Es kommt vor, dass man sich bereits weit vor der Erscheinung eines Buches auf dieses freut. Noch größer ist diese Freude allerdings, wenn man a) sich mit dem Thema sehr verbunden fühlt und b) sogar noch selber etwas zu dem Werk beitragen konnte. Die Bilderserie vom Marienthal findet sich nach der 11Freunde jetzt auch in gebundender Form vor.

 

So wurde das jüngste Werk von Autor Werner Skrentny (u. a. Herausgeber von 'Das große Buch der Deutschen Fußball-Stadien') heiß herbei gesehnt.

 

Cover

 

Als Fußballreisender entwickelt man häufig eine gewisse Liebe zu besonderen Stadien. Hierbei müssen es allerdings keine sterilen Hochglanz-Arenen sein, die das Herz höher schlagen lassen. Vielmehr reizen besonders solche Stadien, die auf eine lange und glorreiche Geschichte zurückblicken können. Dabei ist es egal, ob die Stufen schon moosbewachsen und alles andere als gerade sind. Abgeblätterte Werbebanden längst nicht mehr existenter Produkte, rostige Wellenbrecher, Flutlichtmasten, die nicht mehr vollzählig bestückt sind und heruntergekommene Kassenhäuschen – all das zieht magisch an.

 

Doch im Zuge der ewigen Modernisierung im Sinne von Lizenzauflagen und Prestige oder Insolvenzen und Fusionen verschwinden zunehmend diese kleinen und große Schätze des Fußballsports.Von der Existenz mancher historischer Stätte zeugen nur noch Bilder. Wenige sind noch als Ruinen oder Spuren zu erkennen. Einige Stadien haben allerdings das Glück bis heute als „Lost Place“ aber in Gänze zu überdauern.

 

Werner Skrentny hat sich in seinem Buch genau solchen Stätten gewidmet. Auf 176 gebundenen Seiten finden sich viele bekannte aber auch weniger bis unbekannte Grounds, deren Zeit lange abgelaufen ist. Vom alten Bökelberg in Mönchengladbach, über das renaturierte Marienthal bis hin zur überwucherten und kaum noch zu erkennenden Spielstätte des 1939 aufgelösten jüdischen Sportklubs Bar Kochba in Leipzig.

 

Marienthal

 

Im Anhang geht der Autor zusätzlich auf noch existente und verschwundene Holztribünen ein und – Ehre, wem Ehre gebührt, listet damit auch schleswig-holsteinische Perlen wie Nobiskrug oder Kilia-Platz auf. Der Mythos um den vermeintlichen Status Letzterer als älteste noch existierende Holztribüne wird dabei allerdings widerlegt.

 

'Es war einmal ein Stadion' ist für jeden Fußball-Romantiker und Stadion-Fetischisten eine 100%ige Empfehlung. Aber auch Fans von Lost-Places kommen hier auf ihre Kosten.

 

CCK hat sich bereits beim ersten Durchblättern verliebt.

 

Werner Skrentny (Hrsg.)

Es war einmal ein Stadion – Verschwundene Kultstätten des Fußballs

ISBN 978-3-7307-0192-8