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...das Sterben von Mannschaften

 

Manchmal mit Pressemitteilung. Oft heimlich still und leise. Ärgerlich im laufenden Spielbetrieb. Oft zur Winterpause. Viele Vereine haben mit schwindenden Mannschaften zu kämpfen. Die lange Winterpause hat so manchem Verein schon die Mannschaft gekostet. Dass viele Spieler ihre Zusage oft nur noch „bis zum Winter“ geben, ist eines von vielen Problemen. Wenn mehr als eine Handvoll Spieler bereits zur Halbserie „eine neue Herausforderung“ suchen und andere sich bei nasskalten Temperaturen plötzlich nicht mehr zum Spiel-und Trainingsbetrieb aufraffen können, dann gehen bei vielen Amateurteams auch mal im Winter die Lichter aus.

 

Ball platt

 

Verfolgen kann man das in den vergangenen Jahren bei vielen Vereinen. Im Kreis Kiel haben ehemals große Vereinsnamen mit teilweise mehr als 3 Mannschaften nur noch eine einzige Herrenmannschaft im Spielbetrieb. Holsatia Kiel, TuS Gaarden, Eintracht Kiel und nun seit diesem Winter auch Fortuna Wellsee, Schwarz-Weiß Elmschenhagen und der TSV Schilksee. Der TSV Russee und der FC Süd Kiel konnten sich sogar nur noch über eine Spielgemeinschaft im Spielbetrieb halten. Der SVE Comet Kiel, übrigens auch nur noch aufgrund einer Fusion der ehemaligen Erzrivalen SV Ellerbek und Comet Kiel am Leben, bildet in dieser Runde die absolute Ausnahme. Mit 4 Herrenmannschaften im Spielbetrieb kann kein anderer Kieler Verein mithalten.

 

Für den betroffenen Verein selbst bedeutet eine abgemeldete Mannschaft auch immer ein Verlust von Mitgliedern. Weniger Mitglieder, weniger Geld, bei steigenden Fixkosten und Verbandsabgaben. Ein tödlicher Kreislauf.
Aber woran liegt es, dass einige Vereine ihre Teams abmelden müssen? Pauschal lässt sich das sicher nicht beantworten. Bei dem einen ist es sportlicher Misserfolg der bei schwindender Vereinstreue in massenhaften Spielerabgängen mündet, bei dem anderen eine schlechte Vereinspolitik.

 

 

Doch im Kieler Fußball liegt es sicher auch an anderen Punkten. An jeder Ecke in Kiel gibt es einen Sportverein. Die Distanzen von einem zum nächsten Verein liegen teilweise bei wenigen Kilometern. Alle mit dem größten Interesse Spieler für sich zu gewinnen. Was früher noch deutlich leichter war, hat sich heute geändert. Das Problem fängt nämlich schon weit vor dem Herrenbereich an. Wer vor 30 Jahren von seinen Eltern im Sportverein angemeldet wurde hatte übertrieben gesagt zwei Möglichkeiten. Fußball oder Handball. Was in der G-Jugend auch heute meist noch gut funktioniert, dünnt sich mit fortschreitendem Alter immer mehr aus. G9 Abi, eine breite Palette an trendigen Sportangeboten oder schlimmer: Gar kein Sport mehr. Und wenn, dann oft kein verpflichtender Mannschaftssport. Von den oben betroffenen Vereinen hat übrigens keiner eine A-Jugendmannschaft im Spielbetrieb. Und das ist sicherlich auch das Kernproblem.

 

Zudem hat heute kaum noch jemand geregelte Büroarbeitszeiten. Training um 19 Uhr ist schon ein Problem, wenn beispielsweise der Einzelhandel bis 22 Uhr arbeitet. Samstag ist längst ein normaler Werktag. Treffen zwei Teams am Samstag oder Sonntag aufeinander. Es werden oft zwei vollständig andere Teams auf dem Platz stehen. Welcher Trainer kann mal mehrere Wochen in Folge mit derselben Elf auflaufen? Für viele sicher eher ein Wunschgedanke. Dinge die Trainer und Verantwortliche nicht beeinflussen können, aber die immer mehr zu Problemen führen. Im schlimmsten Fall dazu, dass man plötzlich ohne vollständige Mannschaft da steht.

 

Einige Vereine werden diese Probleme meistern, andere auf der Strecke bleiben. Und es würde mich nicht wundern, wenn die Vereinslandschaft sich in den kommenden Jahren deutlich verändert. Reine Fußballvereine bekommen schon alleine durch die Verbandsabgaben und die laufenden Kosten ein echtes Problem. Vor allem dann, wenn aus der Jugend nichts mehr nach oben wächst…