Seit einiger Zeit ist das Holstein-Universum ein wenig vielfältiger. Während vom Verein mit Holstein TV, Facebook, Twitter und Instagram (was geht eigentlich bei Snapchat?) schon mächtig was in Sachen Social Media gemacht wird, Calcio Culinaria inwzischen im siebten Jahr das Blogwesen betreibt, so sind Fans von Podcasts bisher immer etwas zu kurz gekommen. Doch zwei Brüder sind ausgezogen um dies zu ändern. Bei der Premiere bewiesen sie bereits, dass in Holsteins Fangemeinde offenbar an einigen Stellen genau darauf gewartet wurde. Wir haben uns jedenfalls über die Erweiterung des Holstein-Universums gefreut und gleich mal ein Date ausgemacht.

 

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Einen richtigen Podcast wie in dieser Form haben die beiden Brüder vorher noch nicht gemacht. „Ich hatte mal kurz einen Podcast mit einem Kollegen gemacht, in dem wir den Bundesligaspieltag besprochen haben. Doch der ist relativ schnell wieder eingeschlafen und war lange nicht so durchgeplant wie unser jetziges Projekt.“, erzählt Patrick „Pike“ Drews zu Anfang des Gespräches mit CCK. Die eigene Stimme dabei zu hören, schreckt zwar ab, aber man muss ja trotzdem weiter machen scherzt Pike. Auch Marc, der zwar immer zu hören bekommt, dass seine Stimme ganz gut sein soll, stimmt seinem Bruder zu. Pike ergänzt: „Das ist glaube ich auch normal, dass man seine eigene Stimme und sich selbst auf Fotos schrecklich findet. Im Kopf denkt man noch 'Eigentlich klingt das ja ganz geil.' Und dann hört man das so wieder gegeben und denkt nur 'Ach du kacke!'“

 

Trotzdem kam bereits 2015 die Idee auf, einen eigenen Holstein-Podcast zu machen. Doch wie es manchmal so ist, wurde diese Idee lange vor sich hergeschoben. Und dann mitten in der Spielzeit einsteigen wollte man auch nicht. „Zur neuen Saison habe ich mit einem Kollegen geschnackt, der die Website machen kann und auch die Technik dafür hat. Und bevor es drohte, wieder einzuschlafen, haben wir einfach diese Teaser-Folge aufgenommen, was auch ganz gut klappte. Gefühlt über Nacht waren auch Webseite und Logo fertig. Als das Ding dann hochgeladen war, gab es auch kein Zurück mehr.“, erzählt Pike von der Entstehung. Dass die anschließende Resonanz besser ausgefallen ist, als erwartet, hat natürlich motiviert, weiter zu machen.

„Pike wollte erst zum ersten Spieltag beginnen, ich war dafür, gleich mit Trainingsstart loszulegen. Doch wir einigten uns auf das Schalke-Testspiel.“ Am Ende bekam Marc seinen Willen. „Pike hatte Angst, dass jemand Anderes auf die Idee kommt. Also legten wir doch früher los.“ Pike rechtfertigt seine Sorge ein wenig. „Das wäre einfach so kacke gewesen. Eineinhalb Jahre schiebt man das vor sich her. Und dann eine Woche bevor man loslegt kommt dann ein anderer Holstein Kiel-Podcast.“

 

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Sie selber haben schon lange Podcasts gehört. Sei es zum Thema Videospiele oder Bundesliga. Ihr Favorit ist dabei der Podcast von Eintracht Frankfurt. „Mit dem Verein selber haben wir nicht so viel zu tun, aber der Podcast ist einfach super unterhaltsam.“ Mit dem Hören kam die Lust, es selber auszuprobieren. „Holstein Kiel hatte so etwas noch nicht und wir haben uns gedacht: ausprobieren. Die Nachfrage ist vielleicht da. Immerhin ist die KSV ja nicht mehr so klein und gefühlt jeder zweite Verein hat das schon.“

 

