Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

Der Song, welcher den Wunsch ausdrückt, 2045 doch noch ein bisschen besser als heute zu sein, schallt schon eine ganze Weile durch das Holstein-Stadion und die Auswärtsblöcke der Republik. Nebenbei bereisen CCK-Leser die ganze Welt und schicken immer wieder ihre Bilder aus Spitzbergen, Sylt oder Sizilien. Außerdem wünscht sich doch jeder eine Testspielreise unserer KSV nach England, um eben auch einmal richtiges Europapokalfeeling zu haben.

 

Was aber, wenn Holstein Kiel schon längst im Ausland um Punkte kämpft? Was, wenn die Farben blau-weiß-rot schon längst international unterwegs sind?
Ganz unbemerkt von der Kieler Fangemeinde sorgt ein großes Amateurfußballprojekt in Russlands Hauptstadt Moskau für ein bisschen Völkerverständigung in dem auf politischer Ebene angespannten Verhältnis zu Putins Reich. Im Rahmen der „Amateur League“ organisieren sich seit 2008 weltweit begeisterte Hobby-Kicker. Angefangen in Italien 2008, breitete sich das Projekt blitzschnell auf andere Länder aus. In Russland wuchs das Projekt ebenso rasant, inzwischen kicken über 1.800 Teams zwischen Kaliningrad und Wladiwostok. Die größte Sektion befindet sich in der Hauptstadt der Russischen Förderation, wo 12.000 Spieler in über 400 Teams gemeldet sind.
Das Projekt begeistert gemäß seiner eigenen Zielvorgaben immer mehr junge Menschen für den Fußball und sensibilisiert sie für eine gesündere Lebensweise.

 

Aber was hat die KSV genau mit diesem Projekt zu tun? Kreml in Moskau? Roter Platz in Moskau? Disco in Moskau (vgl. Die Toten Hosen)? Holstein in Moskau! Die Spieler spielen nicht für eigens ausgedachte Teams, sie übernehmen einfach die Namen von bekannten Vereinen im Ausland, wie z.B. Frankreich, Italien, England oder Deutschland! 

 

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(Quelle: fedorzaikov auf Instagram)

 

Da darf ein Team mit dem blau-weiß-roten Wappen auf der Brust natürlich nicht fehlen und so kämpft auch ein Team mit den Farben und Logo der KSV um Tore und Punkte.

„Nach Kiel schaffen wir es leider nicht. Wir wären gerne gekommen, aber am Wochenende stehen die letzten Drehtage für das Roadmovie an“, sagt Gerrit Starczewski, der Produzent, Drehbuchautor und Regisseur hinter POTTORIGINALE. Das findet CCK natürlich etwas schade, aber auch Gerrit ärgert sich, dass „attraktivste Auswärtsspiel der Saison“ zu verpassen. Zudem er auch beim letzten Aufeinandertreffen zwischen der KSV und dem VfL nicht dabei sein konnte. Das ist inzwischen auch schon wieder fast 15 Jahre her – in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals siegten Wosz, Freier, Buckley aus dem Pott damals mit 2:1.

 

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Ob er denn sonst irgendwelche Schnittstellen mit den Störchen hat? „Nicht so sehr große, aber als Fanzine-Schreiber hab ich Holstein zum ersten Mal beim KFC Uerdingen in der Grotenburg gesehen.“ Im Gedächtnis geblieben ist ihm noch der Name der damaligen Ultrà-Gruppierung, der Fast Food Kolonne, den er irgendwie scheiße, aber gleichzeitig auch geil fand. Insgesamt hat er Kiel unter den sympathischen Vereinen abgespeichert.

