Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

 

Nachdem sich Hauke Wahl letzte Woche schon bei Liga3-online.de den Titel "Newcomer der Saison" geschnappt hatte, legt diese Woche Patrick Herrmann mit einem hervorragenden 2. Platz in der kicker Rangliste "Außenbahn defensiv nach. 

 

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Glückwunsch an Talent und Routinier!

Von Westfalia Herne bis zum Wuppertaler SV

 

Breits vor ein paar Tagen hatten wir festgestellt: Das Leben als Fußballfan ist schon kein schönes. Denn eins der obersten Gesetze ist: „The natural state of the football fan is bitter disappointment, no matter what the score.", zumindest wenn es nach dem englischen Kultautor Nick Hornby geht. Und hoch bei uns im Nordern manifestiert sich sich dieses Misstrauen gegenüber dem Spiel mit dem runden Leder in den drei „Holsteinischen Gesetzen":


1. Reist Holstein als Spitzenreiter zu einem Verein im Tabellenkeller, so fahren die Störche mit null Punkten zurück nach Kiel. (Beweis: Hagenbeckstraße)
2. Spieler, die in Kiel eher enttäuschten, blühen bei ihren neuen Vereinen auf. (Beweise: Sören Brandy, Francky Sembolo, und und und)
3. Alle Vereine gegen die Holstein gespielt hat, spielen heute höher als die Störche.


Während die beiden ersten Gesetze anhand von Beispielen bereits bewiesen wurden, bedurfte das dritte noch einer genaueren Untersuchung. Hierfür sollten exemplarisch die Gegner aus den Zweitligaspielzeiten 1978/79, 79/80 und 1980/81 betrachtet werden. Ein Liganiveau, welches seitdem nicht wieder erreicht wurde. Insgesamt waren es 31 Vereine, mit denen sich Holstein in der 2. Bundesliga Nord messen durfte - 16 von ihnen wurden bereits untersucht - die restlichen 15 folgen heute:

(Den ersten Teil "Von Alemannia Aachen bis zum SC Herford" findet ihr hier.)

 

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Sportclub Westfalia von 1904 Herne
(1978/79: 2:1 Heim, 0:2 Auswärts)
Mit Westfalia Herne begann im Holstein-Stadion eine neue Zeitrechnung, denn der Traditions-Elf aus dem Ruhrgebiet kam die Ehre zu, Gegner bei der Zweitliga-Heimpremiere der Störche zu sein. Insgesamt schloss Herne die Saison auf dem fünften Tabellenplatz ab, trotzdem musste der Verein zu Beginn der Saison 1979/80 den Rückzug in die Oberliga antreten. Grund hierfür: Die Tankstellenkette „Goldin", Hauptsponsor bei Westfalia (1977 wurde der Verein sogar in SC Westfalia Goldin 04 Herne umbenannt) war im Zuge des bis dahin größten Steuerskandals der Bundesrepublik Konkurs gegangen. Vom Mäzen komplett abhängig stand auch der Verein kurz vor dem finanziellen Aus, die Rückkehr in den Profifußball gelang nicht mehr. Zuletzt musste man einen weiteren Tiefpunkt verkraften: Beim Oberliga Heimspiel gegen Eintracht Rheine fanden nur 76(!) zahlende Zuschauer den Weg ins wunderschöne Stadion am Schloss Strünkede.
- heute: Oberliga Westfalen (5. Liga)

 

