21. September 2010, Sportplatz Rotenhof, Endstand 0:3

 

Kennt ihr die Geschichten von alten Leuten, wenn sie davon berichten, dass man früher für eine Mark ohne Ende viel kaufen konnte? Und man fragt sich so, wo das den gewesen sein soll. Nun ja, zwei Matthiasse haben a) den kleinen, versteckten Ort gefunden, in dem zudem b) die gute alte Zeit stehen geblieben ist (naja, Euro haben sie schon da).

 

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Dieser magische Fleck Erde liegt gaaanz im Westen von Rendsburg, kurz vor Fockbek und ist das Vereinsheim des TuS Rotenhof.


Der Verein zum Heim wurde schon 1919 gegründet, damals als Arbeitersportverein FC Rotenhof, in dem hauptsächlich Schlagball gespielt wurde. Aber schon fünf Jahre später, als der Association Fußball endgültig nach Mittelholstein geschwappt war, wurde Fußball die Hauptsparte. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Arbeitersport erfolgreich, bis die Arbeitervereine, wie auch der FC Rotenhof, verboten wurden. Die Neugrüdung erfolgte erst 1957, der Fußballspielbetrieb fand zunächst auf einem Platz hinter der Rüdelkaserne statt, ehe man ein Jahr später an den Sportplatz Rotenhof, also an die heutige Heimat umzog.

 

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Dieser erhielt 1980 zusätzlich ein Sportheim und wurde 2004 von Grund auf modernisiert und um zwei Kunstrasenplätze erweitert. Damit verfügt der Verein, laut eigener Aussage, über eine der schönsten Anlagen des Landes, was zumindest bei den Sportplätzen dieser Größenordnung nicht gelogen ist. Nicht nur das Flutlicht wirkt sehr modern, insgesamt sind alle Plätze in einem Topzustand und die Traversen auf der Längsseite am Vereinsheim, die als Sitzplätze dienen, runden das gelungene Gesamtbild der Anlage zusätzlich ab.
Ausgelegt ist der TuS sicherlich als Breitensportverein, auch gerade im Frauenbereich, allerdings schaffte man 2008 immerhin den Sprung in die Verbandsliga. Aus dieser stieg man zwar dieses Jahr wieder ab, führt aber derzeit die Kreisliga Rendsburg-Eckernförde souverän an.

 

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Liga steht heute allerdings nicht auf dem Plan, Gegner ist die U19 Nationalmannschaft von Estland (also vorm Spiel natürlich Auflaufkinder und Nationalhymnen). Diese bereitet sich derzeit im Trainingslager in Osdorf auf die Qualifikation zur U19 Europameisterschaft vor, in der man am nächsten Mittwoch im Nationalstadion in Tallinn auf Norwegen trifft. Außerdem warten in der Qualifikationsgruppe noch Schottland und Liechtenstein. Chefcoach des estnischen Jugendnationalmannschaftsbereich ist übrigens mit Frank Bernhardt ein in Fußball-Norddeutschland nicht Unbekannter (ehemals u.a. Holstein Kiel (Spieler) und St. Pauli II (Trainer)). Der scheint auch gute Arbeit zu leisten, zumindest sieht das Spiel der Jung-Esten sehr schnell und flüssig aus (besonders überzeugt der Kapitän Albert Taar von JK Viljandi Tulevik), wobei das Resultat von 3:0 sicher nur bedingt aussagekräftig ist. Testspiel halt ;)
Highlight des Abends ist eh das Vereinsheim, das wie bereits eingangs erwähnt, unglaublich gut und günstig ist. Teile der anwesenden Kieler überlegen sogar, ihren Wohnsitz an Wochenenden nach Rotenhof zu verlegen. Und das völlig zurecht: Woanders fehlen einem mit 2€ noch 50 cent zum günstigsten Getränk, beim TuS kriegt man dafür nicht nur ein 0,3 Getränk (1,20 €), sondern auch noch eine Tüte Pommes (0,70 €), plus Mayo (0,10 €) und zum Nachtisch ein Wassereis (ebenfalls nur 0,10 €).

 

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Ja, hier ist der Fan noch König, der zudem noch zwischen wechselnden Angeboten, wie Würstchen im Schlafrock, Pizza oder überbackenen Laugenstangen wählen darf.
Wer also mal am Wochenende auf der B77 unterwegs ist, sollte nach Fockbek abfahren und dann die erste links. Irgendein Spiel wird bei 20(!) Mannschaften immer sein und das Mittagessen ist eh gesichert.

 
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