Kiel ist in dem Sinne jetzt keine eigentliche „Schönheit", da große Teile der Stadt als Werftstandort und Reichskriegshafen im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Markante Punkte in der Kieler Skyline sind die Nikolaikirche am ziemlich verbauten Alten Markt und das alte Rathaus, dessen Turm ein venezianisches Vorbild hat – von daher wird er auch der „Campanile von Kiel" genannt. Das sind aber auch schon die wenigen Highlights der ansonsten wenig hübschen Innenstadt. Dennoch hat Kiel einige schöne Ecken und besonders als Binnenländer kommt man in „Kiel, der Stadt am Meer" auch auf seine maritimen Kosten. So lohnt sich zum Beispiel auch durchaus ein Ausflug nach Holtenau mit Leuchturm, Schleusen und dem Thiessenkai.

 

Leuchtturm

 

Nach umfassenden Umbauarbeiten ist das Schiffahrtsmuseum in einer ehemaligen Fischauktionshalle einen Besuch wert. Direkt an der Förde liegend zeigt es die maritime Geschichte Kiels aus der Sicht als Kriegshafen aber auch mit Ansichten der zivilen und wirtschaftlichen Schifffahrt. Neben diesem Teil im „Trockenen" stehen am Anleger noch drei Oldtimer Schiffe zur Besichtigung bereit. Bei nur 3,- EUR Eintritt lohnt sich auch ein Kurzbesuch. Außerdem lädt das wirklich sehr nette Museumscafé "Der Alte Mann" zum Käffchentrinken ein.

Etwas weiter südlich an der Hörnbrücke (wohl die einzige Brücke, standardmäßig mit einer Ersatzbrücke ausgestattet ist) am Hauptbahnhof hat man die Möglichkeit, die Kieler Förde mithilfe einem der Fördedampfer zu erkunden. Wir empfehlen hierbei bis in das kleine, vorgelagerte Seebad Laboe zu fahren. Am Wochenende bringen einen pro Tag bis zu 10 Dampfer in 75 Minuten ins ehemalige Fischerdorf. Die Fährschiffahrt ist in den normalen ÖPNV der Stadt Kiel eingegliedert, sodass man als Einzelperson schon für 4€ nach Laboe kommt. Aktuelle Infos findet man auf http://www.sfk-kiel.de/de/index.php. An der Endstation angekommen gibt es zahlreiche Möglichkeiten Fisch zu essen, am Besten passt hier natürlich das normale Fischbrötchen.

 

laboe sonnenuntergang 01

 

Ein weiteres „Muss" ist auf jeden Fall das weithin sichtbare Marine-Ehrenmal. Vor fast 60 Jahren wurde es zur Erinnerung an gefallene Marine Soldaten aller Nationen errichtet und ragt 85 Meter über der Ostsee. Bei gutem Wetter kann man von der Aussichtsplattform bis zu den dänischen Inseln sehen. Wieder auf dem Boden gibt es noch die Möglichkeit ein Marine U-Boot (genauer die U995) von Innen besichtigen. Beide Attraktionen können für zusammen 8,50€ betreten werden. Weitere Infos unter http://www.deutscher-marinebund.de/geschichte_me.htm.

 

laboe uboot

 

Wer es auch touristisch nicht ohne das runde Leder mag, dem sei gesagt, dass die KSV nicht der einzige Traditionsverein in Kiel ist. So entstand der FC Kilia Kiel von 1902 sogar aus einem Vorgängerverein der KSV. Mittlerweile spielt man seit 100 Jahren auf dem im Westen der Stadt gelegenen Kilia-Platz, dessen Blickfang ohne Zweifel die alte Holztribüne ist. Diese wurde 1919 eröffnet und ist weitestgehend noch im Orginalzustand. Ohnehin ist Kilia ein sympathischer Verein, der in dieser Saison seinem Schattendasein in der Kreisliga ein Ende bereiten möchte, nicht umsonst unterstützte die Holstein-Fangemeinde den Erhalt der Sportanlage (http://calcio-culinaria.de/und-sonst-so/242-rettet-die-kilia-tribuene.html).

 

kilia

 

Ein Besuch lohnt sich aber auch beim VfB Kiel. Momentan spielt man nur noch in der Kreisklasse A, auch das Stadion Waldwiese hat schon bessere Tage gesehen. So nahm der VfB an der deutschen Amateurmeisterschaft teil, am Aufstieg in die zweitklassige Regionalliga scheiterte man knapp. Die "Waldwiese" macht einen Besuch beim VfB absolut lohnenswert. Für den letzten Tipp ist nicht Stadion, sondern das „Drumherum" ausschlaggebend. Bei Intertürkspor Kiel ist ein Besuch auch kulinarisch von Vorteil. Neben dem technisch ansehnlichen Fußball in der Verbandsliga kann man sich für kleines Geld auch Köfte gönnen.

Ach ja, und dann hat Kiel natürlich bei gutem Wetter noch etwas ganz wunderbares zu bieten: Strände, Strände, Strände. Am dichtesten zur Innenstadt und gut mit dem Bus zu erreichen (Linien 91, 501 und 502) liegt Falkenstein, wo am Abend auch gerne mal gegrillt wird. In Schilksee kann man wunderbar vom Strandkorb aus Segelschiffe beobachten, genau wie in Strande. Viele Besucher schwören allerdings auf die kilometerlangen Strände am Ostufer: Laboe, Heidkate und Schönberger Strand. Nachteil ist nur, dass diese ein wenig weiter vom Stadtzentrum entfernt liegen.