Stadion Wilmersdorf, 9. September 2018, Endstand: 0:10

 

Die ostdeutschen Landesverbände nutzen die Länderspielpausen regelmäßig für die Durchführung ihrer Pokalwettbewerbe. Passenderweise gilt diese Regelung auch für den Berliner Fußballverband, sodass man schon so manche Dosis Fußball statt vor dem TV bei den eher semiinteressanten Darbietungen der deutschen Mannschaft eher auf den besuchenswerten Plätzen der Hauptstadt bekam. Dieses Mal war guter Rat jedoch ein wenig teuer, ein Kunstrasenplatz nach dem anderen spuckte der Spielplan aus, doch beim Heimspiel der Sportfreunde Charlottenburg-Wilmersdorf weiteten sich die Augen, schließlich war das Stadion Wilmersdorf einer dieser Plätze, welche man schon lange im Hinterkopf behalten hatte. Erster Berührungspunkt war wohl einst eine alte Stadionpostkarte des weiten Rundes im Netz und die Frage, warum man als halber Berliner dieses Schmuckstück noch nicht besucht hatte.

 

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Da kam das „Traumlos“ gegen den BFC Dynamo doch gerade recht.
Nach ein wenig Zeitvertreib ging es gegen Nachmittag in Richtung der dem Stadion nächstgelegenen S-Bahn Station Hohenzollerndamm, wo man den Weg gleich mit den typischen BFC-Anhängern bestreiten durfte: Viele Haare waren nicht am Start. Der Heimverein hatte sich ein kleines Fantrennungskonzept ausgedacht, so trennten sich unsere Wege für zehn Minuten, um dann später wieder auf der selben Tribüne zu sitzen, getrennt durch einen hüfthohen Zaun und ein paar Jugendtrainern als Ordner.

 

Der Star heute war aber nicht der DDR-Rekordmeister, sondern das Stadion. Dieses ließ dank der nur bewachsenen Ränge noch ahnen, was für Ausmaße es einmal angenommen hatte. Als Nachfolger des Stadions am Lochowdamm, wo 1936 auch das olympische Feldhandballturnier stattfand, wurde es kurz nach dem Krieg aus Trümmerschutt erbaut und feierte im Mai 1951 seine große Eröffnung. Heimatverein war damals übrigens der Berliner SV 1892, wegen seiner roten Stutzen als auch „die Störche“ bekannt. Sachen gibt’s. Zu diesem Zeitpunkt passten etwa 50.000 Zuschauer auf die Traversen, doch anders als an anderen Standorten, wo es wahrscheinlich Berichte über ein völlig überfülltes Rund mit 80.000 Zuschauern gegeben hätte, war das Stadion Wilmersdorf von Anfang an überdimensioniert. Als Rekord verbuchte der Verein ein Punktspiel im Jahre 1951, als knapp 20.000 Zuschauer die Eingangstore passierten. Über die Jahre wurde das Stadion daher zurückgebaut, von den großen Kurven ist nur noch ein sanierter Teil auf Höhe der Mittellinie übrig.

 

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Städtisches Stadion am Heinebad, 25. August 2018, Endstand: 1:1

 

Die langen Touren Richtung Süden werden dadurch erträglicher, dass zwischendrin ein kleiner Fußballstopp eingebaut wird. Da die Route über Leipzig bei Spielen in Bayern sowieso immer eine gute Alternative zur A7 bietet, eröffnen sich dann immer einige Möglichkeiten im Raum Sachsen-Anhalt/Thüringen. Und dank der „Süd-Harz-Variante“ konnte quasi gleich hinter der Grenze zu letzterem Bundesland eine feine „Roster“ vom Grill verköstigt werden. „Hans Wurst“ in Hohenstein ist definitiv ein guter Zwischenstopp, allerdings ist der Imbiss in einer Garage leicht zu übersehen.

