Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

Am 31.07. veröffentliche KN-Online einen Kommentar des Ressortleiters der Sportredaktion, Michael Kluth, zum Saisonauftakt gegen den FSV Frankfurt.

 

http://www.kn-online.de/Kommentare/KN-Kommentare/Kommentar-von-Michael-Kluth-zum-Saisonauftakt-von-Holstein-Kiel

 

Seine Zeilen haben mich dazu bewogen, meinerseits eine kleine Antwort zu verfassen:

 

Sehr geehrter Herr Kluth,

mit Verwunderung habe ich Ihren Kommentar zum Spiel am Samstag gegen den FSV Frankfurt gelesen.

Nicht nur die Schärfe ihrer Zeilen nach dem allerersten Spiel der neuen Saison hat mich gewundert, auch das Übernehmen einiger Stammtischparolen aus dem Anhängerlager, von denen sich eine Zeitung wie die Ihrige doch abgrenzen möchte, wunderte mich doch sehr. Zunächst einmal ärgerte es mich wie hoffentlich auch Sie ehrlich, dass der Auftakt nicht dem entsprach, was die Partie im Holstein-Stadion offensichtlich hergab. Die Chancenverwertung entsprach nicht den Vorstellungen der Zuschauer, des Umfeldes und der Verantwortlichen auf und neben dem Platz.

Die Bewertung des Gegners aus der Mainmetropole als „zusammengewürfelten, harmlose Haufen“ entbehrt nicht nur jedem Respekt gegenüber Holsteins Kontrahenten, sie nährt auch den Gedanken, dass sie sich mit dem Gegner nicht länger als drei Sekunden beschäftigt haben. So wäre Ihnen vielleicht aufgefallen, dass alle von Roland Vrabec eingesetzten Spieler zusammen nicht nur 517 Spiele in der 2. Bundesliga, sondern auch 356 Spiele im Oberhaus absolviert haben. Ist das also immer noch ein zusammengewürfelter Haufen? Nebenbei hatte der FSV so einige gute Chancen im ersten Durchgang, das bleibt bei einem abgewichsten Spieler wie Jovanovic im Angriff vielleicht nicht aus. Und selbst wenn die Frankfurter im Anschluss eher selten vor das KSV-Tor kamen, ist es dann nicht möglich, statt Holstein durch die vermeintliche Harmlosigkeit des Gegners wieder einen Strick zu drehen, die Defensivleistung der Kieler zu erwähnen, wo in der Viererkette besonders Rafael Czichos ein gutes Spiel machte?

Sie scheinen das Allheilmittel für eine erfolgreiche Saison alleine in dem oft geforderten „Knipser“ zu sehen. Zur Erinnerung: Von den drei Aufsteigern letzte Saison verfügte einzig die SG Dynamo Dresden über Spieler der Marke „Knipser“. Der FC Erzgebirge Aue und die Würzburger Kickers verteilten ihre Tore sehr viel gleichmäßiger über den gesamten Kader und erzielten nebenbei weniger Tore als Holstein Kiel, ein ähnliches Erfolgsrezept verfolgte die KSV vorletzte Saison, als man hinten sehr wenig zuließ. Das Problem der Chancenverwertung ist omnipräsent und ein Grund für unnötige Punktverluste, vielleicht gibt es aber noch differenziertere Lösungsansätze, auch von Ihrer Seite. Im Übrigen hat der Chemnitzer FC mit seinem für Drittligaverhältnisse hochklassigen Angriff mit Anton Fink und Daniel Frahn am ersten Spieltag 0:0 gegen Großaspach gespielt, in Chemnitz wird die Saison wahrscheinlich zur Stunde abgehakt.

Zuletzt empfinde ich die Erwähnung des nach Osnabrück gewechselten Marc Heider als unpassend, gerade, weil Sie den Konjunktiv einen Absatz vorher vehement zurückweisen. Schließlich war es nicht nur Ihre Zeitung, die das Problem der letzten Saison vor allem auch in der mit Heider bestückten Offensive sahen, die für die KSV zwar nicht zu wenige Tore erzielte, diese aber auf zu wenige Spiele verteilte. Marc Heider war für lange Zeit ein echter Leistungsträger im Störchedress, dennoch empfinde ich ihren Gedanken nach der letzten Saison als deplatziert und nicht gerecht, ihn nach einem Ligaspiel der Offensive anzubringen.