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Sportclub Fortuna Köln
(1978/79: 0:1 Auswärts, 0:0 Heim, 1979/80: 3:3 Heim, 4:0 Auswärts, 1980/81: 2:3 Auswärts, 2:1 Heim)
Dass die Kieler es alle drei Spielzeiten mit der Fortuna aus Köln zu tun bekamen ist kein Wunder, schließlich fühlte sich der Verein aus der Südstadt in dieser Spielklasse besonders wohl. Insgesamt 26 Jahre von 1974 bis zum Jahr 2000 spielte man zweitklassig und schaffte es weder aufzusteigen (1986 scheiterte man an in der Relegation an Borussia Dortmund) noch abzusteigen (1992 konnte man aufgrund der Insolvenz von Blau-Weiß 90 Berlin noch in die Relegation einziehen und da knapp die Klasse halten). Auch gelang es nie, die Vormachtstellung des 1. FC Köln in der Stadt ernsthaft infrage zu stellen. Zwar konnte die Fortuna den einen oder anderen Derbysieg einfahren, so auch in der Saison 1999/2000. Doch am Ende ging es für die Fortuna in die Regionalliga, während die Geißböcke in die Bundesliga aufstiegen. Einher mit dem sportlichen Niedergang ging die finanzielle Pleite: Präsident und Mäzen Hans „Jean" Löring, der den Verein immer in der 2. Bundesliga gehalten hatte, musste sich zurückziehen und hinterließ einen hochverschuldeten Verein, für den es bis in die fünftklassige Verbandsliga Mittelrhein runter ging. Seit Mitte der 2000er läuft die finanzielle Konsolidierung der Fortuna, bei der man zumindest wieder von der 3. Liga träumt.
- heute: Regionalliga West (4. Liga)

 

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Sport-Club Viktoria 04 Köln
(1978/79: 0:2 Auswärts, 2:0 Heim, 1979/80: 1:3 Auswärts, 1:2 Heim, 1980/81: 3:3 Heim, 3:0 Auswärts)
Ähnlich wie auch die Fortuna trat Viktoria Köln Ende der 1950er Jahre an, die Dominanz des 1. FC zu brechen. Dies sollte nicht gelingen, trotzdem konnte der Verein auf einige Erfolge blicken. Gegen Ferencváros Budapest trat man in der Saison 1962/63 im Messepokal an, allerdings ein schwacher Trost dafür, dass man bei der Einführung der Bundesliga das Nachsehen gehabt hatte. Im DFB-Pokal konnte man 1974/75 bis in das Achtelfinale vordringen und scheiterte erst im Rückspiel gegen Borussia Dortmund. In der Liga pendelte man zwischen 2. Bundesliga und Amateurfußball. Genau wie Holstein konnte man 1978 wieder den Einzug in die zweithöchste Spielklasse feiern, scheiterte aber drei Jahre später an der Qualifikation für die „Eingleisige". Fortan blieb die Ober- bzw. Regionalliga die höchste erreichbare Spielklasse – rückläufige Zuschauerzahlen und wachsende Schulden zwangen den Verein 1994 zur Fusion.
- aufgelöst 30. Juni 1994, nachfolgend Neugründung als SCB Viktoria Köln (durch Fusion mit dem SC Brück, aufgelöst 22. Juni 2010, nachfolgend Neugründung als FC Viktoria Köln Regionalliga West (4. Liga)

 