 

Doch es soll ja auch um den Gast des Wochenendes, den VfL Bochum, gehen. Für den schlägt Gerrits Herz seit 1992. Er schrieb Fanzines, malte Doppelhalter, war beim Verein immer dabei. Was den VfL von anderen Vereinen im Pott unterscheidet? „Wir sind der letzte Verein mit einem Stadion mitten im Wohngebiet und mit echtem Flutlicht.“ Auch wenn die Anzahl der Fans woanders vielleicht größer sei, in Bochum brennen die Leute einfach noch für ihren VfL. Dass sich andere Vereine noch mit dem „Malocher-Image“ schmücken, sei nach seinem Empfinden dann doch ein wenig „heuchlerisch“.

 

 

Und da sieht Gerrit auch die Chance von Bochum, nämlich „anders zu sein“, kein durchgestyltes Produkt, sondern auch ein wenig „asi“. Wobei „asi“ für ihn als Ruhrpottbewohner gar nicht negativ besetzt ist, sondern vielmehr eine Mischung aus „ehrlich, prollig und auch unangepasst bedeutet“. Von daher sei er auch nicht wirklich überrascht gewesen, dass die Videos von VfL-Jesus, Tankwart a.D. Und Co so dermaßen viral gingen. „Mir war klar, dass ich damit den Nerv der Leute treffe, gerade in einer Zeit, in der alles immer glatter wird. Jeder kennt diese Typen im Stadion einfach.“ Von daher sind die POTTORIGINALE weit entfernt von Voyeurismus, sondern eine Liebeserklärung an die authentischen Fußballfans. Mit allen Ecken und Kanten und allen Skurilitäten. „Manchmal kann ich die Fressen auch nicht mehr sehen“, gibt der Regisseur mit einem Lachen zu - besonders dann, wenn die Protagonisten einfach mal drei Stunden zu spät zum vereinbarten Dreh kommen.

 

Der Verein selbst scheint mit dem „Asi-Fan-Image“ wenig anfangen zu können. „Die schämen sich für diese Spezies“, sagt Gerrit, „leider werden wir komplett ignoriert“. Und das obwohl der damalige Trainer Gertjan Verbeek und die halbe Traditionsmannschaft bei der Film-Premiere des ersten Teils von POTTORIGINALE vor Ort waren. So kämpft Gerrit ohne Unterstützung „von oben“ für die Bewahrung des „Andersseins“. Übrigens auch noch auf anderer Ebene, positioniert er sich doch klar gegen die Ausgliederung der Profifußball-Abteilung aus dem Gesamtverein. Die Abstimmung darüber steht am 7. Oktober an. „Egal, wie es ausgeht, da droht mal wieder die Spaltung der Szene. Wobei man beim VfL untereinander gerne mal unterschiedlicher Meinung ist.“ Vielleicht ein ein Puzzlestück, das zu dem Verein „tief im Westen gehört“ und ihn authentisch macht

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Der POTTORIGINALE Roadmovie Dreh: Anthony Arndt , Gerrit Starczewski, Tulipa , VfL Jesus, Kameramann Björn Henke und Micha.

 

Die Zeit bis zu Rückspiel kann übrigens mit dem neuen POTTORIGINALE Roadmovie überbrückt werden, das in der Winterpause erscheint.“Koks, Nutten, alles dabei“, verspricht Gerrit. Fußball-Nerds werden vielleicht auch bei den Namen „Goldin“ und „Westfalia Herne“ hellhörig. Wie das alles zusammenpasst, seht ihr dann am besten selbst.

Dass Markus Anfang nur die sportliche Situation zu kommentieren habe, war wohl einer der besten Sätze, die am Dienstag zu den Vorkommnissen vor dem Spiel gesagt wurden. Ansonsten tobte zu diesem Zeitpunkt bereits die Auseinandersetzung in den Medien.

 

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Die Stellungnahme des Vereins fiel insgesamt auch weniger polterig aus, als es vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Natürlich verurteilt die KSV die Vorfälle, aber: „Wir wollen ausdrücklich keinen Generalverdacht gegenüber allen Holstein-Ultras erheben, denn das Gros hat den Verein auch in dieser Saison bislang großartig unterstützt.“

 

Die Stellungnahme des Vereins findet ihr hier.

