BRITA-Arena, 13. September 2013, Endstand 1:1

 

In dieser Liga ist ja nichts wirklich nah. Und mit Rostock und Münster hat man neben Osnabrück schon 2 der 3 dichtesten Ziele bereits abgehakt. So kommt es, dass die 3. Liga nicht nur im übertragenen Sinne über Kassel zu erreichen ist. Nicht zum ersten Mal und auch nicht zum letzten Mal diese Saison geht es also auf die A7 in Richtung Süden, diesmal in die gut 600 Kilometer entfernte hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Dank rechtzeitigem Start fährt man jedem Stau voraus und ist nach entspannten 6 ½ Stunden am Ziel. Zeit genug um einen Blick auf die historische Altstadt zu werfen. Und natürlich auch nicht ohne einen Klassiker der hessischen Küche: Die grüne Sauce, zubereitet aus Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.

 

gruenesosse

 

Ob klassisch mit Kartoffeln und gekochtem Ei oder etwas aufwendiger mit Roastbeef und Bratkartoffeln, sie zu probieren gehört eigentlich zu jedem Trip nach Südhessen. Das dazu gereichte Glas Äppelwoi fällt heute jedoch sehr klein aus. Schließlich ist man ja nicht allein der kulinarischen Genüsse wegen hier herunter gekurvt.

 

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Vielmehr hofft man auf spielerische Genüsse in der 2007 eröffneten BRITA ARENA. Neben dem verhältnismäßig schmucklosen Wellblechbau, der gut 12.500 Zuschauer fasst, befindet sich übrigens das ehemalige Stadion an der Berliner Straße, heute Teil des Helmut-Schön-Sportparks. Ein echtes kleines Schmuckkästchen in dem der Hessenligist SV Wiesbaden seine Heimspiele austrägt. Da dieser an diesem Wochenende jedoch leider ein Auswärtsspiel hat, bleibt uns dieser 1907 errichte Bau vorerst verwehrt.

 

Die knapp 4.000 Zuschauer sehen eine stark beginnende Kieler Mannschaft. Diese lässt sich vom Tabellenführer nicht beeindrucken. Der nicht minder starke SVWW hält aber dagegen. So neutralisieren sich beide Teams weitestgehend gegenseitig. Bis auf eine große Chance für Fiete Sykora in der 27. Minute kommt Ball kaum gefährlich in den Strafraum. Erst in der 40. Minute kann gejubelt werden. Allerdings nicht auf Kieler Seite. Nach einer Unachtsamkeit von Marcel Gebers schiebt Vunguidica zum 1:0 für den Gastgeber ein. Besonders ärgerlich daran, dass Holstein bis zu diesem Zeitpunkt kaum ernsthaft in Gefahr war. So geht es mit Rückstand in die Pause und man fragt sich mal wieder, warum man eigentlich zurück liegt. Beim Blick auf die Live-Tabelle in der Pause fragt man sich allerdings erneut, wie man es auf den 3. Platz geschafft hat. Eine kleine Hochrechnung ergibt, dass man im schlimmsten Fall auf den 11. Platz rutschen kann. Das hebt die Stimmung nicht unbedingt.

 

siedo

 

Mit Beginn der zweiten Halbzeit ist es dann nicht nur mit dem Tageslicht sondern auch mit den Nettigkeiten auf dem Platz vorbei. Giftige Kieler schenken sich mit den noch giftigeren Wiesbadenern nichts. Das Spiel erstreckt sich über das volle Spielfeld. Leider scheitert Holstein jedoch entweder an der gegnerischen Abwehr oder an sich selbst. Echte Hunderprozentige springen dabei nicht mehr heraus. Die Truppe vom Ex-Störchetrainer Vollmann konzentriert sich auf das, was ihr Lehrmeister am Besten kann. Ergebnisfußball nach Vollmanschnen Rezept. Da das 1:0 reichen würde um die Tabellenführung weiter auszubauen, schaltet der SVWW um auf Defensivfußball. Dennoch ermöglicht sich Holstein in den letzten 20 Minuten nochmal Raum für Chancen. Und diese Möglichkeit lassen sich unsere Störche nicht nehmen. In der 81. Minute drückt Danneberg nach Vorarbeit Breitkreuz aus dem Gewühl heraus den Ball über die Linie.

 

jubel

 

Danach zeigt Holstein sich wieder wacher und selbstbewusst. Die gut 200 mitgereisten Kieler Fans sehen jetzt kämpferische Störche, die sich nicht scheuen mutig auf das 2:1 zu drängen. Doch der Traum vom Auswärtssieg scheint geplatzt, als Marlon Krause unvermittelt und ohne Fremdeinwirkung zu Boden geht. Offensichtlich nach einem Zweikampf in der Luft unglücklich aufgekommen, muss Krause raus (gute Besserung!). Leider ist das Wechselkontingent bereits erschöpft und Holstein muss die Partie somit zu zehnt zu Ende bringen. Das gelingt auch recht ordentlich. Wiesbaden kann die letzten Chancen nicht mehr verwerten. Das Unentschieden geht durchaus okay. Eine erneute Hochrechnung ergibt, dass am Ende des Spieltages im schlimmsten Fall Platz 5 winkt. Damit könnte man doch leben. Zumal die nächsten beiden Spiele zu Hause und auf einem Samstag ausgetragen werden, bevor es, selbstverständlich mal wieder auf einem Freitagabend, nach Stuttgart geht.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 

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