30. Januar 2016, Endstand 5:2

 

Kieler Sportler sorgen im Moment für Furore. Nicht wenige Sportbegeisterte aus der Fördestadt und Umgebung schauten schon am Freitag ganz genau hin, als Rune Dahmke zunächst mit dem DHB-Team den Finaleinzug bei der Handball-EM feierte und Angelique Kerber einen halben Tag später die Australien Open für sich entschied.

 

Aber Holstein? Da tut es weh, wenn das eigene Team verliert, da leidet man abseits der großen Sportwelt mit dem eigenen Team. Das schmerzte die 1:2 Niederlage im großen Weserstadion gleich doppelt, da sah man wieder das eigene Problem der mangelhaften Chancenverwertung. Da kamen die ganzen Zweifler wieder hoch, bei denen der Musikinteressierte gleich die Oasis-Zeile „Backbeat, the word is on the street, that the fire in your heart is out… .“ Da wurde am Stammtisch neidisch nach Chemnitz geschaut, die hätten mit Frahn endlich einen „Topstürmer“ geholt, Holstein „knausere sich in die 4. Liga“, dabei standen Fetsch und Evseev sicherlich noch ganz woanders auf dem Wunschzettel. Kurzum: Nach einem vergeigten Spiel alles in Frage zustellen, erscheint sehr fragwürdig.

 

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Dadurch dass Holstein sich in den vergangenen Spielen insbesondere zu Hause nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, blieben die Traversen doch ziemlich leer, etwas über 4100 Zuschauer wollten die Heimpremiere des neuen Vorstand Sport Uwe Stöver miterleben. Darunter waren auch knapp 100 Gäste aus Westsachsen, schön zu sehen, dass solche Clubs ebenso wie die KSV auch 600 km weit weg eher kleine Brötchen backen. Karsten Neitzel nahm keine Veränderungen vor, Trainer Karsten Heine vom CFC brachte gleich einmal Daniel Frahn, Alexander Bitttroff und Marius Gersbeck als Startformation auf dem Platz.

 

Das schien auch gleich zu funktionieren. Zunächst stockte der Atem nach sieben Minuten, Lewerenz jagte den Ball vor den Gersbeck-Kasten, doch weder Siedschlag noch Fetsch bekamen ihre Fußspitzen an das Spielgerät. Wenige Sekunden später: Türpitz bekommt das Leder vor Zentners Kasten und vollendet zum 0:1. Gleiches Muster: Holstein macht die Großchance nicht, der Gegner geht mit dem ersten Torschuss in Führung. Jetzt musste was passieren, um nicht wieder dutzende Minuten einem Rückstand hinterherzulaufen. Da passte es hervorragend, dass Lewerenz gerade vor dem Tor lauerte, die Defensive war sich nicht einig war und der Ex-Würzburger vollendete präzise aus der Distanz! 1:1! Alles wieder von vorne, die Kulisse war da, weiter geht’s!

 

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Etwas über eine Viertelstunde war gespielt und Peter Sippel, Ex-Fifa Referee aus München, sah ein Handspiel in der Nähe des Strafraums vom CFC. Ein kleines Grüppchen Holstein-Spieler brauchte unter ermahnenden Blicken des Referees doch verdächtig lange, dann ging es ganz schnell, Lewerenz mit gefühlvollem Schlenzer, 2:1! Und es ging weiter wie am Schnürchen, nach 30 Minuten setzte sich Kohlmann auf links durch, Gersbeck ließ abprallen und Fetsch verwandelte bestens positioniert eiskalt! 3:1, was war denn hier los? Bei Holstein griff ein Rädchen ins andere, der CFC völlig von der Rolle! Wirklich besser wurde es für den CFC aber nicht. Von rechts kam der Ball zu Evseev und es geht rein in’s Eck! Vier Tore in einer Halbzeit! Das gelang der KSV zuletzt am 27. Juli 2013, da konnte man zu Hause gegen Saarbrücken sogar fünf Treffer landen! Sippel pfiff zur Pause und auf den Traversen sah man verständlicherweise mehr zufriedene Gesichter als zuletzt.

Karsten Heine verkürzte seine Ansprache auf sieben Minuten und wechselte gleich zweimal, die KSV nutzte die vollen 15 Minuten Besprechungszeit. Chemnitz kam natürlich mit Druck aus der Pause, ließ die KSV nicht mehr richtig zur Entfaltung kommen. Das zahlte sich nach fünf Minuten schon aus, wieder Türpitz nahm sich aus 20 Metern ein Herz und der Strahl schlug im Winkel des Kieler Tores ein, keine Chance für Zentner, nur noch 4:2. Aber das Chemnitzer Feuer loderte nur kurz, zwar waren die Sachsen noch mit etwas mehr Spielanteilen, die Holstein Defensive hatte aber alles im Griff. Chemnitz agierte nun oft mit langen Bällen, Karsten Neitzel reagierte und brachte Schmidt für Evseev.

 

18 Minuten vor dem Ende agierte dann auch der für den nicht überzeugenden Bittroff gekommene Koch äußerst unglücklich, Steven „Drei Schüsse in das Tor“ Lewerenz anzipierte bravourös und traf zum Dreierpack! 5:2! 

 

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Hohe Effektivität und eiskaltes Ausnutzen von Fehlern, endlich passte einmal wieder alles gegen die aufgerüstete Chemnitzer Mannschaft! 

 

Was machte eigentlich Daniel Frahn über 90 Minuten? Er wurde quasi kaum gesehen, seine Zweikämpfe verlor er zumeist gegen Czichos. Auch ein Indiz dafür, wie gut sich Holstein auf die Offensive des Gegners eingestellt hatte.

 

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Genauso wenig wie Neuzugänge nach einem Spiel zu bewerten, sollte man nun diesen Sieg überbewerten. Es bleibt zu hoffen, dass die KSV in den nächsten Spielen etwas konstanter agiert. Nächsten Sonntag geht es zur formstarken Fortuna aus Köln, dann beginnen die 90 Minuten erneut von vorne.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 

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