zehn Jahre waren von der Regionalliga geprägt. Der größte Erfolg war natürlich der Aufstieg in die neu geschaffene zweite Bundesliga, aus der man 1978 jedoch wieder abstieg. Bis zur Fusion mit der Spielvereinigung folgten Jahre als Fahrstuhlmannschaft in denen man zwischen Landes- und Bayernliga hin und her pendelte.

Auch der zweite Fusionspartner, die „Spotzer“ konnten einiges an Tradition mit in die Fusion einbringen: Die Ursprünge der SpVgg liegen in der 1893 gegründeten Fußballabteilung des Turnvereins Hof – auf diesem Gebiet absolute Pioniere in Oberfranken. 1924 löste sich die Sparte als eigener Verein von den Turnern ab, und konnte 1929 wie bereits acht Jahre zuvor in die höchste Spielklasse vordringen. 1966 folgte der letzte Höhenflug, als sich die SpVgg Hof für die Bayernliga qualifizierte. 2005 folgte die „Vernunftsehe“.

In der Saison 2016/17 gehört die SpVgg Bayern Hof der Regionalliga Bayern an, steht zum Zeitpunkt des Besuchs allerdings schon als Absteiger fest. Trotzdem, so wird uns vorher versichert, soll das Spiel gegen den designierten Meister Unterhaching nicht abgeschenkt werden. Die Rand-Münchener dürfen für einen Freitagabend mit knapp über 300 km eine respektable Distanz zurücklegen. So steht auch nur ein eher überschaubarer Haufen an Gästesupportern auf der einen Hintertortribüne.

 

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Das Stadion an sich hätte aber schon ein paar mehr Gäste verdient. Denn die traditionsreiche Spielstätte „Grüne Au“, die heute 8.100 Zuschauern Platz bietet, ist seit 1913 der Platz des FC Bayern Hof (bzw. dessen Vorgängern) und nach und nach gewachsen. Sprich jede Seite sieht anders aus, was dem Bau einen unverwechselbaren Charakter gibt. Auf den Hintertorseiten gibt es jeweils einige Stufen zum Stehen, wobei diese auf der einen Seite zum Großteil zurückgebaut wurden.

 

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Sportplatz an der Schule, Schafstedt, 12. März 2017, Endstand 4:1

 

„Die "Geest", das weiß jeder Schleswig-Holsteiner seit der Grundschule, ist einer der drei Landschaftstypen im nördlichsten Bundesland.“ - aufmerksamen CCK-Lesern dürfte dieser Satz aus dem Bericht über den FC Geest bekannt vorkommen. Nun trägt aber nicht nur ein Verein im nördlichsten Bundesland den Namen „Geest“, sondern zwei. Wobei es sich bei den Kickern aus Dithmarschen nicht um den Verein „Geest“ handelt, sondern um eine Spielgemeinschaft. Diese wurde 2005 zwischen den Vereinen TSV Eggstedt, TSV Krummstedt und TSV Schafstedt gegründet. Und zum Platz an der Schule in Schafstedt sollte es an diesem Sonntag gehen.

 

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Der Name Schafstedt ist vielleicht etwas prominenter als der vergleichbarer 1.334 Einwohner starker Gemeinden. Dies liegt vor allem an der Hochbrücke, die sich auf dem Gemeindegebiet befindet, den Nord-Ostsee-Kanal überspannt und von den meisten Touristen überquert wird, die sich mit dem Auto in Richtung schleswig-holsteinisches Wattenmeer bewegen. So wirbt der Ort auch mit „die Brücke zur Nordsee, aber immer einen Zwischenstopp wert“. Ob viele Urlauber diesem Tipp folgen? Wahrscheinlich eher nicht, doch gibt es ein paar Menschen, die aufgrund des Fußballs den Ort nicht nur zum Zwischen- sondern zum Hauptziel ausrufen.

