Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

documenta, Herkules, Ahle Worschd – alles für Kassel unverzichtbar. Und in diese Reihe gehört auf jeden Fall auch der KSV Hessen Kassel. Der Traditionsverein aus Nordhessen ist allerdings finanziell in starke Schieflage geraten, Aufsichtsratmitglied Matthias Hartmann stellte unmissverständlich klar: „Es geht ums Überleben des Vereins“.

 

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Doch „Löwen“ geben so schnell nicht auf, und um Ideen und Aktionen zu koordinieren, wurde die Initiative „Der KSV Hessen – für KaSsel unVerzichtbar“ gegründet. Dort kann jeder mitmachen, dem Hessen Kassel am Herzen liegt. Und auch jeder, der der Meinung ist, dass dieses Stück Fußballtraditon nicht untergehen darf.

 

Die aktive Fanszene unserer KSV ist beim Heimspiel gegen Rostock mit gutem Beispiel vorangegangen. Und auch wir sagen: Unterstützt unsere Freunde aus Kassel! Schaut bei „Der KSV Hessen – für KaSsel unVerzichtbar“ vorbei und helft mit.

Es könnte so schön sein. Holstein Kiel hat sich im Laufe der Saison von einem ambitionierten aber glücklosen Team zu einem potentiellen Aufsteiger entwickelt. Drei Spieltage vor Schluss stehen die Störche auf Platz zwei. Quasi mit der Zehenspitze schon in Liga zwei. Das Beste an der Sache? Das Saisonfinale verspricht zwei Heimspielkracher gegen den Ostseerivalen FC Hansa Rostock und den Halleschen FC. Volle Hütte garantiert.

 

Aber hier fangen die Probleme an. Volle Hütte und trotzdem sind einige Leute unzufrieden. Als Kieler ist einem dieser Umstand nicht neu. Denken wir mal zurück an die Pokalsaison 2011/2012. Wie in einem Rausch fegte der Pokalschreck von der Küste in Richtung Viertelfinale. Hier wartete der damals amtierende Meister Borussia Dortmund. Trotz Eiseskälte und selbst bei größtem Optimismus geringer Chance auf Weiterkommen waren die wenigen, frei verfügbaren Karten binnen gefühlt Hundertstelsekunden ausverkauft. Es folgten unverschämte Angebote auf den verschiedensten Plattformen. Viele Kieler schauten in die Röhre. Der Schuldige war schnell ausgemacht und das allseits beliebte Wort „Erfolgsfans“ geisterte durch die sozialen Netzwerke.

 

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Viel Platz auf der Westtribüne (Holstein Kiel vs. Hertha BSC II im Jahr 2012)

 

„Wie kann es sein, dass sich im Laufe der Saison keiner für Holstein interessiert, aber wenn der BVB kommt, dann sind sie alle Fans?“, wurde sich vielerorts echauffiert. Tatsächlich wies die KSV am Ende der Saison 2011/2012 einen Zuschauerschnitt von nur 3.756 aus – selbst in der Regionalliga ein eher enttäuschender Schnitt. Die Antwort auf die eingangs des Absatzes gestellte Frage ist relativ einfach. Nur die durchschnittlich 3.756 Zuschauer interessierten sich für Holstein selber. Denen ist es egal, ob auf der anderen Seite des Rasens so spannende Gegner wie der Berliner AK oder TSV Havelse stehen. Sie wollen ihre Mannschaft, die KSV spielen und im besten Fall siegen sehen.

 

Aber sind die restlichen Zuschauer, die dem Viertelfinale beigewohnt haben damit automisch diese verrufenen „Erfolgsfans“? Zieht man mal die zahlreichen Dortmund-Fans die nicht nur in den Gästeblöcken sondern mehr als vereinzelt auch im Rest des Stadions anzutreffen waren ab, so kommt man immer noch auf einen beachtlichen Anstieg der Zuschauerzahl. Wieder die Frage: Alles Erfolgsfans? Mitnichten. Es gibt viele Berufsgruppen, die samstägliche Besuche im Stadion erschweren. Familiäre Verpflichtungen, Finanzen, Gesundheit – das alles und noch viele andere Dinge können einen regelmäßigen Gang ins Stadion verhindern. Kommt es aber zu einer solchen Begegnung wie gegen den BVB, so schaufeln sich die Leute eher mal frei. Zumal das Spiel an einem Wochentag stattfand. Kein seltenes Phänomen. Blickt man zurück auf das diesjährige Spiel gegen den MSV Duisburg auf einem Dienstagabend, so stellt man fest, dass auch hier die Zuschauerzahl größer war, als erwartet.

