Stadion am Borgweg, 6. März 2009, Endstand 3:1

 

Freitag, Fußball, Flutlicht - ganz Deutschland richtet seine Augen wegen einer Partie nach Hamburg. Denn es steht das Rückspiel zwischen St. Pauli und Hansa Rostock an. Nachdem das Hinspiel schon von Krawallen im und rund ums Stadion begleitet worden war, scheint nun ganz Hamburg im Ausnahmezustand zu sein.

 

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Ganz Hamburg? Nein, denn ein Oberligaverein aus Winterhude mit seinem Stadion am Rand des Hamburger Stadtparks lässt es sich auch an diesem Abend nicht nehmen, die für dort bekannte familiäre Gemütlichkeit zu zelebrieren. Gleich am Eingang des Stadions wird man mit kleinem Smalltalk über das Fußballuniversum Hamburg begrüßt.

 

Gut so. Zudem bekommt man an der "Getränkehütte" mindestens zehn verschiedene Getränke und bei den Bratwürsten vom Holzkohlegrill hat man die Auswahl zwischen Krakauer, Thüringer oder Schinkenwurst. Die schmecken lecker und bringen dem Ground von daher Höchstnoten bei mir ein ;)

 

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Das Stadion am Borgweg soll vor nicht allzu vielen Jahren einmal für die doppelte Menge an Zuschauern ausgelegt gewesen sein - wo der Rückbau stattgefunden haben soll, bleibt mir allerdings unerklärlich, da die Anlage mit den drei bis vier Stehtraversen hinter den Banden einen sehr stimmigen und vor allem einen seit langer Zeit unveränderten Eindruck macht.

 

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Ein Relikt aus "früheren" Zeiten kann man allerdings entdecken, direkt am Eingang auf Höhe der Mittellinie. Dort befindet sich eine Kameraposition, die nicht etwa der NDR zu irgendeinem Pokalspiel hat installieren lassen, sondern der damalige Trainer Bernd Hollerbach, der von jedem Spiel des VfL eine Videoanalyse machen wollte.

 

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Heute erfüllt das Ding wohl eher die Funktion eines Mahnmals als eines Denkmals, denn trotz des sportlichen Erfolgs als Meister der Hamburg-Liga 2005/06 hat er aufgrund seiner (über)harten Trainingsmethoden und vor allem menschlich einen sehr schlechten Eindruck am Borgweg hinterlasen. Noch etwas älter als das Hollerbach-Mahnmahl ist die tolle Anzeigetafel aus den 70ern, die via Fernbedienung von einem Zuschauer/Ehrenämtler bedient wird.

 

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Seitdem hat diese so einige Berg- und Talfahrten erlebt. Ende der 80er setzte man zum Beispiel zum Sprung in den Profifußball an. Mit finanzieller Hilfe des Fisherman's Friend Herstellers gelangte der VfL immerhin bis in Liga 3, da war dann allerdings Schluss mit der Herrlichkeit. Derzeit kickt der VfL 93 eher mit mäßigem Erfolg in der Hamburg Liga, der Gegner Egenbüttel allerdings noch mit noch mäßigerem und deshalb gibt's an diesem Abend Abstiegskampf unter Flutlicht serviert. Das lassen sich ca. 150 Zuschauer nicht entgehen, sogar einige Gästefans verfolgen das kampfbetonte Spiel auf dem rutschigen Rasen. Dabei können sich die Hausherren mit einem deutlichen und verdienten 3:1 ein wenig Luft auf die Abstiegsränge verschaffen, Egenbüttel hingegen wird es schwer haben (Zitat eines Auswechselspieler beim Warmmachen: "Mann sind wir schlecht.").

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