Odense Atletikstadion, 19. September 2013, Endstand 1:2

 

Es wird Herbst und die erste große Erkältung hat einen drei Tage komplett ausgeknocked. Am vierten Tag erwachen allerdings so langsam die Lebensgeister und während man sich nach der Arbeit auf die Couch wirft kommt einem endlich wieder die wichtigste Frage der Welt in Gedächtnis: „Wo ist eigentlich heute Fußball?". Auch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit liegt die Präferenz dabei auf dem eigenen Bundesland, welches an diesem Abend allerdings nur eine „Auswahl" von einer Partie in der Kreisliga Segeberg bietet. Irgendwie wenig befriedigend, weshalb man den Suchradius etwas erweitern muss und einfach mal etwas weiter nach Norden schaut. Esbjerg darf in der Europa League ran, spielt aber an diesem Abend auswärts in Lüttich (wie man bei der Rückankunft feststellt sogar erfolgreich mit 2:1). Deshalb rückt die Zweitligapartie zwischen Marienlyst und Odense in den Fokus des Interesses und spontan befindet man sich auf dem Weg in Richtung dänische Grenze. Zuvor muss noch das Baustellen-Nadelöhr Rader Hochbrücke bewältigt werden - da der Verkehrsfunk allerdings grünes Licht gibt, ist man guten Mutes, was die Ankunftszeit am Stadion betrifft. Am Nord-Ostsee-Kanal angekommen stellt man fest, dass Staus anscheinend inzwischen verschwiegen werden oder erst ab richtig nerviger Länge im Radio Erwähnung finden. Zum Glück für ein Kieler Auto befindet sich der wirklich schlimme Stau aber auf der Gegenfahrbahn und man selbst verliert nur die „Reserve". So parkt man pünktlich kurz vor Anpfiff auf einem kleinen Rasenstück in Sichtweite des Odense Atletikstadions. Das eigentliche Heim"stadion" vom Boldklubben Marienlyst ist das Marienlystcentret, ein besserer Sportplatz, der nach dem Aufstieg in die zweite Liga für die großen Namen natürlich nicht mehr ausreicht. So musste der 1922 gegründete Verein, dessen Handballsparte zu einer der erfolgreichsten Dänemarks gehört, in den 1941 eröffneten Ground in direkter Nachbarschaft des TRE-FOR-Parks von Odense BK umziehen.

 

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Das Atletikstadion, wo auch der FC Fyn zuhause ist, besitzt neben Flutlicht und einigen Stufen in einer der Kurven eine durchaus schmucke Haupttribüne und bietet insgesamt 8.000 Zuschauern Platz. Das ist natürlich eine utopische Zahl für die zweite dänische Liga (offizielle Zahl an diesem Abend: 314), zu unserer Freude stellen die neutralen Kieler aber fest, dass sich doch ein kleiner Mob aus Silkeborg auf den Weg gemacht hat.

Odder Spectrum, 15. Juni 2013, Fuld tid: 3:1

 

Efter vi oplevede første oprykning med Holstein dette år, drog vi imod Danmark for at opleve endnu en afgørende kamp. Målet hed Odder, en lille by 30 km østlig for Horsens, hvor vi først fik os en Bacon Burger og Ribbe sandwich...

 

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...og derefter gik vi til Spektrum hvor Odder (Østjyllands største fodboldklubber) spiller deres hjemmebanekampe.

Blue Water Arena/Esbjerg Idrætspark, 29. März 2013, Endstand 1:0

 

Nachdem über Nacht wie so oft dieses Jahr vom Winter im Frühling überrascht wurde und somit Pläne, innerhalb von Schleswig-Holstein an seine Dosis Fußball zu kommen, ein jähes Ende fanden, schaute man sich einmal wieder im nördlichen Lieblingsnachbarland um und fand mit der Partie in Esbjerg gegen Brøndby IF nach dem Blick auf die Tabelle ein echtes Duell um den Klassenerhalt. Zwar für einige kein neuer Ground, dafür erwartete man sich aber vom Spiel einiges und auch vom BIF-Anhang, der sich schon zahlreich im Internet angekündigt hatte.
Mit genügend Zeitreserve ging es im vollen Auto (inkl. einem Brøndby-Sympathisanten) Richtung dänische Grenze, wo man zunächst das fünfte Besatzungsmitglied einsammelte um dann unter vollster Ausnutzung des Platzes im Auto die Grenze nach Norden zu passieren. Auf der Autobahn sah man im Schneetreiben dann auch fast nur deutsche Autos, kein Wunder, strömt doch an Ostern gefühlt alles nördlich des Harzes in das Land der Hot Dogs. Nach kurzweiliger Fahrt inklusive musikalischer Unterhaltung (auch im Stadion wurden wir mit unserer Lieblingsband „Nephew" verwöhnt) durch dänische Musikkultur konnte man dann Dänemarks größte Stadt an der Westküste erreichen. Beim Durchqueren der kleinen Innenstadt konnte man bereits die ersten Brøndbyfans erspähen, die sich auf den Weg ins Stadion machten. Das Fortbewegungsmittel wurde dann, wie man glaubte, strategisch günstig abgestellt, sodass Stadion und Pølserbude im Blickfeld waren. Letztere wurde dann sogleich angesteuert, sodass man den obligatorischen Besuch bei Dänemark-Ausflügen bald mit Hot Dogs und Burgern abgehakt hatte.

