Der „Blaschke“ in Kiel-Gaarden. Nicht nur im Herbst einer der CCK-Lieblingsplätze an der Förde. Benannt nach einem großen Ballsport-Pionier, der auch dafür verantwortlich war, dass der Deutsche Fußballbund seine Geschäftsstelle ab 1916 in der Landeshauptstadt hatte, genauer gesagt in der Dänischen Straße, Hausnummer 24.

 

Fuball

 

Verantwortlich hierfür war der Georg Blaschke, der vor seiner Tätigkeit für den Deutschen Fußball-Bund zunächst an der Förde den Ball ins Rollen brachte – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Nachdem es ihm und seinen Mitstreitern im Männer-Turnverein untersagt wurde, ein Fußballspiel auszutragen, gründete Blaschke am 7. Oktober 1900 kurzerhand den 1. Kieler Fußballverein (einer der beiden Vorgängervereine von Holstein Kiel). Mit seinen Freunden fuhr er am gleichen Tag nach Lübeck und schoss Stürmer auch noch gleich das erste und einzige Tor gegen die Auswahl der Hansestädter und sicherte so den ersten Derbysieg.

 

Drei Jahre später (inzwischen gab es an der Förde mit dem 1. KFV 1900, dem Sportclub 1899, dem FC. Holstein, dem Ellerbecker FC 1903 und dem FC Kilia immerhin fünf Fußballvereine) wurde unter Blaschkes Führung dann der Verband Kieler Ballspiel-Vereine gegründet, der die städtische Meisterschaftsrunde organisieren sollte. Als nächste Station auf der Karriereleiter folgte 1905 der Norddeutsche Fußballverband, ehe der Kieler im Mai 1910 zum 1. Schriftführer des DFB gewählt wurde und für insgesamt 18 Jahre im Vorstand bleiben sollte. Als 1915 während des Krieges die Geschäftsstelle des DFB in Dortmund schließen musste (der damalige Geschäftsführer Walter Sanß war zum Kriegsdienst eingezogen worden), übernahm Blaschke zunächst provisorisch und ein Jahr später offiziell deren Aufgaben. Der DFB zog damit nach Kiel.

 

Und auch in der Weimarer Republik ging es an der Förde weiter, allerdings musste der gestiegenen Popularität des Ballsports Rechnung getragen werden, ein Umzug in ein größeres Büro am Sophienblatt war aufgrund des gestiegenen Arbeitspensums unausweichlich. Von hier aus sollten die Geschicke des nationalen Fußball-Verbandes noch bis 1927 gelenkt werden, ehe der DFB beschloss, mit der Geschäftsstelle nach Berlin umzuziehen.

 

Der Name „Blaschke“ steht heute noch in großen Lettern über dem Eingangstor des Platzes in der Norddeutschen Straße. Ansonsten dürfte der Name in der Landeshauptstadt nur Fußball-Insidern etwas sagen. Wer mehr über den Ballsport-Pionier erfahren möchte, dem sei das Buch seines Enkels „Georg P. Blaschke - Pionier des Fußballs“ (erschienen im Agon-Verlag) empfohlen.

 

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