Ihr Kommentar wirkt daher ein wenig wie mit heißer Nadel gestrickt, ich hätte mir, wenn er schon nach einem Spieltag sein muss, eine sorgfältigere, differenziertere Betrachtungsweise gewünscht, die vielleicht nicht nur in einschlägigen Foren oder in der Kneipe nach dem Spiel zu finden ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin, CCK

Milad Salem im CCK-Interview

 

In der Sommerpause 2015 wechselte Milad Salem vom VfL Osnabrück zu den Kieler Störchen. Doch ehe der Deutsch-Afghane so richtig durchstarten konnte, zog er sich im Testspiel gegen Hertha BSC II einen Kreuzbandriss zu. Das Pflichtspieldebüt in der Liga folgte erst am 30. April 2016. Wir sprachen mit Milad über die lange Reha, seinen Glauben, Holstein und Kiel.

 

CCK: Moin Milad, wir saßen ziemlich genau vor einem Jahr zusammen. Allerdings lief es für dich danach nicht gerade, wie es sein sollte. War es trotz deines Kreuzbandrisses positiv, nach Kiel gewechselt zu sein?

Milad: Auf jeden Fall! Ich kann nur gutes über Holstein sagen. Ich bin in einer super Truppe gelandet und habe die besten Bedingungen vorgefunden. Außerdem ist es absolut nicht normal, dass sich ein Verein so sehr um einen verletzten Spieler kümmert. Und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich froh meine Reha hier gemacht zu haben. Woanders hätte ich mich vielleicht sogar etwas gehen lassen. Hier war ich im positiven Sinn gezwungen, jeden Tag meine Übungen durchzuziehen. Das Ergebnis sehe ich heute.

 

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CCK: Das bedeutet, du bist wieder bei 100%?

Milad: Ja, Gott sei dank habe ich überhaupt keine Schmerzen mehr und kann alle Belastungen mitmachen. Das ein oder andere Mal nimmt mich der Trainer noch raus, damit ich nicht zu viel mache. Ich habe ja immerhin über ein Jahr gefehlt – da heißt es aufpassen. Kurz gesagt, schmerzfrei bin ich – und das Fußballerische kriegen wir auch noch (lacht).

 

CCK: Wie war es eigentlich für dich, so lange nicht Fußball spielen zu können? Als Außenstehender ist das vielleicht etwas schwer zu verstehen...

Milad: 13 Monate war eine verdammt lange Zeit – auf deutsch gesagt: Das ist ein besch... Gefühl. Man muss auf jeden Fall versuchen, so stabil wie möglich zu bleiben und nicht in ein Loch zu fallen.

 

CCK: Was war für dich der Halt in der Zeit?

Milad: Wenn es mir schlecht ging, hatte ich im Verein sofort Leute um mich herum. Die haben mich aufgebaut. Dann natürlich meine Familie, zu denen ich tagtäglich Kontakt habe und die immer gesagt haben, dass ich an mich glauben soll. Das hat mir viel Kraft gegeben.

 

CCK: Wer dir bei Facebook folgt, bekommt mit, dass auch der Glaube sehr wichtig für dich ist und du sehr öffentlich damit umgehst.

Milad: Ja, absolut. Das ist für mich das allerwichtigste in meinem Leben. Egal welches Problem ich habe – der Glaube hilft es mit zu lösen. Dass ich damit so öffentlich umgehe, soll anderen Menschen zeigen, dass der Islam an sich nichts mit Hass und Gewalt zu tun hat, sondern mit Liebe und Hoffnung.

 

CCK: Interessanterweise wird bei Muslimen gerade „Fußball“ kontrovers diskutiert - zumindest, wenn man dem Internet glauben darf. Teilweise wird sogar behauptet, es sei „haram“, also verboten. War das für dich mal ein Thema?

Milad: Nee, erstmal hat das nichts mit der Religion an sich zu tun. Außerdem begehen die Menschen genug andere Sünden, da muss man sich nicht auf „Fußball“ konzentrieren. Es gibt viel schlimmere Dinge. Von daher war es für mich nie ein Thema. Auch weil man sich immer ein Stück weit daran anpassen muss, wo man ist.

