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Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

Bewegte zwölf Monate liegen hinter Hannes Drews und der U19 von Holstein Kiel. Der 34-jährige absolvierte in einem Jahrgang mit Julian Nagelsmann und Inka Grings erfolgreich den Fußballlehrer-Lehrgang, stieg mit der U17 wieder in die höchste Spielklasse auf und führte die Drittligamannschaft zusammen mit Ole Werner zu zwei Siegen nach Karsten Neitzels Freistellung. Die U19 der Störche schaffte im Sommer noch unter Christian Riecks den Klassenerhalt im Haifischbecken U19 Bundesliga und sorgte in der aktuellen Saison bereits für einige Ausrufezeichen. Eines der Saisonhighlights steht der Mannschaft, ihrem Trainerteam und den Fans der KSV noch als vorweihnachtliches Geschenk ins Haus: Am Sonntag, den 18.12., kommt der 1. FC Köln zum DFB-Pokal Viertelfinale in den CITTI FUSSBALL PARK nach Projensdorf. Grund genug für CCK, einmal mit Hannes Drews über sein Jahr, das Pokalspiel und die Entwicklung seiner Mannschaft zu sprechen.

 

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Als Interimsgespann in der Liga: Hannes Drews (links) zusammen mit Ole Werner.

 

CCK: Hannes, im deinem vergangenen Jahr ist sehr viel passiert: Du hast den Fußballlehrer-Lehrgang erfolgreich gemeistert, hast zusammen mit Ole Werner zwei Spiele der Ligamannschaft erfolgreich gestaltet und warst mit deiner U19 zwischenzeitlich auf Platz 4 der Tabelle, jetzt auf Platz 7. Hast du damit gerechnet?

 

Hannes Drews: Der Lehrgang erstreckte sich über einen längeren Zeitraum und war im März beendet, für mich mit einem erfolgreichen Abschluss. Ich habe letztes Jahr mit Finn Jaensch noch die U17 betreut, der Aufstieg in die Bundesliga war natürlich ein schönes Ende unserer Arbeit. Im Anschluss ging es zur U19, da waren wir einmal auf Platz 4, jetzt steht dort Platz 7, das ist alles völlig in Ordnung. Gerade der Start in die Bundesliga war sehr holprig, wir haben die ersten drei Spiele verloren und viele Gegentore kassiert, uns dann aber wieder aufgerafft. Wir haben viele Punkte gesammelt, da waren auch einige dabei, mit denen man nicht rechnen konnte. Gerade der Erfolg in Leipzig mit 4:1 war ein gutes Beispiel. Jetzt haben wir zwanzig Punkte und da können wir gut mit leben. Nicht zufrieden war ich dagegen mit unserem letzten Spiel gegen Nordwest (2:4 verloren). Dort war unsere Leistung in den ersten 45 Minuten ganz schlecht und wurden zu Recht mit dem Ergebnis bestraft.

 

CCK: Wie hast du die Belastung während des Lehrgangs empfunden, wie wurde deine Abwesenheit hier im Verein aufgefangen?

 

Hannes: Mein Trainer-Kollege Finn Jaensch und der Co-Trainer Kim Schatz haben bei der U17 mit mir ein Dreiergespann gebildet, sodass die Arbeit auch während meiner Abwesenheit angegangen wurde. Da hat mit der Verein wirklich sehr geholfen indem sie mir wirklich die Zeit zugestanden haben, die ich benötigt habe. Insbesondere mein Trainerteam der U17 hat mich in der Zeit gut unterstützt.

 

CCK: Wenn du den bisherigen Saisonverlauf einmal Revue passieren lässt, wie würdest du deine Mannschaft und auch das Niveau generell in der U19 Bundesliga Nord/Nordost einschätzen?

