Sydbank Park, 4. März 2015, Endstand 4:2 n.V.

 

KO-Spiele im DBU Pokalen, dem dänischen Pendant zum DFB-Pokal, sind eigentlich immer eine Reise wert. Da kam es doch wirklich gelegen, dass Dänemarks südlichster Erstligist es wieder einmal etwas weiter im Wettbewerb geschafft hatte und nun mit Bröndby IF auch gleich einmal Dänemarks wohl beste Szene den Gästeblock in Haderslev bevölkern würde. So ging es ganz entspannt am Nachmittag los in Richtung dänische Grenze, schon nett, wenn man so ein Duell schneller erreicht als das naheste Auswärtsspiel des eigenen Teams. In Flensburg wurde das Mobil der Sektion Syd genutzt, sodass man bestens unterhalten in Haderslev ankam und dort zu vernünftigen Preisen Eintrittberechtigungen alsbald in den Händen hielt.

 

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Eine leckere Medister später pfiff der Dommer auch schon an, insgesamt etwas über 3500 Zuschauer wollten sich das Spiel nicht entgehen lassen. Im Sydbank Park hatte sich einiges getan, wo früher bloße Stehränge waren, gibt es heute die größte Sitzplatztribüne des Stadions.

 

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Im Gästeblock hatten sich trotz Brückenmaut, Wochentag und früher Anstoßzeit heute ca. 300 Bröndby-Anhänger eingefunden, im weiteren Rund dürften es noch ein paar mehr blau-gelbe Fans gewesen sein, schließlich hat der Verein im gesamten Königreich seine Fans. Außer ein paar Schwenkern und ein wenig gelben Rauch kamen heute keine großartigen optischen Akzente aus dem Gästeblock. Der sonst kaum vorhandene Heimblock fasste heute vielleicht 50 – 60 Leute und ließ einige Male von sich hören. Im Prinzip war der Heimanhang schon von der ersten Minute an guter Dingen, denn die Süddänen begannen erfreulich, nach 2 Minuten traf mit Marvin Pourie ein Deutscher zur 1:0 Führung. Dieser ist vom FC Kopenhagen nach Haderslev ausgeliehen. Bröndby ließ sich danach nicht lange bitten, denn 2 in Deutschland bekanntere Spiele trafen zur Führung für die Gäste, inklusive schicken Torpogo im Gästesektor: Nach Toren von Johan Elmander und Teemu Pukki (ehemals Schalke 04) stand's es nach 34 Minuten 1:2. Tonangebend war hier aber nur das Team aus Haderslev. Im zweiten Durchgang sah es spätestens nach dem Ausgleich und einem Platzverweis für die Gäste nicht anders aus, dennoch ging es in die Verlängerung. Bröndby schien es nur auf das Elfmeterschießen abzusehen und reagierte nur noch, das half ihnen aber auch nichts mehr, per Doppelschlag, u.a. ein zweites Tor von Pourie, waren die Verhältnisse klar. Einziger unschöner Moment war eine blutende Wunde von Keeper Skender, ausgelöst durch Wurfgeschossene von den direkt hinter seinem Tor stehenden Gästen.

 

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SønderjyskE steht damit das zweite Mal nach 2013 im Halbfinale im DBU Pokalen, die in der Superligaen eher mittelmäßig dastehenden Gäste bleibt nun keine Chance mehr, durch den Pokal in die Europa-League einzuziehen. Gegner im Halbfinale ist mit dem FC Vestsjælland eine durchaus machbare Aufgabe.

 

Ein wenig durchgefroren nach der vollen Distanz traf man auf dem Rückweg zum Auto noch einen deutschsprechenden Dänen, der sich brennend für die derzeitige Situation unserer KSV interessierte und besser über die Tabellensituation Bescheid wusste als mancher regelmäßige Stadiongänger. 2015 – Holstein Kiel international!

 

Und vielleicht hat SønderjyskE irgendwann auch ein bisschen Fame ;)

 

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