Bis Montag, um 18.30 Uhr war die „neue Welt“ Kiel für Dominic Peitz noch in Ordnung: Verein, Familienwohnung, Wasser, Kieler Woche. Mehr als positiv. Bereits vorab hatte sich der 1,96 m große Mittelfeldmann von den Informanten Kohlmann (Kollege aus Union Berlin Zeiten) und Grieneisen (bester Freund und Trauzeuge) Informationen über den zukünftigen Arbeitgeber und die Stadt an der Förde besorgt. Eine erste Kontaktaufnahme von Seiten der Störche hatte es sogar schon früher gegeben – aber als „Mann der klaren Worte und Tat“ (Eigenbeschreibung) hatte sich Peitz für die Erfüllung seines laufenden Vertrags entschieden. So weit, so gut.

 

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Doch dann im Testspiel gegen Hertha BSC II, ungefähr 15 Minuten vor dem Abpfiff eine Situation, von der der Neuzugang gar nicht mehr so genau weiß, was passiert ist. Nur, dass etwas schlimmes passiert ist, erkannte Peitz ziemlich schnell: „In dem Moment wusste ich, was los ist, da ich das mit dem Innenband auch schon einmal erlebt hatte. In der ersten Sekunde, als ich dann neben dem Tor lag, waren die Schmerzen sogar noch größer, als ich sie damals hatte. Dementsprechend war ich ziemlich frustriert. Heute bin ich ganz dankbar, dass es „nur“ ein Innenbandriss ist und nicht mehr. Das gehört leider dazu und einen guten Moment gibt es dafür auch nie.“

So heißt es für Peitz erst einmal die volle Energie in die Reha zu stecken. Ansonsten gibt sich der Ex-Karlsruher sympathisch, bodenständig. Was er in den drei Jahren Holstein erreichen will? „Erfolg haben!“ Alles andere wären Versprechungen, die man vielleicht nicht halten könne. Klug gewählte Worte - generell bestätigt sich im Gespräch mit dem 31-Jährigen relativ schnell das, was vor einigen Wochen von KSC-Fans in Richtung Kiel geschrieben wurde: „Das ist einer, der fußballerisch vielleicht etwas limitiert ist, aber kämpft bis zum Umfallen – und vor allem was in der Birne hat.“ Ob das passt? Das müssten anderen entscheiden. „Ich stehe dazu, dass ich definitiv nicht perfekt bin, aber wer ist das schon. Ich freue mich auf jeden Fall, dass ich im Fußball tätig bin, da muss ich gar nicht alles können.“, stellt Peitz lachend fest, „wenn es Tennis wäre und ich die Rückhand nicht beherrsche, wird es ein wenig eng um mitzuhalten“ Seine eigenen Qualitäten am Maximum einbringen, mehr bliebe ihm sowieso nicht übrig. Aber genau das gelte es jeden Tag abzurufen und das habe in der Vergangenheit auch gut funktioniert.

 

Auch wenn das Liga-Debüt im Holstein-Dress nun ein wenig warten muss, können sich die Kieler Fans auch einen echten Typen freuen, der auf und neben dem Platz immer geradeaus ist. „So bin ich und so bleibe ich und werde mich durch den Fußball auch nicht verändern.“

 
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