31. August 2013, Endstand 2:1

 

Weiteste Tour im deutschen Profifußball, Teil eins. Eigentlich müsste man jedem, der die weite Tour von der österreichischen Grenze auf sich genommen hat, einen Schnaps am Eingang ausgeben. Reicht dann auch völlig als Geschenk. Gerade auch deshalb, da in der Burghausener Fanszene schon ein wenig augenzwinkernd die Meinung kursierte, man könne sich die Anfahrt komplett sparen und die drei Punkte lieber per Post an die Förde schicken. Dennoch fand doch eine, für die Tabellensituation akzeptable Anzahl an Grenzösterreichern den Weg in den Gästeblock. Die 60-70 Wacker Fans warteten dann auch gleich mit einem netten Intro auf, welches die Entfernung von 947 km noch einmal darstellte.

 

947

 

westtribuene

 

Das honorierte auch der Heimanhang aus Block I und J mit Klatschen, schöne Geste. Zur Freude aller knüpfte unsere KSV in den ersten Minuten nahtlos an die Leistung vom letzten Spieltag an und suchte sofort den Weg nach vorne. Der emsige Kazior fand den freien Raum auf der Außenbahn, passte maßgenau auf dem im Zentrum postierten Heider, der nach dem grandiosen Spiel letzte Woche sich auch heute wieder in die Torschützenliste eintragen konnte.

 

krause_heider

 

jubel

 

Die Kieler nun absolut weiter spielbestimmend, die sensationelle Punkteausbeute der bisherigen Saison sollte sich bereits auf das Kieler Selbstvertrauen ausgewirkt haben. Burghausen spielte schon in dieser Phase des Spiels ziemlich rustikal, nicht selten krümmte sich ein Kieler Spieler auf dem satten Grün. Die zündende Idee zum 2:0 ging wiederum vom Kapitän der Störche aus, sein Ball fand Fabian Wetter, der mustergültig Holsteins Lieblingsdänen Casper Johansen bediente, dessen satter Schuss den Weg in die Maschen der Süddeutschen fand. Doch gerade dem gerade noch so gut agierendem Wetter sollte ein paar Minuten später ein folgenschwerer Fehler passieren, so ließ der ansonsten gute Fabi Wetter einen Ball unnötig ins Aus gehen, die Burghausener Offensive schaltete schnell und schon kassierte die KSV durch Kulabas das erste Gegentor seit dem 0:1 in Stuttgart. Von da an Holstein zwar offensiv weiter bemüht, das überraschende Gegentor schien aber doch Wirkung gezeigt zu haben. Dennoch fiel Wacker nicht viel ein, Kiel bot aber auch nicht wirklich Raum zur Entfaltung. Die Folge waren viele lange Bälle und wenig Gefahr der bayrischen Gäste. Mit einem zufriedenen Publikum ging es in die Pause, Holstein hatte das Spiel nahezu jederzeit im Griff und spielte die Gäste insbesondere in den ersten Minuten schwindelig.

Nach dem Seitenwechsel Wacker dann deutlich motivierter, oft mangelte spielerischen Ideen, sodass Holstein zunächst nicht wirklich in Bedrängnis. Wenige Minuten später setzte Heider eine Kazior Hereingabe nur knapp am Pfosten vorbei, nicht wenige hatten den Ball bereits drin gesehen. Phasenweise wurde es nun brachial laut im Holstein-Stadion, die fast 6.000 Zuschauer fieberten mit ihrer KSV. Eine halbe Stunde vor Schluss kam dann Sykora für Torschütze Casper Johansen. In der Folgezeit versuchten die Gäste Holstein frühzeitig zu stören, bei den Kielern mehrten sich nun unnötige Ballverluste, doch Wacker konnte daraus kein wirkliches Kapital ziehen. Dennoch erinnerte vieles an das Halle-Spiel vor zwei Wochen, wo Holstein trotz Kontrolle über das Spiel doch zum Ende hin unnötig in Bedrängnis kam. Zuvor zog die Wacker-Elf ihr aggressives Spiel weiter durch. Höhepunkt war dabei das rüde Einsteigen auf der linken Außenbahn gegen Fabian Wetter, der innerhalb von zehn Minuten von Holz und Thee gleich zweimal gelegt wurde, was Karsten Neitzel zurecht auf die Palme brachte, auch weil Schiedsrichter Glasmacher nicht immer konsequent durchgriff.

 

sense

 

Kurz vor Abpfiff tauchte der SVW dann aber nochmal gefährlich vor dem KSV-Gehäuse auf, sämtliche Versuche konnten jedoch abgeblockt werden, der inzwischen für Heider eingewechselte Schied konnte die Abwesenheit Loboués im eigenen Kasten leider nicht mehr ausnutzen.

Unterm Strich bleibt doch ein verdienter Sieg für die Kieler, die in den ersten 45 Minuten souverän und kombinationsfreudig den Weg nach Vorne suchen, Wacker fiel kaum etwas ein, was sich in der zweiten Hälfte fortsetzte. Wer hätte vor acht Wochen schon gedacht, dass am nächsten Dienstag Retortenball Leipzig eine vor dem Team liegende Kieler Mannschaft empfängt? Doch eines ist wohl klar: Nicht der Tabellenplatz zählt, sondern die Punktausbeute.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.