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Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

"Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen." - Theodor Fontane

...dann sind das hier keine Abschiedworte, sondern ein "Danke".

 

Sonnabend, 10. Mai 2014, ungefähr kurz nach 16 Uhr. Ein vom Regen durchnässter Auswärtsmob feiert das 3:1, das für Holstein Kiel den Klassenerhalt in der 3. Liga bedeutet. Vor dem Block steht der Trainer und ballt die Faust. Viele sagen, das war der Moment, in dem Karsten Neitzel in Kiel angekommen ist.

 

 

Seit gestern ist die „Ära Neitzel“ an der Förde nach 134 Spielen (davon 51 Siege, 42 Unentschieden und 41 Niederlagen) vorbei, nur zwei Trainer standen in der Geschichte von Holstein Kiel länger an der Seitenlinie. Ob es die richtige Entscheidung war? Um das zu bewerten, muss wohl bis Saisonende gewartet werden. Steht da der Aufstieg in die 2. Bundesliga, können die Verantwortlichen nicht so viel falsch gemacht haben. Bis dahin gibt es Meinungen pro und Meinungen contra. Beide Seiten sind zu akzeptieren und entscheiden nicht etwa über Fußball-Sachverstand.

 

Jede Form von Häme, speziell die aufgrund gekränkter Familienehre, verbietet sich allerdings. Dazu sind die Verdienste zu groß. Karsten Neitzel hat es geschafft, dass Kiel nicht mehr ganz so abseits auf der Fußballkarte der Bundesrepublik liegt und Holstein wieder zu „einer guten Adresse“ im deutschen Fußball geworden ist. Dabei war der Start an der Förde alles andere als einfach. Als Nachfolger des Aufstiegstrainers und local football coach Thorsten Gutzeit wurde der den meisten bis dahin unbekannte Karsten Neitzel am 4. Juni 2013 der Kieler Presse und Öffentlichkeit vorgestellt.

 

 

Erste Reaktionen in der Social-Media-Welt drehten sich hauptsächlich um die ehemalige Frisur des Trainers (die Autogrammkarte aus Stuttgarter Kickers Zeiten wollte Neitzel nach eigener Aussage aus dem Internet löschen lassen, hatte mit seinem Anliegen aber keinen Erfolg. ). Von der ehemaligen Haarmode abgesehen, wussten die wenigsten etwas über den neuen Übungsleiter, den der damalige Sportdirektor Andreas Bornemann da angeschleppt hatte. Dass der gebürtige Dresdner allerdings lange unter Volker Finke gelernt hatte, ließ aufhorchen: Ruhe und Konstanz bei Holstein?

 

Es dauerte allerdings seine Zeit, um mit dem neuen Trainer warm zu werden. Im ersten Testspiel gegen den FC Fredericia durfte dieser nach dem geäußerten Unverständnis über die Entscheidungen des Unparteiischen direkt auf der Tribüne Platz nehmen.

 

 

Ohne das Verhältnis zu den Schiedsrichtern überbewerten zu wollen, sollte es in den kommenden Jahren die eine oder andere Situation geben, in der die Emotionen des Herrn Neitzel mit den Referees nicht kompatibel waren. Für viele Fans war dieser Charakterzug verständlich bis sympathisch, nur lässt sich Karsten Neitzel mit Sicherheit nicht darauf reduzieren.

 

Dessen erstes Pflichtspiel an der Seitenlinie für die KSV fand im Landespokal statt. Mit 6:0 wurde beim PSV Neumünster gewonnen, vielmehr ließ aber der Start in der 3. Liga aufhorchen: Zum Auftakt ein 1:1 beim großen FC Hansa, dann ein furioses 5:1 gegen den Aufstiegsfavoriten FC Saarbrücken (nach 0:1-Rückstand!), ein Remis bei den Stuttgarter Kickers und drei weitere Siege in Folge ließen nicht wenige bereits von einem Durchmarsch träumen. Dann folgte allerdings von Anfang September bis Mitte Dezember die „Ergebniskrise“ - in der Liga gelang kein einziger Sieg mehr. Trotzdem hörte man (auch hinter vorgehaltener Hand) nichts Negatives über den Trainer, ganz im Gegenteil wurde seine akribische Arbeit und sein Talent zu motivieren von den Spielern gelobt.

 

 

In Nachhinein sollte sich der von Neitzel geschaffene Zusammenhalt als Fundament für das herausstellen, was in der nächsten Saison geschaffen wurde. Denn, wenn auch knapp, durfte am Ende der Saison der Klassenerhalt gefeiert werden.

Am 31.07. veröffentliche KN-Online einen Kommentar des Ressortleiters der Sportredaktion, Michael Kluth, zum Saisonauftakt gegen den FSV Frankfurt.