Natürlich bleibt im Gespräch die Frage, wie die beiden Brüder zu Holstein Kiel gekommen sind, nicht aus. Dabei überrascht Pike mit einem Geständnis: „Ich habe Fußball früher gehasst.“ Sein älterer Bruder musste ihn immer bestechen, damit er wenigstens auf der Playstation mit ihm zockt oder mal im Garten kickt. Marcs erstes Spiel war das DFB-Pokal Spiel gegen Hertha BSC 2002. Die Überzeugungsarbeit schlug fehl und so musste er einen Kumpel mitnehmen. „Zuerst standen wir auf der Gegengerade und sind später in die Kurve. Wir waren voll begeistert. Bei der zweiten Runde konnte ich Pike dann überzeugen mitzukommen.“ Das war die Initialzündung. Anfangs suchten sie sich noch die Highlights raus, es wurden immer mehr Spiele und relativ schnell war klar, dass man eigentlich bei jedem Spiel da war. „Inzwischen weiß Pike bald mehr über Fußball als ich.“, gibt Marc zu und erzählt, warum er seinen Bruder und sich als geeignet für einen Podcast empfindet. „Nach dem Spiel können wir stundenlang über Holstein philosophieren. Und wir dachten, vielleicht kann man daraus einen Nutzen ziehen.“

 

„Es gibt unfassbar viele Podcasts,“ erklärt Pike. „Sei es Rasenfunk, der die erste Liga abdeckt oder Collinas Erben, ein Schiedsrichter-Podcast. Wir verschlingen sie alle.“ Vielleicht hat das bei der Umsetzung des ersten Teasers für den Holstein-Podcast geholfen. Denn eine Trockenübung, oder wie es beim Radio heißt, eine Nullsendung war nicht nötig. Nicht ohne stolz erzählt Pike, dass die allererste Aufnahme, die sie gemacht haben auch gleich die war, die veröffentlicht wurde. „Es sollten eine kleine Teaser-Sendung geben. Wir haben angefangen in dem wir Stichpunkte notiert haben, über die wir reden wollen. Als wir fertig waren, wollten wir gar nicht so viel ändern und womöglich dran schnibbeln. Nachher wird das nur schlechter.“ Auch Marc war mit dem ersten Produkt überraschend zufrieden. „Wir haben eigentlich gedacht, da gibt es mehr Sachen, wo wir uns drüber ärgern.“

 

Zur neuen Folge soll es noch ein eigenes Intro geben, erzählen die Brüder. Die Technik, bei der bisher noch etwas improvisiert werden musste, wurde optimiert. Zukünftig ist eine noch bessere Vorbereitung angedacht und die Folgen werden mit mehr Inhalt gefüllt. Auch Gäste sind geplant. Zum Beispiel Podcaster gegnerischer Vereine sollen eingeladen werden und mit Pike und Marc über die gemeinsame Partie plaudern.

 

 

Bereits beim Anhören des Teasers wird klar: Zeug für eine regelmäßige Institution hat der Podcast. Die beiden Brüder wirken vorm Mikro so entspannt, wie bei einem Bierchen nach dem Spiel. „Wir hatten auch kurz überlegt, einen Podcast direkt nach dem Spiel aufzunehmen. Also ins Auto setzen und den Gefühlen freien Lauf lassen.“ Das wurde allerdings schnell wieder verworfen, wie Pike berichtet. „Das könnte auch schlecht werden, wenn ein Spiel mal scheiße läuft.“Nichtsdestotrotz ist geplant, die Spieleindrücke schnellstmöglich zu verarbeiten. Am Wochenend-Ende sollen die Hörer spätestens mit dem Podcast versorgt werden. Dabei wird die aktuelle Partie besprochen und diskutiert. Die, die nicht beim Spiel dabei sein konnten, sollen einen Eindruck davon bekommen, wie sich die 90 Minuten angefühlt haben. Auch in der spielfreien Zeit sollen die Holstein-Fans nicht zu kurz kommen. Besondere Ereignisse, News aus dem Nachwuchsleistungszentrum oder im Forum heiß diskutierte Themen werden aufgegriffen. „Bei der ersten Folge waren wir noch ein bisschen steif und aufgeregt, aber das wird sich noch legen. Wir wollen einfach eine lockere Runde bieten und kein Taktik- und Wissensgewichse.“

 

Diese Kurzbeschreibung ihres Podcasts macht auf jeden Fall Lust auf mehr. ;) Wir können mit Sicherheit sagen, den Jungs werden die Themen nicht so schnell ausgehen. Noch weit nach Abpfiff der EM-Halbfinalpartie Portugal gegen Wales saßen sie im CCK-Headquarter und tauschten mit uns Geschichten über Fußball und insbesondere Holstein aus.

 

Der nächste Podcast erscheint am 16. Juli als Nachklapp zum Pokalspiel gegen den VfR Neumünster. Und wer den Teaser noch nicht gehört hat, dem sei er dringendst empfohlen. Die bisherige und auch alle zukünftige Folgen findet ihr hier: http://1912fm.de/

 

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