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Turn- und Sportverein Bayer 04 Leverkusen
(1978/79: 1:2 Heim, 1:2 Auswärts)
Erst im Jahr 1976 war die „Werkself" in die 2. Bundesliga aufgestiegen und musste in der Premierensaison zunächst einmal gegen den Abstieg kämpfen. Allerdings gelang in den folgenden Spielzeiten eine kontinuierliche Steigerung, die in der souveränen Meisterschaft un dem Aufstieg in die 1. Bundesliga 1979 gipfelte. Auch hier musste man sich erst einmal wieder akklimatisieren, ehe man Mitte der 1980er unter Trainer Erich Ribbeck in die oberen Tabellenregionen vorstieß und sich 1986 für den UEFA-Cup qualifizieren konnte. In der darauffolgenden Saison durfte dann einer der größten Erfolge des Vereins gefeiert werden: Nachdem man das Hinspiel bei Espanyol 0:3 verloren hatte, konnte man das Ergebnis im Rückspiel durch Tore von Tita (damals brasilianischer Nationalspieler), Cha Bum-kun und dem späteren Holstein-Trainer Falko Götz egalisieren und im Elfmeterschießen dann den UEFA-Cup gewinnen. Der Gewinn bedeutete eine Zäsur, Leistungsträger verließen Bayer 04, genau wie der Erfolgstrainer Ribbeck. Gleichzeitig trat aber Reiner Calmund den Posten als Manager der Lizenzspielabteilung an, der zum einen immer wieder brasilianische Stars nach Leverkusen lenken und zudem nach der Wende mit Ulf Kirsten, Andreas Thom und Jens Melzig gleich drei DDR-Nationalspieler unter Vertrag nehmen konnte. Trotz des DFB-Pokalsiegs 1993 musste das Team um Rudi Völler, Ulf Kirsten und Bernd Schuster zwei Jahre später gegen den Abstieg kämpfen und konnte diese erst am letzten Spieltag mit einem 1:1 im „Endspiel" gegen Kaiserslautern abwenden. Unter Christoph Daum fand der Verein wieder in die Erfolgsspur zurück und wurde zum Stammgast in den europäischen Wettbewerben. Legendär dabei die Saison 2001/02, in der man sowohl in der Meisterschaft, im Pokal und in der Champions League den zweiten Platz erreichte und sich den Spitznamen „Vizekusen" verdiente. Ein Jahr später konnte man dagegen nur haarscharf den Abstieg verhindern, als „Feuerwehrmann" fungierte der bereits für die nächste Saison verpflichtete Klaus Augenthaler. Über die folgenden zehn Jahre gelang es fast durchweg, in der Abschlusstabelle im oberen Viertel zu stehen.
- heute: 1. Bundesliga

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Das Problem ist nicht neu, hat sich aber nach Ansicht vieler in den letzten Jahren verschärft: Während in den Profiligen immer wieder neue Rekordsummen aufgerufen werden, kämpfen die Clubs in den unteren Ligen, darunter auch einstige "große" Traditionsvereine ums Überleben, ja teilweise sogar einfach um Wahrnehmung.

Ähnlich wie bei der Kampagne "Non League Day" in England möchten einige Amateurfußballinteressierte der Republik nun auch in Deutschland den Fokus wieder mehr auf die unteren Spielklassen richten, welche bis auf einige Ausnahmen nicht gerade im Blickfeld des Medien- und Zuschauerinteresses stehen.

 

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Zu diesem Zweck gründete sich vor einem halben Jahr die Initiative „Glotze aus, Stadion an", welche den gemeinen bundesligaerprobten Fußballfan mal wieder für den lokalen Verein sensibilisieren soll. Die CCK hat sechs Monate nach Gründung mal nachgefragt, was seitdem so passiert ist.

 

CCK: Seit wann gibt es eure Kampagne und welche Ziele habt ihr?

GASA: Gegründet wurde die Initiative quasi aus einer Online-Lawinenbewegung heraus im Juni 2013. Ursprünglich war es mehr eine Aktion für das Umfeld des 1. SC Göttingen 05, aber der Slogan GLOTZE AUS, STADION AN! fand schnell ein positives Echo bei anderen Fanszenen und hat sich als gemeinsame Idee ausgebreitet.

Von Alemannia Aachen bis zum SC Herford

 

Das Leben als Fußballfan ist schon kein schönes. Denn eins der obersten Gesetze ist: „The natural state of the football fan is bitter disappointment, no matter what the score.", zumindest wenn es nach dem englischen Kultautor Nick Hornby geht. Nun mag es auf der Welt aber vielleicht sogar den einen oder anderen Fußballverein geben, der seinen Anhängern etwas Glück und Freude ins Leben zaubert. Dadurch wäre das oben angeführte Zitat zumindest teilweise widerlegt.

