Sportplatz an der Schule, Schafstedt, 12. März 2017, Endstand 4:1

 

„Die "Geest", das weiß jeder Schleswig-Holsteiner seit der Grundschule, ist einer der drei Landschaftstypen im nördlichsten Bundesland.“ - aufmerksamen CCK-Lesern dürfte dieser Satz aus dem Bericht über den FC Geest bekannt vorkommen. Nun trägt aber nicht nur ein Verein im nördlichsten Bundesland den Namen „Geest“, sondern zwei. Wobei es sich bei den Kickern aus Dithmarschen nicht um den Verein „Geest“ handelt, sondern um eine Spielgemeinschaft. Diese wurde 2005 zwischen den Vereinen TSV Eggstedt, TSV Krummstedt und TSV Schafstedt gegründet. Und zum Platz an der Schule in Schafstedt sollte es an diesem Sonntag gehen.

 

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Der Name Schafstedt ist vielleicht etwas prominenter als der vergleichbarer 1.334 Einwohner starker Gemeinden. Dies liegt vor allem an der Hochbrücke, die sich auf dem Gemeindegebiet befindet, den Nord-Ostsee-Kanal überspannt und von den meisten Touristen überquert wird, die sich mit dem Auto in Richtung schleswig-holsteinisches Wattenmeer bewegen. So wirbt der Ort auch mit „die Brücke zur Nordsee, aber immer einen Zwischenstopp wert“. Ob viele Urlauber diesem Tipp folgen? Wahrscheinlich eher nicht, doch gibt es ein paar Menschen, die aufgrund des Fußballs den Ort nicht nur zum Zwischen- sondern zum Hauptziel ausrufen.

 

Da das Auto aber nicht jede zweite Woche im Schatten der Hochbrücke abgestellt wird, ist man sofort als der „Fremde“ ausgemacht. „Wie viele Kilometer seid ihr denn jetzt gefahren?“, lautet die Frage, die impliziert, Anhänger des Gastvereins zu sein (als zweite Möglichkeit bleibt dann, obwohl nur zu zweit, Schiedsrichtergepann). Der Gastverein ist an diesem Tag die Zweite Mannschaft des Regionalligisten ETSV Weiche Flensburg, die immerhin 100 Kilometer an diesem Tag reisen darf. In der viergeteilten, zweithöchsten Spielklasse sogar noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange - von Harrislee nach Brunsbüttel kann die Reise auch mal gut zwei Stunden dauern. Für die Liga direkt über der Kreisliga eine ganz schöne Tour.

 

Dass die Verbandsliga aber die zweithöchste Spielklasse des Landes ist, wird sich zur nächsten Saison ändern, denn dann wird es mit der Landesliga eine weitere Stufe zwischen Kreisliga und Landesoberhaus geben. Und das bedeutet, dass Vereine die Verbandsliga in der aktuellen Saison in viele Richtungen verlassen können. Sowohl die Geester, als auch die Zweite des ETSV haben realistische Chancen auf die Qualifikation zur Landesliga, was dem Mittelfeldduell einen gewissen Reiz gibt.

 

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Viele andere Variablen stimmen an diesem Tag auch. Die Sonne wärmt den Rücken, die Verpflegung beinhaltet neben dem Korn-Gedeck lecker Kuchen und eine lecker Wurst und um den Sportplatz (der zum Glück nicht dem Klischee eines weitläufigen Schulsportplatzes mit Tartanbahn entspricht) findet sich einiges an Volk ein, es wird sogar von bis zu 300 Zuschauern gesprochen. Generell scheint es kein Problem in der Akzeptanz der SG geben, im Ort selbst sind darauf schon Hinweise zu finden und auch am Platz trägt alt bis jung den blau-weißen „Geest“-Schal.

 

Beste Voraussetzungen wieder mal einen Heimsieg zu landen, den daran haperte es in den letzten Partien. Der Grundstein für den Dreier, der am Ende zu Buche stehen sollte, wird bereits nach fünf Minuten gelegt: Ein weiter Abschlag findet über zwei Kopfballverlängerungen des Gegners Andre Köller, der mit einer Bogenlampe und anschließendem Vor-dem-Torwart-Rumstehen das 1:0 makiert.

 

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Der Gegner aus der Fördestadt kann per fast perfekt getretenem Freistoß zwar ausgleichen. Köller, der Torschütze zum 1:0, kann allerdings noch vor dem Pause den Ball zum 2:1 über die Linie drücken und legt in Hälfte zwei sogar noch das 3:1 per Strafstoß nach. Der Mann des Tages darf in der 88. Minute vom Feld. Der von ihn gekommene Alexander Splinter legt mit dem Schlusspfiff per Handelfmeter sogar noch zum 4:1 nach. Der Traum von der Landesliga darf also weiter geträumt werden auf der Geest.

 

Einen interessanten Beitrag zur Ligenreform in Schleswig-Holstein gibt es hier.