 

http://www.kn-online.de/Kommentare/KN-Kommentare/Kommentar-von-Michael-Kluth-zum-Saisonauftakt-von-Holstein-Kiel

 

Seine Zeilen haben mich dazu bewogen, meinerseits eine kleine Antwort zu verfassen:

 

Sehr geehrter Herr Kluth,

mit Verwunderung habe ich Ihren Kommentar zum Spiel am Samstag gegen den FSV Frankfurt gelesen.

Nicht nur die Schärfe ihrer Zeilen nach dem allerersten Spiel der neuen Saison hat mich gewundert, auch das Übernehmen einiger Stammtischparolen aus dem Anhängerlager, von denen sich eine Zeitung wie die Ihrige doch abgrenzen möchte, wunderte mich doch sehr. Zunächst einmal ärgerte es mich wie hoffentlich auch Sie ehrlich, dass der Auftakt nicht dem entsprach, was die Partie im Holstein-Stadion offensichtlich hergab. Die Chancenverwertung entsprach nicht den Vorstellungen der Zuschauer, des Umfeldes und der Verantwortlichen auf und neben dem Platz.

Die Bewertung des Gegners aus der Mainmetropole als „zusammengewürfelten, harmlose Haufen“ entbehrt nicht nur jedem Respekt gegenüber Holsteins Kontrahenten, sie nährt auch den Gedanken, dass sie sich mit dem Gegner nicht länger als drei Sekunden beschäftigt haben. So wäre Ihnen vielleicht aufgefallen, dass alle von Roland Vrabec eingesetzten Spieler zusammen nicht nur 517 Spiele in der 2. Bundesliga, sondern auch 356 Spiele im Oberhaus absolviert haben. Ist das also immer noch ein zusammengewürfelter Haufen? Nebenbei hatte der FSV so einige gute Chancen im ersten Durchgang, das bleibt bei einem abgewichsten Spieler wie Jovanovic im Angriff vielleicht nicht aus. Und selbst wenn die Frankfurter im Anschluss eher selten vor das KSV-Tor kamen, ist es dann nicht möglich, statt Holstein durch die vermeintliche Harmlosigkeit des Gegners wieder einen Strick zu drehen, die Defensivleistung der Kieler zu erwähnen, wo in der Viererkette besonders Rafael Czichos ein gutes Spiel machte?

Sie scheinen das Allheilmittel für eine erfolgreiche Saison alleine in dem oft geforderten „Knipser“ zu sehen. Zur Erinnerung: Von den drei Aufsteigern letzte Saison verfügte einzig die SG Dynamo Dresden über Spieler der Marke „Knipser“. Der FC Erzgebirge Aue und die Würzburger Kickers verteilten ihre Tore sehr viel gleichmäßiger über den gesamten Kader und erzielten nebenbei weniger Tore als Holstein Kiel, ein ähnliches Erfolgsrezept verfolgte die KSV vorletzte Saison, als man hinten sehr wenig zuließ. Das Problem der Chancenverwertung ist omnipräsent und ein Grund für unnötige Punktverluste, vielleicht gibt es aber noch differenziertere Lösungsansätze, auch von Ihrer Seite. Im Übrigen hat der Chemnitzer FC mit seinem für Drittligaverhältnisse hochklassigen Angriff mit Anton Fink und Daniel Frahn am ersten Spieltag 0:0 gegen Großaspach gespielt, in Chemnitz wird die Saison wahrscheinlich zur Stunde abgehakt.

Zuletzt empfinde ich die Erwähnung des nach Osnabrück gewechselten Marc Heider als unpassend, gerade, weil Sie den Konjunktiv einen Absatz vorher vehement zurückweisen. Schließlich war es nicht nur Ihre Zeitung, die das Problem der letzten Saison vor allem auch in der mit Heider bestückten Offensive sahen, die für die KSV zwar nicht zu wenige Tore erzielte, diese aber auf zu wenige Spiele verteilte. Marc Heider war für lange Zeit ein echter Leistungsträger im Störchedress, dennoch empfinde ich ihren Gedanken nach der letzten Saison als deplatziert und nicht gerecht, ihn nach einem Ligaspiel der Offensive anzubringen.

Ihr Kommentar wirkt daher ein wenig wie mit heißer Nadel gestrickt, ich hätte mir, wenn er schon nach einem Spieltag sein muss, eine sorgfältigere, differenziertere Betrachtungsweise gewünscht, die vielleicht nicht nur in einschlägigen Foren oder in der Kneipe nach dem Spiel zu finden ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin, CCK

Milad Salem im CCK-Interview

 

In der Sommerpause 2015 wechselte Milad Salem vom VfL Osnabrück zu den Kieler Störchen. Doch ehe der Deutsch-Afghane so richtig durchstarten konnte, zog er sich im Testspiel gegen Hertha BSC II einen Kreuzbandriss zu. Das Pflichtspieldebüt in der Liga folgte erst am 30. April 2016. Wir sprachen mit Milad über die lange Reha, seinen Glauben, Holstein und Kiel.

 

CCK: Moin Milad, wir saßen ziemlich genau vor einem Jahr zusammen. Allerdings lief es für dich danach nicht gerade, wie es sein sollte. War es trotz deines Kreuzbandrisses positiv, nach Kiel gewechselt zu sein?