 

Viele Fans kritisierten aber, dass es ein zu einseitiges Statement sei, nicht Bezug auf den Angriff auf den Fanbus am Sonnabendmorgen nähme. Tatsächlich wären ein paar Zeilen in Richtung der Verletzten auf der Vereinsseite wünschenswert gewesen. Gerade weil das Verhältnis zwischen Fans und Verein in den letzten Wochen so positiv wie selten war und es in sozialen Netzwerken an Vorverurteilungen nicht mangelte. „Typisch Fußballfans“, „Die haben sich ja darauf eingelassen.“,... Jeder schien genau zu wissen, wer denn da an Bord des Busses war: Eine große Gruppe gewaltsuchender Ultràs, der garantiert zumindest eine Art Mitschuld zukommen müsste. Gerade in dieser Situation hätte ein öffentliches Statement: „Wir stellen uns vor unsere Fans“ gut getan, zumal dies in der Vergangenheit ja auch schon der Fall war.

 

Sicher war es nicht förderlich, dass bis Dienstag nicht wirklich viele Stunden waren, um die Geschehnisse aufzuarbeiten. Von Seiten der Ultràs gab es ebenfalls kein Statement, wie es weitergehen würde. Natürlich gibt es dazu auch keine Verpflichtung und wahrscheinlich mussten die Vorfälle und die körperlichen Schäden auch erst einmal verarbeitet werden. Vielleicht hätte es einem aber erspart, von der BILD-Zeitung die Ultrà-Welt erklärt zu bekommen. Die Gerüchteküche brodelte jedenfalls fleißig und jeder fragte sich, was für eine Reaktion am Dienstag folgen würde.

 

Viel diskutiert wurde dabei auch die Frage eines „Boykotts“. Diese Diskussion verlief durchaus kontrovers, gerade weil es sportlich derzeit wirklich gar keinen Grund zur Klage gibt und das Duell gegen den FC St.Pauli sollte ein großer Höhepunkt werden. Volle Ränge, beste Stimmung,... Dazu sollte es leider nicht kommen - wobei, selbst wenn man eine andere Meinung hat,vielleicht auch Verständnis für die Ultràs aufgebracht werden sollte. Der Lebensinhalt, die Arbeit von zehn (!) Jahren hatte schließlich einen gehörigen Schaden erlitten, vielleicht ist sie in dem Sinne sogar ausgelöscht. Von daher wäre es eigentlich am Rest des Stadions gewesen, doppelt so laut zu sein – auch um den Zusammenhalt aller Kieler Fans zu zeigen.

 

Der Geschäftsführer der KSV, Wolfgang Schwenke, kommentierte den „Boykott“: „Es ist nicht hinzunehmen, dass ,Fans’, die ein persönliches Problem haben, das an der Mannschaft auslassen und den Support verweigern. Genau die Leute sind das, die von den Spielern verlangen, ihre persönlichen Probleme zu Hause zu lassen und auf dem Rasen Woche für Woche ihre Bestleistung abzuliefern.“ Da ist natürlich die Frage, wer Geld bekommt und wer Geld zahlen muss. Und wo auf der Eintrittkarte die Verpflichtung zum Support festgehalten ist und warum bestimmte Bereiche im Stadion von dieser Pflicht ausgenommen sind. Mit lautstarker Unterstützung ist ein Spiel zugegebenermaßen besser, doch kann im Endeffekt doch jeder selbst entscheiden, wie sehr und wann er supportet. Und die Ultràs haben sich in diesem Spiel, so schade es ist, dagegen entschieden.