 

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Die heimische Spezialität wird dann im Auto vernichtet, schließlich ist das eigentlich Zwischenziel ja ein anderes: Rudolstadt - zum einen „Schillers heimliche Geliebte“ (was wir bei einem Blick auf die Stadt voll nachvollziehen können), zum zweiten der Austragungsort des größten Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands und zum dritten anscheinend genau die Grenze zwischen den Fanszenen von Rot-Weiß Erfurt und Carl-Zeiss Jena, zumindest wenn man die Street Art richtig deutet. Für Jena diente der eigentliche Verein am Ort, Einheit Rudolstadt, auch als Nachwuchsschmiede. Unter anderem hat der auch in Kiel bekannte Sören Eismann seine fußballerischen Wurzeln in Rudolstadt. Ansonsten blieben die sportlichen Erfolge eher im überschaubaren Rahmen. 1957 gelang immerhin der Aufstieg in die II. DDR-Liga (also die dritte Ligastufe). Dort hielten sich die Rudolstädter allerdings nur eine Spielzeit und stiegen wieder in die Bezirksliga ab. Vor allem in den 1970ern stand die BSG Einheit damit im Schatten des Ortsrivalen Chemie Schwarza, der es immerhin die zweite Liga (DDR-Liga) schaffte. Eine nach der Wende vollzogene Fusion der beiden Vereine hielt übrigens nur bis 1993.

 

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Die Grün-Gelben (also Einheit) kicken derzeit in der NOFV-Oberliga Süd, Heimat ist das Städtische Stadion am Heinebad. Das verfügt auf der einen Seite über ein modernes Multifunktionsgebäude mit Gastronomie und Sprecherturm, auf der anderen Seite gibt es neben dem ehemaligen Multifunktionsgebäude (?), wo man die zweite Thüringer Bratwurst des Tages erwirbt, eine etwas skurrile Tribüne. Die Unterkonstruktion aus Holz wirkt etwas älter als das Dach, zudem ist der Mittelbereich mit einigen Stufen erhöht. Zumindest unverwechselbar und in der Mitte findet sich sogar ein kleiner Supportblock ein. Insgesamt ist die Zuschauerzahl eher so mittel, was von den Anwesenden auf den parallel stattfindenden Jahrmarkt (oder dessen Nachwirkungen vom Vorbabend geschoben wird). 102 Zahlende sind es am Ende gegen Union Sandersdorf.

 

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In Hälfte eins darf der Heimanhang jubeln, Sven Rupprecht kann nachdem er den Gästekeeper ausgespielt hat nach einer halben Stunden zur verdienten Führung einschieben. In Hälfte zwei können die Gäste dann ausgleichen. Unter dem Strich geht das auch in Ordnung. Da die Rudolstädter kurz vor Schluss noch die Riesenchance auf den Dreier liegen lassen, bleibt es auch bei der Punkteteilung. Netter Kick, der insgesamt sehr fair über die Bühne geht.

 

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Mit diesen Eindrücken geht es wieder auf die Autobahn. Etwas über drei Stunden später gibt es dann das wohlverdiente Absacker-Bier im wunderschönen Regensburg, wo am nächsten Tag das Spiel der Störche auf dem Plan steht.

Sepp-Endres-Sportanlage, 18. August 2018, Endstand: 2:0

 

Da die Anreise zum Pokalspiel in München auf den Sonnabend gelegt wurde, um die 1800 Kilometer etwas entspannter zu gestalten, hieß es im Vorfeld Ausschau nach einem schicken Kick halten. Dabei entschied sich die Kieler Reisegruppe für das kleine Würzburger Derby in der Landesliga Bayern, zwischen dem Würzburger FV und der Zweiten der Kicker. Sicher eines der besseren Spiele, um die Sepp-Endres-Sportanlage zu kreuzen … wäre nicht zwei Tage vor dem Spiel, die Partie Würzburger FV gegen die Erste der Kickers ausgelost worden – für drei Tage später. Trotzdem wurde sich gegen ein Alternativspiel entschieden, auch weil Würzburg gut in den Reiseplan passte und die Stadt am Main ja auch ganz schick ist.