 

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Anschließend ging es Richtung Stadion die Straße hinauf, dass wieder einmal dadurch bestach, von Außen den Charme eines Parkhauses zu haben, hätte man nicht die alten Flutlichtmasten gesehen, könnte der nicht ortskundige Fußballfan auch gerne mal an der „Blue Water Arena" (bis 2007 Esbjerg Idrætspark) vorbeilaufen. Nach dem Umbau 2004 bei dem die Gegengerade zu einer modernen VIP- und Pressetribüne (wo sich eine zweite Kieler Hopperfraktion niederließ) umgebaut wurde und einem weiteren Umbau 2008-9, bei dem die Kurven geschlossen wurden, muss man schon einen Blick in die Eingänge riskieren, um wirklich ein Stadion zu erkennen.

 

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Am Gästeblock hatten sich bereits einige Supporter aus dem Hauptstadt-Vorort eingefunden, die sich dort aber relativ frei bewegen konnten. Wir dagegen machten noch einen kurzen Abstecher Richtung Fanshop, wo man bereits, wie beim letzten Besuch, einige Wolfsburger antraf. Diesmal allerdings eher „normale" Fans, beim letzten Besuch in Esbjerg hatte man als Kieler noch das Vergnügen mit der Ultrafraktion aus der schönsten Stadt der Republik, die damals meinten, als Gäste der Heimfanszene den Mund aufmachen zu können.

CASA-Arena, 10. März 2013, Endstand 2:0

Dem Winter gen Norden zu entfliehen entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Aber da das Winter-Comeback Kiel und weitere Umgebung fest im Griff hatte, entschied sich eine kleine CCK-Crew spontan mal ein wenig auf den Spuren von unseren dänischen Störchen Hamza Kizil und Casper Johansen zu wandeln...

 

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...zumal einem Mitfahrer auch noch die CASA-Arena in seiner Sammlung fehlte und man sich wie immer ein wenig dänisches Fast Food versprach. Schneewehen also ingnoriert und kurz hinter Flense dann tatsächlich keine Spur mehr von der weißen Pracht. Natürlich entpuppte es sich als irrige Annahme, dass Sonne gleichbedeutend mit etwas angenehmeren Temperaturen sein könnte, gefühlt lagen die Außentemperaturen dank des fiesen Nord-Ost-Windes deutlich im zweistelligen Minusbereich. So war man umso froher, Plätze auf der Nordtribüne zu bekommen, da dies Windschatten garantierte.

Riisvangen-Stadion, 6. Oktober 2012, Endstand 0:1

 

Dänemarks untere Ligen halten ja eher wenige Perlen bereit, zumindest wenn man Freund von Traditionsvereinen und charmanten Spielstätten mit einer gewissen Geschichte ist. Auch annehmbare Zuschauerzahlen (von Fanszene will man mal gar nicht sprechen) sucht man unterhalb der Superligaen oder zumindest der 1. Divisionen meist vergebens. Doch mindestens eine Ausnahme gibt es außerhalb von Kopenhagen zu finden, genauer in der zweitgrößten Stadt Dänemarks, bei der es sich, Geografie-Studenten werden es jetzt schon wissen, um Aarhus handelt. Dort feiert sich Aarhus Fremad ganz ernstgemeint als die "Nummer zwei der Stadt" - und hat es im Schatten des AGF tatsächlich geschafft sich einen gewissen Kultstatus zu erarbeiten. Vielleicht keine alternative Fanszene, aber doch eine entspannte Alternative in der Studentenstadt zum großen Fußball.

 

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Zumindest geht es ziemlich entspannt im Riisvangen Stadion zu der Heimspielstätte von Fremad, die von alten Erlen gesäumt, durch die ein wenig mehr der Eindruck eines Stadions entsteht und die gesamte Anlage nicht so weitläufig wirken lassen. Ansonsten gibt es hauptsächlich mit Kies gefüllte Stufen, einige gelb-schwarze Plastiksitze auf der Gegengerade und vier Bratwurst-, bzw. Bierstände, plus Vereinsheim am Haupteingang. Optisches Highlight ist aber das Ansagerhäuschen mit der Spielzeituhr, die auch einer Fußballübertragung der 1970er-Jahre entstammen könnte. So ist die Kieler Vierer-Crew nicht nur wegen gedruckter Eintrittskarten zufrieden mit der zweiten Wahl des Tages, denn hier kann man Fußballgeschichte quasi riechen.