 

Für die Dinge, die sich vor dem Spiel im Stadion ereignet haben, muss der Durchschnittsfußballfan vielleicht kein Verständnis aufbringen, er kann aber zumindest versuchen sie zu verstehen. Natürlich gibt es auch hierzu keine Verpflichtung und jeder hat das Recht das alles einen großen Kindergeburtstag oder einfach schlecht zu finden. Aber ein „die Chaoten“ vs. „Wir, die guten Fans“ wird einen auf Dauer nicht weiterbringen. Schließlich entstehen der von allen gewünschte tolle Support und die sehenswerten Choreos ja genau dadurch, dass für einige Menschen das „Fan-Sein“ nicht am Stadiontor endet. Es ist der Inhalt des Lebens, es wird mehr Zeit und Geld geopfert, als eigentlich vorhanden ist, die Liebe zur KSV dauert 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Wenn einem dieser Lebenssinn geraubt wird, ist dies tatsächlich ein harter Schlag, eine Ausnahmesituation. Es ist für Außenstehende sicher schwer zu verstehen. Vielleicht rechtfertigt es es auch nicht in jedermanns Augen den Platzsturm. Aber manchmal hilft es, eine Schwarz-Weiß-Sicht der Dinge zu verlassen.

 

Einige Menschen scheinen diese Gabe noch zu besitzen. In einem Kommentar war zu lesen: „Das Rüberlaufen, wenn es denn sein muss...aber das mit dem Bengalo ging gar nicht.“ Wohl gemerkt kam dieser Kommentar, dem sich der Schreiber durchaus anschließen kann, nicht gerade von einem jungen „Schlachtenbummler“. Natürlich wird der Platzsturm Konsequenzen haben, die nicht positiv sind – für den Verein nicht, für die Verursacher nicht. Aber vor ein paar Jahren die Derbies gegen Lübeck miterlebt hat, weiß auch, dass die Vorkommnisse vom Dienstag keine „neue Dimension“ darstellen.

 

Von daher ist zu hoffen, dass es bald wieder gemeinsam und mit viel Hingabe für die gemeinsame Liebe weitergeht.

Am Dienstagabend hatte Holstein Kiel die Anwohner aus der Nachbarschaft des Stadions zu einer Info- und Frageverstaltung ins Holsteiner eingeladen. Dabei wurden auch die konkreten Pläne für die neue Osttribüne vorgestellt.

 

Es hatten sich rund 60 Leute eingefunden, davon Vertreter des Ortsbeirates, direkt Betroffene und Holstein-Interessierte. Neben den Vereinsvertretern Wolfgang Schwenke und Steffen Schneekloth stellten sich auch Stadtrat Gerwin Stöcken und Ortsbeiratsvorsitzende Ulrike Pollakowski den Fragen der Anwesenden.

 

Inbesondere für nicht Holstein-Kenner fasste Schwenke die aktuelle Situation rund ums Stadion zusammen und zählte die bisher durchgeführten, erforderlichen Maßnahmen zum Erhalt der Zweitligalizenz zusammen. Neben offensichtlichen Maßnahmen wie zum Beispiel die Erweiterung der Zuschauerplätze, des Medienbereiches und der Mixed Zone, gab es hier auch ein paar interessante Facts zu erfahren, die nicht ganz so offensichtlich waren. Zum Beispiel die beiden Aggregate, die hinter der Turnhalle errichtet wurden und ausschließlich zur Absicherung der reibungslosen TV-Übertragung dienen oder eine Kamera an der Haupttribüne, die sämtliche Leistungsdaten der Spieler erfasst und für die eigens ein klimatisierter Serverraum im Stadion eingerichtet werden musste. Das Lob Schwenkes ging an dieser Stelle auch an alle beteiligten Firmen und deren Mitarbeiter, die in der Kürze der Zeit Höchstleistung erbracht haben.

 

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 Mit Dank an Holstein Kiel für das Bild.