Milad: Auf jeden Fall! Ich kann nur gutes über Holstein sagen. Ich bin in einer super Truppe gelandet und habe die besten Bedingungen vorgefunden. Außerdem ist es absolut nicht normal, dass sich ein Verein so sehr um einen verletzten Spieler kümmert. Und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich froh meine Reha hier gemacht zu haben. Woanders hätte ich mich vielleicht sogar etwas gehen lassen. Hier war ich im positiven Sinn gezwungen, jeden Tag meine Übungen durchzuziehen. Das Ergebnis sehe ich heute.

 

milad

 

CCK: Das bedeutet, du bist wieder bei 100%?

Milad: Ja, Gott sei dank habe ich überhaupt keine Schmerzen mehr und kann alle Belastungen mitmachen. Das ein oder andere Mal nimmt mich der Trainer noch raus, damit ich nicht zu viel mache. Ich habe ja immerhin über ein Jahr gefehlt – da heißt es aufpassen. Kurz gesagt, schmerzfrei bin ich – und das Fußballerische kriegen wir auch noch (lacht).

 

CCK: Wie war es eigentlich für dich, so lange nicht Fußball spielen zu können? Als Außenstehender ist das vielleicht etwas schwer zu verstehen...

Milad: 13 Monate war eine verdammt lange Zeit – auf deutsch gesagt: Das ist ein besch... Gefühl. Man muss auf jeden Fall versuchen, so stabil wie möglich zu bleiben und nicht in ein Loch zu fallen.

 

CCK: Was war für dich der Halt in der Zeit?

Milad: Wenn es mir schlecht ging, hatte ich im Verein sofort Leute um mich herum. Die haben mich aufgebaut. Dann natürlich meine Familie, zu denen ich tagtäglich Kontakt habe und die immer gesagt haben, dass ich an mich glauben soll. Das hat mir viel Kraft gegeben.

 

CCK: Wer dir bei Facebook folgt, bekommt mit, dass auch der Glaube sehr wichtig für dich ist und du sehr öffentlich damit umgehst.

Milad: Ja, absolut. Das ist für mich das allerwichtigste in meinem Leben. Egal welches Problem ich habe – der Glaube hilft es mit zu lösen. Dass ich damit so öffentlich umgehe, soll anderen Menschen zeigen, dass der Islam an sich nichts mit Hass und Gewalt zu tun hat, sondern mit Liebe und Hoffnung.

 

CCK: Interessanterweise wird bei Muslimen gerade „Fußball“ kontrovers diskutiert - zumindest, wenn man dem Internet glauben darf. Teilweise wird sogar behauptet, es sei „haram“, also verboten. War das für dich mal ein Thema?

Milad: Nee, erstmal hat das nichts mit der Religion an sich zu tun. Außerdem begehen die Menschen genug andere Sünden, da muss man sich nicht auf „Fußball“ konzentrieren. Es gibt viel schlimmere Dinge. Von daher war es für mich nie ein Thema. Auch weil man sich immer ein Stück weit daran anpassen muss, wo man ist.

 Wie lange ist der eigentlich schon bei Holstein ? CCK trifft das 28-jährige Urgestein Tim  Siedschlag um über Rituale und Ziele, Konstanten und Veränderung zu sprechen.

 

 

Bis Montag, um 18.30 Uhr war die „neue Welt“ Kiel für Dominic Peitz noch in Ordnung: Verein, Familienwohnung, Wasser, Kieler Woche. Mehr als positiv. Bereits vorab hatte sich der 1,96 m große Mittelfeldmann von den Informanten Kohlmann (Kollege aus Union Berlin Zeiten) und Grieneisen (bester Freund und Trauzeuge) Informationen über den zukünftigen Arbeitgeber und die Stadt an der Förde besorgt. Eine erste Kontaktaufnahme von Seiten der Störche hatte es sogar schon früher gegeben – aber als „Mann der klaren Worte und Tat“ (Eigenbeschreibung) hatte sich Peitz für die Erfüllung seines laufenden Vertrags entschieden. So weit, so gut.

 

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Doch dann im Testspiel gegen Hertha BSC II, ungefähr 15 Minuten vor dem Abpfiff eine Situation, von der der Neuzugang gar nicht mehr so genau weiß, was passiert ist. Nur, dass etwas schlimmes passiert ist, erkannte Peitz ziemlich schnell: „In dem Moment wusste ich, was los ist, da ich das mit dem Innenband auch schon einmal erlebt hatte. In der ersten Sekunde, als ich dann neben dem Tor lag, waren die Schmerzen sogar noch größer, als ich sie damals hatte. Dementsprechend war ich ziemlich frustriert. Heute bin ich ganz dankbar, dass es „nur“ ein Innenbandriss ist und nicht mehr. Das gehört leider dazu und einen guten Moment gibt es dafür auch nie.“