21. September 2013, Endstand 0:1

 

Dass sich die Klingen der KSV mit dem MSV bereits nach dem omnipräsenten Pokalspiel vor zwei Jahren wieder kreuzen, damit hatte der gemeine Holstein-Fan wohl nicht gerechnet, auch wenn der Drittligaaufstieg unserer Mannschaft natürlich in den Köpfen fest eingeplant war. Da hatte sicherlich jeder kurz vor dem Anpfiff noch den Patzer von Fromlowitz im Kopf den Rafael Kazior damals eiskalt ausnutze. Eine kleine Überraschung konnte man dann beim Betrachten der Aufstellung entdecken, für den verletzten Marlon Krause stand erstmals in dieser Saison Deran Toksöz auf dem grünen Rasen der Dritten Liga, Manuel Hartmann blieb dafür auf der Bank. Der in Wiesbaden stark auftretende Patrick Breitkreuz stand ebenfalls von Anfang an auf dem Platz.

 

choreo

 

Ganz wie beim Aufeinandertreffen gegen Erfurt suchte die KSV nach einem Konfettintro an zwei Stellen im weiten Rund gleich den Weg in die Gästehälfte, nach einer Kazior-Ecke klärt Ratajczak gut mit dem Fuß, danach musste der Duisburger Keeper sich bei einem Sykora-Schuss ganz lang machen. Der MSV dann erst mit den allerersten Offensiv Tendenzen, Onuegbu wurde gut geschickt und hatte nur noch Wahl und Gebers neben sich, letzterer zupfte einmal am MSV-Trikot, was der Gästestürmer dankend annahm und fiel.

Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg wertete das ganze dann zu allem Überfluss auch noch als Notbremse und schickte Gebers vom Platz. Eine absolute Frechheit, die beim Betrachten der TV-Bilder nochmal bestätigt werden sollte.

 

rotekarte

 

Pierre de Wit schnappte sich den Ball und verwandelte den folgenden Freistoß zum 0:1, Maximilian Riedmüller im Holstein-Tor ohne Chance. Da fühlte man sich glatt wieder zurückversetzt in die Gefühlswelt vor 14 Tagen. Das setzte sich auch nach dem Führungstreffer fort, der Gast weiter drucklos und ohne Ideen im Spielaufbau. Aber auch die KSV wirkte ein wenig verunsichert aufgrund der Unterzahl und reagierte nun erstmal auf Duisburger Bemühungen. Zu allem Überfluss wurde Toksöz kurz zuvor noch Opfer eines taktischen Wechsels, da Hartmann die Viererkette wieder komplettieren musste. Auch das Publikum wirkte erst einmal ein paar Augenblicke gehemmt, viele der über 6000 Zuschauern waren leicht geschockt. Die KSV war weiter bemüht, konnte aber mit einem Mann weniger nicht wirklich Gefahr erzeugen, der MSV spielerisch limitiert und ohne Wille hier mehr zu versuchen als nötig, einzig Gardawski hatte noch die Riesenchance, um die Führung auszubauen. Schiedsrichter Ittrich fiel in der Folgezeit übrigens nur noch damit auf, in der ruhigen Partie verhältnismäßig viele gelbe Karten zu vergeben. Nach dem Seitenwechsel die KSV nun mutiger, man versuchte auch in Unterzahl das Spiel zu dominieren, nach 50 Minuten konnte MSV-Keeper Ratajczak einen Ball nur ungenau zurückspielen, Fiete Sykoras Schuss nach diesem Fehler aber zu ungenau um wirklich Gefahr zu überzeugen.

 

fiete

 

Zehn Minuten später kratzte Ratjaczak, der schon eimal mit Erfurt 2006 drei Punkte in Kiel holte, einen Danneberg-Kopfball aus dem Winkel, Sekunden später rettete er auch gegen Fabian Wetter. Holstein nun auch in Unterzahl überlegen, besonders nach Standards wird es immer mal wieder gefährlich. Der MSV dagegen total passiv, offenbar fehlten heute wirklich spielerische Mittel, um Holstein wirklich gefährlich zu werden. Erst gegen Ende des Spieles konnten die 500 Gäste im Gästeblock hinter einem gute beflaggten Zaun und auf der Gegengerade mal wieder aufatmen, als Duisburg einige Male zum Kontern kam, aber dabei von Patrick Herrmann sehr gut gestoppt wurde oder an Riedmüller scheiterten. Kurz danach war Schluss und mal wieder wusste keiner, warum man gegen schwache Duisburger drei Punkte abgeben musste, welche selbst in Unterzahl nicht den Weg nach vorne suchten und doch erschreckend inspirationslos auftraten. Nach der sehr zweifelhaften roten Karte konnte Kiel nicht wirklich Dauerdruck aufbauen, da merkte man schon, dass Krause, Lindner und Heider wirklich fehlen.

 

gebers

 

Durch die sichere Sperre Gebers' darf man gespannt sein, wer in einer Woche gegen Elversberg auf dem Platz stehen wird, bange wird einem aber nicht, alle Neitzel-Aufstellungen versprachen doch diese Saison eine engagierte Mannschaftsleistung.
Besser als die Mannschaft machte es heute der Gästenanhang der Duisburger, der doch zahlreich nach der Klatsche gegen Darmstadt den Weg nach Kiel fand. Aus der Feder der Szene stammen im Übrigen auch zwei lesenswerte Hefte.

 

duisburg

 

 

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Aller Bilder in der Galerie.

 

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