23. April 2011, Wilhelm-Langrehr-Stadion, Endstand 0:1

 

Ein hartes, mitunter nicht schön anzusehendes Stück Arbeit. Aber Sieg ist Sieg!

 

Sieg

 

Hätten wir gewusst, dass es am Ostersonnabend keinen einzigen Stau geben wird, hätten wir sicher etwas im Luxusbett in Sedan länger gepennt. Aber so kommen wir dann schon um zwölf in der Metropole am Rand von Garbsen an, treffen aber im Supermarkt bereits auf die erste Kieler Autobesatzung mit Timo, Jonas, Sven und Bimmel, die zudem noch selbstgemachte Frikadellen und Kartoffelsalat an Bord haben. Jipi(eh)! Damit gehts auf den Deich (dahin zeiht es uns Küsenbewohner halt immer wieder) quasi direkt hinter dem Wilhelm-Langrehr-Stadion, um zusammen zu essen und ein paar Mitbringsel vom Pragtripp zu killen.

 

frikas

bier

 

Wenn Havelse die Liga noch hält, sind beim nächsten Mal die Angeln am Start. Symptisch dorfige Gegend in der Region Hannover - auch wenn alle Kapitäne anscheinend ziemlich arrogant sind. Keiner hupt für die fröhlich winkende Gruppe aus Holstein. Schwer enttäuscht, aber auch wohl gesättigt, geht es von daher wieder zurück zum Stadion. Und das ist, auch wenn man es kaum glauben mag, ein ehemaliger Zweitligaground. Schließlich schaffte es der TSV Havelse (1912 als FC Pelikan Havelse gegründet, weil der erste Spielball die Aufschrift "Pelikan" trug!) unter dem späteren Freiburger Coach Volker Finke 1990 in die zweithöchste Spielklasse Deutschlands, wo man sich allerdings nur eine Saison halten konnte. Trotzdem gelang ein Jahr später noch eine kleine Sensation im DFB-Pokal (in dem man durch die Teilnahme in der Zweiten Liga Startrecht hatte), als man den 1. FC Nürnberg im Elfmeterschießen besiegen konnte (dann aber in der zweiten Runde an Bamberg mit 0:4 scheiterte).

 

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Nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga begann eine sportliche Talfahrt, die 2002 in der Landesliga Hannover endete. Für das nächste Highlight musste man wieder etwas warten - es dauerte bis zur Saison 2009/2010, als man sich durch den gleichzeitigen Abstieg von Holstein Kiel als Meister der Oberliga Niedersachsen West direkt für den Aufstieg in die Regionalliga qualifizieren konnte, da Holstein II für den Aufstieg gesperrt war. Und so trifft dann also die Erstvertretung der Störche auf einen Club, der positiv gesagt, sich seinen "dörflichen Charme" erhalten hat. Überall freundliche Ehrenämtler, eine nette Vereinsgaststätte (mit gutbürgerlicher Küche!), Holzkohlegrill, wenig Polizisten, die sich mehr für BuLi im Fernsehen interessierten - aber leider auch ein Spielfeld, für das die Beschreibung "Rübenacker" noch geschönt ist. Umrahmt wird dies von einer überdachten Sitzplatztribüne, wobei der Besucher nicht etwa auf schicken Sitzschalen, sondern auf Plastikbänken Platz nehmen darf, einer überdachten Stehplatztribüne auf der Gegengerade und unüberdachten Traversen auf der einen Hintertortribüne. Da befindet sich auch der an diesem Tag etwas leere Gästesektor. Wichtigster Bereich im Stadion ist aber definitiv die Bank auf der anderen Hintertorseite, wo sich anscheinend traditionell eine kleine Gruppe Meckerrentner einfindet, um wunderbar herrlich gegen alles und jeden zu pöbeln. Eigene Mannschaft: zu langsam; kleine Gruppe Havelser Ultràs: Beknackte, sollen das Stadion heil lassen; Schiedsrichter: schwarze Zunft, gehört verboten; Gästeteam: gute Techniker, die aber mit dem Boden nicht zurecht kommen.

 

kampf

 

Was die Gruppe einerseits diebisch freut und womit sie zum anderen auch voll recht haben. Ganz dreckiges Spiel mit wenigen Höhepunkten, das aber aufgrund eines Kullertores von Tim Wulf (wieder gerade eine Minute auf dem Platz) gewonnen wird. Und das zeichnet Spitzenteams aus - letzte Woche war es Chemnitz bei uns, diese Woche sind wir es beim TSV Havelse.

 

jubel

 

Besser als das Spiel und der Rasen, ist am Ufer der Leine übrigens die Verpflegung: Nackensteak vom Holzkohle(!)-Grill für 2;50 € ist ein echtes Highlight, auch wenn Pappteller doof sind, und doch Brötchen aus der Bäckerei Langrehr drin sein müssten. Vor allem weil sie für Schnitzel, Frikadellen oder Fischbrötchen ja vor Ort vorhanden sind.

 

fisch

sven

 

Die Naschitüten werden von unserem neutralen Gastgastrokritiker ebenfalls als hervorragend bewertet. Biertechnisch wird man für 1,50€ von der Hannoveraner Gildebrauerei versorgt, also kann man zumindest noch den Punkt für regionales Bier abstauben. Und in Niedersachsen gilt schließlich noch der alte Grundsatz: Bier gut, alles gut.

 

biergut

 

Und das alles präsentiert von den Stadtwerken Garbsen – Energie Tag für Tag.
Ob es allerdings im sportlichen für den Klassenerhalt reicht, ist eher zweifelhaft. Schön wäre es , damit einige Kieler noch die Möglichkeit bekommen, dieses Stadion zu besuchen. Und wir die Chance zu angeln.

 

 

Bilder gibt es wie immer in der Galerie.

 

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