 

Da das Auto aber nicht jede zweite Woche im Schatten der Hochbrücke abgestellt wird, ist man sofort als der „Fremde“ ausgemacht. „Wie viele Kilometer seid ihr denn jetzt gefahren?“, lautet die Frage, die impliziert, Anhänger des Gastvereins zu sein (als zweite Möglichkeit bleibt dann, obwohl nur zu zweit, Schiedsrichtergepann). Der Gastverein ist an diesem Tag die Zweite Mannschaft des Regionalligisten ETSV Weiche Flensburg, die immerhin 100 Kilometer an diesem Tag reisen darf. In der viergeteilten, zweithöchsten Spielklasse sogar noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange - von Harrislee nach Brunsbüttel kann die Reise auch mal gut zwei Stunden dauern. Für die Liga direkt über der Kreisliga eine ganz schöne Tour.

 

Dass die Verbandsliga aber die zweithöchste Spielklasse des Landes ist, wird sich zur nächsten Saison ändern, denn dann wird es mit der Landesliga eine weitere Stufe zwischen Kreisliga und Landesoberhaus geben. Und das bedeutet, dass Vereine die Verbandsliga in der aktuellen Saison in viele Richtungen verlassen können. Sowohl die Geester, als auch die Zweite des ETSV haben realistische Chancen auf die Qualifikation zur Landesliga, was dem Mittelfeldduell einen gewissen Reiz gibt.

 

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Sportplatz Bennebek, 3. März 2017, Endstand 1:2

 

Eigentlich rollt der Ball in den oberen Ligen schon wieder ein bisschen. Gefühlt ist die Winterpause aber erst dann wirklich vorbei, wenn auf einen Freitagabend ein Kreisligaspiel mit Bier in der Hand verfolgt wird, gerne auch irgendwo auf dem Land. Dafür setzt sich die kleine Kieler Reisegruppe in Richtung Kreis Schleswig-Flensburg in Bewegung, um genau zu sein nach Klein Bennebek. Oder Lille Bennebæk, schließlich ist verläuft die Grenze zu Dänemark ja bald wieder entlang der Eider.

 

Die Gemeinde hat insgesamt zwar nur 531 Einwohner, kann andererseits aber auch behaupten, dass Potsdam und Berlin auf ihrem Gebiet liegen. Hertha heißt der lokale Ballsportverein aber trotzdem nicht, sondern FC Geest 09 (die "Geest", das weiß jeder Schleswig-Holsteiner seit der Grundschule, ist einer der drei Landschaftstypen im nördlichsten Bundesland). Dies ist ein Zusammenschluss der Fußballsparten des SSV Klein Bennebek, des TSV Groß Rheide und Olympia 72 Börm/Dörpstedt.

 

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Und der Platz, den der SSV mit in die Beziehung eingebracht hat und der an diesem Freitag vom Flutlicht hell erleuchtet wird, kann sich durchaus sehen lassen.

 

Vereinsheim? Vorhanden! Grillbude? Vorhanden! Hier gibt es vom Holzkohle-Grill übrigens neben einer leckeren Wurst auch eine richtig geile Frikadelle und das zu äußerst günstigen Konditionen. Mit der Verpflegung und dem Getränk der Wahl kann man sich hervorragend auf dem Lästerhügel niederlassen. Dieser kommt in Form eines tribünen-ähnlichen Bauwerks daher, wo wir uns dank erhöhter Beobachtungsposition und „Tresen“ für Essen und Getränke sehr wohl fühlen.

 

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Ein wenig haben wir allerdings auch den Eindruck, in eine kleine, aber verschworene Gemeinschaft eingedrungen zu sein, in der das kleine und große Fußballgeschehen auf plattdeutsch diskutiert wird. Andererseits wird man mit einem „Moin“ und teilweise sogar mit Handschlag begrüßt, also alles gut. Insgesamt finden sich auf der Anlage bis zum Anpfiff wohl etwas über 100 Leute ein, darunter auch ein paar Anhänger des TSV Süderbrarup.