 Wie lange ist der eigentlich schon bei Holstein ? CCK trifft das 28-jährige Urgestein Tim  Siedschlag um über Rituale und Ziele, Konstanten und Veränderung zu sprechen.

 

 

Bis Montag, um 18.30 Uhr war die „neue Welt“ Kiel für Dominic Peitz noch in Ordnung: Verein, Familienwohnung, Wasser, Kieler Woche. Mehr als positiv. Bereits vorab hatte sich der 1,96 m große Mittelfeldmann von den Informanten Kohlmann (Kollege aus Union Berlin Zeiten) und Grieneisen (bester Freund und Trauzeuge) Informationen über den zukünftigen Arbeitgeber und die Stadt an der Förde besorgt. Eine erste Kontaktaufnahme von Seiten der Störche hatte es sogar schon früher gegeben – aber als „Mann der klaren Worte und Tat“ (Eigenbeschreibung) hatte sich Peitz für die Erfüllung seines laufenden Vertrags entschieden. So weit, so gut.

 

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Doch dann im Testspiel gegen Hertha BSC II, ungefähr 15 Minuten vor dem Abpfiff eine Situation, von der der Neuzugang gar nicht mehr so genau weiß, was passiert ist. Nur, dass etwas schlimmes passiert ist, erkannte Peitz ziemlich schnell: „In dem Moment wusste ich, was los ist, da ich das mit dem Innenband auch schon einmal erlebt hatte. In der ersten Sekunde, als ich dann neben dem Tor lag, waren die Schmerzen sogar noch größer, als ich sie damals hatte. Dementsprechend war ich ziemlich frustriert. Heute bin ich ganz dankbar, dass es „nur“ ein Innenbandriss ist und nicht mehr. Das gehört leider dazu und einen guten Moment gibt es dafür auch nie.“

Seit einiger Zeit ist das Holstein-Universum ein wenig vielfältiger. Während vom Verein mit Holstein TV, Facebook, Twitter und Instagram (was geht eigentlich bei Snapchat?) schon mächtig was in Sachen Social Media gemacht wird, Calcio Culinaria inwzischen im siebten Jahr das Blogwesen betreibt, so sind Fans von Podcasts bisher immer etwas zu kurz gekommen. Doch zwei Brüder sind ausgezogen um dies zu ändern. Bei der Premiere bewiesen sie bereits, dass in Holsteins Fangemeinde offenbar an einigen Stellen genau darauf gewartet wurde. Wir haben uns jedenfalls über die Erweiterung des Holstein-Universums gefreut und gleich mal ein Date ausgemacht.

 

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Einen richtigen Podcast wie in dieser Form haben die beiden Brüder vorher noch nicht gemacht. „Ich hatte mal kurz einen Podcast mit einem Kollegen gemacht, in dem wir den Bundesligaspieltag besprochen haben. Doch der ist relativ schnell wieder eingeschlafen und war lange nicht so durchgeplant wie unser jetziges Projekt.“, erzählt Patrick „Pike“ Drews zu Anfang des Gespräches mit CCK. Die eigene Stimme dabei zu hören, schreckt zwar ab, aber man muss ja trotzdem weiter machen scherzt Pike. Auch Marc, der zwar immer zu hören bekommt, dass seine Stimme ganz gut sein soll, stimmt seinem Bruder zu. Pike ergänzt: „Das ist glaube ich auch normal, dass man seine eigene Stimme und sich selbst auf Fotos schrecklich findet. Im Kopf denkt man noch 'Eigentlich klingt das ja ganz geil.' Und dann hört man das so wieder gegeben und denkt nur 'Ach du kacke!'“

 

Trotzdem kam bereits 2015 die Idee auf, einen eigenen Holstein-Podcast zu machen. Doch wie es manchmal so ist, wurde diese Idee lange vor sich hergeschoben. Und dann mitten in der Spielzeit einsteigen wollte man auch nicht. „Zur neuen Saison habe ich mit einem Kollegen geschnackt, der die Website machen kann und auch die Technik dafür hat. Und bevor es drohte, wieder einzuschlafen, haben wir einfach diese Teaser-Folge aufgenommen, was auch ganz gut klappte. Gefühlt über Nacht waren auch Webseite und Logo fertig. Als das Ding dann hochgeladen war, gab es auch kein Zurück mehr.“, erzählt Pike von der Entstehung. Dass die anschließende Resonanz besser ausgefallen ist, als erwartet, hat natürlich motiviert, weiter zu machen.