 

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Und das Spiel hat ja auch eine gewisse Tradition, wobei es sich beim Würzburger FV nur noch um den Nachfolgeverein des ehemaligen 1. Würzburger FV 04 handelt. Diesen ereilte 1981 das Schicksal der Insolvenz, nachdem die 04er zuvor vier Jahre in der 2. Bundesliga gekickt hatten. Diese großen Zeiten sind inzwischen lange vorbei, das Stadion an der Frankfurter Straße, das einmal 15.000 Zuschauer fasste, inzwischen abgerissen. Seit 1982 ist die bereits erwähnte Sepp-Endres-Sportanlage die Heimat, anfangs musste hier sogar noch auf Grand gekickt werden.

 

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Mit Blick auf den Fluss und Weinberge wurde das Auto geparkt, unter den prüfenden Blicken einiger anwesender Staatsbeamte wurde sich erstmal akklimatisiert von Klimaanlage volle Radelle an auf über 30 Grad. Kurzer Fußmarsch vorbei an diversen „Würzburg ist blau“-Aufklebern und schon wurde das Schild „Zum Biergarten“ erblickt. „Hier sind wir richtig“ der Gedanke, vor allem weil dieser Biergarten schon ein Teil des Stadions ist. Vor dem Eintritt gab es allerdings noch Taschenkontrolle und Leibesvisitation – Sicherheitsspiel in Liga fünf. Aus diesem Grund gab es an diesem Tag auch nur alkoholfreies Diestelhäuser, was beim Radler immer nicht so schlimm ist. Wurst dazu geschnappt und schnell ein schattiges Plätzchen auf der überdachten Tribüne gesucht. Die Aussicht auf die Weinberge hatte schon wirklich was.

 

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Sportanlage Tannenhof, 27. April 2018, Endstand: 2:0

 

Britannia versus Germania – das klingt schon fast nach einer epischen Schlacht, ist aber „nur“ ganz entspannter Amateurfußball. ;)

 

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Auf längeren Auswärtstouren hat es bei CCK inzwischen eine gewisse Tradition die Pausen statt auf irgendeiner Raststätte lieber bei einem schönen Amateurkick in der Nähe der Autobahn zu verbringen. Führt die Route über die A7 ist dies meistens irgendwo in Hessen der Fall. So wurden schon die SG Niederaula/Hattenbach und die SG Aulatal angesteuert, beide in direkter Nachbarschaft des Kirchheimer Dreiecks gelegen. An diesem Freitag sollte es noch ein Stück weitergehen, in den Südosten der Barockstadt Fulda, wo im Westlichen Rhönvorland die Gemeinde Eichenzell liegt. Dreieck Fulda, zweimal abgebogen – und schon wurde das Auto vor dem Platz des FC Britannia Eichenzell geparkt.

 

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Rosenaustadion, 28. April 2018, Endstand 0:0

 

Kam adj 28 gen Augspurg, Gott hab lob und dank, er mir so gnedig her verholfen hat.

 

Während des Studiums durfte sich ein Teil von CCK über ein halbes Jahr mit dem spätmittelalterlichen Tagebuch des Fernkaufmanns Lucas Rem beschäftigen, der zwar durch ganz Europa reiste, aber doch immer dankbar war, in seine Heimatstadt Augsburg zurückzukehren. Um so viel vorweg zu nehmen: Nach dem Besuch der Stadt und des Rosenaustadions (das dürfte jener Lucas Rem eher nicht mehr kennengelernt haben) kann diese Liebe zu einer der ältesten Städte Deutschlands mehr als nachvollzogen werden. Wir waren beeindruckt.

