Sportpark Königsberg, 8. Mai 2016, Endstand 0:1

 

Wo warst du an dem Tag, als RB Leipzig in die Bundesliga aufgestiegen ist?

 

Okay, zunächst einmal stört es mich persönlich gar nicht so doll, dass das Symbol der Kommerzialisierung des Fußballs in der Bundesliga angekommen ist. Denn wo so viel nach Traditionsvereinen und Fußballtradition gerufen wird - die kann man auch prima in niedrigeren Spielklassen suchen. Zum Beispiel in der Oberliga Niedersachsen, um auf die Eingangsfrage zurückzukommen. Partie: Teutonia Uelzen gegen Arminia Hannover.

 

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Gegründet wurde der Heimverein zunächst 1912 als Fußballclub Teutonia. Die große Zeit der Uelzener kam allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem ehemaligen Abwehrspieler von Vorwärts-Rasensport Gleiwitz, Richard Kubus, der sogar eine Berufung in die Nationalmannschaft vorweisen konnte. Mit Kubus gelang 1946 sogar der Einzug in die Endrunde um die Norddeutsche Meisterschaft, der Aufstieg in die Oberliga blieb allerdings verwährt. Von 1947 bis 1964 hielt sich die Teutonia beständig in der zweithöchsten Spielklasse, allerdings schien der Weg nach oben wie vernagelt. Teilweise auf dramatische Weise scheiterte der Verein in den Aufstiegsrunden, so zum Beispiel in der Saison 1960/61 als nach einem 1:1 und 0:0 gegen Eintracht Nordhorn der Münzwurf entscheiden musste. Mit dem Absturz in die Viertklassigkeit 1964 war die große Zeit der Uelzener vorbei, auch wenn 1968/69 noch einmal die Qualifikation für die Regionalliga (unter anderem gegen Friedrichsort) erreicht wurde, in der man allerdings scheiterte. Die großen Zuschauermassen blieben in der Folge fern, vernachlässigte Nachwuchsarbeit und, wie bei so vielen Traditionsvereinen, finanzielle Probleme wirkten wie ein Klotz am Bein. Ein Problem, das auch dem Gegner Arminia Hannover (zweifacher Niedersachsenmeister und ehemaliger Zweitligist) nicht unbekannt ist. Insofern müsste es einen als Fußballfan eigentlich viel trauriger stimmen, dass zwei Vereine mit solcher Historie im Kellerduell der Oberliga Niedersachsen aufeinandertreffen – mehr als dass ein Werbeprodukt im Oberhaus des Kommerz angekommen ist.

 

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Immerhin ist es schön zu sehen, dass es auch in diesen Ligen noch „lebendige“ Vereine gibt. Die Arminen haben es immerhin geschafft, einen Fanbus für das wichtige Auswärtsspiel zu organisieren. Und so haben die Gäste zuschauertechnisch ein Übergewicht im Sportpark Königsberg. Der ist seit 1992 die Heimat des Vereins, der vorher am „Musterplatz“ zuhause war, von dessen dort ansässigen 16. Lüneburger Dragonern die Teutonen auch die blau-gelben Vereinsfarben übernahmen. Die Farben wurden natürlich auch auf den neuen Platz mitgenommen, insgesamt macht die Anlage einen sympathischen Eindruck. Neben ein paar Stufen, die natürlich offiziell zum Stehen gedacht sind, gibt es noch einen kleinen, abgetrennten Bereich mit einigen Sitzschalen. Dazu Vereinsgaststätte, Wurstbude und ein kleiner Sprecherturm. Wie man im Norden gerne sagt: Datt passt.

 

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6. Mai 2016, Waldstadion Weismain, Endstand 1:2

 

Für das letzte Auswärtsspiel der KSV ging es nach Würzburg. Schon relativ früh war da klar, dass dies geradezu nach einem verlängerten Wochenende in Franken schrie. Dass es ein so herrliches Frühsommerwochende werden sollte, wusste da natürlich noch niemand, wurde aber dankend angenommen. Bei wirklich herrlichem Wetter präsentierte sich die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg mit ihrer sehenswerten Altstadt, wobei sich die Reisegruppe natürlich auch einem der wichtigsten Bamberger Kulturgüter widmete: Bier. Sowohl in der Stadt am Main selbst, als auch in der Umgebung gibt es noch eine Vielzahl an kleinen Brauereien, deren Produkte teils vor Ort probiert, teils zum späteren Test mit zurück an die Förde genommen wurden. Der Nachmittag wurde jedenfalls äußerst entspannt und kulinarisch hochwertig verbracht, bevor es zum Fußball gehen sollte.

