12. März 2016, Endstand 3:0

 

Im Vorfeld der Partie lief es wirklich alle andere als zufriedenstellend. Unglückliche Auftritte gegen direkte Konkurrenten aus Cottbus und Rostock und nach und nach zwickte es in der Trainingswoche in allen möglichen Gelenken und Bändern. Insbesondere in Holsteins Defensive. Am Ende bissen aber einige Akteure auf die Zähne, sodass von den Stammspielern am Ende „nur“ die etatmäßige Innenverteidigung mit Czichos und Sigurbjörnsson sowie Evseev ausfielen. Überraschungsspitzenteam Erzgebirge Aue musste auf Steve Breitkreuz verzichten, der nicht nur die stärkste Abwehr der Liga zusammenhielt, sondern sich auch für einige der seltenen Auer Tore verantwortlich zeigte.

 

Aues Trainer war von den Katakomben im Holstein-Stadion sichtlich angetan. Seit 1995, Dotchevs Jahr im Störchetrikot, hätten sich diese nicht groß verändert.

 

Passend zu diesem Eindruck hatte Trainer Karsten Neitzel über die Woche seinen Spielern immer wieder eingeimpft, in dieser sportlichen Situation auch einmal rustikal und einfach zu spielen. Um nicht nach dem Spiel wieder vom gegnerischen Trainer zu hören, Holstein sei ein starker Gegner gewesen, die Punkte habe aber wieder der Gast eingesackt.

 

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Zunächst einmal gedachte das Stadion aber dem langen Holstein-Fan Thomas von der Elite. Eine schöne Geste, die seiner langen Leidenschaft für die KSV sicher gerecht wurde.

 

Mit etwas über 4.400 Zuschauer kamen sogar ein paar mehr Leute als zum letzten Heimspiel gegen Cottbus. Davon auch 300 Gäste aus dem tiefsten Sachsen, die außer durch ein paar nette Zaunfahnen aber mal gar nicht auffielen.

 

 

Die KSV begann äußerst aktiv. Hinten stand die in der Hinserie manchmal sehr unsichere Innenverteidigung bestehend aus aus Schmidt und Weidlich stabil. Vorne versuchte in den ersten Minuten Schäffler ein ums andere Mal sein Glück. Ein gefährlicher Abschluss war ihm aber nicht vergönnt. Nach einer Viertelstunde schnappte sich Schnellhardt den Ball, legte ab nach links zu Patrick Kohlmann. Der flankte passgenau in den Fünfer, wo sich Neuzugang Fetsch der Sache annahm und trocken in Martin Männels Kasten köpfte. 1:0 Holstein!

 

 

 

Die KSV ließ jetzt nicht nach, immer wieder wurde die neuformierte Viererkette der Erzgebirgler gekonnt angelaufen und die laufintensive Strategie zeigte Wirkung, immer wieder mussten die Veilchen den Ball lang herausschlagen, wo Weidlich und Schmidt zumeist ihre Duelle gewinnen konnten oder Ball gleich zum fast beschäftigungslosen Zentner durchrutschte. Die Mannschaft kämpfte um jeden Ball, das Spiel war gut anzusehen und die LED-Wand zeigte eine Führung ein, da war die Kulisse da und feuerte die Störche immer wieder an. Vom Gast kam dagegen gar nichts, Aue erwischte einen rabenschwarzen Tag. Das lag aber nicht nur an der eigenen Form, Holstein schaffte es immer wieder, die Defensive vor Probleme zu stellen.

 

 

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So auch in der 35. Minute: Männel hatte den Ball fast sicher, doch der starke Janzer schaffte es noch irgendwie, ihm den Ball wegzuspitzeln und brachte den Ball im Tor unter. Dass der Ex-Heidenheimer vorher im knappen Abseits stand, war für den Gast natürlich unglücklich. Kiel nahm es dankend an, nachdem Schiedsrichter Kempter ein paar Minuten vorher keinen Elfmeter pfiff. Alles in allem hatte man hier eine äußerst engagierte Halbzeit gesehen. Aue fand offensiv nicht statt und war defensiv anfällig.

 

Pavel Dotchev verbrauchte seine Wechsel bereits in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit. Impulse konnte er dabei in dieser Zeit nicht mehr setzen, auch wenn sich Pascal Köpke zumindest von den Genen her in Kieler Gefilden zurecht finden müsste. Außer einigen ungenauen Vorstößen war nichts drin für die Sachsen. Kiel dagegen schaffte es immer wieder kleine Nadelstiche zu setzen. Nach 70 Minuten trudelte ein Fetsch-Ball schon Richtung Vorentscheidung, aber ein Auer konnte in letzter Sekunde klären. Trainer Karsten Neitzel brachte noch Heider und Sané für Janzer und Schäffler. Diese Wechsel belebten noch einmal ein wenig das Geschehen. Zunächst aber musste sich Zentner das einzige Mal strecken, als Soukou einen Ball aufs Tor hämmerte. Holsteins Schlussmann war aber blitzschnell unten und sicherte die Null.

 

 

Den Schlusspunkt setzten dann die beiden Joker, Sané steckte im Konter durch auf Heider, der erst Männel tunnelte, anschließend das 3:0 erzielte und sichtlich befreit in Richtung Westtribüne jubelte.

 

 

 

Holstein schaffte es eindrucksvoll ersatzgeschwächt gegen den Tabellenzweiten, der hier deutlich harmloser auftrat als viele andere Teams, eine Antwort auf die zuletzt schwachen Spiele zu geben. Offenbar hatte die sportliche Leitung um Karsten Neitzel und Uwe Stöver es unter der Woche erfolgreich geschafft, nicht nur den Fuß, sondern auch den Kopf leichter zu machen.

 

Nächsten Sonntag geht es beim 1. FC Magdeburg um die nächsten Punkte. Also alle hin da - der Zug fährt um 06:21 Uhr vom Kieler Hauptbahnhof. In diesem Sinne: Gut Kick!

 

Alle Bilder gibt es in der Galerie.

 

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