 

Hannes: Ich glaube, auch mit Blick auf die Ergebnisse, dass die Mannschaft mit jedem Gegner mithalten kann. Nicht, dass das Team jedes Spiel gewinnt, aber dass man jedes Spiel Einsatz zeigt und nicht locker lässt. Natürlich kann es an einem schlechten Tag auch einmal eine hohe Niederlage geben. Bezüglich des Niveaus kann man sagen, dass zwei Mannschaften, Wolfsburg und Hertha BSC, spielerisch herausragen, das sind überdurchschnittlich gute Mannschaften. Das hat man auch in den Spielen gemerkt, gegen Wolfsburg waren wir klar unterlegen und auch Berlin war gegen uns klar besser. Wir dürfen uns auf den erreichten Punkten auf keinen Fall ausruhen, die 20 Punkte sind natürlich schön, aber wir müssen den Weg auch weitergehen.

 

CCK: Die Liga bietet viele große Namen, selbst Teams wie Dynamo Dresden und Eintracht Braunschweig haben ganz andere Voraussetzungen durch den höherklassigen Herrenbereich, Kiel ist im Vergleich eher ein kleinerer Standort. Was macht deine Mannschaft trotzdem so stark, dass sie da mithalten kann und gute Ergebnisse erzielt?

 

Erst einmal finde ich das schön, dass es jemand wahrnimmt, in welchem Verhältnis Holstein Kiel zu den Mitbewerbern steht. 7 – 8 Mannschaften in der Liga haben ganz andere Voraussetzungen. Es geht hier überhaupt nicht um die Infrastruktur, die ist in Kiel wirklich top. Aber mit einer Herrenmannschaft in der 1. oder 2. Bundesliga ist natürlich der finanzielle Hintergrund ein ganz anderer. Unsere große Stärke ist sicherlich, dass wir als Team sehr gut funktionieren. In diesem Punkt haben wir uns seit dem Saisonstart weiterentwickelt. Wir legen eine gute taktische Ordnung an den Tag. Dieses Jahr ist als großes Plus unser offensives Umschaltspiel zu sehen, viele Tore fallen durch diese Situationen, das ist wirklich eine Waffe.

 

CCK: Am 18.12. steht noch ein vorweihnachtliches Highlight ins Haus. Letztes Jahr um diese Zeit hat die U19 gegen Borussia Dortmund mit Spielern wie Felix Passlack und Christian Pulisic gespielt. Nun kommt der 1. FC Köln nach Kiel. Mit Cottbus und Jena spielen im Viertelfinale zwei Teams gegeneinander, die auf dem Papier etwas leichter aussehen. Hättest du lieber einen von diesen Gegnern gezogen?

 

Hannes: Die Frage hat mir meine Familie tatsächlich auch schon gestellt (lacht). Vom Namen her finde ich Köln gut und vor allem finde ich es super, dass es keine Mannschaft aus unserem normalen Ligabetrieb ist. Natürlich schielt man bei den beiden anderen Gegnern eher in die nächste Runde. Das soll nicht heißen, dass wir das nicht trotzdem schaffen können, aber Köln ist von der Qualität her natürlich noch ein anderes Kaliber.

Milad Salem nach seinem Nationalmannschaftsdebüt im CCK-Interview

 

Holstein hat wieder einen Nationalspieler! Während in Europa San Marino eins der letzten großen Abenteuer auf der Fußballkarte ist, durfte Milad Salem am vergangenen Wochenende sein Debüt mit den „Löwen von Khorasan“ (so der Spitzname der afghanischen Auswahl) im zentralasiatischen Tadschikistan feiern. Auch wenn es am Ende eine knappe Niederlage in Duschanbe gab, überwiegen die vielen Emotionen und Gänsehautmomente, die Milad mit zurück nach Deutschland brachte. CCK sprach mit dem 28-Jährigen über seine Reise, die Begeisterung seiner Landsleute und die ein oder andere Überraschung.

 

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CCK: Herzlichen Glückwunsch zur Länderspielpremiere!

Milad: Vielen Dank!

 

CCK: Wie war denn jetzt eigentlich dein Weg bis zum ersten Länderspiel?

Milad: Das erste Mal wurde ich schon vor über zehn Jahren eingeladen. Damals waren es allerdings noch keine FIFA-Spiele, das bedeutete die Länderspiele wurden immer dann ausgetragen, wenn wir auch mit den Vereinen Spiele hatten. Deshalb ging es dann nicht.