 

Zurück zum Pokalspiel gegen Dortmund. Berücksichtigt man nun alle vorgenannten Argumente kommt man immer noch auf eine beachtliche Zahl vermeintlich sensationsgieriger Zuschauer, die nicht wegen der KSV gekommen waren. Tatsächlich? Der Zuschauerschnitt am Ende der Saison 2015/2016 betrug 5.193. Gegenüber 2012 also ein Anstieg von rund 1.437. Sind dies immer noch Erfolgsfans? Denn immerhin sind diese Leute ja in der Saison 2011/2012 offenbar nicht im Stadion gewesen. Aber vielleicht doch? Was wenn dieses Pokalspiel sogenannte „Erfolgs- oder Sensationsfans“ angelockt hat? Was wenn die Aufstiegssaison, in der spätestens in den Aufstiegsspielen gegen Kassel wieder Kartenknappheit herrschte, ebenfalls Menschen angelockt hat? Die Saison 2014/2015, in der wir im Grunde genommen 180 Minuten mit einem Bein in der zweiten Liga standen?

 

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Volles Haus in der Relegation gegen den TSV 1860 München im Jahr 2015

 

Was wenn jedes dieser Spiele, in denen über diese offenbar geächtete Gruppe geschimpft wurde, dazu geführt hat, dass aus einer weiteren Handvoll „Erfolgsfans“ treue Anhänger geworden sind? Anhänger, die auch in weniger aufregenden und erfolgreichen Phasen hinter der KSV stehen? Denn wo sonst kommen die knapp 1.500 Zuschauer mehr her, die konsequent jeden zweiten Samstag im Holstein-Stadion stehen und das Heimteam anfeuern. Wenn die Konsequenz von Spielen wie am kommenden Samstag oder in zwei Wochen gegen Halle die ist, dass sich zunehmend mehr regelmäßige und treue Fans am Westring versammeln, dann freuen wir uns über jeden Erfolgsfan.

 

Natürlich ist es für jeden treuen Fan, der es verpennt hat, sich rechtzeitig Karten für eines der beiden letzten Heimspiele zu besorgen, ärgerlich. Aber muss man sich an der Stelle nicht eventuell den Vorwurf gefallen lassen, dass man als treuer Fan schon längst eine Karte hätte haben müssen? Selbstverstädnlich wollen wir diesen Vorwurf nicht pauschal in den Raum werfen. Vielmehr möchten dazu auffordern, gemeinsam mit uns den Aufstieg zu feiern, denn das Spiel in Großaspach ist noch nicht ausverkauft. ;)

Da haben wir den Rotz! Spätestens jetzt kann man sich dem Nervös-Sein nicht mehr entziehen. Fünf Spieltage vor Ende der Saison und es ist nichts entschieden. Aber mal so gar nichts. Wo wird Holstein am Ende der Saison landen? Worauf muss sich der Störche-Fan emotional einstellen? Was kann die Mannschaft im Endspurt leisten? Es gibt noch viel zu viele mögliche Szenarien...

 

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Von einigen Optimisten wird bereits die Möglichkeit Vorentscheidung beim derzeitigen Überraschungszweiten Jahn Regensburg ins Spiel gebracht. Träumt weiter! Im Optimalfall kann Holstein auswärts einen Dreier einfahren und sich wieder am Team von Heiko Herrlich vorbeischieben (einen Sieg gegen Chemnitz vorausgesetzt) – aber selbst dann bleibt noch das nicht zu unterschätzende Restprogramm mit Hansa Rostock und Großaspach (die beide an den letzten Spieltagen Aufstiegsaspiranten wertvolle Punkte abnehmen konnten), sowie dem Halleschen FC zum Schluss. Im schlimmsten Fall droht sowieso ein Last-Minute-Finale, in dem alles drin ist. Von direktem Aufstieg bis Wir-sind-immer-noch-im-Dreijahresplan. Immerhin ist der Klassenerhalt gesichert.

 

Aber es entfällt wohl die Option durch eine Siegesserie die Konkurrenz abzuschütteln und einen Aufstiegsplatz zu sichern. Denn da sind gleich zwei Variablen, die sich in den letzten Wochen als nicht berechenbar herausgestellt haben. Nur dass der MSV Duisburg hochgehen wird, scheint inzwischen ziemlich sicher. Immerhin seit dem 9. Spieltag haben die Zebras den Spitzenplatz der Liga nicht mehr abgegeben und konnten sich zudem einen kleinen 5-Punkte-Vorsprung zum zweiten Rang aufbauen.