 

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Die Ursprünge des heutigen Augsburgs liegen dabei in einem römischen Heereslager und der Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum. Zum Ende der Renaissance entwickelte sich die Stadt dann zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren der Welt, verantwortlich hierfür waren die einflussreichen Handelsfamilien der Fugger und Welser. Noch heute sind die Spuren dieser großen Epoche noch überall zu sehen – auf einem Rundgang bei fast schon sommerlichen Wetter werden das Rathaus, der Perlachturm und die Fuggerei angesteuert, aber natürlich wird sich auch Zeit für den Stadtmarkt und einige Augsburger Spezialitäten genommen.

 

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Zwei Stunden vergehen wie im Flug, doch dann ruft Hauptgrund für die Reise in bayrische Schwaben. Und das ist das Rosenaustadion. „Eine der größten und modernsten Anlagen im Bundesgebiet“ oder „Eines der schönsten Stadien Europas“ titelten die Zeitungen 1951 bei der Eröffnung des Baues, der das Herz von Stadionnostalgikern höher schlagen lässt. Tatsächlich war das Stadion der erste große Stadionneubau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und war lange Zeit eine der wichtigsten Sportanlagen im Freistaat, deren Bedeutung als Austragungsort für Länderspiele und -wettkämpfe erst mit dem Bau des Münchener Olympiastadions verloren ging.

 

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Das beeindruckende Gefühl beim Betreten des klassischen Stadion-Ovals, das seit 2014 unter Denkmalschutz steht, ist hingegen geblieben. Auf der Gegengrade ragen die teils bestuhlten Traversen steil nach oben, auf der anderen Seite befindet sich die wunderschöne Haupttribüne, die mit Holzsitzen ausgestattet ist. Diese dürften ältere Semester an ihre Schulzeit erinnern. Abgerundet wird der Bau durch die Flutlichtmasten Marke Fliegenklatsche und die Anzeigetafel, auf der per Hand die Nummern gewechselt werden. Offiziell ist das Stadion für 28.000 Zuschauer zugelassen, Platz würden aber 31.300 finden.

 

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Fußball, Feldhandball und Leichtathletik lockten früher noch größere Zuschauermassen an, 1973 verfolgten 42.000 Schlachtenbummler das Regionalliga-Duell zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FC Nürnberg, zum Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz kamen in Jahr 1952 sogar knapp 65.000 Zuschauer. Bei diesem Länderspiel wurde der Grundstein für den späteren WM-Kader gelegt, weshalb dieser auch den Beinamen „Augsburger Elf“ bekam. Im „Alltag“ wurde das Rosenaustadion zunächst vom Ballspiel-Club Augsburg (mit dem legendären Helmut Haller), der später mit der Lizenzspielerabteilung des TSV Schwaben Augsburg zum FC fusionierte, genutzt. Zudem trug 2001 der TSV 1860 hier seine UI-Cup-Spiele aus.

 

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Die letzte große Modernisierung erhielt das Stadion 2007, als unter anderem eine Rasenheizung verlegt wurde. Zwei Jahre später zog der FCA allerdings in die neugebaute WWK Arena um, allerdings nutzen die Zweite und Frauen weiterhin die traditionsreiche Spielstätte. Und so können die Freude klassischer Spielstätten immer noch Spiele, wenn auch vor eher kleinerer Kulisse, in diesem wunderschönen Stadion verfolgen.

 

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Zum Mittelfeldduell der Regionalliga Bayern ist der FV Illertissen angereist. Der FVI gelangte vor ein paar Jahren mit seinem Ein-Mann-Away-Mob zu einer gewissen viralen Bekanntheit. „Illertissen spielt international“, ist zwar im Rund nicht zu vernehmen, trotzdem befinden sich unter den 250 Zuschauern einige Anhänger des Gastes. Diese sind dann eher Oldies als Ultràs und genießen die top Verpflegung und das gute Wetter.

 

 
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