 

Mit großem Interesse wurden dann die Einzelheiten zur neuen Tribüne aufgenommen. Besonders der Fußballfan wird sich an dieser Stelle darüber freuen, dass die Tribüne maximal weit, und zwar genau neun Meter bis zur Grundlinie an das Spielfeld herangerückt wird. Oben werden sich Sitz- und unten die Stehplätze befinden. Die bisher auf die Stahlkonstruktion vorm Gästeblock gebettete Anzeigetafel wird am Dach aufgehängt. In dem neu zu errichtenden Zugangsbereich, der sich auf dem derzeit noch mit einem Wohnhaus und einem bereits geschlossenen Restaurant bebautem Grundstück befindet, werden neue Verriegelungsanlagen und getrennte Zugänge für Heim- und Auswärtskurve, sowie ausreichend Platz für Gästebusse geschaffen. So weit, so wenig überraschend. Falls sich jemand gefragt hatte, warum für Block L eingangs der Saison keine Dauerkarten verkauft wurden, bekam jetzt seine Antwort. Denn hier wird der neue Gästeblock entstehen. Der Neubau, bei dem es sich übrigens um eine Betonkonstruktion handeln wird, bleibt den Heimfans, bzw. dem neutralen Zuschauer vorbehalten.

 

An dieser Stelle kamen erste Fragen der Anwohner. Insbesondere interessierte der Lärmschutz, der laut eines Melders bereits seit 15 Jahren versprochen würde. Hier konnte Herr Schwenke aber durchaus beruhigen. Da die bisher offene Konstruktion durch einen vollständig geschlossenen Bau ersetzt wird, ergibt sich automatisch auch der geforderte Lärmschutz. Bei der Frage, ob die Fans nicht das Trommeln sein lassen können, musste Holsteins Geschäftsführer die Anwohnerin leider enttäuschen. Nachdem Gesetze, Auflagen und Stadionordnung schon das Einsetzen einiger Stimmungsmittel verbieten, könne man den Fans ja nun nicht auch noch die akustische Unterstützung nehmen.

 

Weitere große Diskussionspunkte stellten die Parkplatzsituation dar, die so manchen Anwohner zurecht zum Verzweifeln bringt, sowie das Gebaren mancher an- und abreisender Fans, die mit Wildpinkelei, Graffiti, Aufklebern und sonstigen Hinterlassenschaften durchaus für Ärger sorgen. Berechtigte Einwände, hier sind sich alle einig. Aber mehr als an das Verhalten appellieren bleibt auch dem Verein nicht übrig. Denn letztere Probleme bringen ja auch andere Großveranstaltung, wie zum Beispiel die Kieler Woche mit sich.

 

Insgesamt zeigten sich die Anwohner in erster Linie von Themen besorgt, die nicht unmittelbar mit dem Neubau, sondern generell mit dem Charakter „Fußballveranstaltung“ in Verbindung stehen. Ad-hoc Lösungen konnte der Verein natürlich auch nicht an diesem Abend bieten. Aber zumindest wurde ein offenes Ohr geboten und Ideen und Anregungen gesammelt.

 

Als Holstein-Fan hat man mit leuchtenden Augen die Pläne betrachtet und sich vorgestellt, wie es einmal aussehen könnte. Hier wusste Wolfgang Schwenke die Euphorie aber zu bremsen. Immerhin handelt es sich bei der neuen Osttribüne um den Ansatz eines Neubaus. Der Verein wolle sich finanziell nicht überheben und plane deswegen in Bauabschnitten. Das gilt auch für das Parkhaus auf dem Fögeplatz. Es handelt sich hier um eine von vielen Ideen, die aber für diesen Bauabschnitt noch nicht relevant sind.