 

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Stadion Ďolíček, 25. Februar 2017, Endstand 0:0

 

Nach einem netten Abend im TeBe-Fancontainer inkl. einiger importierter Getränke ging es nach einer kürzeren Nacht in der Unterkunft am Flughafen Schönefeld schnell auf die Autobahn in Richtung Süden, die hinter der Grenze inzwischen erfreulicherweise durchgängig vorhanden ist. Das Gegurke durch das Nordböhmische Mittelgebirge entfällt somit. Und ehe die Reisegruppe sich versah, grüßte die Stadt an der Moldau mit herrlichem Sonnenschein und fast schon frühlingshaften Temperaturen.

 

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Wenn die Ansetzung für Holstein an einem Sonntag in Zwickau spielen zu müssen wenigstens ein Gutes hatte, dann die Möglichkeit, einmal wieder die goldene Stadt zu besuchen. Das sah auch der tschechische Fußballverband so und setzte kurzerhand die beiden Heimspiele von Dukla und Bohemians zeitversetzt am Sonnabend an. Gelobt sei die vollumfängliche TV-Übertragung der CZ-Liga, bloß, wer guckt sich so was eigentlich an? Live vor Ort bei Dukla jedenfalls nicht viele, das konnte die eine Hälfte der Reisegruppe (der andere Teil, der das Stadion Juliska bereits auf einer früheren Reise gekreuzt hatte, checkte schon mal in der Unterkunft in Žižkov ein und tätigte erste Käufe von Klobasa, Bier und Kofola) beim Spiel gegen Karvina hautnah bestätigen, für ein wenig Geräuschkulisse sorgten einzig ein paar Kutten und etwa 50 Gästefans. Letzteren gehört allerdings Respekt gezollt, wer sich ganz von der tschechisch-polnischen Grenze nach Prag aufmacht, um sich so ein 0:0 der schlechteren Art anzuschauen, der muss wirklich was für seinen Club übrig haben. Die Kombination aus exponierter geografischer Lage, langen Fahrten und dürftigem Fußball kennt man in Kiel schließlich auch.

 

Nach dem Schlusspfiff ging es fix zur nahegelegenen Tramstation, kein Fahrscheinautomat vorhanden, alle Kioske geschlossen, also ab etwa 300 Meter bergauf, und pünktlich mit dem Druck des letzten Fahrscheins enterte man die Tram. Sonst wäre es mit dem Erreichen der Stadions Ďolíček auch eng geworden. Dank der Fahrtstrecke konnte man auch einen kurzen Blick auf die volle Innenstadt mit der Karlsbrücke begutachten, diese Mal blieb leider keine Zeit für die Altstadt, aber einige Grounds sind noch offen und das nächste Mal in der tschechischen Hauptstadt kommt bestimmt. Nach einer halben Stunde tauchte endlich das Ďolíček auf, wo bereits der andere Teil der Reisegruppe mit Tickets in der Hand wartete.

 

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Für etwas über 5 Euro gab es den unüberdachten Sitzer für die Hintertortribüne. Neben der großen Haupttribüne können Zuschauer auch noch auf wenigen Sitzreihen auf der Gegengeraden oder eben hinter dem Tor bei der aktiven Fanszene platz nehmen. Diese präsentiert sich offen links und pflegt naturgemäß einige Kontakte zum FC St. Pauli. Sicher, Tschechien ist politisch und fankulturell gesehen nicht Polen, aber eine offen linke Fanszene ist auch im gerade durch die Flüchtlingsbewegung nach rechts gerückten Tschechien schon eine kleine Besonderheit. Insgesamt haben die Bohemians auf jeden Fall über die Grenzen Tschechiens hinweg einen besonderen Ruf, der einiges an Volk anzieht.

 

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Das Stadion, welches 1932 als Dannerův stadion Bohemians eröffnet wurde, fasste ursprünglich einmal 18.000 Zuschauer, durch Abrisse und Umbaumaßnahmen dieser Tage aber nur noch 5.000 Fans. So war es heute wie eigentlich immer mit über 4.000 Zuschauern gut gefüllt. Auf alle Fälle besser als sich mit so einer Zuschauermenge in einer riesigen Schüssel zu verlieren.