 

Letzte Saison gab es dann eine wieder eine Einladung, da war alles offiziell. Nur leider kam ich direkt aus meiner Meniskusverletzung, deshalb hatte es nicht geklappt – und kurz danach hab ich mir dann auch noch das Kreuzband gerissen. Vor sechs Wochen wurde ich zum Spiel gegen Malaysia eingeladen. Da war ich aber gerade nach einem Muskelfaserriss wieder dabei und hatte mit dem Verein abgesprochen, dass es sinnvoller wäre, bei Holstein zu bleiben und mich darauf zu konzentrieren. Und die Länderspiele sollten ja nicht weglaufen.

 

CCK: Gegen Rot-Weiß Erfurt war dann der Nationaltrainer Afghanistans in Holstein-Stadion. Scouting oder stand da schon fest, dass du auf Länderspielreise gehen solltest?

Milad: Wir hatten vorher schon häufig telefoniert, und es war klar, dass ich eingeladen werde, sobald ich wieder gesund bin. Insofern wollte er mich nicht wirklich beobachten, sondern einfach mal vor Ort sein, mich besuchen. Das hat er auch schon bei anderen Spielern gemacht.

 

Zwei Wochen vor dem Erfurt-Spiel hatte der afghanische Verband auch die Einladung für mich zur Nationalmannschaft an Holstein geschickt, allerdings muss da etwas schiefgelaufen sein. In Kiel kam sie nämlich nie an. Für den Verein war es dann ziemlich überraschend, dass plötzlich der Nationaltrainer da war. Aber mir wurden gar keine Steine in den Weg gelegt, wofür ich sehr, sehr dankbar bin. Markus Anfang und Ralf Becker haben gesagt: „Geh, genieße es und komm vor allem gesund zurück.“

 

CCK: Am Wochenende, als es dann „heiß“ wurde: Hat Milad da einfach seinen Koffer gepackt, ist nach Hamburg gefahren und ganz entspannt hingeflogen?

Milad: Ich bin zunächst einen Tag später von Frankfurt nach Istanbul geflogen und von dort aus nach Tadschikistan, in die Hauptstadt Duschanbe. Meine ganze Familie, alle waren mächtig stolz. Ich natürlich auch, nur hab ich es mir vorher nicht so extrem vorgestellt.

 

CCK: Inwiefern „extrem“?

Milad: Es war so emotional, unfassbar, ich kann es eigentlich immer noch nicht beschreiben. Mein Comeback nach der Kreuzbandverletzung, meine Einwechselung war ja schon sehr emotional, aber das kann man einfach nicht vergleichen. Auch wenn es nur ein Freundschaftsspiel ist: Du stehst mit der Nationalmannschaft auf dem Platz! Du hörst die Hymne...

 

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CCK: Das Gefühl, als du zum ersten Mal dein Nationalmannschafts-Trikot übergezogen hast, kannst du wahrscheinlich kaum in Worte fassen...

Milad: Das ist einfach nur der Wahnsinn. Alles. Dadurch, dass ich derzeit der am höchsten spielende Nationalspieler Afghanistans bin, haben mich die anderen zudem mit viel Respekt behandelt. Nicht etwa, dass sie Angst hatten, einfach auf so einer Kollegenbasis. Egal ob Spieler aus Deutschland, Dänemark, Schweden, aus Malaysia oder Thailand – alle haben versucht mir zu helfen. Die Reise war einfach ein geiles Gefühl. Ich bereue keine Sekunde, hingeflogen zu sein.

 

Götz Alsmann, geboren am 12. Juli 1957 in Münster, ist Musiker, Moderator,  Unterhaltungskünstler, Grimme-Preisträger, Brillenträger des Jahres 2000, Krawattenmann des Jahres 2004 - und glühender Anhänger des nächsten Gegners der Störche, Preußen Münster.

 

 

Unter anderem komponierte der Multiinstrumentalist, der auch mit In Extremo und Die Ärzte musizierte, eine Hymne für die Preußen.

 

CCK: Herr Alsmann, wie sind sie eigentlich den Preußen gekommen?

Götz Alsmann: Ich habe erst spät begonnen, mich überhaupt für den Fußball zu interessieren. Es war Georg Krimphove, bis vor wenigen Tagen noch der Präsident des Clubs, der mich vor etlichen Jahren heißgemacht hat.

