Trefor-Park, 30. September 2010, Endstand 1:2

 

Hopping im Ausland ist ne feine Sache und Dänemark immer dicht bei. Aber irgendwie verliert es ein bisschen an Reiz, wenn um einen rum die Leute deutsch reden oder zumindest sowas ähnliches. Ach übrigens: Nicht überall auf der Welt kann man mit Euro bezahlen. Nur mal so als toller Reisetipp von mir. Okay, Stuggitown liegt ja auch ziemlich weit von DK weg und dafür war das Stadtbild respektabel rot-weiß. Ob es dann wirklich 600 waren weiß ich nicht wirklich, aber der Auswärtsblock war zumindest besser gefüllt, als bei 90 % der dänischen Pokal- und Ligaspiele. Awaytouren ist für den VfB-Anhang auch ne ganz gute Wahl: Europaleague läuft derzeit erfolgreicher als Bundesliga, wo man sich zur Zeit nach nur einem Sieg und fünf Niederlagen lediglich für die Zweite Liga qualifizieren würde. Da muss man die Teilnahme am internationalen Wettbewerb ja nochmal feiern.

 

sonnenuntergang

 

Das können auch wieder einmal die Anhänger von OB. Odense ist mal wieder mal der einzige Verein, der neben dem großen FCK Dänemark in Europa fußballerisch repräsentiert.

Am erfolgreichsten gelang dies bisher in der Saison 1994/95 in der man nicht nur den FC Kaiserslautern, sondern auch noch sensationell Real Madrid aus dem Wettbewerb kickte. Stuttgart hingegen hat es bereits zweimal bis in ein europäischen Finale geschafft. 1989 beim UEFA-Cup Finale und elf Jahre später beim Pokal der Pokalsieger. Beide Male ging man allerdings als Verlierer vom Platz. Über einen möglichen Einzug ins Finale braucht man im Moment allerdings noch nicht reden. Erstmal muss die Gruppenphase mit Odense BK, Getafe und Young Boys Bern erfolgreich absolviert werden.

 

 

choreo

 

Auch zuschauertechnisch gibt es heute noch Spielraum nach oben. Je nach Quelle wird von 8.000, bzw. von 14.000 Zuschauern gesprochen. Was auch immer näher an der Wahrheit dran ist, dass nicht ausverkauft war, konnte man auf Anhieb erkennen. Die jeweiligen Fanblöcke hingegen waren gut gefüllt. Odense präsentierte sich choreotechnisch mit einer Vielzahl von blau-weißen Schwenkern und ein wenig Rauch ganz ordentlich. Stuttgart beschränkte sich in der ersten Hälfte auf den "üblichen" Support, legte dann mit Beginn der zweiten Halbzeit aber eine Schippe drauf.

Spielerisch war die erste Halbzeit eher unteres, europäisches Niveau. Die wenigen Offensivorstöße Stuttgarts endeten spätestens beim Keeper von Odense, während die Dänen zwar im Mittelfeld ordentlich mitspielten, aber die klassiche, skandinavische Abschlußschwäche wieder mal unterstrichen. Wenn man ehrlich ist, hätte die erste Halbzeit -1 : -1 ausgehen müssen.

 

twindog

 

Zeit für kleines Frustessen ;) Bei Betreten des Stadions hatten nette Tulip-Damen in Flugbegleiterinnen-Optik Gutscheine für "Twin-Dogs" verteilt. Diese neueste, kulinarische Errungenschaft musste selbstverständlich in der Halbzeitpause getestet werden. Dabei handelt es sich um einen Fransk Hot Dog mit einem doppelgelochten Hot-Dog-Brötchen zur Aufnahme von zwei Würstchen. Dadurch entfällt zukünftig die schwere Entscheidung, ob man nun Ketchup oder French Dressing möchte. Man nimmt beides. Zusätzliches Highlight der Odenser Stadiongastronomie waren die Baconships, die ein herrlich künstliches Schinkenaroma verbreiteten.
Ansonsten gab es neben der reichhaltigen Getränkeauswahl (leider nur alkoholfreies Bier - aargh!) noch diverse Leckereien, die man als Dänemarkbesucher auch erwartet (u.a. Pölsemix, gegrillte Frankfurter, verschiedene Lakritz- und Weingummispezialitäten). Diese reichhaltige Auswahl konnte an diesem Tag von uns leider nicht in Gänze getestet werden, da wir unser obligatorisches Pre-Match-Dinner natürlich im Stadion Grillen zu uns genommen haben.

 

stuggirauch

 

Außerdem hieß es nach der Pause auch wieder schnell auf die Ränge, da Stuttgart zu Beginn der zweiten Hälfte die bereits erwähnte Schippe in Form von Rauchpulver drauflegte. Dazu rote Bengalen und ein eher unmotivierter Versuch des Stadionsprechers, auf das Pyroverbot hinzuweisen ("Fireworks are not allowed in the Odense Stadium"). Nachfolgend lautstärke- und mitmachtechnisch bester Support aus dem Stuttgart-Block. Auch spielerisch eine deutliche Steigerung. Zunächst lieferten sich beide Mannschaften einen relativ offenen Schlagabtausch, bei dem erst Stuttgart verdient in Führung ging, die Hausherren sich dann aber mit Herz zurückkämpften und ausgleichen konnten. Die Entscheidung fiel allerdings erst kurz vor Schluss, als Martin Harnik nach einem furchtbaren Schnitzer der OB-Abwehr schnell schaltete und den Torhüter wunderschön überlupfte. Man of the Match wurde dennoch zurecht jener Schlussmann Roy Carrol, Nationaltorhüter Nordirlands in den Farben von Esbjerg, der die Hausherren dank sensationeller Reflexe quasi bis zum Schluss im Spiel hielt.

 

score

 

Zum Schluß gehen noch ganz herzliche Grüße an den "lieben" Stuttgartfan, der so um meine körperliche Unversehrtheit besorgt war. Einfach aus Trotz hier die Großaufnahmen aus dem Stuttgartblock (die Einzelpotraits gehen an die Politi Odense, an die Polizei Stuttgart und an ultras.ws)

Ernstgemeinte Grüße gehen noch an die Sektion Schleswig und die Cannstatter Kurve Berlin.

 
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