„Pike wollte erst zum ersten Spieltag beginnen, ich war dafür, gleich mit Trainingsstart loszulegen. Doch wir einigten uns auf das Schalke-Testspiel.“ Am Ende bekam Marc seinen Willen. „Pike hatte Angst, dass jemand Anderes auf die Idee kommt. Also legten wir doch früher los.“ Pike rechtfertigt seine Sorge ein wenig. „Das wäre einfach so kacke gewesen. Eineinhalb Jahre schiebt man das vor sich her. Und dann eine Woche bevor man loslegt kommt dann ein anderer Holstein Kiel-Podcast.“

 

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Sie selber haben schon lange Podcasts gehört. Sei es zum Thema Videospiele oder Bundesliga. Ihr Favorit ist dabei der Podcast von Eintracht Frankfurt. „Mit dem Verein selber haben wir nicht so viel zu tun, aber der Podcast ist einfach super unterhaltsam.“ Mit dem Hören kam die Lust, es selber auszuprobieren. „Holstein Kiel hatte so etwas noch nicht und wir haben uns gedacht: ausprobieren. Die Nachfrage ist vielleicht da. Immerhin ist die KSV ja nicht mehr so klein und gefühlt jeder zweite Verein hat das schon.“

 

Natürlich bleibt im Gespräch die Frage, wie die beiden Brüder zu Holstein Kiel gekommen sind, nicht aus. Dabei überrascht Pike mit einem Geständnis: „Ich habe Fußball früher gehasst.“ Sein älterer Bruder musste ihn immer bestechen, damit er wenigstens auf der Playstation mit ihm zockt oder mal im Garten kickt. Marcs erstes Spiel war das DFB-Pokal Spiel gegen Hertha BSC 2002. Die Überzeugungsarbeit schlug fehl und so musste er einen Kumpel mitnehmen. „Zuerst standen wir auf der Gegengerade und sind später in die Kurve. Wir waren voll begeistert. Bei der zweiten Runde konnte ich Pike dann überzeugen mitzukommen.“ Das war die Initialzündung. Anfangs suchten sie sich noch die Highlights raus, es wurden immer mehr Spiele und relativ schnell war klar, dass man eigentlich bei jedem Spiel da war. „Inzwischen weiß Pike bald mehr über Fußball als ich.“, gibt Marc zu und erzählt, warum er seinen Bruder und sich als geeignet für einen Podcast empfindet. „Nach dem Spiel können wir stundenlang über Holstein philosophieren. Und wir dachten, vielleicht kann man daraus einen Nutzen ziehen.“

 

„Es gibt unfassbar viele Podcasts,“ erklärt Pike. „Sei es Rasenfunk, der die erste Liga abdeckt oder Collinas Erben, ein Schiedsrichter-Podcast. Wir verschlingen sie alle.“ Vielleicht hat das bei der Umsetzung des ersten Teasers für den Holstein-Podcast geholfen. Denn eine Trockenübung, oder wie es beim Radio heißt, eine Nullsendung war nicht nötig. Nicht ohne stolz erzählt Pike, dass die allererste Aufnahme, die sie gemacht haben auch gleich die war, die veröffentlicht wurde. „Es sollten eine kleine Teaser-Sendung geben. Wir haben angefangen in dem wir Stichpunkte notiert haben, über die wir reden wollen. Als wir fertig waren, wollten wir gar nicht so viel ändern und womöglich dran schnibbeln. Nachher wird das nur schlechter.“ Auch Marc war mit dem ersten Produkt überraschend zufrieden. „Wir haben eigentlich gedacht, da gibt es mehr Sachen, wo wir uns drüber ärgern.“

 

Zur neuen Folge soll es noch ein eigenes Intro geben, erzählen die Brüder. Die Technik, bei der bisher noch etwas improvisiert werden musste, wurde optimiert. Zukünftig ist eine noch bessere Vorbereitung angedacht und die Folgen werden mit mehr Inhalt gefüllt. Auch Gäste sind geplant. Zum Beispiel Podcaster gegnerischer Vereine sollen eingeladen werden und mit Pike und Marc über die gemeinsame Partie plaudern.