GAZI-Stadion auf der Waldau, 10. August 2013, Endstand 1:1

 

Kaum lief die Saison, war sie auch schon wieder unterbrochen. Umso heißer war man nach der ersten Runde des DFB-Pokals (zugunsten des Aufstieges entschied man sich in 2012 erneut gegen eine Teilnahme...;-) ), dass es weiter geht. Zumal sich unsere Störche in der ersten beiden Spielen der neuen Saison sehr ordentlich schlugen.

Dank bester Kontakte in den Süden ist eine günstige Übernachtung gebucht und man reist ziemlich stress- und nahezu staufrei bereits am Freitag an. Berufsbedingt ist eine eingebaute Hoppingtour leider nicht möglich. So bezieht man im beschaulichen Karlsbad bei Karlsruhe sein Nachtlager. Wahlweise in der Kellerwohnung oder - ganz in Hausbesetzermanier - im leerstehenden Haus. Tagsdrauf geht es dann weiter mit der Liga der Kultstadien. Ebenso wie unser Holstein-Stadion, kann der ehemalige Kickers-Platz und heutiges GAZI-Stadion auf der Waldau im Stadtteil Degerloch auf eine über 100-jährige Tradition zurückblicken.

 

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Der nicht minder traditionsreiche Gastgeber konnte in den ersten beiden Spielen noch keine Erfolge feiern und hofft somit, heute gegen Kiel die ersten Punkte einzufahren.

Vor dem Match trifft man auf die EckTowner Zugbesatzung und andere „Individualreisende", welche bereits mitgeteilt bekommen hat, dass man im Land von's Äffle und s'Pferdle den Besitz von Aufklebern fast schon mit der Vorbereitung eines terroristischen Aktes gleichsetzt. Deshalb werden die Kleber auch sicherheitshalber gleich mal abfotografiert. Ansonsten aber alles entspannt.

 

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Einheimisches Bier und die Rote Wurst schmecken. Immer mehr Kieler treffen ein, dank Bus und ICE sind es am Ende sogar über 250, die den Weg von der Förde an den Neckar gefunden haben. Dann noch schnell den Auswärtsblock etwas aufgehübscht und los kann es gehen.

 

holsteinmob

 

Die Blauen starten vor 3600 Zuschauern ziemlich ambitioniert (die Wut über den verkorksten Saisonstart ist deutlich zu merken). Bereits in der 8. Minute zappelt der Ball im Netz, zum Glück nur von außen. Der Rest der ersten Hälfte bleibt bis auf wenige kleine Chancen auf beiden Seite verhältnismäßig unspektakulär. Holsteiner und Schwaben neutralisieren sich weitestgehend gegenseitig und auch der ästethische Anspruch bleibt ein wenig auf der Strecke. Vielmehr beschränken sich beide Teams auf lange Bälle und viele kleine Fouls. Tore Fehlanzeige.

 

In der Halbzeitpause munkelt man auf Stuttgarter Seite, ob Kickers-Trainer Morales bei einer Niederlage weiter im Ländle bleiben würde. Doch auch mit Beginn der zweiten Hälfte sieht es nicht danach aus, dass es heute einen Sieger und einen Verlierer gibt. Holstein scheint einfach nicht richtig ins Spiel zu finden und individuelle Fehler in der Offensive verhindern jegliche Torchance. Die Kickers dagegen glänzen durch Abwesenheit guter Spielzüge und kommen nur selten ernsthaft vor Riedmüllers Kasten. Im Abschluss bleiben beide Teams fürchterlich harmlos.

 

heidi

 

Die besten zwei Szenen haben sich die Teams dann doch für den Schluss aufbewahrt. Mit dem wohl gelungensten Spielzug trifft Stuttgart zum 1:0. Kollektives Kopfschütteln. Kennt man doch genau das schon aus der Vergangenheit. Aber Holstein wäre nicht das neue Holstein, würde da nicht noch etwas kommen. Tatsächlich holen unsere Störche noch eine Ecke raus, die unser neuer Torjäger Marcel Gebers sogleich zum Ausgleich verwandelt. Spielstand relativiert und das trotz mittelmäßiger Leistung.

Die einzigen, die fast durchgehend 90 Minuten alles geben sind die die Fans beider Lager. So stehen sich Stuttgarter und Kieler Anhänger in nichts nach wenn es um Gesänge und Schlachtrufe geht. Durchzogen von lautstarken Meinungsäußerungen zu den zahlreichen größeren und kleinen Fouls sowie der Schiedsrichterleistung bildet zumindest die Stimmung einen drittligareifen Rahmen. Und auch wenn es heute nicht zu einem Sieg gereicht hat, so haben sich die gut 750 km Anreise zumindest für einen Punkt, ein Kultstadion und einer tollen Atmosphäre gelohnt.

 

abklatschen

 

Feines Mitbringsel neben ein paar Flaschen einheimischen Weins ist übrigens auch das Fanzine der "Blaue Bomber 1995" mit dem weltklasse Titel "A bombig's Heftle". Auch wenn der aktuelle Saisonrückblick auf sich warten lässt, unterhaltsam ist das Blatt auf jeden Fall.

 

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Reiseberichte mit einer guten Portion Selbstironie und natürlich auch einigen Insidern, die man vielleicht gar nicht verstehen muss um das Heftle gut zu finden.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 

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