 

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Welchen besonderen Moment verbinden sie mit den Adlerträgern?

Unvergessen bleibt der Sieg des SCP über Werder Bremen im DFB-Pokal! (Anm. der Red.: 4:2 n.V. am 19. August 2012. Matthew Taylor war damals mit drei Treffern der Mann des Tages)

 

Wenn Preußen Münster ein Musikinstrument wäre, welches?

Wohl eine Orgel. Alt, manchmal wieselflink, manchmal behäbig und an unerwarteten Stellen überraschend laut.

 

In Medien verbreiten Sie immer einen gewissen Eindruck von großer Selbstbeherrschung. Verlieren Sie beim Fußball schon mal die Contenance?

Nicht nur beim Fußball!

 

Haben Sie die Münsteraner Stadionwurst schon probiert und können Sie sie empfehlen?

Sie hat die eigentlich überall gleich gute Stadionqualität. Guten Appetit!

Der „Blaschke“ in Kiel-Gaarden. Nicht nur im Herbst einer der CCK-Lieblingsplätze an der Förde. Benannt nach einem großen Ballsport-Pionier, der auch dafür verantwortlich war, dass der Deutsche Fußballbund seine Geschäftsstelle ab 1916 in der Landeshauptstadt hatte, genauer gesagt in der Dänischen Straße, Hausnummer 24.

 

Fuball

 

Verantwortlich hierfür war der Georg Blaschke, der vor seiner Tätigkeit für den Deutschen Fußball-Bund zunächst an der Förde den Ball ins Rollen brachte – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Nachdem es ihm und seinen Mitstreitern im Männer-Turnverein untersagt wurde, ein Fußballspiel auszutragen, gründete Blaschke am 7. Oktober 1900 kurzerhand den 1. Kieler Fußballverein (einer der beiden Vorgängervereine von Holstein Kiel). Mit seinen Freunden fuhr er am gleichen Tag nach Lübeck und schoss Stürmer auch noch gleich das erste und einzige Tor gegen die Auswahl der Hansestädter und sicherte so den ersten Derbysieg.

 

Drei Jahre später (inzwischen gab es an der Förde mit dem 1. KFV 1900, dem Sportclub 1899, dem FC. Holstein, dem Ellerbecker FC 1903 und dem FC Kilia immerhin fünf Fußballvereine) wurde unter Blaschkes Führung dann der Verband Kieler Ballspiel-Vereine gegründet, der die städtische Meisterschaftsrunde organisieren sollte. Als nächste Station auf der Karriereleiter folgte 1905 der Norddeutsche Fußballverband, ehe der Kieler im Mai 1910 zum 1. Schriftführer des DFB gewählt wurde und für insgesamt 18 Jahre im Vorstand bleiben sollte. Als 1915 während des Krieges die Geschäftsstelle des DFB in Dortmund schließen musste (der damalige Geschäftsführer Walter Sanß war zum Kriegsdienst eingezogen worden), übernahm Blaschke zunächst provisorisch und ein Jahr später offiziell deren Aufgaben. Der DFB zog damit nach Kiel.

 

Und auch in der Weimarer Republik ging es an der Förde weiter, allerdings musste der gestiegenen Popularität des Ballsports Rechnung getragen werden, ein Umzug in ein größeres Büro am Sophienblatt war aufgrund des gestiegenen Arbeitspensums unausweichlich. Von hier aus sollten die Geschicke des nationalen Fußball-Verbandes noch bis 1927 gelenkt werden, ehe der DFB beschloss, mit der Geschäftsstelle nach Berlin umzuziehen.

 

Der Name „Blaschke“ steht heute noch in großen Lettern über dem Eingangstor des Platzes in der Norddeutschen Straße. Ansonsten dürfte der Name in der Landeshauptstadt nur Fußball-Insidern etwas sagen. Wer mehr über den Ballsport-Pionier erfahren möchte, dem sei das Buch seines Enkels „Georg P. Blaschke - Pionier des Fußballs“ (erschienen im Agon-Verlag) empfohlen.

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