 

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Bei der Sichtung von potenziellen Spielen für den Freitag rückte ein Spiel der Regionalliga Bayern in den Blick der norddeutschen Reisegruppe. Bayreuth lag nicht zu weit ab vom Schuss und beherbergt mit der Spielvereinigung ein gewisses Maß an Fußballtradition. 1921 entstand der Verein als Abspaltung vom TSV Bayreuth als Tuspo Bayreuth-Altstadt, vom dem sich 1925 wiederum die Freie SpVgg Bayreuth-Altstadt loslöste. Als Arbeitersportverein durch die Nationalsozialisten aufgelöst, wurde nach dem 2. Weltkrieg die SpVgg Bayreuth von 1921 neugegründet. Deren erfolgreichste Jahre sollten in den 1970ern kommen - Höhepunkt war 1979 der zweite Platz in der 2. Bundesliga Süd, der die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Bundesliga berechtigte. Im Weg zum Oberhaus stand allerdings Bayer Uerdingen, die sich knapp mit 1:1 auswärts und 2:1 zuhause behaupteten. Für Bayreuth blieb es also bei der „Zweitklassigkeit“, trotzdem sollte nur ein Jahr später der nächste Höhepunkt der Vereinsgeschichte folgen, als in der ersten Runde des DFB-Pokal der „große“ FC Bayern besiegt wurde und die „Oldschdod“ bis ins Viertelfinale vordrang. Danach folgte allerdings der Abschied aus dem Profigeschäft. Im Amateurbereich konnte Bayreuth nachfolgend noch Erfolge feiern. Die finanzielle Situation verhinderte aber immer wieder größere Sprünge. Im Jahr 2013 wurde der Vereinsname dann in Spielvereinigung Oberfranken Bayreuth 1921 erweitert und die Fußballsparte in eine GmbH ausgegliedert. An dieser Gesellschaft hält unter anderem der Weismainer Bauunternehmers Alois Dechant Anteile. Dechant war Mitte der 1990er eng verbunden mit dem Höhenflug des SC Weismain und dem Ausbau des dortigen Waldstadions.

 

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Und tatsächlich ist das Stadion in Weimain neben dem Hans-Walter-Wild-Stadion inzwischen eine der offiziellen Heimspielstätten der SpVgg. Von der Fanszene wird die neue Zweitspielstätte aber trotz Shuttlebus-Angebot weitestgehend boykottiert, aber Groundhopper freuen sich, dass diese Stadionperle höherklassig bespielt wird. Der erste Sportplatz, der allerdings noch nicht über Ausbau verfügte, wurde bereits 1945 am nördlichen Stadtrand von Weismain angelegt. Bis 1968 erfolgten Aufschüttungen, wodurch zumindest schon einmal ein Stadion entstand. Das heutige, recht beeindruckende Gesicht erhielt das Waldstadion allerdings erst in den 1990er Jahren, als eine überdachte Tribüne mit 480 roten Schalensitzen entstand, die über die komplette Breite einer Längsseite geht. Hinter der einen Hintertorseite befindet sich eine weitere überdachte Stehplatztribüne, die 4.000 Zuschauern Platz bietet. Am weitaus beeindruckendsten ist aber die Gegentribüne mit ihren in den Hang angelegten hohen Stufen, im unteren Bereich noch aus Beton, weiter oben aber aus grobem Bruchstein bestehend. Wer sich ganz bis nach oben begibt hat eine kleine Wandertour hinter sich. Insgesamt fasst das Stadion 18.000 Zuschauer, eine Marke, die gleich mit dem Eröffnungsspiel in der Regionalliga Süd SC Weismain gegen 1. FC Nürnberg geknackt wurde. Danach allerdings nicht mehr wirklich häufig, auch nicht von Eintracht Bamberg (2008/2009 musste der damalige Regionalligist hierhin ausweichen) oder dem jetzigen Mit-Mieter.

