Sportplatz Bennebek, 3. März 2017, Endstand 1:2

 

Eigentlich rollt der Ball in den oberen Ligen schon wieder ein bisschen. Gefühlt ist die Winterpause aber erst dann wirklich vorbei, wenn auf einen Freitagabend ein Kreisligaspiel mit Bier in der Hand verfolgt wird, gerne auch irgendwo auf dem Land. Dafür setzt sich die kleine Kieler Reisegruppe in Richtung Kreis Schleswig-Flensburg in Bewegung, um genau zu sein nach Klein Bennebek. Oder Lille Bennebæk, schließlich ist verläuft die Grenze zu Dänemark ja bald wieder entlang der Eider.

 

Die Gemeinde hat insgesamt zwar nur 531 Einwohner, kann andererseits aber auch behaupten, dass Potsdam und Berlin auf ihrem Gebiet liegen. Hertha heißt der lokale Ballsportverein aber trotzdem nicht, sondern FC Geest 09 (die "Geest", das weiß jeder Schleswig-Holsteiner seit der Grundschule, ist einer der drei Landschaftstypen im nördlichsten Bundesland). Dies ist ein Zusammenschluss der Fußballsparten des SSV Klein Bennebek, des TSV Groß Rheide und Olympia 72 Börm/Dörpstedt.

 

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Und der Platz, den der SSV mit in die Beziehung eingebracht hat und der an diesem Freitag vom Flutlicht hell erleuchtet wird, kann sich durchaus sehen lassen.

 

Vereinsheim? Vorhanden! Grillbude? Vorhanden! Hier gibt es vom Holzkohle-Grill übrigens neben einer leckeren Wurst auch eine richtig geile Frikadelle und das zu äußerst günstigen Konditionen. Mit der Verpflegung und dem Getränk der Wahl kann man sich hervorragend auf dem Lästerhügel niederlassen. Dieser kommt in Form eines tribünen-ähnlichen Bauwerks daher, wo wir uns dank erhöhter Beobachtungsposition und „Tresen“ für Essen und Getränke sehr wohl fühlen.

 

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Ein wenig haben wir allerdings auch den Eindruck, in eine kleine, aber verschworene Gemeinschaft eingedrungen zu sein, in der das kleine und große Fußballgeschehen auf plattdeutsch diskutiert wird. Andererseits wird man mit einem „Moin“ und teilweise sogar mit Handschlag begrüßt, also alles gut. Insgesamt finden sich auf der Anlage bis zum Anpfiff wohl etwas über 100 Leute ein, darunter auch ein paar Anhänger des TSV Süderbrarup.

 

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Rein von der Tabellenkonstellation gehen die Gäste als Favorit in die Partie, Geest kassierte in den letzten drei Ligaspielen zudem nur Niederlagen. Auf dem Platz ist das aber nicht zu merken. In einem generell ansehnlichen Kreisligaspiel, gehen die Gastgeber engagiert zu Werke. Süderbrarup wartet vor allem auf Ballverluste, ist dann über schnelle Konter allerdings kreuzgefährlich. Einer dieser Szenen nutzt Nils Thomsen nach 33. Minuten zum 1:0 für die Gäste. Diese Führung hat allerdings nicht lange bestand. Drei Minuten später netzt Pascal Wecker zum Ausgleich ein. Nach dem Seitenwechsel erarbeitet sich Geest mehrere gute Chancen, ein Torerfolg springt aber nicht raus. Und es kommt noch dicker: Andre Jasper schlenzt einen Freistoß über die Mauer und ins Tor – Prädikat: Muss man auch erstmal so machen. Nach dem Abpfiff Jubel auf der einen Seite, während auf Heimseite die Spieler vor Enttäuschung zusammensinken. Ob großer Fußball oder eben Kreisliga – am Ende geht es halt doch um das Gleiche.

 

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Wir haben uns als Neutrale gut unterhalten gefühlt – und würden wegen der Frikadellen vielleicht sogar noch einmal wiederkommen :D