 

Dieser beheimatete schon ein paar Vereine in dieser Saison. Doch aktuell steht dort weder der VfL Osnabrück, der immerhin an elf Spieltagen Zweiter war, noch der 1. FC Magdeburg, der es an zehn Spieltagen auf den Vizerang schaffte. Beide Vereine scheinen (ebenfalls) nervös zu werden und rutschten ein wenig im Verfolgerfeld ab. Holstein selbst musste den zweiten Platz an die bereits erwähnten Regensburger abgeben, die anscheinend im Moment am wenigsten Druck spüren. Ein nicht zu überschätzender Vorteil?

 

Sollte man deshalb schon resignieren? Nein, denn auch trotz durchwachsener Leistung wie in Erfurt schaffen es die Störche im Moment einfach nicht, mal ein Spiel zu verlieren. Als Fan ist man sauer, dass trotz Überzahl keine Tore gelingen – am Ende lässt der Blick auf die Tabelle einen dann aber wieder feststellen: Eigentlich hat sich nichts verändert. Die Konkurrenz macht es auch nicht besser oder teilweise noch schlimmer.

 

Bange Frage: Geht das noch fünf Spieltage gut? Erwischt es Holstein noch? Oder werden auch wieder Siege eingefahren? Immerhin haben die Störche ein relativ leeres Lazarett. Auch die Sperren halten sich im Vergleich zu anderen Vereinen in Grenzen. Zudem finden sich Statistiken, die besagen, dass alle Vereine, die am 32. Spieltag auf dem zweiten Platz standen, am Ende aufgestiegen sind.

 

Der Kapitän gibt sich die Ehre. Zum Abschluss seiner Tour rockt er am 8. April den Orange Club. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass es sich mehr als lohnt. Und dank der inzwischen seit 2015 bestehenden Zusammenarbeit könnt Ihr dabei sein.

 

EC Poster Kiel

 

CCK verlost 1x 2 Gästelistenplätze. Was Ihr dafür machen müsst? Einfach eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken oder den Facebookbeitrag kommentieren. Einsendeschluss ist Mittwoch Abend der 5. April, 19:12 Uhr. Die Gewinner werden per Email oder PN benachrichtigt.

 

Einlass ist um 19 Uhr, die Show beginnt um 20:15 Uhr. Und für alle, die leer ausgehen, gibt es natürlich auch Tickets an allen bekannten VVK-Stellen und im Netz unter www.eventim.de/erik-cohen.

...das Sterben von Mannschaften

 

Manchmal mit Pressemitteilung. Oft heimlich still und leise. Ärgerlich im laufenden Spielbetrieb. Oft zur Winterpause. Viele Vereine haben mit schwindenden Mannschaften zu kämpfen. Die lange Winterpause hat so manchem Verein schon die Mannschaft gekostet. Dass viele Spieler ihre Zusage oft nur noch „bis zum Winter“ geben, ist eines von vielen Problemen. Wenn mehr als eine Handvoll Spieler bereits zur Halbserie „eine neue Herausforderung“ suchen und andere sich bei nasskalten Temperaturen plötzlich nicht mehr zum Spiel-und Trainingsbetrieb aufraffen können, dann gehen bei vielen Amateurteams auch mal im Winter die Lichter aus.

 

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Verfolgen kann man das in den vergangenen Jahren bei vielen Vereinen. Im Kreis Kiel haben ehemals große Vereinsnamen mit teilweise mehr als 3 Mannschaften nur noch eine einzige Herrenmannschaft im Spielbetrieb. Holsatia Kiel, TuS Gaarden, Eintracht Kiel und nun seit diesem Winter auch Fortuna Wellsee, Schwarz-Weiß Elmschenhagen und der TSV Schilksee. Der TSV Russee und der FC Süd Kiel konnten sich sogar nur noch über eine Spielgemeinschaft im Spielbetrieb halten. Der SVE Comet Kiel, übrigens auch nur noch aufgrund einer Fusion der ehemaligen Erzrivalen SV Ellerbek und Comet Kiel am Leben, bildet in dieser Runde die absolute Ausnahme. Mit 4 Herrenmannschaften im Spielbetrieb kann kein anderer Kieler Verein mithalten.

 

Für den betroffenen Verein selbst bedeutet eine abgemeldete Mannschaft auch immer ein Verlust von Mitgliedern. Weniger Mitglieder, weniger Geld, bei steigenden Fixkosten und Verbandsabgaben. Ein tödlicher Kreislauf.
Aber woran liegt es, dass einige Vereine ihre Teams abmelden müssen? Pauschal lässt sich das sicher nicht beantworten. Bei dem einen ist es sportlicher Misserfolg der bei schwindender Vereinstreue in massenhaften Spielerabgängen mündet, bei dem anderen eine schlechte Vereinspolitik.