CASA-Arena, 10. März 2013, Endstand 2:0

Dem Winter gen Norden zu entfliehen entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Aber da das Winter-Comeback Kiel und weitere Umgebung fest im Griff hatte, entschied sich eine kleine CCK-Crew spontan mal ein wenig auf den Spuren von unseren dänischen Störchen Hamza Kizil und Casper Johansen zu wandeln...

 

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...zumal einem Mitfahrer auch noch die CASA-Arena in seiner Sammlung fehlte und man sich wie immer ein wenig dänisches Fast Food versprach. Schneewehen also ingnoriert und kurz hinter Flense dann tatsächlich keine Spur mehr von der weißen Pracht. Natürlich entpuppte es sich als irrige Annahme, dass Sonne gleichbedeutend mit etwas angenehmeren Temperaturen sein könnte, gefühlt lagen die Außentemperaturen dank des fiesen Nord-Ost-Windes deutlich im zweistelligen Minusbereich. So war man umso froher, Plätze auf der Nordtribüne zu bekommen, da dies Windschatten garantierte.


Das Stadion des 1994 gegründeten AC Horsens gehört dank seiner teilweise geschwungenen Architektur zu den gefälligeren Neubauten und hat dank seiner Flutlichter einen extrem hohen Wiedererkennungswert. Die Laune im Auto stieg jedenfalls extrem an, als man die wunderschönen Dinger schon vom Stadtrand erblickte. Wirklich gut, dass sich hier mal anscheinend der eine oder andere dänische Designer austoben durfte, statt irgendwelche 0815-Dinger zu installieren.

 

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Rest des Stadions, also vor allem die 7.500 Plastikschalensitze (insgesamt hat das Stadion ein Fassungsvermögen von 10.400 Zuschauern) ist in den Vereinsfarben gehalten, die man an diesem Nachmittag auch gut erkennen kann, bei arktischen Temperaturen sind es lediglich etwas über 2.300 Zuschauer, die sich für das Duell mit dem Odense BK interessieren. Klassisches Mittelfeldduell zwischen dem Tabellenfünften (Odense) und dem -achten (Horsens), wobei man in einer Zwölferliga mit vielen gleichstarken Teams (und das ist in der Superliga häufig der Fall) ganz schnell mal auf einen Abstiegsplatz rutschen kann. Selbst Brøndby als Inhaber der Roten Laterne wird nach dem Spieltag nur einen Punkt Abstand auf den rettenden 10. Tabellenplatz haben. Für beide Teams ging es also um die Frage „Abstieg oder Chance aufs internationale Geschäft?".
Damit man mit ersterem nichts zu tun haben wird, wurde bei Horsens im Winter prominent nachgerüstet: Charles Takiy, der unter anderem beim Hamburger SV und natürlich beim FC St.Pauli unter Vertrag stand, soll die Offensive der Jütländer beleben. Und um sich in die Herzen der „Goldenen" zu spielen brauchte der Neuzugang auch keine zehn Minuten: Schönes Solo durch die gesamte Abwehr von OB, satter Schuss, 1:0.

 

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Danach blieben die Hausherren das dominierende Team, Odense kam in der gesamten ersten Hälfte lediglich einmal gefährlich vors Tor, dann musste Keeper Frederick Rønnow sich allerdings auch mächtig strecken, um den Ausgleich zu verhindern. Stimmung bei den Heimfans für dänische Verhältnisse sehr in Ordnung, es wurde gehüpft, gesungen und von Zeit zu Zeit werden sogar einige gelb-schwarze Fahnen gewedelt.

 

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Die rund 50 Gästefans waren nur nach der Pause kurzzeitig zu vernehmen, als Odense auch auf dem Feld seine beste Phase hatte und zu einigen Chancen kam. In der 74. Minute gelang es allerdings Martin Spelmann bis an die Grundlinie durchzugehen und in den Rücken der Abwehr zu flanken, so dass Jude Nworuh nur noch vollstrecken brauchte und den Ball unter die Latte hämmerte. Verdienter Sieg für Horsens, wobei wir von OB etwas mehr erwartet hatten. Pünktlich zu Abpfiff setzte dann auch in Dänemark heftiger Schneefall ein, so dass man am Ende froh war, wieder sicher in Kiel zu sein.

Ach, bevor wir es noch vergessen ;) Das erhoffte Fast Food gab es in Form einer wirklich gut gebratenen und leckeren Stadionwurst für 25 DKR, die es mit lecker Soßentrio und Brot gab.

 

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Im Menu gibt es die auch mit Chips als Beilage (zählt dann als Gemüse) und Getränk. Highlight der Tour waren allerdings die Horsens-Bacon-Chips. Da versteht jemand Fußballfans.