 

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Krugsportplatz, 3. April 2016, Endstand 0:6

 

Bei frühlingshaftem Wetter bietet sich in Nürnberg ein kleiner Sonntagsspaziergang an der Pegnitz an. Dabei kommt man westlich der Altstadt an den Pegnitzwiesen vorbei, die für den Nürnberger etwa das sind, was für den Kieler der Schrevenpark ist. Bloß ohne Gänsescheiße...

 

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Hier findet sich auch die Spielstätte der DJK Bayern Nürnberg, der schon länger mal ein Besuch abgestattet werden sollte. Heute bietet sich beim Spiel der 2. Mannschaft gegen die Zwote von Vatanspor die Gelegenheit. B-Klasse Nürnberg/Frankenhöhe, tiefer geht es nicht mehr. Vorfreude auf ordentliches Geholze und Gebolze inklusive :)

 

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Sportgelände "Im Seckenbiegen", 22. April 2016, Endstand 0:0

 

Wenn man schon mal da vorbei kommt...

 

Auf dem freitäglichen Weg gen Süden zum Auswärtsspiel der KSV lässt man den Blick durch die Ansetzungen schweifen. Beim Hessischen Fußballverband angekommen, fällt ein Name ins Auge: Niederaula/Hattenbach. Da müsste man doch vorbeikommen. Wann ist denn die Anstoßzeit? 18.45 Uhr – das passt doch perfekt. Also wird die Pause auf den knapp 750 km Richtung Baden-Württemberg zum Fußball verlegt und das Ziel im Navi vorrübergehend auf „Im Seckenbiegen“ geändert.

 

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Der Einfall entpuppt sich als ein guter! Viele Autos lassen auf eine gewisse Menge an Zuschauern schließen, es riecht nach Grillwurst und die Anlage ist durchaus charmant. Direkt am Eingang befindet sich das Sepp-Herberger-Haus, auf den ersten Blick ein Multifunktionsbau mit Vereinsheim. Doch sobald der Besucher seinen Eintritt gelöhnt hat, ist festzustellen, dass es sich gleichzeitig um eine kleine Sitzplatztribüne handelt.

 

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Einige Stufen mit Holzbänken befinden sich in wettergeschützter Lage unterhalb des vorgezogenen Daches. Zudem ist sich hier auch die Getränkeversorgung und der Weg zur Grillhütte nicht wirklich weit. Perfekter Platz also sich zunächst dort niederzulassen und ein wenig zu stärken. Weiteren Ausbau gibt es in Form einiger Stufen auf der Gegengerade, hinter der sich der Fluß Aula entlang mäandert. Mit Blick auf die ICE-Strecke, welche das den Sportplatz beherbergende Tal überspannt, stellt man fest, dass es an so einem lauen Aprilabend schlechtere Plätze für eine Rast gibt. Auch deshalb, weil es einen Bollerwagen-Getränkeservice gibt, bei dem ältere Holsteinfans nostalgisch werden.

 

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Dr. Eugen-Stocke-Stadion, 12. März 2016, Endstand 3:0

 

Überregional ist Coburg den meisten wohl für zwei Dinge ein Begriff: den hier ansässigen Versicherer sowie die Coburger Veste. Daneben kann das oberfränkische Städtchen aber auch mit einer sehr hübschen Altstadt aufwarten.

 

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In sportlicher Hinsicht haben es bestenfalls die Coburger Handballer zu landesweiter Bekanntheit gebracht, Fußball findet hingegen nur in tieferen Ligen statt. So geht es heute in die Landesliga Nordwest, wo Aufsteiger FC Coburg den Absteiger aus Memmelsdorf begrüßt. Beide Teams haben sich aber trotz unterschiedlicher Vorzeichen im oberen Mittelfeld der Tabelle einsortiert. Dank passender Anstoßzeit um 16:00 konnte vorher sogar noch der 3:0-Erfolg gegen Aue im Stream mitverfolgt werden :-)

 

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Das Dr. Eugen-Stocke-Stadion hat einen Hauptplatz mit überdachter Tribüne, leider wird das Spiel aber auf dem Kunstrasennebenplatz ausgetragen. Zusammen mit den umgebenden hohen Fangzäunen hat das Ganze eher den Charme eines Gefängnisbolzplatzes.

 

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