Will man dies allerdings mit guten Nachrichten für alle Holstein-Fans gleichsetzen, so kann die Antwort nur lauten: Nicht so schnell! Denn neben dem allgemein gehaltenen Satz von Hornby, weißt Wolf von Lojewski darauf hin: „Es ist eben leicht, Fan von Bayern München oder vom HSV zu sein. Aber Holstein - da brauchst Du seelische Kraft." Und das, weil im Zusammenhang mit den Störchen immer wieder wenig Hoffnung machende Gesetzmäßigkeiten auftreten, die anhand von Beispielen aus der Vergangenheit immer wieder verifiziert werden. Kurz Zusammengefasst sind die drei „Holsteinischen Gesetze":

1. Reist Holstein als Spitzenreiter zu einem Verein im Tabellenkeller, so fahren die Störche mit null Punkten zurück nach Kiel. (Beweis: Hagenbeckstraße)

2. Spieler, die in Kiel eher enttäuschten, blühen bei ihren neuen Vereinen auf. (Beweise: Sören Brandy, Francky Sembolo, und und und)

3. Alle Vereine gegen die Holstein gespielt hat, spielen heute höher als die Störche.

Während die beiden ersten Gesetze anhand von Beispielen bereits bewiesen wurden, bedarf das dritte noch einer genaueren Untersuchung. Hierfür sollen exemplarisch die Gegner aus den Zweitligaspielzeiten 1978/79, 79/80 und 1980/81 betrachtet werden. Ein Liganiveau, welches seitdem nicht wieder erreicht wurde – setzen wir die Messlatte also mal hoch an. Doch auf wen traf man damals und wo spielen die Vereine heute?

 

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Aachen Turn- und Sportverein Alemannia
(1978/79: 2:1 Heim, 0:4 Auswärts, 1979/80: 0:0 Heim, 2:0 Auswärts, 1980/81 2:3 Heim, 0:2 Auswärts)
28 Jahre, 1020 Spiele, 406 Siege, 263 Unentschieden, 351 Niederlagen = 1481 Punkte. Mit dieser Bilanz führt Alemannia Aachen die „Ewige Tabelle der 2. Liga" an. Zudem qualifizierte sich der Verein als Pokalfinalist 2004 für den UEFA-Cup und stieg in der Saison 2005/06 nach 36 Jahren wieder in die Bundesliga auf. Der zu dieser Zeit beschlossene Neubau des Tivolis entwickelte sich aufgrund der durch die Abstiege gesunkenen Zuschauerzahlen zum Millionengrab. Finanziell am Ende stieg die Alemannia 2013 erstmals in der Vereinsgeschichte in die Viertklassigkeit ab.

- heute: Regionalliga West (4. Liga)

 

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Hertha, Berliner Sport-Club 
(1980/81: 2:1 Heim, 1:5 Auswärts)
Während die „Alte Dame" 1979 noch knapp an Roter Stern Belgrad im UEFA-Cup Halbfinale gescheitert war, fanden sich die Berliner nur ein Jahr später plötzlich in der 2. Bundesliga wieder und die berüchtigten „Hertha-Frösche" sorgten nun auch an der Ostsee für Aufregung bei der Polizei. Am Ende der Saison glaubte man mit dem direkten Wiederaufstieg das Schlimmste abgewendet zu haben, doch konnte man sich nur für eine Spielzeit im Oberhaus halten. Drei Jahre zweite Liga folgten, ehe die Hertha in die Amateur-Oberliga abstürzte und ins damals stark sanierungsbedürftige Poststadion umziehen musste. Erst in den 1990ern gelang wieder die Etablierung in der Bundesliga, wobei der Verein in den letzten Jahren zweimal den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste.
- heute: 1. Bundesliga

 

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Tennis Borussia Berlin
(1978/79: 0:0 Heim, 0:9 Auswärts, 1979/80: 2:3 Heim, 2:0 Auswärts, 1980/81: 1:1 Heim, 1:3 Auswärts)
Nicht gegen die heutigen Bundesligisten, nein, gegen TeBe kassierte Holstein die deutlichste Klatsche in der Zweitligazeit. Mit der Einführung der eingleisigen Spielklasse musste die ehemalige „Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft" allerdings genau wie die Kieler den Gang in die Drittklassigkeit antreten. Zwischen 1993 und 2000 erlebte der Verein nochmal eine kurze Blütephase, in der man in die Zweite Liga zurück kehrte. Nach finanziellen Ungereimtheiten beim Hauptsponsor verabschiedete die Tennis Borussia sich allerdings wieder aus dem Profi-Fußball.
- heute: Berlin-Liga (6. Liga)

 
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