Den einen Spieler“, den sich Neuzugang David Kinsombi als Vorbild genommen hätte, gibt es nicht. Ein viel größerer Einfluss für den „Rüdesheimer Bub“ mit kongolesischen Wurzeln war da der große Bruder. Über die Stationen Wiesbaden, Mainz, Frankfurt, Magdeburg und Karlsruhe schaffte es 21-jährige Rechtsfuß nun an die Förde. Größere Hindernisse bei der Eingewöhnung stellten nur Deckenleuchten dar. Ansonsten wurde der Defensivmann schnell „an die Hand genommen“. CCK freut sich mit dem Neuzugang über Werdegang, Selbsterfahrungen an der Spielkonsole und Pläne für die nächste Saison zu sprechen.

 

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CCK: Moin David, erst einmal herzlich willkommen in Kiel!
David: Hallo und vielen Dank!

 

CCK Du bist ja noch relativ jung - kannst du dich eigentlich noch daran erinnern, wann bei dir das erste Mal der Wunsch aufkam, Fußballprofi zu werden?
David: Das war ganz früh. Ich bin durch meinen großen Bruder zum Fußballspielen gekommen. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Nachmittags war er immer unterwegs und dann hieß es immer: „Ich bin beim Training.“
Da wollte ich natürlich wissen, was treibt der denn da. Und so hat er mich einfach ein paar Mal mitgenommen. Kurzerhand hat er mich dann auch im selben Verein angemeldet und so ging das Ganze dann los. Nach kurzer Zeit merkt man dann ja auch relativ schnell, ob man was damit anfangen kann – und
ich hatte was für mich entdeckt.

 

CCK: Da war dann auch gleich klar, dass du nichts anderes in deinem Leben machen willst?
David: Ja, wenn ich in der Grundschule gefragt wurde, was ich später machen will, habe ich immer geantwortet: „Am liebsten Fußballprofi.“

 

CCK: Und wann hast du gemerkt, dass du auf dem richtigen Weg bist?
David: Ich habe in der Jugend sehr lange bei Wehen-Wiesbaden gespielt. Dann bin ich nach Mainz gewechselt, um U17-Bundesliga zu spielen und habe mich auf Anhieb zum Stammspieler entwickelt. Da habe ich gesehen, das geht auf jeden Fall in die richtige Richtung, wenn du in deiner Altersklasse, in der höchsten Liga bei einem sehr guten Verein spielst.

 

CCK: Ein Zeitpunkt, um noch einmal eine Schippe drauf zu legen?
David: Na klar. Je näher ich dem Herrenbereich gekommen bin, desto eher hatte ich auch mit den Jungs in meinem Umfeld das Gefühl, dass wir nur noch 1 ½ Jahre Jugend haben. Der ein oder andere Kollege hatte auch schon Bundesliga- oder Zweitligaluft schnuppern können. Also mussten wir uns ranhalten, dass wir dann die nächsten sind, die da reinschießen.

 

CCK: In der Defensive hast du ja schon einige Stationen durchlaufen. Wo fühlst du dich selbst am wohlsten?
David: Ich bin da relativ flexibel, bevorzuge es aber im Zentrum zu spielen, Innenverteidiger oder auf der Sechs. Allerdings habe ich mein erstes Bundesligaspiel als Außenverteidiger gemacht, mein Länderspieldebüt sogar auf der offensiven Außenbahn. Am liebsten bin ich aber doch im Zentrum.

 

Startelf gegen Italien – ein Traum erfüllt sich

 

CCK: Wie war es denn überhaupt für dich als junger Mensch als Fußballer Deutschland zu vertreten?
David: Da ist ein Traum wahr geworden. Seit der U15 hatte ich in der Hessen-Auswahl gespielt, beziehungsweise in Mainz mit der Südwest-Auswahl. Man hofft immer, dass es das nächste Mal klappt.
Bei meinem ersten Länderspiel gegen Italien habe ich gleich von Anfang an gespielt. Das war ein ganz persönliches Ziel, das ich mir gesetzt hatte. Ich habe zu meinem Bruder immer gesagt: „Bevor ich den Jugendbereich verlasse, will ich mein erstes Länderspiel machen.“